Die 1980er Jahre waren geprägt von politischen Spannungen des Kalten Krieges, dem Wettrüsten der USA und der Sowjetunion sowie lokalen Konflikten wie dem Vietnamkrieg. Vor diesem Hintergrund entstanden zahlreiche Anti-Kriegs- und Protestlieder, die sich sowohl inhaltlich als auch musikalisch gegen Krieg, Gewalt und politische Missstände richteten. Am Beispiel des Songs „Land of Confusion“ von Genesis (1986) zeigt sich, wie Rockmusik als Medium politischen Protests fungierte: Der Song kritisiert die Politik von Ronald Reagan und die weltweiten Konflikte und wird durch ein satirisches, preisgekröntes Musikvideo visuell verstärkt. Der Text, die Formstruktur, Harmonik, Melodik und der Einsatz von Instrumentierung tragen zur Ausdrucksstärke des Stücks bei. Neben Genesis entstanden weitere repräsentative Anti-Kriegs-Songs, wie „2 Minutes to Midnight“ von Iron Maiden, „Breathing“ von Kate Bush oder „Bullet the Blue Sky“ von U2, die jeweils unterschiedliche Facetten von Krieg, Atomangst und politischer Kritik thematisierten. Generell dominierte Rockmusik – einschließlich Heavy Metal, Funkrock und Punk – als bevorzugtes Ausdrucksmittel. Die Protestlieder der 1980er Jahre nutzen häufig metaphorische und satirische Mittel, um die politische Lage zu reflektieren und ein Friedensbewusstsein zu fördern. Historisch betrachtet knüpfen sie an die rebellische und politisch engagierte Rockkultur der 1960er Jahre an, die bereits Bürgerrechtsbewegungen, Anti-Vietnamkriegsproteste und gesellschaftliche Kritik musikalisch begleitete.
- Arbeit zitieren
- Jin Zhang (Autor:in), 2018, Die Anti-Kriegs-Songs in den 1980er Jahren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1691586