Optionsscheine und Strategien


Hausarbeit, 2010

22 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Darstellungsverzeichnis

1. Grundlagen
1.1 Begriffliche Einordnung
1.2 Ausstattungsmerkmale
1.3 Arten von Optionsscheinen
1.3.1 Basiswert
1.3.2 Ausübungstyp
1.3.3 Optionsrecht
1.4 Marktakteure
1.4.1 Spekulanten
1.4.2 Absicherer
1.4.3 Arbitrageure
1.4.4 Emittenten
1.5 Optionspreis und seine Komponenten

2. Strategien
2.1 Die vier Grundstrategien
2.1.1 Long-Call-Strategie
2.1.2 Short-Call-Strategie
2.1.3 Long-Put-Strategie
2.1.4 Short-Put-Strategie
2.2 Investmentstrategien
2.2.1 Aktiensubstitution
2.2.2 90/10-Regel
2.2.3 Absicherung

3. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Anhangverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Darstellungsverzeichnis

Darst. 1: Rechtsverhältnis zwischen Käufer und Verkäufer

Darst. 2: Phasen des Optionsscheins

Darst. 3: Komponenten des Optionspreises

Darst. 4: Auszahlungskurve eines Long-Calls

Darst. 5: Auszahlungskurve eines Short-Calls

Darst. 6: Auszahlungskurve eines Long-Puts

Darst. 7: Auszahlungskurve eines Short-Puts

Darst. 8: Best Case-Szenario bei 90/10 Strategie

Darst. 9: Worst Case-Szenario bei 90/10 Strategie

1. Grundlagen

1.1 Begriffliche Einordnung

Optionen und Optionsscheine zählen zu den Derivaten. Derivate sind innovative Finanzinstrumente, dessen Wert sich aus einem anderen Instrument wie zum Beispiel Aktien, Anleihen[1] oder Devisen ableitet. Das zugrunde liegende Instrument eines Derivats wird als Basiswert bezeichnet. Der Nutzen von Derivaten besteht darin, durch einen niedrigen Kapitaleinsatz überproportional an der Kursentwicklung des Basiswertes zu partizipieren.

Aus Sicht der Geschäftsform handelt es sich bei Derivaten um so genannte Termingeschäfte. Bei Termingeschäften werden die Vertragspartner berechtigt oder verpflichtet einen bestimmten Basiswert, dessen Menge und Preis im Voraus festgelegt sind, zu beziehen oder zu veräußern. Die Vertragserfüllung erfolgt zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft. Termingeschäfte werden in bedingte und unbedingte unterschieden. Beispielsweise gehören Forwards[2] und Futures[3] zu den unbedingten Termingeschäften, in denen Vertragspartner zur Vertragserfüllung verpflichtet sind. Bedingte Termingeschäfte werden auch Optionsgeschäfte genannt. Hier wird einem der Vertragsparteien ein Wahlrecht (Option) zur Vertragserfüllung eingeräumt[4].

Optionsscheine sind verbriefte Optionen, die mit einer Wertpapierkennnummer[5] versehen sind und an den Aktienbörsen notiert werden.

1.2 Ausstattungsmerkmale

Optionsscheine werden durch Emittenten[6] herausgegeben. Vor dem Handel werden folgende Ausstattungsmerkmale des Optionsscheins in den Emissionsbedingungen festgelegt:

- Basiswert bzw. Underlying; der eigentliche Vertragsgegenstand
- Basispreis bzw. Strikeprice; Preis bei Ausübung des Optionsrechts
- Ausübungstyp; amerikanische oder europäische Art
- Bezugsverhältnis des Basiswertes
- Fälligkeit; Verfallstag der Option oder auch Ausübungstermin
- Optionsrecht; Kauf- oder Verkaufsrecht des Basiswertes

Der Käufer eines Optionsscheins erhält mit der Zahlung der Optionsprämie das Recht den Basiswert zum Basispreis in einem bestimmten Zeitraum bzw. zu einem bestimmten Zeitpunkt zu beziehen oder zu liefern. Das Bezugsverhältnis gibt dabei an, wie viele Optionsscheine für einen Basiswert notwendig sind. Im Gegenzug ist der Verkäufer verpflichtet je nach Optionsrecht den Basiswert abzunehmen oder zu liefern, sofern der Käufer von seinem Ausübungsrecht gebrauch macht.

