Die deutsche Bundeskanzlerin ist eine Frau. Noch vor 100 Jahren wäre dies kaum möglich gewesen, da die Frauen damals noch nicht einmal das aktive Wahlrecht besaßen. Wie ereignete es sich nun, dass das passive und auch das aktive Wahlrecht für die Frauen eingeführt wurden? Genau mit dieser Fragestellung befasst sich die von mir erstellte Facharbeit. Natürlich kam nicht erst 1919 der Gedanke der Gleichberechtigung und Gleichheit bei den Frauen auf, sondern schon viel früher, zur Zeit der Romantik, der Kreuzzüge, des Investiturstreits und des Feudalismus, wo das Zentrum des allgemeinen Bewusstseins der religiöse Bereich war, und Europa sich in einer politisch-religiösen Aufbruchsstimmung befand, von der besonders die Frauen ergriffen wurden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2.Vorgeschichte
2.1: International
2.2: National
2.3: Erster Weltkrieg
3. Einführung des allgemeinen Frauenwahlrechts in Deutschland
3.1: Das Rätesystem
3.2: Die Nationalversammlung von 1919
3.3: Die Weimarer Republik
4. Ausblick:
4.1: Die Frauen während der NSDAP-Herrschaft
4.2: Die heutige Situation der Frauen:
4.2.1: National
4.2.2: International
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die Einführung des aktiven sowie passiven Frauenwahlrechts in Deutschland. Dabei wird der steinige Weg von den Anfängen in der Frauenbewegung des 19. Jahrhunderts über die Zäsur des Ersten Weltkriegs bis hin zur Etablierung in der Weimarer Republik analysiert, um die politische Gleichberechtigung der Frau nachzuvollziehen.
- Historische Wurzeln der Frauenbewegung und der Kampf um Gleichberechtigung.
- Die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs auf die Rolle der Frau in Gesellschaft und Politik.
- Die Einführung des Frauenwahlrechts während der Novemberrevolution und in der Weimarer Verfassung.
- Der Rückschlag für Frauenrechte während der Zeit des Nationalsozialismus.
- Ein Vergleich der heutigen Situation von Frauen in Politik und Beruf auf nationaler und internationaler Ebene.
Auszug aus dem Buch
2.2: National
Wird der Beginn der Frauenbewegung, die 1894 dem „Bund deutscher Frauen“ beitrat, im Jahre 1865 durch die Gründung des ersten allgemeinen deutschen Frauenvereins von Louise Otto-Peters und Augusta Schmidt, der anfangs aus 34 Mitgliedern bestand und sich vor allem mit Fragen der Frauenarbeit und Frauenbildung beschäftigte (Mutterschutz für Arbeiterinnen; bessere Bildungschancen; Chancengleichheit im Beruf, gleicher Lohn für gleiche Arbeit und das Wahlrecht für Frauen), festgelegt, so liegen die Ursprünge jedoch im Jahre 1843. Erstmals wurde gefordert, „Die Teilnahme der Frauen am Interesse des Staates ist nicht ein Recht, sondern eine Pflicht“ und dazu 1847 ergänzt: „Selbständig müssen die deutschen Frauen werden, nur dann werden sie auch fähig sein, ihrer Pflicht, teilzunehmen an den Interessen des Staates, immer und auf die rechte Weise nachzukommen. Diese Selbständigkeit kann nur durch individuelle Bildung gefördert werden, denn nur ein selbständiges Herz führt zu selbständigem Handeln“.
Probleme lagen offen zutage: wirtschaftliche Notlage der unverheirateten Töchter der Mittelschicht; geistige Leere und Nutzlosigkeit der Existenz der Frauen des gehobenen Bürgertums; Einbindung der Frauen in ein Netz von Konventionen, das Bildung und Berufstätigkeit behinderte und erschwerte. Zwar gab es auch Männer, die die wirtschaftlichen Schwierigkeiten sahen, aber im Endeffekt waren es die Frauen die die Probleme erkannten, würdigten und Abhilfe schafften. 1848 wurde in Berlin der Frauenbildungsverein gegründet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Motivation der Facharbeit dar und definiert die grundlegenden Begriffe des aktiven sowie passiven Wahlrechts.
2.Vorgeschichte: Das Kapitel beleuchtet die internationale Entwicklung der Frauenbewegung sowie die nationalen Anfänge in Deutschland unter Berücksichtigung sozioökonomischer Bedingungen und Bildungsfragen.
3. Einführung des allgemeinen Frauenwahlrechts in Deutschland: Hier wird der Prozess der rechtlichen Gleichstellung während der Novemberrevolution, die Rolle der Rätesysteme und die Etablierung des Wahlrechts in der Weimarer Verfassung beschrieben.
4. Ausblick:: Dieses Kapitel thematisiert den Verlust der politischen Rechte unter der NSDAP-Herrschaft sowie einen Vergleich der aktuellen Situation von Frauen in Politik und Gesellschaft.
Schlüsselwörter
Frauenwahlrecht, Frauenbewegung, Weimarer Republik, Emanzipation, Gleichberechtigung, aktive Wahlrecht, passive Wahlrecht, Nationalsozialismus, Frauenarbeit, Novemberrevolution, Frauenvereine, politische Partizipation, Bildungszugang, Marie Juchacz, Gleichstellungsgesetz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die geschichtliche Entwicklung und Durchsetzung des Frauenwahlrechts in Deutschland, eingebettet in den internationalen Kontext der Frauenbewegungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die Frauenbildung, die Erwerbstätigkeit, den Kampf um politische Partizipation und die rechtliche Gleichstellung von Frau und Mann.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den historischen Prozess zu analysieren, der zur Einführung des aktiven und passiven Wahlrechts für Frauen im Jahr 1918 in Deutschland führte.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer historischen Literaturanalyse und der Untersuchung von Quellen zur Verfassungsgeschichte und zur Frauenbewegung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die historischen Vorbedingungen, der Einfluss des Ersten Weltkriegs, die Einführung des Wahlrechts während der Revolution 1918/1919 sowie die Auswirkungen der politischen Systeme auf die Frauenrechte detailliert dargestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Frauenwahlrecht, Emanzipation, Gleichberechtigung, Weimarer Republik und die politische Mitbestimmung der Frau.
Warum war die Gründung von Frauenvereinen im 19. Jahrhundert so bedeutsam?
Die Vereine waren essenziell, um soziale Probleme wie die wirtschaftliche Notlage von Frauen und fehlende Bildungschancen zu adressieren und Forderungen nach politischer Teilhabe zu kanalisieren.
Wie wirkte sich die Zeit des Nationalsozialismus auf die Frauenrechte aus?
Die NSDAP-Herrschaft bedeutete einen drastischen Rückschritt: Frauen wurden aus politischen Ämtern verdrängt, der Fokus wurde auf die Mutterrolle gelegt und der Zugang zu akademischen Berufen wurde massiv eingeschränkt.
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- Stefanie Kinast (Author), 2007, Die Einführung des Frauenwahlrechts in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169201