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Der Hereroaufstand in Südwestafrika. Inwiefern ist es möglich, den Hereroaufstand als Genozid zu bezeichnen?

Title: Der Hereroaufstand in Südwestafrika. Inwiefern ist es möglich, den Hereroaufstand als Genozid zu bezeichnen?

Term Paper (Advanced seminar) , 2022 , 17 Pages

Autor:in: Kiomarz Takhari (Author)

History of Europe - Colonialism
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Die Hausarbeit untersucht den Hereroaufstand von 1904–1908 in Deutsch-Südwestafrika und geht der zentralen Frage nach, inwiefern die deutschen Kolonialverbrechen als Genozid bezeichnet werden können. Auf Grundlage historischer Quellen und aktueller Forschung werden Ursachen, Verlauf und Folgen des Aufstands analysiert und mit den völkerrechtlichen Kriterien des Genozidbegriffs verglichen. Besonderes Augenmerk liegt auf dem Vernichtungsbefehl Lothar von Trothas, der systematischen Gewalt sowie der Rolle rassistischer Ideologien. Die Arbeit leistet einen fundierten Beitrag zur historischen Einordnung deutscher Kolonialverbrechen und zur anhaltenden Genozid-Debatte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis des Buches

  • 1.0 Einleitung
  • 2.0 Historischer Kontext: Deutsche Kolonialherrschaft in Südwestafrika
    • 2.1 Verwaltung der Kolonie vor dem Aufstand
  • 3.0 Ursachen des Hereroaufstands
    • 3.1 Missstände und Unterdrückung der einheimischen Bevölkerung
  • 4.0 Der Verlauf des Hereroaufstands
    • 4.1 Ausbruch des Konflikts und erste Auseinandersetzungen
    • 4.2 Schlacht von Waterberg und Folgen
  • 5.0 Analyse des Genozid Begriffs im Zusammenhang mit den deutschen Kolonialverbrechen an den Herero
    • 5.1 Definition und Kriterien eines Genozids
    • 5.2 Vergleich der deutschen Kolonialverbrechen mit den Merkmalen eines Genozids
  • 6.0 Fazit
  • 7.0 Literaturverzeichnis

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht und bewertet die deutschen Kolonialverbrechen an den Herero im Kontext des Genozid-Begriffs. Dabei wird analysiert, inwieweit die Handlungen der deutschen Kolonialmacht den Kriterien eines Genozids entsprechen und wie mit dieser Vergangenheit heute noch umgegangen wird, um einen Beitrag zur kritischen Reflexion über den Kolonialismus und die Aufarbeitung der Geschichte zu leisten.

  • Die historische Einordnung und moralische Verantwortung des Hereroaufstands in Deutsch-Südwestafrika.
  • Die Definition und Kriterien des Genozid-Begriffs.
  • Der Vergleich der deutschen Kolonialverbrechen mit den Merkmalen eines Völkermordes.
  • Die Darstellung der Ursachen und des Verlaufs des Hereroaufstands.
  • Die Diskussion revisionistischer und gegenläufiger Positionen zur Genozidfrage.
  • Die Rolle von rassistischer Ideologie und systematischen Gewaltakten in der Kolonialzeit.

Auszug aus dem Buch

5.1 Definition und Kriterien eines Genozids

"Der Begriff 'Genozid' steht als Teil einer umfassenderen Kategorisierung von Gewaltverbrechen, die als 'Verbrechen gegen die Menschlichkeit' und 'Verbrechen gegen die Würde' definiert sind. Diese Kategorisierung ermöglicht es, die unterschiedlichen Facetten der 'Barbarei' zu unterscheiden. Der Begriff 'Genozid' bezieht sich speziell auf die schwerste Form dieser Verbrechen, bei der eine bestimmte ethnische, nationale, rassische oder religiöse Gruppe gezielt und systematisch vernichtet wird.

