Die Arbeit eignet sich besonders für Studierende der Germanistik, Linguistik und Sprachdidaktik, die sich im Rahmen von Seminaren, Hausarbeiten oder Prüfungen vertieft mit Passivkonstruktionen, Verbdiathesen und grammatischer Kategorienbildung befassen.
Gibt es im Deutschen ein eigenständiges Zustandspassiv – oder handelt es sich lediglich um eine Variante des Vorgangspassivs beziehungsweise um eine adjektivische Kopulakonstruktion? Diese Frage gehört zu den klassischen, bis heute kontrovers diskutierten Problemen der deutschen Grammatik. Die vorliegende Arbeit untersucht diese Fragestellung auf der Grundlage zentraler sprachwissenschaftlicher Positionen und verfolgt das Ziel, die theoretischen Grundlagen des sogenannten Zustandspassivs systematisch darzustellen, kritisch zu vergleichen und differenziert zu bewerten. Im Mittelpunkt stehen drei einflussreiche Analysemodelle: die Ellipsentheorie, die Genus-verbi-Theorie sowie die Kopulaanalyse.
Nach einer präzisen Definition und Abgrenzung vom Vorgangspassiv werden die jeweiligen Ansätze anhand einschlägiger Fachliteratur (u. a. Glinz, Höhle, Rapp, Maienborn, Welke) ausführlich erläutert und mit zahlreichen Beispielsätzen illustriert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf semantischen Unterschieden zwischen Zustand und Vorgang, auf diagnostischen Tests sowie auf problematischen Grenzfällen, in denen eine eindeutige Zuordnung nicht möglich ist.
- Arbeit zitieren
- Lorin Dogan (Autor:in), 2025, Gibt es einen Zustandspassiv?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1691487