1.3 Arten von Optionsscheinen

Optionsscheine werden im Wesentlichen anhand ihres Basiswerts, ihres Ausübungstyps und ihres Optionsrechts unterschieden[7].

1.3.1 Basiswert

Bei dem zugrunde liegenden Basiswert des Optionsscheins kann es sich um Aktien, Anleihen, Indizes[8], Devisen, Zinsen, Rohstoffe, Derivate oder um andere komplexe Finanzinstrumente handeln. Die Bezeichnung für solche Optionen leitet sich über den Basiswert ab. Beispielsweise werden Optionen auf Aktien als Aktienoptionen bezeichnet. Aktienoptionen gehören mit etwa 40 Prozent zu den meist gehandelten am Optionsscheinmarkt[9].

1.3.2 Ausübungstyp

Eine weitere Unterscheidung lässt sich bezüglich des Ausübungstyps vornehmen. Es gibt Optionsscheine die während der Laufzeit jederzeit ausgeübt werden können. Solche werden als Optionsscheine der amerikanischen Art bezeichnet. Der Verkäufer des Optionsscheins ist verpflichtet den Basiswert bei Ausübung zu liefern oder abzunehmen. Anders sieht es mit Optionsscheinen der Europäischen Art aus. Der Optionsinhaber kann sein Recht erst zum Ende der Laufzeit ausüben. Der Verkäufer ist nur zu diesem Zeitpunkt in der Pflicht den Basiswert zu liefern oder abzunehmen. Die Bezeichnungen amerikanisch und Europäisch sind historisch bedingt und haben heute ihre Bedeutung verloren, da beide Arten von Optionen sowohl in Amerika als auch in Europa gehandelt werden.[10]

1.3.3 Optionsrecht

Die folgende Darstellung illustriert das Rechtsverhältnis zwischen Käufer und Verkäufer von Kauf- und Verkaufsoptionen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Daume, Finanzmathematik im Unterricht, 1. Aufl., Wiesbaden 2009, S. 193

Darst. 1: Rechtsverhältnis zwischen Käufer und Verkäufer

Im Hinblick auf das Optionsrecht werden zwei verschiedene Formen unterschieden. Mit einem Kaufoptionsschein erwirbt der Käufer das Recht vom Verkäufer zu bestimmten Bedingungen den Basiswert zu kaufen (engl. to call). Mit einem Verkaufsoptionsschein erwirbt der Käufer das Recht eine bestimmte Anzahl des Basiswerts zu bestimmten Bedingungen zu verkaufen (engl. to put).[11]

Der Verkäufer eines Calls ist in der Pflicht auf Abruf des Käufers den Basiswert zu liefern. Dieser Vertragspartner wird auch als Stillhalter bezeichnet, da er die zu liefernde Menge des Basiswertes bereitstellen muss. Ist die Lieferung oder Abnahme des Basiswertes nicht möglich, so wird der Verkäufer zu einem Barausgleich verpflichtet. Dies ist bei Optionsscheinen anzutreffen, deren Basiswert sich auf ein komplexes Finanzinstrument bezieht wie zum Beispiel auf einen Index. Bei Nichtausübung des Optionsrechts verfällt der Optionsschein am Fälligkeitstag.[12]

1.4 Marktakteure

Die Motivation für den Handel mit Optionsscheinen ist für jeden unterschiedlich. Während die Einen durch Spekulationen ihr Profit maximieren wollen, gibt es noch die Absicherer und Arbitrageure, die weniger risikofreudig sind. Außerdem sind an den Optionsmärkten die Emittenten anzutreffen.

