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Wir alle spielen Theater

Title: Wir alle spielen Theater

Research Paper (undergraduate) , 2002 , 13 Pages , Grade: gut

Autor:in: Marian Berginz (Author)

Sociology - General and Theoretical Directions
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Summary Excerpt Details

Der symbolische Interaktionismus
ist im Gegensatz zu anderen soziologischen Theorien vorallem auf die kleinen Zusammenhänge in
konkreten Situationen ausgerichtet. Die Richtung entstand um die Jahrhundertwende in den USA,
vorallem in Chicago. Zu dieser Zeit gab es eine große Anzahl von Einwanderern, die sich zum
großen Teil in den Städten auf der Suche nach Arbeit niedergelassen hatten. Die Industrialisierung
hatte das Leben der Menschen grundlegend verändert und das nicht nur zum Guten. Dies alles
schlug sich natürlich auch auf den Universitäten nieder. Man verstand sich oft als „Anwälte sozialer
Reformen“ und hatte den Anspruch, Menschen irgendwie zu helfen. So auch Herbert Mead, der als
Begründer des Symbolischen Interaktionismus gilt. Man wollte ein neues Konzept entwickeln, aus
dem sich das menschliche Handeln „verstehen“ ließe. Große gesellschaftliche Vorgänge zu
„erklären“, war nicht das Ziel dieser Richtung. Es geht darum dem menschlichen Handeln einen
Sinn abzugewinnen. Wie der Name schon sagt, steht die Interaktion im Mittelpunkt. Mead
unterscheidet zwei Arten: „Nicht-symbolische“ und die „symbolische“ Interaktion. Die Letztere
unterscheidet sich dadurch von der Ersteren, dass das Ergebnis noch nicht feststeht und erst durch
Austausch von Gesten und Symbolen ausgehandelt wird. Diese Symbole können verbal oder nonverbal
sein; auf jeden Fall hat das Symbol die Eigenart, dass es nicht nur in dieser speziellen
Situation, sondern z.B. in der gesamten Gesellschaft verstanden wird. Im symbolischen
Interaktionismus wird davon ausgegangen, dass die Menschen aufgrund der Bedeutung handeln, die
die Dinge für sie haben. Sie entsteht in der Interaktion zwischen Menschen und wird mit Symbolen
ausgedrückt. Die Bedeutung ist aber nicht für alle Mal festgelegt, sondern wird immer neu
interpretiert und festgelegt. Eng verbunden mit dem Symbolischen Interaktionismus ist die Rolle.
Sie wird einem nicht total von vorne bis hinten vorgegeben, sondern man macht sie zu einem guten
Teil selber. Man versetzt sich in die Rolle des anderen und gestaltet derweil seine eigene aus. Hat
man seine eigene Rolle gefunden und kann man die seines Gegenüber genau einschätzen, ist
Rollenhandeln möglich. Zugleich mit der Konstruktion und der Festigung einer Rolle ergibt sich die
Identität. Man ist sich seiner Rolle bewusst geworden. Durch Rollenübernahme des anderen erklärt
Mead aber auch das Erwachsenwerden von Kindern. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A) Der symbolische Interaktionismus

B) Kurzer Überblick über das Leben und die Werke Erving Goffmans

C) Interaktion bei Goffman

D) Wir alle spielen Theater - Das „dramaturgische“ Modell

E) Das Menschenbild Goffmans & Kritik am Modell

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den soziologischen Ansatz von Erving Goffman, insbesondere sein dramaturigisches Modell der sozialen Interaktion, und ordnet dieses in den theoretischen Kontext des symbolischen Interaktionismus ein.

  • Grundlagen des symbolischen Interaktionismus
  • Biografische Einordnung und Hauptwerke von Erving Goffman
  • Analyse der Interaktionsordnung und sozialer Zusammenkünfte
  • Dramaturgisches Modell: Rolle, Fassade und Inszenierung
  • Kritische Reflexion des Menschenbildes und der soziologischen Relevanz

Auszug aus dem Buch

D) Wir alle spielen Theater - Das „dramaturgische“ Modell

Goffman vergleicht die soziale Welt mit einem Theater. Anhand dieser Skizze versuche ich, sein Konzept zu erklären und viele seiner Beispiele wiederzugeben. Goffman hat ein Forschungsaufenthalt auf den Shetland-Inseln zu diesem Werk inspiriert. Deshalb stammen auch einige Beispiele aus seinem Hotel, wo er in dieser Zeit gewohnt hat.

