Zu: David Hume - "Untersuchung über die Prinzipien der Moral"

Erläuterndes Exzerpt und ausgewählte Zitate


Exzerpt, 2011
46 Seiten

Leseprobe

Inhalt

Prolog

Einleitung
Inhaltliches zur Untersuchung
Über die allgemeinen Prinzipien der Moral
Über das Wohlwollen
Über die staatliche Gesellschaft
Warum die Nützlichkeit gefällt
Über Eigenschaften, die uns selbst nützlich sind
Über Eigenschaften, die anderen unmittelbar angenehm sind
Schluß
Schluß - Humes Kritik an der Theorie des Egoismus
Humes Kritik am Rationalismus
Humes Moralphilosophie – Objektivistisch? Subjektivistisch? Intersubjektivistisch?

Ausgewählte Zitate
Erster Abschnitt (Über die allgemeinen Prinzipien der Moral)
Zweiter Abschnitt (Über das Wohlwollen)
Erster Teil
Zweiter Teil
Dritter Abschnitt (Über die Gerechtigkeit)
Erster Teil
Zweiter Teil
Vierter Abschnitt (Über die staatliche Gesellschaft)
Fünfter Abschnitt (Warum die Nützlichkeit gefällt)
Erster Teil
Zweiter Teil
Sechster Abschnitt (Über Eigenschaften, die uns selbst nützlich sind)
Erster Teil
Zweiter Teil
Siebter Abschnitt (Über Eigenschaften, die uns selbst unmittelbar angenehm sind)
Achter Abschnitt (Über Eigenschaften, die anderen unmittelbar angenehm sind)
Neunter Abschnitt (Schluß)
Erster Teil
Zweiter Teil
Anhang I (Über das moralische Gefühl)
Anhang II (Über die Selbstliebe)
Anhang III (Einige weitere Überlegungen zur Frage der Gerechtigkeit)
Anhang IV (Über einige Wortstreitigkeiten)
Ein Dialog
Index

Prolog

Das vorliegende Exzerpt folgt einer zentralen Absicht: Die wichtigsten Passagen des Werkes von David Hume unter besonderer Berücksichtigung einer bestimmten Fragestellung zu zitieren. Angedacht ist das Exzerpt als Arbeitsgrundlage, um sich schnell einen Überblick zu verschaffen und in komprimierter Form die wesentlichen Gedanken Humes nachvollziehen zu können. Die verwendete Ausgabe des Reclam Verlags (Herausgegeben und übersetzt von Gerhard Streminger) liefert mit einem sehr ausführlichen Vorwort eine perfekte Vorlage, um die Arbeit Humes und die Schlüsse in ihrem Ausmaß und in ihren Konsequenzen zu begreifen.

Natürlich kann (und will) dieses Exzerpt kein vollständiger Ersatz zur eingehenden Lektüre der Untersuchung über die Prinzipien der Moral sein. Sehr wohl kann dieses Exzerpt jedoch dazu beitragen, sich schnell einen kompakten Überblick zu verschaffen – Ich habe dabei versucht, Fremdörter und philosophische Fachbegriffe kurz zu erläutern, um die Arbeit mit diesem Exzerpt zu erleichtern. Da die Ausgabe, mit der ich gearbeitet habe, erstmals im Jahre 1984 erschienen ist, muss beachtet werden, dass sich in sämtlichen Zitaten noch die Rechtschreibung vor der großen Reform der deutschen Rechtschreibung im Jahre 1996 wiederfindet.

Die Struktur des Exzerpts orientiert sich natürlich an der Ausgabe des Buches. In einem ersten Block wird die Einleitung Gerhard Stremingers exzerpiert. Die wesentlichen Schlüsse werden hier behandelt und belegt. Außerdem stellt sich Streminger zusätzlich noch einige sehr interessante Fragen zur Rezeption Humes. In einem zweiten Block werden dann ausgewählte Zitate aufgelistet. Es wurde versucht, die Zitate unter zwei Gesichtspunkten auszuwählen:

(1) Wurde der Inhalt des Zitats bereits im ersten Block zur Genüge von Gerhard Streminger erörtert?
(2) Zielt das Zitat auf die zentrale Fragestellung ab, nämlich: Wie sieht Humes Methode aus, moralisch zu argumentieren?

