Das Thema „Sexualität in der DDR“ kann als sehr umfassendes Thema betrachtet
werden, je nachdem in welche Richtung man den Schwerpunkt seiner Arbeit legt.
Durch die Suche im Internet nach einschlägiger Literatur wurde ich zuerst enttäuscht, da
ich wenige Quellen fand, die ich für meine Hausarbeit verwenden konnte.
Nach weiterer Recherche im Internet fand ich dann per Zufall einen Artikel von Oswald
Kolle, welcher in seinem Artikel einen kurzen Vergleich zwischen der Aufklärung in
der BRD und der DDR zog. Kolle verweist darin auf den ostdeutschen
Sexualwissenschaftler Siegfried Schnabl. (siehe Quellennachweis, Online- Quellen
Nr.6).
Durch Lesen in Schnabls Sexualratgeber „Mann und Frau intim“ wurde ich auf die
Beziehung zwischen der Sexualität der DDR- Gesellschaft und der Familie, sowie der
Arbeit aufmerksam.
Interessant fand ich hierbei die Überlegung, wie die Ratschläge von Schnabl in der
Gesellschaft umgesetzt wurden, dass heißt vielmehr, wie die Vorschläge Schnabls mit
dem Sexualverhalten der DDR- Bürger in Realität übereinstimmten oder umgesetzt
wurden.
Zur Verdeutlichung und Erläuterung der Beziehung zwischen dem Sexualverhalten in
der DDR und der Familie, beziehungsweise der Arbeit habe ich unter anderem mehrere
Zitate von Sexualforschern herangezogen.
Nach diesem Vorgang habe ich daher meine Hausarbeit auf die folgenden Aspekte
begrenzt:
Das Kapitel 2 der Hausarbeit mit dem Titel „Das Sexualverhalten in der DDR“ soll als
Einleitung in das Thema dienen und den Leser einen Überblick über das
Sexualverhalten in der DDR- Gesellschaft im geschichtlichen Kontext geben. Hierbei
soll kurz auf die unterschiedlichen Gesellschaftsschichten der BRD und der DDR
eingegangen werden, welche den Umgang mit der Sexualität in der DDR beeinflusst
haben. Auf diesen Gesichtspunkt wird unter 3. noch speziell eingegangen werden.
Die Kapitel 3.1 und 3.2 umfassen den Schwerpunkt der Arbeit. Im Laufe meiner
Recherche für das Thema „Sexualität in der DDR“, wie oben schon benannt, bin ich auf
den Aspekt gestoßen, dass die Familie und der Faktor Arbeit großen Einfluss auf die
Sexualität der DDR- Bürger hatte. Dementsprechend habe ich die Suche nach Informationen auf diese Gesichtpunkte gelegt, um zu zeigen welcher Einfluss auf die
Sexualität ausgeübt wurde. Diese Untersuchung der Wechselbeziehung wird unter Punkt 3. erfolgen.
Unter 3.1 möchte ich daher die Wechselbeziehung zwischen der Familie und dem
Sexualverhalten der DDR- Bürger. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Sexualverhalten in der DDR (Kurzfassung)
3. Die Bedeutung von Arbeit und Familie in der DDR- Gesellschaft
3.1 Familie und Sexualität in der DDR
3.2 Sexualität und Arbeit in der DDR- Gesellschaft
4. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Hausarbeit untersucht das Sexualverhalten in der DDR unter besonderer Berücksichtigung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, namentlich der Bedeutung von Erwerbsarbeit und familiärer Bindung. Im Zentrum steht dabei die Analyse, inwieweit das sozialistische Regime und die spezifischen sozioökonomischen Gegebenheiten die sexuelle Lebenswelt, die Partnerschaftsmodelle sowie die Geschlechterrollen der DDR-Bürger prägten.
- Historische Einordnung des Sexualverhaltens im Kontext der DDR-Gesellschaft
- Die Wechselwirkung zwischen staatlich gesteuerter Erwerbsarbeit und Familienleben
- Einfluss des sozialistischen Regimes auf soziale Normen und individuelle Lebensplanung
- Die Rolle der Frau als „Heldin der Arbeit“ und ihr Einfluss auf partnerschaftliche Dynamiken
- Staatliche Maßnahmen zur Familienförderung und deren Auswirkungen auf die Sexualität
Auszug aus dem Buch
3.1. Familie und Sexualität in der DDR
Die Familie galt zum einen als sicherer Rückzugsort und diente zum anderen der Reproduktion der Gesellschaft. Die Bedeutung der Familie in der DDR wird auch im folgenden Zitat vom Sexualwissenschaftler Werner Habermehl deutlich: „Ein nur mit Wachtürmen, Schießbefehlen, Bespitzelung, Zensur und Indoktrination überlebendes System muß ein gesellschaftliches Klima entstehen lassen, in dem sich die Menschen in besonderem Maße auf den Kernbereich zwischenmenschlichen Vertrauens hin orientieren: die Partnerschaft und die Familie.“
Um die Stellung der „Familie“ in der DDR- Gesellschaft, dass heißt auch die Stellung der Partnerschaft und Ehe, näher bestimmen zu können, sollte zuerst auf die Lebensplanung der DDR- Bürger eingegangen werden.
