Der vorliegende Text befasst sich mit William Shakespeares Tod, Testament und Totenkult und versucht die vorhandenen Indizien abzuwägen, um der historischen Wahrheit ein Stück näher zu kommen. "Death, a necessary end,/ Will come when it will come" heißt es in Julius Caesar, doch ist Shakespeares Tod kein Ende, sondern vielmehr ein neuer Startpunkt für die Auseinandersetzung mit der historischen Persönlichkeit.
"I've seen many suicide notes written by persons who ended their lives by taking poison. Their notes follow the exact pattern of the first page of Shakespeare's will. The writer starts out clearly and coherently, and gradually his handwriting becomes more and more disjointed and blotted and his memory begins to erode. Eventually, if he is unable to finish the suicide note, he stops abruptly, probably in the middle of a sentence. This suggests to me that Shakespeare may have been poisoned."
So äußert sich Dr. Michael Baden, seines Zeichens ehemaliger oberster Gerichtsmediziner von New York City, in Charles Hamiltons Buch "In search of Shakespeare". Doch er fügt hinzu: "But this isn't a very tenable theory […] because there wasn't anyone who wanted to knock off Shakespeare […]. Or was there?".
Und Hamilton antwortet: "Yes, there was"…
Inhaltsverzeichnis
- 1. Death, a necessary end
- 2. Shakespeare in Death
- 2.1 Todesursache(n)
- 2.2 Datierung und Autorschaft des Testaments
- 2.3 Inhalt des Testaments
- 2.4 Ellipsen des Testaments
- 2.5 Totenkult
- 3. Exit Shakespeare
- Anhang
- Abbildungsverzeichnis
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themen
Der vorliegende Text befasst sich mit William Shakespeares Tod, Testament und Totenkult und versucht, die vorhandenen Indizien abzuwägen, um der historischen Wahrheit ein Stück näher zu kommen. Shakespeares Tod wird nicht als Ende, sondern als ein neuer Startpunkt für die Auseinandersetzung mit seiner historischen Persönlichkeit betrachtet.
- Shakespeares Todesursachen und die sie umgebenden Legenden
- Detaillierte Analyse seines letzten Willens und dessen Autorschaft
- Interpretation der testamentarischen Verfügungen, wie das „zweite beste Bett“
- Untersuchung von Auslassungen im Testament und deren mögliche Implikationen
- Beleuchtung des Totenkults um Shakespeare und seine Grabstätte
- Forensische Bewertung der Totenmaske und der Grabbüste
Auszug aus dem Buch
2.4 Ellipsen des Testaments
Es lässt sich nur spekulieren, wie die erste Seite des Testaments vor ihrer Revision ausgesehen haben mag. Die Benachteiligten in der überarbeiten Variante sind aber gewiss Judith und Thomas Quiney. Vielleicht sind sie verärgert über Shakespeares Änderungen gewesen, durch die sie eine Menge Geld verloren – ein Motiv für einen Mord. Hamilton sieht in Quiney einen potenziellen Mörder und in Judith seine Komplizin. "A successful murder would ensure his future wealth and prosperity. He was a man without business scruples and he had lots of oppurtinities". Arsen würde, in kleinen Dosen mit dem Essen verabreicht, das berüchtigte Fieber auslösen, an dem Shakespeare vermeintlich starb. Als Weinhändler hat Quiney aller Voraussicht nach Arsen benutzt, um seinen Lagerraum von Ratten und anderem Getier frei zu halten. Hamilton fällt die Aufgedunsenheit des Gesichts der Büste auf und stellt fest: "If the arsenic was administered over a period of time, the face will exhibit fluid retention and might be very puffy. This is the result of kidney failure, which occurs in arsenic poisoning [...] though, that such puffiness could also result from heart failure or a skull fracture". Diese Beobachtung schließt Typhus als Todesursache aus, da in diesem Fall das Gesicht eingefallen, nicht aufgedunsen wäre. Hamilton zeigt noch eine andere Variante auf. Ein Hirnschlag, möglicherweise ausgelöst durch eine Schädelfraktur bei einem Sturz beim 'merry meeting', böte die Erklärung für vergessene Namen und Veränderung des Schriftweise. "Dr. Baden [...] talked with several specialists in cerebral diseases about the first page of Shakespeare's will and they concurred that the poet had suffered a stroke while writing it". Doch Hamilton bezieht auch den Tod von Margaret Wheeler in seine Überlegungen mit ein. "Her death, and the death of her baby, were certainly great blessings to Quiney. Margaret had stood between him and possible worldly success and esteem". Mit folgender Aussage von Dr. John K. Lattimer, scheint Quiney auch potenzieller Mörder von Margaret Wheeler zu sein: "murder by arsenic could easily be mistaken for death during childbirth". Eine schleichende Arsenvergiftung hätte für Shakespeares behandelnden Arzt wie eine Cholera-Erkrankung ausgesehen: the symptoms of cholera are almost identical with those of arsenic poisoning. Cholera also affects motor movements, recovery is slow and death may result from heart failure. In Shakespeare's day cholera was a very common disease in England and especially in Stratford, notorious for its swampy, unsanitary conditions.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Death, a necessary end: Dieses Kapitel führt in das Thema von Shakespeares Tod, Testament und Totenkult ein und hinterfragt gängige Annahmen über sein Ableben.