Letzterer Gesichtspunkt ist die zentrale Fragestellung, unter der das Exzerpt angefertigt ist. Will man versuchen, diese Fragestellung kurz und knapp zu beantworten, könnte man sagen, dass Hume eine Ethik mit humanistischem Anspruch beschreibt, die empirisch und anthropologisch fundiert scheint. Andererseits wäre diese Antwort zu knapp und unzureichend, um sie als solche allein bestehen zu lassen – Tatsächlich ist diese Frage sehr viel differenzierter zu betrachten und in Folge dessen auch sehr viel komplizierter zu beantworten. Dies begründet sich nicht zuletzt durch Humes wissenschaftlich sehr fundierte, aber auch umfassende Methode, die Moral zu erforschen. Er scheint sich zwar zunächst auf sehr grundlegende Beobachtungen menschlichen Verhaltens zu konzentrieren, liefert im Fortschritt des Werks jedoch immer mehr historische und soziokulturelle Belege für seine Thesen, welche wiederum Anstoß für neue, tiefergehende Nachforschungen sein können.

Tatsächlich bringt Hume in seinem Werk in einigen Exkursen eine Vielzahl an Informationen zu zahlreichen Themengebieten, deren vollständiges exzerpieren den Rahmen dieses Exzerpts sprengen würde und nur unter großem Mehraufwand hinsichtlich der Strukturierung dieser Arbeit möglich wäre. Damit wäre ich zwar dem Anspruch einer möglichst ganzheitlichen Betrachtung gerecht geworden, hätte das eigentliche Ziel aber verfehlt, denn dieses Exzerpt kann, will und soll keine wissenschaftliche Abhandlung sein und will folglich auch nicht als solche verstanden werden. Wer sich jedoch mit Humes Methode, moralisch zu argumentieren oder anderen die Ethik betreffenden Fragestellungen auseinandersetzt, kann in diesem Exzerpt hierzu einige wichtige, hilfreiche und gefilterte Informationen finden.

Wer sich mit einem oder mehreren ausgewählten Aspekten befassen möchte, dem empfehle ich, neben den ausgewählten Zitaten und den Ausführungen Stremingers, die Zitate im Kontext des entsprechenden Abschnitts zu lesen. Um mit den Seitenangaben im Exzerpt arbeiten zu können, hier die ausführlichen Angaben zur verwendeten Ausgabe:

Hume, David (1777): Eine Untersuchung über die Prinzipien der Moral, übersetzt und herausgegeben von Gerhard Streminger, Philip Reclam jun. GmbH & Co. 1984, Stuttgart

3., durchgesehene Auflage 2002

ISBN: 978-3-15-008231-7

Reclams Universal-Bibliothek Nr. 8231

Eine vollständige Ausgabe der Werke Humes[1]:

T.H. Green und T.H. Grose: David Hume, the Philosophical Works, 4 vol., London: Longmans, 1874-75 (Neudr. Aalen: Scientia, 1964)

Heidelberg, im Wintersemester 2010/11

Peter Schaefer

Ausgabe: Hume, David (1777): Eine Untersuchung über die Prinzipien der Moral, übersetzt und herausgegeben von Gerhard Streminger, Philip Reclam jun. GmbH & Co. 1984, Stuttgart

Einleitung

(von Gerhard Streminger)

Hume versuchte, die Philosophie auf anthropologische Grundfeste zu stellen.

„Jeder zieht seine Phantasie zu Rate, wenn er Kataloge von Tugenden und von Glückseligkeiten erstellt, ohne die menschliche Natur [Herv.d.Verf.] zu beachten, wovon jede moralische Schlussfolgerung abhängen muß. Ich entschloss mich deshalb, sie zum Hauptgegenstand meiner Forschungen zu machen.“ (S. 4)

„Eine solche Lehre vom Menschen konnte nach Hume jedoch nur auf empirischem Wege gewonnen werden.“ (S. 5)

„Hume wollte also die Philosophie erneuern, indem er sie von einer Theorie der menschlichen Natur abhängig machte, die ‚den eigentlich uns vorgesetzten Lehrer, nämlich die Erfahrung‘[2], als Ausgangspunkt und als Kontrollinstanz zur Kenntnis nahm.“ (S. 5)

„Nur die Handlungen eines Wesens, das auch anders hätte handeln können [Herv. d. Verf.], unterliegen der moralischen Bewertung, weshalb nicht das Handeln eines Roboters, sondern nur das seines Erbauern lobens- oder tadelnswert sein kann.“

(S. 7)

„Es ist eine Tatsache, daß Menschen in einem beträchtlichen Ausmaß moralische Urteile fällen […]. Nicht nur in unserer Kultur, sondern auch in anderen Kulturen bestimmen Normensysteme das menschliche Zusammenleben.“ (S. 14)

[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Was aber können wir als gut verstehen?