Die Adoleszenz der DDR- Bürger war mit einer geringen Orientierungsphase verbunden; dass heißt der Lebensverlauf der Jugendlichen in der DDR- Bevölkerung war weites gehend vor geplant. Gekennzeichnet wurde diese Entwicklung durch einen frühen Berufseinstieg und einer frühen Gründung einer eigenen Familie.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, erläutert die begrenzte Quellenlage und definiert den Fokus der Untersuchung auf den Zusammenhang zwischen Sexualität, Arbeit und Familie.
2. Das Sexualverhalten in der DDR (Kurzfassung): Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über die soziologischen Hintergründe der DDR-Bevölkerung und beleuchtet die allgemeinen Faktoren, die das Sexualverhalten beeinflussten.
3. Die Bedeutung von Arbeit und Familie in der DDR- Gesellschaft: Der Hauptteil analysiert die zentrale Bedeutung von Familie und Erwerbsarbeit für die DDR-Bürger sowie deren direkten Einfluss auf das Intimleben.
3.1 Familie und Sexualität in der DDR: Dieser Abschnitt untersucht den Einfluss der familiären Lebensplanung, der Wohnsituation und der staatlichen Erwartungen auf Partnerschaften.
3.2 Sexualität und Arbeit in der DDR- Gesellschaft: Dieses Unterkapitel beleuchtet die Rolle der Frau als Arbeitskraft und deren Auswirkungen auf die Emanzipation und das partnerschaftliche Zusammenleben.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die staatliche Förderung der Frau eher politischen Zielen diente und die privaten Lebensbereiche zwiespältig beeinflusste.
Schlüsselwörter
Sexualität, DDR, Familie, Arbeit, DDR-Gesellschaft, Sexualverhalten, Geschlechterrollen, Partnerschaft, Sozialismus, Siegfried Schnabl, Werner Habermehl, Frauenerwerbsquote, Verhütung, Alltagsleben, Emanzipation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert das Sexualverhalten von DDR-Bürgern und setzt dieses in den Kontext der sozioökonomischen Rahmenbedingungen sowie der staatlichen Einflussnahme durch das sozialistische Regime.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder sind die Rolle der Familie als Rückzugsort, die Bedeutung der Erwerbsarbeit, die Stellung der Frau in der Gesellschaft und die Auswirkungen staatlicher Normen auf das Intimleben.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es herauszuarbeiten, wie das sozialistische Regime und Faktoren wie Arbeit und Familie das Sexualverhalten geprägt, kontrolliert oder auch eingeschränkt haben.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin verwendet eine Literaturanalyse, wobei sie auf zeitgenössische Quellen, Studien von Sexualwissenschaftlern wie Siegfried Schnabl sowie rechtliche Dokumente wie das Familiengesetzbuch zurückgreift.
Was sind die Schwerpunkte im Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Familie als Lebensraum und die Rolle der Frau als erwerbstätige „Heldin der Arbeit“, sowie deren Auswirkungen auf die Partnerschaft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie DDR-Gesellschaft, Sexualverhalten, Geschlechterrollen, Emanzipation und staatliche Kontrolle charakterisiert.
Welche Bedeutung hatte das Buch „Mann und Frau intim“ von Siegfried Schnabl für die Arbeit?
Dieses Werk dient als zentrale Quelle, um die Diskrepanz zwischen staatlichen Moralvorstellungen und der gelebten Sexualität der DDR-Bürger aufzuzeigen.
Welchen Einfluss hatte der Staat auf die Rolle der Frau?
Der Staat drängte Frauen in den Arbeitsprozess, um Arbeitskräftemangel zu kompensieren, was die Rolle der Frau in der DDR als „Heldin der Arbeit“ festigte, aber oft zu einer Doppelbelastung führte.
- Quote paper
- Anne Mareike Schwarz (Author), 2002, Sexualität in der DDR, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16917