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Die Rede der Athener in Thukydides “Der Peloponnesische Krieg“ I, 73-78

Die Funktionen der Rede am Beispiel der Eigendarstellung der Hegemonie der Athener

Title: Die Rede der Athener in Thukydides “Der Peloponnesische Krieg“ I, 73-78

Seminar Paper , 2009 , 19 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Achim Oehm (Author)

World History - Early and Ancient History
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Thukydides, griechischer Geschichtsschreiber, hinterlässt uns ein sehr wichtiges Werk der Antike: Der Peloponnesische Krieg. Bei der Lektüre fällt auf, dass der Autor seine methodischen Grundsätze der Geschichtsschreibung in den ersten Kapiteln (22 und 23 sollen hier betrachtet werden) seines Buches erklärt. Anfang des 22. Kapitels schreibt er, dass “was nun in Reden beide Gegner vorgebracht haben, teils während der Vorbereitungen zum Krieg, teils im Krieg selber, davon den genauen Wortlaut im Gedächtnis zu behalten, war schwierig, sowohl für [ihn], was [er] selber anhörte, als auch für [seine] Zeugen, die [ihm] von anderswo solche berichteten. Wie aber [seiner] Meinung nach jeder Einzelne über den jeweils vorliegenden Fall am ehesten sprechen musste, so sind die Reden wiedergegeben unter möglichst engem Anschluss an den Gesamtsinn des wirklich Gesagten.“. Man merkt auch, dass die Reden nicht wortwörtlich wiedergegeben wurden, da sie alle im gleichen, Thukydides eigenen, Stil verfasst sind. Aber sie spiegeln nicht seine eigenen Ansichten wieder. “Indem Thukydides das Gleichgewicht zwischen dem “allgemeinen Sinn des wirklich vorgetragenen“ und dem “nach seiner Meinung der Situation angemessenen“ aufrechterhält, schafft er aus den Reden ein vorzügliches Instrument einer Interpretation, die gleichsam in der Faktizität des realen Geschehens fest verankert bleibt.“
Des Weiteren beschreibt er in diesen “Methodenkapiteln“, dass er die Kriegsverlaufsschilderungen so detailgenau überprüft habe, wie möglich und somit “das erzählerische Element“ weitgehend fehlt. Man kann also sagen, dass Thukydides durchaus versucht hat, historisch korrekt und realistisch zu berichten, dennoch aber selbst einräumt, sich gerade bei den Reden (vermutlich vor allem, bei denen er nicht persönlich anwesend war) doch sehr seinen eigenen Vermutungen zu bedienen. Der Peloponnesische Krieg lässt sich formal also in zwei methodische Teile gliedern: 1. Die durchlaufende Kriegserzählung und
2. Die verschiedenen Reden der beteiligten Völker und Personen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Die Bedeutung der Reden im Peloponnesischen Krieg

2. Exkurs: Quellen- und Literaturlage

3. Einordnung der Rede der Athener in den historischen Kontext

4. Die Rede der Athener in Sparta in Thukydides I, 73-78

4.1 Das Vorwort zur Rede

4.2 Die Perserkriege – Heldentaten der Athener

4.3 Die Hegemoniestellung und deren Begründung durch Athen

4.4 Athens Herrschaftsausübung

5. Epilog

6. Fazit

7. Bibliographie und Quellenverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die rhetorische und politische Funktion der athenischen Rede vor der spartanischen Versammlung bei Thukydides (I, 73-78), um zu ergründen, wie Athen seine hegemoniale Stellung im delisch-attischen Seebund legitimierte und wie das Geschichtsbild des Autors die Wahrnehmung dieses Machtanspruchs prägt.

  • Methodische Analyse der thukydideischen Redendarstellung
  • Historischer Kontext des Streits um Potidäa und die Korinther-Rede
  • Die Selbstdarstellung Athens als gerechte Macht und Retter Hellas'
  • Das Spannungsfeld zwischen Machtpolitik und moralischer Rechtfertigung
  • Kriegsphilosophische Aspekte und die Warnung vor einem unüberlegten Konflikt

Auszug aus dem Buch

4.2 Die Perserkriege – Heldentaten der Athener

Der erste Teil der Rede beschäftigt sich mit den Errungenschaften der Athener in den Perserkriegen. Die nun folgende Aufzählung der Kriegserrungenschaften hat den Sinn, den möglichen Aufständischen zu zeigen, gegen welch starke Stadt sie dann kämpfen müssten. Als besonders große Heldentaten werden sowohl die Schlacht bei Marathon, als auch die Seeschlacht bei Salamis angeführt in denen die Athener ohne Hilfe die Perser zurückschlugen und so die Peloponnes retteten.

Da sich der Perserkönig mit seiner Flotte geschlagen gab und zurückzog, sehen die Athener diese Kapitulation als Beweis für ihre unglaublich Seestärke. Ihrer Seestärke und dem Seesieg über Xerxes rechnen sie noch größere Bedeutung zu, nämlich die, dass von ihrer Flotte das Wohl Hellas abhinge. In der Erwähnung der Seesiege lassen sich zwei wichtige Ziele erkennen: Zum einen wäre da die Begründung ihrer Vormachtstellung (da sie die stärkste Partei sind) zum anderen ist es ein eindeutiger Einschüchterungsversuch gegen die Spartaner.