„Eine Auswahl aus der Palette möglicher Antworten:

- gut ist, was mit den bestehenden Normsystemen der Gesellschaft in Einklang steht;
- gut ist, was mit den Grundsätzen des Humanismus […] verträglich ist;
- gut ist, was die meisten Menschen (oder einige Experten) als ‚gut‘ empfinden;
- gut ist, was angenehm ist;
- gut ist, was mir […] nützlich ist;
- gut ist, was im Einklang mit den Zehn Geboten steht;
- gut ist, was in Harmonie steht mit der Natur oder dem Willen Gottes.“ (S. 14/15)

Aber „wie ist es überhaupt dazu gekommen, daß Menschen Normen festlegen? Gibt es überhaupt einen vernünftigen Grund für den einzelnen, moralisch zu sein?“ (S. 16)

[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Thomas Hobbes dazu (nach ihm auch Bernard de Mandeville):

Jeder Mensch handelt im Grunde nur aus egoistischen Motiven. Die Motivation, moralisch zu sein, ist also auch eine egoistische.

„Nun ist aber der Mensch nicht nur ein egoistisches, sondern auch ein rationales Wesen. […] Der Einzelne überlegt sich deshalb Maßnahmen, die die Erfüllung von Langzeitinteressen garantieren sollen, auch wenn deshalb kurzfristige Vorteile geopfert werden müssen.“ (S. 17)

„Am Beispiel des Straßenverkehrs lässt sich Hobbes‘ Überlegung recht plastisch veranschaulichen: Mit ganz wenigen Ausnahmen wollen alle Menschen möglichst gesund von einem bestimmten Ort zu einem anderen gelangen (langfristiges Interesse) [Herv. d. Verf.]. […] Da ein jeder nur an seine eigenen Interessen denkt, also die Interessen anderer mißachtet, entstehen verschiedenste Konflikte. Aufgrund dieser Erfahrung akzeptiert der einzelne aus rein egoistischen Interessen ein Regelsystem, das derartige Zusammenstöße verhindert.“ (S. 17)

„Aufgrund einer solchen Überlegung, aus Furcht geboren, willigen nach Hobbes im Naturzustand die Individuen in einen Herrschaftsvertrag ein, aus dem ein Staat hervorgeht, der alle Macht vereint und als künstliche Ordnung die destruktive Natur des Menschen bändigt.“ (S. 17/18)

„Aus der Perspektive eines ganz anderen Menschenbildes kritisiert Shaftesbury […] die Konzeption Hobbes‘. Seiner Meinung nach ist der Mensch ein geselliges Wesen und natürlicherweise bereit, seine Mitmenschen nicht bloß als Mittel zur Befriedigung eigener Bedürfnisse zu gebrauchen. Shaftesbury war überzeugt, daß der Mensch auch im Naturzustand nicht bloß selbstsüchtig, sondern auch wohlwollend ist.“ (S. 18)

„Aber was war nun Humes Position? Im Traktat nimmt er eine Vermittlerrolle zwischen der Auffassung Hobbes‘ und jener Shaftesburys ein.“ (S. 19)

[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] „Zunächst zur Kritik Humes an Hobbes“ (S. 19)

„Der Mensch ist ein soziales Wesen, in einen Sozialverband [Familie, Clan, …] hineingeboren; in diesem beschränkten Ausmaß hat also die Gesellschaft bereits vor der Gründung des Staates existiert. […] Im Rahmen dieser Primärgruppe [gibt es] eine Fülle altruistischer Verhaltensweisen […]. Hierher gehören Kindesliebe, Dankbarkeit gegenüber Wohltätern und Mitleid mit Unglücklichen“ (S. 19)

[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Diese Verhaltensweisen sind jedoch auf die Primärgruppe beschränkt. „Es sind jene Verhaltensweisen, die er neben anderen zu den ‚natürlichen‘ Tugenden [Herv. d. Verf.] zählt. Sobald der Mensch diesen Nahbereich aber verläßt, überlagern die ebenfalls stets vorhandenen egoistischen Motive das natürliche Wohlwollen.“ (S. 19)[3]