Die Rolle

Es gibt erst einmal mehrere Typen von Darstellern. Die, die überzeugen, und die, die es nicht tun. Weiters können wir sagen: Während also das Publikum die Darstellung als Wirklichkeit ansieht, kann der Darsteller diese Wirklichkeit aufrichtig spielen oder dem Publikum bewusst etwas vormachen. Goffman spricht bei beiden Darstellertypen von dem Aufrichtigen und dem Zyniker.

Der Zyniker darf auf keinen Fall als Lügner bezeichnet werden, denn er hält möglicherweise seine Maskerade aus Selbstschutz oder zum Schutz des Publikums aufrecht. Denken wir an den Film "Das Leben ist schön". Der Vater spielt seinem 5jährigen Sohn vor das KZ, in das sie aufgrund ihrer jüdischen Abstammung deportiert wurden, sei ein Spiel, in dem der Sieger einen Panzer gewinnen kann. Der Vater spielt seine Rolle zugleich aufrichtig und zynisch gegenüber seinem Jungen, um ihn zu schützen.

Zusammenfassung der Kapitel

A) Der symbolische Interaktionismus: Einführung in die soziologische Theorie, die den Fokus auf alltägliche Interaktionen und die Bedeutung von Symbolen legt.

B) Kurzer Überblick über das Leben und die Werke Erving Goffmans: Biografischer Abriss und Darstellung der zentralen Publikationen sowie des akademischen Werdegangs von Erving Goffman.

C) Interaktion bei Goffman: Erläuterung der "interaction order" und der verschiedenen Formen von sozialen Zusammenkünften und Kommunikationsmustern.

D) Wir alle spielen Theater - Das „dramaturgische“ Modell: Detaillierte Analyse der Metapher der sozialen Welt als Bühne, unterteilt in Rollen, Fassaden und dramaturgische Gestaltung.

E) Das Menschenbild Goffmans & Kritik am Modell: Bewertung des Menschenbildes, das dem Akteur Handlungsfreiheit einräumt, sowie Auseinandersetzung mit der fachlichen Kritik an Goffmans Ansatz.

Schlüsselwörter

Symbolischer Interaktionismus, Erving Goffman, Dramaturgisches Modell, Interaktion, Soziale Rolle, Fassade, Impression Management, Vorderbühne, Hinterbühne, Soziale Identität, Mikrosoziologie, Selbstbild, Ensemble, Inszenierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Soziologie Erving Goffmans und seinem berühmten Vergleich, die soziale Welt als Theaterbühne zu interpretieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die symbolische Interaktion, die Selbstdarstellung im Alltag, die Strukturierung von sozialen Situationen und der Umgang mit Identität.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Goffmans dramaturgisches Modell sowie seine Konzepte zur Interaktionsordnung verständlich zu erläutern und in den soziologischen Diskurs einzuordnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die theoretische Analyse und Literaturarbeit, um die Konzepte von Goffman auf Basis seiner Primärliteratur zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Begriffe Rolle, Fassade, Ensemble, Idealisation und die Unterscheidung zwischen Vorder- und Hinterbühne im Detail analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind das dramaturgische Modell, symbolischer Interaktionismus, Identitätsmanagement und Mikrosoziologie.

Was unterscheidet den "Aufrichtigen" vom "Zyniker" bei Goffman?

Der Aufrichtige glaubt an seine eigene Darstellung, während der Zyniker seine Rolle aus Kalkül oder Schutzgründen spielt, ohne selbst an die Inszenierung zu glauben.

Warum wird Goffman manchmal als zynisch bezeichnet?

Der Vorwurf des Zynismus ergibt sich daraus, dass Goffmans Modell menschliches Verhalten als strategisches Rollenspiel interpretiert, was von Kritikern als Reduktion des Menschen auf einen "Manipulator" angesehen wurde.

Excerpt out of 13 pages  - scroll top

Details

Title
Wir alle spielen Theater
College
University of Graz  (Soziologie)
Course
Geschichte der Soziologie II: Gegenwartsoziologie
Grade
gut
Author
Marian Berginz (Author)
Publication Year
2002
Pages
13
Catalog Number
V16905
ISBN (eBook)
9783638216111
Language
German
Tags
Theater Geschichte Soziologie Gegenwartsoziologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marian Berginz (Author), 2002, Wir alle spielen Theater, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16905
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