2. Shakespeare in Death: Dieses Hauptkapitel analysiert detailliert Shakespeares Todesursachen, die Datierung und Autorschaft seines Testaments, dessen Inhalt sowie mögliche Auslassungen und den umgebenden Totenkult.
2.1 Todesursache(n): Es werden verschiedene Theorien zu Shakespeares Ableben untersucht, darunter die Legende eines Festmahls, Grippeepidemien, Typhus, Syphilis und Arsenvergiftung.
2.2 Datierung und Autorschaft des Testaments: Dieses Kapitel behandelt die Entstehungszeit des Testaments und die Frage, ob Shakespeare es selbst verfasst hat, basierend auf Handschriftenanalysen und Revisionen.
2.3 Inhalt des Testaments: Eine genaue Betrachtung der testamentarischen Verfügungen Shakespeares wird vorgenommen, insbesondere die Verteilung an seine Töchter und die umstrittene Klausel des "zweiten besten Betts".
2.4 Ellipsen des Testaments: Der Abschnitt diskutiert, was im Testament fehlt, wie Shakespeares Grabstätte, seine literarischen Werke und Motive für eine mögliche Ermordung, z.B. durch Arsenvergiftung.
2.5 Totenkult: Es wird der Kult um Shakespeares Grab, das Monument und die Totenmaske beleuchtet, einschließlich deren Authentizität und möglicher Verfälschungen.
3. Exit Shakespeare: Das Abschlusskapitel fasst die fortbestehenden Vermutungen und Legenden zusammen und betont, dass die Wahrheit über Shakespeares Leben und Tod weiterhin Spekulationen unterliegt.
Schlüsselwörter
William Shakespeare, Tod, Testament, Totenkult, Todesursachen, Mordtheorien, Arsenvergiftung, Manuskripte, Totenmaske, Grabbüste, Familienbeziehungen, Erbe, Stratford-upon-Avon, Francis Collins, John Ward, Ben Jonson.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Diese Arbeit untersucht umfassend William Shakespeares Tod, sein Testament und den nach seinem Ableben entstandenen Totenkult, um die historischen Fakten kritisch zu beleuchten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder sind die Erforschung möglicher Todesursachen, die Analyse von Shakespeares letztem Willen, die Überprüfung seiner Autorschaft und die Untersuchung der posthumen Verehrung und Artefakte wie Totenmaske und Grabmonument.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, durch die Abwägung vorhandener Indizien der historischen Wahrheit über Shakespeares Tod und sein Vermächtnis näherzukommen, da sein Ableben als ein neuer Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit seiner Persönlichkeit dient.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verwendet eine kritische Analyse historischer Quellen, Tagebücher, Testamente und wissenschaftlicher Untersuchungen, ergänzt durch forensische Methoden zur Bewertung von Artefakten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt ausführlich Shakespeares mögliche Todesursachen (Fieber, Grippe, Typhus, Syphilis, Arsenvergiftung), die Datierung und Autorschaft seines Testaments, dessen detaillierten Inhalt (insbesondere Erbschaften an seine Töchter), und die Implikationen der fehlenden Informationen im Testament.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind: William Shakespeare, Tod, Testament, Totenkult, Todesursachen, Mordtheorien, Arsenvergiftung, Manuskripte, Totenmaske, Grabbüste, Familienbeziehungen, Erbe, Stratford-upon-Avon, Francis Collins, John Ward, Ben Jonson.
Welche Rolle spielten Michael Drayton und Ben Jonson in den Legenden um Shakespeares Tod?
Laut John Wards Tagebuch sollen Shakespeare, Drayton und Jonson ein "merry meeting" gehabt haben, bei dem zu viel getrunken wurde und Shakespeare danach an Fieber starb. Die Arbeit hinterfragt jedoch die Glaubwürdigkeit dieser spät aufgezeichneten Legende und die Beziehungskonstellation der Dichter.
Was ist die Bedeutung der Passage über das "zweite beste Bett" in Shakespeares Testament?
Die Passage, in der Anne Hathaway das "zweite beste Bett" vermacht bekommt, wird kontrovers diskutiert. Sie könnte entweder ein Zeichen besonderer Zuneigung oder, im Gegensatz zu Annahmen über Abneigung, eine traditionelle Form der Wiedergutmachung für die Seele des Verstorbenen darstellen.
Welche Rolle spielt die Totenmaske bei der Aufklärung von Shakespeares Todesursache und Aussehen?
Die sogenannte "Totenmaske" Shakespeares wird als potenzielles Modell für die Büste im Monument angesehen. Moderne forensische Methoden wie das Trickbildreferenzverfahren des BKA zeigen eine Passgenauigkeit zwischen Maske und Büste und könnten Aufschluss über Shakespeares tatsächliches Aussehen und mögliche Krankheitszeichen geben.
Warum werden Shakespeares literarische Werke nicht explizit in seinem Testament erwähnt?
Es wird spekuliert, dass Shakespeares Manuskripte möglicherweise nicht sein persönliches Eigentum waren, sondern den "King's Men" gehörten. Eine alternative Theorie besagt, dass sie in den allgemeinen Gütern enthalten sein könnten, die an seine Schwiegereltern, die Halls, übergingen.
- Citation du texte
- Thomas Vasniszky (Auteur), 2015, William Shakespeare. Tod, Testament, Totenkult, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1691504