Die Kategorisierung von Gewaltverbrechen in Genozid, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Verbrechen gegen die Würde ist vergleichbar mit der Übersetzung von 'Barbarei', wie sie von Hobbes vorgenommen wurde. Allerdings findet diese Transformation in entgegengesetzter Richtung statt. Sie dient nicht der Legitimation des Staates, sondern zielt darauf ab, den Staat selbst als Ziel des Misstrauens zu etablieren. Gleichzeitig werden den Menschen positive Rechte zugesprochen, deren Verletzung von staatlichen Gewaltträgern mit Strafe bedroht ist. Genozid stellt die negierende Verletzung des Existenzrechts einer gesamten Gruppe von Menschen dar und wird als internationales Verbrechen geächtet, das von der zivilisierten Welt verurteilt wird. Diese Bedeutung wurde durch den einflussreichen Beitrag von Lemkin maßgeblich im Völkerrecht geprägt. Die Resolution bezieht sich auf zahlreiche Fälle solcher Genozide und bezieht sich nicht ausschließlich auf den Völkermord des Nationalsozialismus. Die Präambel der 1948 verabschiedeten Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes erkennt an, dass der Völkermord in der gesamten Geschichte wiederholt große Verluste für die Menschheit verursacht hat. Somit handelt es sich um ein immer wiederkehrendes historisches Phänomen.

5.2 Vergleich der deutschen Kolonialverbrechen mit den Merkmalen eines Genozids

Der deutsche Kolonialismus in Namibia im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert ist ein Thema von großer historischer Bedeutung. Eine Frage, die in diesem Zusammenhang häufig diskutiert wird, ist der Vergleich der deutschen Kolonialverbrechen mit den Merkmalen eines Genozids. Der Kontext des deutschen Kolonialismus in Namibia bildet die Grundlage für die Betrachtung der Fragestellung.

Die deutsche Kolonialherrschaft in Namibia, damals Deutsch-Südwestafrika, war geprägt von brutalen Gewalttaten gegen die einheimische Bevölkerung. Ein Hauptaspekt war die systematische Unterdrückung der Herero und Nama, die zu einer beträchtlichen Dezimierung ihrer Bevölkerung führte.

Zusammenfassung der Hauptkapitel

1.0 Einleitung: Stellt den Konflikt zwischen Herero und deutschen Kolonialherren in Deutsch-Südwestafrika vor, beleuchtet die deutsche Kolonialgeschichte und führt in die zentrale Frage ein, ob der Hereroaufstand als Genozid zu bezeichnen ist.

2.0 Historischer Kontext: Deutsche Kolonialherrschaft in Südwestafrika: Beschreibt die Anfänge der deutschen Kolonialherrschaft in Südwestafrika ab 1884 und die dortige Verwaltungsstrategie, insbesondere die Ausnutzung ethnischer Spannungen und die Enteignung der einheimischen Bevölkerung.

3.0 Ursachen des Hereroaufstands: Erläutert die langjährigen Missstände, Unterdrückung, Landraub, Zwangsarbeit und die rassistische Diskriminierung der indigenen Bevölkerung als Auslöser für den Aufstand.

4.0 Der Verlauf des Hereroaufstands: Schildert den Beginn des Aufstands im Januar 1904, die anfänglichen Erfolge der Herero und die anschließende Eskalation bis zur entscheidenden Schlacht von Waterberg und den verheerenden Folgen.

5.0 Analyse des Genozid Begriffs im Zusammenhang mit den deutschen Kolonialverbrechen an den Herero: Definiert den Genozid-Begriff und vergleicht die deutschen Kolonialverbrechen in Namibia mit den Kriterien eines Genozids, wobei revisionistische und gegenläufige Argumente beleuchtet werden.

6.0 Fazit: Fasst die Argumente zusammen, die den Hereroaufstand als Völkermord einstufen, und betont die Bedeutung der Anerkennung dieser historischen Ereignisse für die Aufarbeitung der Vergangenheit.