1.4.1 Spekulanten

Spekulanten gehen bewusst Risiken ein und hoffen Gewinne aus ihren Wetten zu realisieren. Sie wetten auf zukünftige Wertentwicklungen des Basiswerts und profitieren beim Eintreffen ihrer Einschätzung überproportional. In der Regel wird vom Ausübungsrecht nicht gebrauch gemacht und der Optionsschein vor dem Verfallstag je nach Geschäftsart veräußert[13].

1.4.2 Absicherer

Im Gegensatz zum Spekulanten wettet der Absicherer nicht, sondern möchte sich vor ungünstigen Kursschwankungen schützen. Der Absicherer versucht sich durch den Zukauf von beispielsweise Puts vor negativen Kursschwankungen des Basiswertes, dass er selbst auch besitzt, abzusichern (engl. to hedge).

[...]


[1] Eine Anleihe ist ein verzinsliches Wertpapier; mit der ein Unternehmen oder ein Staat sich Geld gegen Zahlung von Zinsen ausleiht

[2] Forwards sind Termingeschäfte auf individueller vertraglicher Basis und bieten somit ein hohes Maß an Flexibilität (vgl. Bewertung von DAX-Optionsscheinen, abgerufen 09.04.10, URL: http://www.opus-bayern.de/uni-passau/volltexte/2004/41/pdf/Dissertation.pdf, S.10)

[3] Futures sind vertragliche Vereinbarungen (Kontrakte), deren Ausgestaltung standardisiert ist und die an einer Terminbörse gehandelt werden. (vgl. Bewertung von DAX-Optionsscheinen, abgerufen 09.04.10,
URL: http://www.opus-bayern.de/uni-passau/volltexte/2004/41/pdf/Dissertation.pdf, S.10)

[4] Vgl. Definition: Termingeschäfte, abgerufen 09.04.10, URL: http://www.hedgefonds24.de/termingeschaefte.html

[5] Eine mehrstellige Ziffernkombination zur eindeutigen Identifikation von Wertpapieren. (vgl. Lexikon: Wertpapierkennnummer, abgerufen 09.04.10, URL: http://boerse.ard.de/lexikon.jsp?key=lexikon_19350)

[6] Vgl. Kap. 1.4.4

[7] Die hier erwähnten Einteilungen gelten für die in der Praxis weit verbreiteten Standard Optionsscheine (auch bekannt als Plain-Vanilla-Warrants)

[8] Ein Index, wie zum Beispiel der Aktienindex stellt eine Kennziffer, die die Entwicklung einer bestimmten Gruppe mit verschiedenen Wertpapieren misst (vgl. Aktienindex, abgerufen 10.04.10, URL: http://www.finanz-lexikon.de/aktienindex_47.html).

[9] Vgl. Optionsscheine, abgerufen 09.04.10, URL: http://warrants.bnpparibas.com/de/index.aspx?Download
=warrants/de/doc/OSBuch.pdf, S. 23

[10] Vgl. Uszczapowski, Optionen und Futures verstehen, 6. Aufl., München 2008, S. 46)

[11] Vgl. Basiswissen Optionsscheine, abgerufen 09.04.10, URL: http://www.finanztreff.de/lexikon,id,5306,
lexikon,,seite,os,sektion,basiswissen.html

[12] Vgl. Daume, Finanzmathematik im Unterricht, 1. Aufl., Wiesbaden 2009, S. 37

[13] Vgl. Bewertung von DAX-Optionsscheinen, abgerufen 09.04.10, URL: http://www.opus-bayern.de/uni-passau/volltexte/2004/41/pdf/Dissertation.pdf, S. 22)

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Details

Titel
Optionsscheine und Strategien
Hochschule
Hochschule Bremen
Veranstaltung
Corporate Finance
Note
2,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
22
Katalognummer
V169316
ISBN (eBook)
9783640875856
ISBN (Buch)
9783640875979
Dateigröße
596 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Optionsscheine, Strategien, Aktien, Investment, Optionen, Derivate, Optionsstrategien, 90/10-Regel, Aktiensubstitution, Hedging, Absicherung, Optionspreise, Investmentstrategien
Arbeit zitieren
Süleyman Yücel (Autor), 2010, Optionsscheine und Strategien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169316

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