Nach einer kurzen Definition von Entwicklungs- und Schwellenländern wird im ersten Teil der Arbeit der Bereich Armut näher betrachtet. Es werden sowohl Armutskonzepte wie die bereits erwähnte relative und absolute Armut vorgestellt, als auch die Entwicklung der Armutssituation und Einkommensverteilung in den Entwicklungs- und Schwellenländern vorgestellt. Darauf folgend werden die Gründe für die extreme Armut betrachtet.
Der zweite Teil stellt den Hauptteil der Arbeit dar. In diesem wird zunächst die Entwicklung der Umwelt und die Auswirkungen dieser Veränderungen auf die arme Bevölkerung in den Entwicklungsländern näher untersucht. Nachdem darauf folgend die Entwicklung der Umweltpolitik kurz dargestellt wird, sollen erste Hinweise auf den Zusammenhang zwischen Armutsbekämpfung und Umweltschutz gegeben werden, indem aufgezeigt wird, wie Umweltverschmutzung durch Armut bedingt sein kann. Darauf folgend werden zuerst Wege und Möglichkeiten gesucht, die globale Armut zu bekämpfen. Dazu wird vor allem genauer untersucht, welche Auswirkungen Entwicklung bzw. wirtschaftlicher Wachstum auf die Reduktion der Armut und die Veränderung der Umweltqualität hat. Dies wird zunächst allgemein anhand der Kuznets und der Umwelt Kuznets Kurve erörtert und anschließend konkret am Beispiel von Brasilien aufgezeigt.
Daraufhin wird den Hauptteil abschließend untersucht inwieweit die Bekämpfung der Armut und die Verbesserung der Umweltqualität zusammen-hängen. Dazu werden verschieden Ansätze, die zur Armutsreduktion beitragen könnten untersucht und anschließend deren mögliche Wirkung auf die Umwelt dargelegt.
Den Abschluss bildet eine Zusammenfassung der Ergebnisse und ein Ausblick auf die Zukunft.
Ziel dieser Arbeit ist also festzustellen, wie zum einen die Entwicklung der Armut und der Zustand der Umwelt zusammenhängen und sich zum anderen Armutsbekämpfung und Umweltschutz vereinbaren lassen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definitionen und grundsätzliche Zusammenhänge
2.1 Armut, Einkommensverteilung und Vulnerabilität
2.2 Entwicklungs- und Schwellenländer
2.3 Armut, Entwicklungsstand und Einkommensverteilung in Entwicklungsländern
2.4 Ursachen für die Armut in Entwicklungsländern
3 Zusammenhänge zwischen Wirtschaftswachstum, Einkommensungleichheit, Armut und Umweltqualität
3.1 Entwicklung der Umweltsituation und Konsequenzen für die Armut
3.1.1 Atmosphäre
3.1.2 Wasser
3.1.3 Boden
3.1.4 Biodiversität
3.1.5 Extreme Wetterereignisse und Naturkatastrophen
3.1.6 Zusammenfassung
3.1.7 Zur Entwicklung der internationalen Umweltpolitik
3.2 Umweltverschmutzung als Folge von Armut
3.2.1 Fehlverhalten der Haushalte
3.2.2 Fehlverhalten des Staates
3.3 Die Kuznets Kurve – Theorie, Empirie und Kritik
3.4 Die Umwelt Kuznets Kurve – Empirie und Kritik
3.5 Brasilien als praktisches Beispiel
3.5.1 Wirtschaftliche Entwicklung Brasiliens
3.5.2 Entwicklung der Einkommensverteilung und der Armut
3.5.3 Entwicklung der Umweltqualität
4 Vereinbarkeit von Armutsbekämpfung und Umweltschutz
4.1 Änderung des Konsumverhaltens
4.2 Förderung der Grünen Gentechnik
4.3 Stärkung der Kleinbauern
4.3.1 Informationen und Sicherheit
4.3.2 Fair Trade
4.4 Mikrokredite als nachhaltige Investition in die Bevölkerung
4.5 Bildung für die Bevölkerung
4.6 Verbesserung der Infrastruktur
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Masterarbeit untersucht die komplexe Wechselwirkung zwischen Armutsbekämpfung und Umweltschutz in Entwicklungs- und Schwellenländern, mit dem Ziel zu ermitteln, ob diese beiden Ziele in einem Zielkonflikt stehen oder synergetisch vereinbar sind.
- Armutskonzepte und Ursachen extremer Armut in Entwicklungsländern.
- Zusammenhänge zwischen Wirtschaftswachstum, Armut und Umweltqualität anhand theoretischer Modelle wie der Kuznets Kurve.
- Empirische Fallstudie zur Entwicklung Brasiliens im Hinblick auf Wachstum, Armut und Umwelt.
- Lösungsansätze zur Vereinbarkeit von Armutsreduktion und nachhaltigem Umweltschutz (z.B. Konsumänderung, Gentechnik, Fair Trade, Mikrokredite).
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Atmosphäre
Der Bereich Atmosphäre gliedert sich in die drei Unterbereiche Luftverschmutzung, Klimaveränderung und Schädigung der Ozonschicht.