„In der Erklärung des Ursprungs der öffentlichen Moral [vgl. Straßenverkehrsbeispiel] […] stimmt Hume mit Hobbes überein. Auch er sieht die Triebfeder dafür ausschließlich im Egoismus des einzelnen: Der Mensch erkennt, daß ihm der Prozeß der Sozialisierung [i.S.v. Vergesellschaftung], also das Überschreiten des Nahbereiches, große Vorteile bringt [z.B. Arbeitsteilung]. […] Durch Vergesellschaftung wird seine Schwäche ausgeglichen [...].“ (S. 20)

„Alle Verhaltensweisen nun, die mit eben jenen Normen übereinstimmen, die von den Menschen zum Schutz der Gesellschaft [Herv. d. Verf.] konventionell eingeführt wurden, nennt Hume die ‚künstlichen‘ Tugenden. […] [Diese sind] nicht von einem natürlichen Instinkt getragen, sondern [werden] allein aus Pflichtgefühl ausgeführt […].“ (S. 21)

[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] „Auf diese Weise gewinnen Gerechtigkeit (das heißt Achtung fremden Eigentums) und Treue (das heißt die Einhaltung von Versprechen) ihren Verpflichtungscharakter und ihre Autorität für die Menschen.“ (S. 22)

„Da jeder sich selbst der Nächste ist, trachtet der einzelne von Natur aus danach, seinen Besitz soweit als möglich auszudehnen. […] In diesem Fall verlangt moralische Pflichterfüllung also eine Kontrolle ursprünglicher Neigungen und Instinkte […].“

(S. 22)

„Die Akzeptierung von Regeln entspringt […] der Überlegung, daß sie Mängelwesen sind und damit der Gesellschaft bedürfen, daß die Gesellschaft nur funktionieren kann, wenn gewisse Normen befolgt werden […]. Aus diesen Gründen führen die Menschen Gerechtigkeit als eine neue, somit ‚künstliche‘ Tugend ein.“ (S. 22)

„Der Wert dieser neu eingeführten Normen basiert auf dem Nutzen für alle [...]“

(S. 23)

„Ein unverbrüchliches, von Gott gegebenes Recht auf Eigentum erschien ihm als bloße Chimäre [als bloße Fabelwesen]. Insoweit erinnert Humes Position in vielem an Hobbes. Aber während für Hobbes der große Feind des Menschen der Mitmensch ist, ist es nach Hume eher die Natur.“ (S. 23)

„Im Gegensatz zu Hobbes gibt sich Hume nicht damit zufrieden, den Ursprung von Normensystemen aus der Funktionsweise der Selbstliebe herzuleiten. Vielmehr stellt er sich zudem die Frage, […] ob und in welcher Weise der nun erweiterte soziale Kontakt den Charakter der Menschen beeinflusst hat.“ (S. 23)

„Welche Auswirkungen hatte also der Übergang von der familiären zur öffentlichen Moral auf unsere ‚natürlichen und der Kultur vorangehenden Vorstellungen von Sittlichkeit‘ […]? Humes herausfordernde Antwort: Das zunächst auf Primärgruppen begrenzte Wohlwollen hat in beträchtlichem Maße zugenommen. Seiner Meinung nach ist es zu einer Internalisierung sozialer Verhaltensweisen gekommen.“ (S. 25)

In der Untersuchung ist die Natur des Menschen zunächst das Problem, wird dann jedoch Teil der Lösung. „Sie ist nicht mehr das Explanans[4], sondern wird zum Explanandum[5] […].“

(S. 25)

„Aus der Art und Weise, wie wir Handlungen anderer faktisch bewerten, läßt sich nach Hume erschließen, daß Menschen bereit sind, von der Basis eines universellen Wohlwollens aus zu urteilen, und somit auch die Interessen derer beachten, die ihnen ferne stehen und keine Stimme haben“ (S. 26)

[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Hume führt hier den Gegenbeweis zur These, man handle nur aus rein egoistischen Motiven moralisch.