Hierauf folgt eine Aufzählung der einzelnen Leistungen, welche die Athener zum Sieg geführt haben. In dieser Aufzählung lässt sich eine Progression erkennen, dazu aber später mehr.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Erläutert die methodischen Grundsätze von Thukydides bei der Wiedergabe der Reden im Peloponnesischen Krieg.

1.1 Die Bedeutung der Reden im Peloponnesischen Krieg: Analysiert die Funktion von Gruppen- und Einzelreden zur Charakterisierung der Parteien und zur Vermittlung politischer Strategien.

2. Exkurs: Quellen- und Literaturlage: Beschreibt die Quellenbasis und die Herausforderungen bei der Interpretation der antiken Texte.

3. Einordnung der Rede der Athener in den historischen Kontext: Beleuchtet die diplomatischen Spannungen zwischen Korinth, Potidäa und Athen als Auslöser der Versammlung in Sparta.

4. Die Rede der Athener in Sparta in Thukydides I, 73-78: Zentrale Analyse des Redetextes hinsichtlich seiner Argumentationsstruktur.

4.1 Das Vorwort zur Rede: Untersucht die Absicht der athenischen Gesandten, den Spartanern die Vernunft zu mahnen und ihre Machterwerbung zu rechtfertigen.

4.2 Die Perserkriege – Heldentaten der Athener: Analysiert die Berufung Athens auf die eigenen Verdienste im Abwehrkampf gegen Persien zur Legitimation der aktuellen Vormacht.

4.3 Die Hegemoniestellung und deren Begründung durch Athen: Diskutiert die athenische Argumentation bezüglich der freiwilligen Führung und der Faktoren Furcht, Ehre und Nutzen.

4.4 Athens Herrschaftsausübung: Hinterfragt das athenische Selbstbild als gerechte Herrscher gegenüber dem Vorwurf der Prozesssucht und Tyrannei.

5. Epilog: Analysiert das Schlussplädoyer Athens, das vor einem unüberlegten Krieg warnt und auf die Unausweichlichkeit historischer Entwicklungen verweist.

6. Fazit: Führt die Ergebnisse zusammen und bewertet die Glaubwürdigkeit und Intention der thukydideischen Redendarstellung.

7. Bibliographie und Quellenverzeichnis: Listet die verwendeten Quellen und wissenschaftliche Sekundärliteratur auf.

Schlüsselwörter

Thukydides, Peloponnesischer Krieg, Athen, Sparta, Hegemonie, Perserkriege, Machtpolitik, Rechtfertigung, Rhetorik, Geschichtsschreibung, Antike, Diplomatie, Machtanspruch, Legitimation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Rede der Athener bei Thukydides (I, 73-78), um zu verstehen, wie Athen in der antiken Literatur seine Machtstellung vor den Spartanern begründete.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Legitimierung athenischer Hegemonie, der Rolle der Perserkriege als moralisches Argument und dem Vergleich zwischen athenischer Entschlossenheit und spartanischem Zaudern.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Funktionen der Rede aufzudecken: Dient sie der ehrlichen Verteidigung oder ist sie ein machtpolitisches Instrument zur Einschüchterung?

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine textkritische Analyse, die die Quellen bei Thukydides unter Einbeziehung relevanter Sekundärliteratur auswertet und historisch einordnet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Einordnung der Rede in den historischen Kontext, die detaillierte Analyse der Redeschritte sowie die Untersuchung der politischen Begründungsmuster Athens.

Welche Schlüsselbegriffe sind zentral für die Argumentation?

Begriffe wie Hegemonie, Rechtsgründe, Machtdenken, Hybris, Entschlossenheit und Kriegsphilosophie charakterisieren die Argumentation der Athener.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen Gerechtigkeit und Rechtsgründen eine Rolle?

Der Autor zeigt auf, dass verschiedene Übersetzungen den Fokus verschieben – entweder auf eine moralische Komponente der "Gerechtigkeit" oder auf eine rechtlich-politische Basis der Herrschaft.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Epilogs?

Der Epilog wird als "prophetischer Blick" gedeutet, in dem die Athener die verheerenden Wirkungen eines unüberlegten Krieges prognostizieren.

Verfolgt Athen laut der Analyse primär offensive oder defensive Ziele?

Die Analyse legt nahe, dass Athen seine Vormachtstellung durch den Verweis auf Opferbereitschaft in der Vergangenheit (Perserkriege) verteidigen will, während gleichzeitig ein starker Druck auf die Spartaner ausgeübt wird.

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Details

Title
Die Rede der Athener in Thukydides “Der Peloponnesische Krieg“ I, 73-78
Subtitle
Die Funktionen der Rede am Beispiel der Eigendarstellung der Hegemonie der Athener
College
University of Trier  (Fakultät: FB III (Alte Geschichte))
Course
Seminar: Sparta und Athen
Grade
2,0
Author
Achim Oehm (Author)
Publication Year
2009
Pages
19
Catalog Number
V169270
ISBN (eBook)
9783640875412
ISBN (Book)
9783640875306
Language
German
Tags
rede athener thukydides peloponnesische krieg“ herrschaftsbild athener
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Achim Oehm (Author), 2009, Die Rede der Athener in Thukydides “Der Peloponnesische Krieg“ I, 73-78, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169270
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