Schlüsselwörter

Hereroaufstand, Deutsch-Südwestafrika, Genozid, Kolonialismus, Völkermord, Deutsche Kolonialherrschaft, Namibia, Rassenideologie, Konzentrationslager, Zwangsarbeit, Waterberg, Samuel Maharero, Lothar von Trotha, Geschichtsaufarbeitung, Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Diese Arbeit befasst sich mit dem Hereroaufstand in Deutsch-Südwestafrika (dem heutigen Namibia) und untersucht, ob die deutschen Kolonialverbrechen an den Herero als Genozid eingestuft werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder sind die deutsche Kolonialgeschichte, der Hereroaufstand, die Definition und Kriterien des Genozid-Begriffs, rassistische Ideologien und die Aufarbeitung historischer Gewaltverbrechen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die deutschen Kolonialverbrechen an den Herero im Kontext des Genozid-Begriffs zu bewerten und zu analysieren, inwieweit die Handlungen der deutschen Kolonialmacht den Kriterien eines Völkermordes entsprechen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine historische Analyse, bei der historische Fakten, Berichte und wissenschaftliche Studien herangezogen werden, um die Ereignisse zu beleuchten und mit den Kriterien eines Genozids zu vergleichen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt den historischen Kontext der deutschen Kolonialherrschaft, die Ursachen und den Verlauf des Hereroaufstands, die Definition des Genozid-Begriffs und den Vergleich der deutschen Kolonialverbrechen mit dessen Merkmalen, einschließlich der Darstellung revisionistischer und gegenläufiger Argumente.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Schlüsselwörter wie Hereroaufstand, Genozid, Deutsch-Südwestafrika, Kolonialismus, Völkermord, Rassenideologie und Konzentrationslager charakterisiert.

Wer war General Lothar von Trotha und welche Rolle spielte er im Hereroaufstand?

General Lothar von Trotha war der deutsche Befehlshaber in Südwestafrika, der nach der Schlacht am Waterberg im Jahr 1904 den berüchtigten Vernichtungsbefehl gegen die Herero erteilte, der auf deren systematische Auslöschung abzielte.

Welche Rolle spielten die "revisionistischen" Positionen in der Debatte um den Hereroaufstand?

Die revisionistischen Positionen argumentieren, dass die deutschen Kolonialverbrechen nicht als Genozid zu werten seien, da sie eher militärische Unterdrückung im kolonialen Kontext darstellten und die Opferzahlen im Vergleich zu anderen Völkermorden geringer seien.

Wie wirkte sich die Schlacht von Waterberg auf den Verlauf des Hereroaufstands aus?

Die Schlacht am Waterberg war eine entscheidende Niederlage für die Herero, nach der die deutsche Armee unter General von Trotha eine Belagerungstaktik einführte, die zu massiven Verlusten, zur Flucht in die Wüste und zur anschließenden systematischen Vernichtung führte.

Welche langfristigen Auswirkungen haben die deutschen Kolonialverbrechen auf die Herero und Nama bis heute?

Die Kolonialverbrechen haben tiefe Spuren in der Geschichte und Identität der Herero und Nama hinterlassen, manifestiert in traumatischen Erfahrungen, Landverlust, Zwangsarbeit und anhaltenden sozialen, wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen.

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Details

Title
Der Hereroaufstand in Südwestafrika. Inwiefern ist es möglich, den Hereroaufstand als Genozid zu bezeichnen?
College
University of Siegen
Author
Kiomarz Takhari (Author)
Publication Year
2022
Pages
17
Catalog Number
V1692291
ISBN (PDF)
9783389175361
ISBN (Book)
9783389175378
Language
German
Tags
Hereroaufstand Deutscher Kolonialismus Völkermord an den Herero und Nama Kolonialverbrechen Genozid
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kiomarz Takhari (Author), 2022, Der Hereroaufstand in Südwestafrika. Inwiefern ist es möglich, den Hereroaufstand als Genozid zu bezeichnen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1692291
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