Der Mensch selbst ist hierbei der Ursprung der Moral:

„Verfolgt man die Staatsgewalt bis auf ihre ersten Ursprünge in Urwald und Wüste zurück, so erweisen sich die Menschen selbst als Quelle allen Rechts und aller Macht. Im Interesse von Frieden und Ordnung haben sie sich Gesetze gegeben und dadurch freiwillig ihre angeborene Freiheit aufgegeben“ (S. 27, Aus Humes „ Vom Gesellschaftsvertrag“)

Inhaltliches zur Untersuchung

Über die allgemeinen Prinzipien der Moral (1. Abschnitt)

„Im Ersten Abschnitt […] beschreibt Hume zunächst das Problem, mit dem er sich beschäftigen wird.“ (S. 30)

Die zentrale Fragestellung lautet:

„Basiert unser Wissen, und hier im Besonderen auch unser moralisches Bewußtsein, letztlich auf irgendwelchen Einsichten, die der Gefühlsebene, oder auf Erkenntnissen, die der Verstandesebene zuzuordnen sind? Wurzelt der Baum der Erkenntnis dessen was gut und böse ist, im Emotionalen oder im Rationalen? “ (S. 30)

Hume kommt zunächst zum Schluss, dass „Verstand und Gefühl bei nahezu allen moralischen Entscheidungen und Schlüssen zusammenwirken“. (S. 30)

„Auch wenn Hume schließlich zur Auffassung gelangen wird, daß in der Moral letztlich die Gefühle ausschlaggebend sind, so betont er doch immer wieder, daß es sich dabei um eine ganz bestimmte Gruppe von Empfindungen handelt, zu deren Entwicklung Verstandesprozesse notwendig sind.“ (S. 31)

„Er geht von faktisch moralischen Urteilen aus und analysiert den ‚Komplex charakterlicher Eigenschaften‘, der ‚das ausmacht, was wir gemeinhin persönliches Ansehen nennen‘ […].“ (S. 31)

„Eines seiner Ergebnisse wird dabei lauten, daß bei moralischen Beurteilungen auch Nützlichkeitserwägungen eine wichtige Rolle spielen.“ (S. 31)

„Die Frage nach den faktischen moralischen Urteilen, also die zentrale Fragestellung einer deskriptiven Ethik, ist verschieden vom Entwurf einer normativen Ethik, denn bei allen Erkenntnissen darüber, wie wir urteilen, bleibt immer noch die Frage offen, ob es gut ist, daß wir so urteilen, wie wir es tun. Nun war sich Hume wie kaum ein anderer eben dieses Problems bewußt.“ (S. 33)

[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Humes Gesetz (auch Sein-Sollen-Dichotomie):

Nur, weil etwas so ist wie es ist, bedeutet das nicht, dass es auch so sein soll.

Bsp.: Nur weil Hunger und Elend ist, heißt das nicht automatisch, dass Hunger und Elend auch sein soll.

Über das Wohlwollen (2. Abschnitt)

„Bemerkenswert ist […], daß sich einige Passagen so lesen, als gäbe es für Hume keine Menschen, die nicht vom Zauber der sozialen Tugenden ergriffen wären; erst viel später erfährt man, daß auch Hume Ausnahmen zulässt.“ (S. 34)

„Hume hatte zunächst empirisch festgestellt, daß ein wohlwollendes Verhalten geschätzt wird und ein Teil des persönlichen Ansehens ausmacht. Er stellt sich nun die Frage, worauf diese Wertschätzung beruht, und kommt zum Ergebnis, daß ein wohlwollendes Verhalten auch wegen des damit verbundenen allgemeinen Nutzens geschätzt wird.“

[...]


[1] Vgl. Hume, David (1777): Eine Untersuchung über die Prinzipien der Moral, übersetzt und herausgegeben von Gerhard Streminger, Philip Reclam jun. GmbH & Co. 1984, Stuttgart, S. 292 - Literaturhinweise

[2] I. Kant, Kritik der reinen Vernunft, A 470 (B 498)

[3] Vgl. Rousseau: Selbstliebe-Eigenliebe (damit verbundene Leidenschaften, Eintritt in die Gesellschaft)

[4] Explanans = Das Erklärende

[5] Explanandum = das zu Erklärende

Ende der Leseprobe aus 46 Seiten

Details

Titel
Zu: David Hume - "Untersuchung über die Prinzipien der Moral"
Untertitel
Erläuterndes Exzerpt und ausgewählte Zitate
Hochschule
Pädagogische Hochschule Heidelberg  (Institut für Philosophie)
Autor
Jahr
2011
Seiten
46
Katalognummer
V169165
ISBN (eBook)
9783640873487
ISBN (Buch)
9783640873203
Dateigröße
617 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hume, Moral, Ethik, Untersuchung, Treaty, Exzerpt, Sekundarliteratur, zusammenfassung, hilfe, moral-sense, david hume., Texthilfe, Texterläuterung, Streminger, Aufklärung, England
Arbeit zitieren
Peter Schaefer (Autor), 2011, Zu: David Hume - "Untersuchung über die Prinzipien der Moral", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169165

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