Luftverschmutzung entsteht zum einen direkt durch Emissionen von Schwefeldioxid sowie Stickoxide, die bei Verbrennung entstehen und zum anderen indirekt durch chemische Reaktionen in der Luft, die allerdings auch durch die Emissionen bedingt sind. In den Ländern Europas und Nordamerikas sind die Emissionswerte seit 1987 zurückgegangen. Dagegen sind die Werte in Afrika, Lateinamerika und der Karibik leicht gestiegen. Anders sieht die Situation in Asien aus. Hier gab es in den letzten zwei Dekaden einen fast dramatischen Anstieg der Emissionswerte. Die Konzentration der Luftverschmutzung ist in Großstädten in Entwicklungsländern besonders stark ausgeprägt. Die höchsten Werte für troposphärisches Ozon findet man neben den südöstlichen Teilen Nordamerikas und Südeuropa in Nordafrika sowie auf der arabischen Halbinsel und im Süden und Nordosten Asiens. Diese Emissionen verringern unter anderem die Menge an Sonnenlicht, die auf die Erde fällt, was Einfluss auf Wasserzirkulation, Landwirtschaft und Gesundheit hat. Aus Gesundheitssicht ist aber nicht nur die niedrigere Menge an Sonnenlicht relevant sondern vor allem die sich bildenden Staubpartikel. Zum Beispiel gehen fünf Prozent der zum Tod führenden Lungenerkrankungen auf diese Partikel zurück.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das zentrale Thema der Masterarbeit ein: die Vereinbarkeit von Armutsbekämpfung und Umweltschutz, insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenländern.
2 Definitionen und grundsätzliche Zusammenhänge: Das Kapitel definiert wesentliche Armutsbegriffe sowie Vulnerabilität und Entwicklungsland-Status und beleuchtet deren Entwicklung sowie Ursachen in verschiedenen Regionen.
3 Zusammenhänge zwischen Wirtschaftswachstum, Einkommensungleichheit, Armut und Umweltqualität: Dieses Hauptkapitel analysiert die komplexen Wechselwirkungen zwischen Umweltdegradierung und Armut, kritisiert Wachstumshypothesen wie die Kuznets-Kurve und untersucht Brasilien als konkretes Fallbeispiel.
4 Vereinbarkeit von Armutsbekämpfung und Umweltschutz: Hier werden Lösungsansätze wie die Änderung von Konsummustern, der Einsatz von Gentechnik, Fair Trade, Mikrokredite, Bildungsförderung und Infrastrukturausbau auf ihre Wirkung hin geprüft.
5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Politik und Entwicklung keine einfache Zielharmonie bieten, sondern nachhaltige Lösungen erfordern, bei denen ökologische Nachhaltigkeit systematisch in politische Entscheidungen integriert werden muss.
Schlüsselwörter
Armutsbekämpfung, Umweltschutz, Entwicklungsländer, Wirtschaftswachstum, Umweltqualität, Kuznets Kurve, Brasilien, Nachhaltige Entwicklung, Klimawandel, Mikrokredite, Grüne Gentechnik, Infrastruktur, Fair Trade, Biodiversität, Ressourcenmanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert das Spannungsfeld zwischen der Notwendigkeit der Armutsbekämpfung und der Erhaltung einer intakten Umwelt in Entwicklungs- und Schwellenländern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf Armutsindikatoren, der Umweltdegradierung durch menschliches Fehlverhalten, den theoretischen Zusammenhängen von Wachstum und Umwelt sowie praktischen Ansätzen zur Armutsreduktion.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es zu ermitteln, ob Armutsbekämpfung und Umweltschutz in einer Zielharmonie stehen oder ob sie als Zielkonflikt zu betrachten sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine detaillierte Literaturanalyse, die Auswertung von Statistiken zur Armut und Umweltqualität (u.a. Weltbank-Daten) sowie eine tiefgehende Fallstudie Brasiliens.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit den Zusammenhängen zwischen Wachstum, Ungleichheit und Umwelt sowie einer Analyse konkreter Maßnahmen zur Armutsreduktion und deren Umweltwirkungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Armutsbekämpfung, Umweltschutz, nachhaltige Entwicklung, Kuznets Kurve und Ressourcenmanagement.
Inwieweit spielt die Kuznets Kurve eine Rolle?
Die Arbeit nutzt die (Umwelt-)Kuznets-Kurve als theoretisches Modell, um kritisch zu hinterfragen, ob mit steigendem Wirtschaftswachstum zwangsläufig eine Verbesserung der Umweltqualität einhergeht.
Warum wird Brasilien als Fallbeispiel gewählt?
Brasilien dient als praxisnahes Beispiel für ein Schwellenland, das den vermuteten Wendepunkt der Umwelt-Kuznets-Kurve erreicht hat und somit Aufschluss über die reale Entwicklung von Armut und Umwelt bei fortgeschrittenem Wachstum gibt.
Welches Fazit zieht der Autor zur Zielharmonie?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass keine automatische Zielharmonie existiert, sondern Nachhaltigkeit explizit in politische Strategien und Investitionen integriert werden muss, um zukünftige Generationen nicht zu gefährden.
- Quote paper
- Bernd Steckenbauer (Author), 2011, Armutsbekämpfung und Umweltpolitik - Zielharmonie oder Zielkonflikt?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169092