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"Lost" im Netz - Der Einfluss der Netzwerkgesellschaft auf Dramaturgie und Distribution der TV-Serie "Lost"

Title: "Lost" im Netz - Der Einfluss der Netzwerkgesellschaft auf Dramaturgie und Distribution der TV-Serie "Lost"

Diploma Thesis , 2010 , 133 Pages , Grade: Gut

Autor:in: Michaela Pachler (Author)

Communications - Movies and Television
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Summary Excerpt Details

Die Entwicklung neuer Informationstechnologien und der Wandel von der Industrie- zur Netzwerkgesellschaft brachten auch eine Transformation der US-amerikanischen Fernsehserie mit sich. Ende der 1990er Jahre entstand eine neue Seriengeneration, der erfolgreiche Serien wie die Fernsehserie "Lost" zugeordnet werden können. "Lost" grenzt sich in Hinblick auf Dramaturgie und Distribution von den konventionellen Serien ab und kann als eine der innovativsten Serien der letzten Jahrzehnte betrachtet werden. Insbesondere das Internet hat einen großen Einfluss auf die Distribution von "Lost", da die
Serie immer mehr als „Online-Streaming“ anstatt im Fernsehen angesehen wird. "Lost" zeichnet sich außerdem durch eine narrative Komplexität und eine nicht-lineare, nichtchronologische
Erzählstruktur aus, die die Distribution im Internet oder auf DVD
unterstützen, da der Rezipient eine Episode vor- und zurückspielen und somit narrative Zusammenhänge besser verstehen kann.

Die Erzählung von "Lost" beschränkt sich allerdings nicht nur auf die Serie selbst, sondern verteilt sich auf unterschiedliche
Medienkanäle, welche die Story weiter erzählen. Diese transmedialen Erzählungen sind zum Beispiel „Alternative Reality Games“, die primär im Internet verbreitet werden. Bei diesen weiterführenden Erzählungen hat der Rezipient häufig die Möglichkeit selbst
aktiv in die Geschichte einzugreifen und sich im Internet mit anderen Fans auszutauschen. Aufgrund des Engagements der Fans hat sich im Laufe der Jahre eine große Fangemeinde gebildet, die als virtuelle Gemeinschaft im Internet agiert.

In der vorliegenden Arbeit wird aus medienwissenschaftlicher Perspektive der Einfluss der Netzwerkgesellschaft und der neuen Informationstechnologien auf die TV-Serie "Lost" untersucht. Dabei wird vor allem auf die Besonderheiten in Dramaturgie, Distribution und Rezeption eingegangen. Die Grundlage für diese Arbeit bilden
Theorien zur Seriendramaturgie und Manuel Castells Theorie über die
Netzwerkgesellschaft.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Forschungsstand

3. Methodische Verfahrensweise

4. Serientheorie

4.1. Die Serie

4.2. Serienformate

5. Dramaturgische Besonderheiten in TV-Serien

5.1. Die Aktstruktur

5.2. Die sukzessive Exposition

5.3. Die „Zopfdramaturgie“

5.4. Charaktere und Konflikte

6. Die neue Seriengeneration

7. Die Netzwerkgesellschaft

7.1. Die Genese einer neuen Gesellschaft

7.2. Das informationstechnologische Paradigma

7.3. Die Netzwerk-Struktur

7.4. Die interaktive Gesellschaft

7.4.1. Die Entwicklung des Internets

7.4.2. Internetspezifische Merkmale

7.4.3. Information – Vernetzung – Partizipation

7.5. Der Wandel der Fernsehindustrie in den USA

8. Lost

8.1. Entstehung und Produktion von Lost

8.2. Lost – Der Inhalt

8.3. Format und Genre

8.4. Distribution der TV-Serie Lost

8.5. Die Erzählstruktur

8.6. Die Handlungsstränge

8.7. Die Charaktere

8.8. Die Konflikte

8.9. Das Figurennetzwerk

8.10. Die Hierarchie der Rätsel

8.11. Zwischenfazit: Die narrative Komplexität in Lost

9. Transmedia Storytelling in Lost

9.1. Das „Transmedia Storytelling“- Konzept

9.2. Transmediale Erzählstrategien in Lost

10. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Einfluss der Netzwerkgesellschaft und neuer Informationstechnologien auf die Dramaturgie und Distribution der TV-Serie "Lost". Dabei wird analysiert, wie technologische Entwicklungen den narrativen Aufbau der Serie und die Art ihrer Verbreitung beeinflusst haben und inwiefern "Lost" als wegweisendes Beispiel für eine neue Seriengeneration fungiert.

  • Einfluss der Netzwerkgesellschaft auf das Fernsehen
  • Narrative Komplexität und Dramaturgie in der TV-Serie "Lost"
  • Technologische Innovationen und ihr Einfluss auf die Distribution
  • Konzepte des Transmedia Storytelling
  • Die aktive Rolle des Zuschauers im "interaktiven Fernsehen"

Auszug aus dem Buch

8.3. FORMAT UND GENRE

Bei der Serie Lost handelt es sich um eine Fortsetzungsserie, die sich am Serienformat der Prime Time Soap orientiert. Lost ist in vier Akte unterteilt, die durch die Werbeunterbrechungen determiniert werden. Es findet eine sukzessive Exposition statt, das bedeutet, es wird an den unterschiedlichsten Stellen der Narration Information an den Zuschauer vergeben.

Ein besonderes Merkmal von Lost ist die Genre-Vielfalt. Zum einen handelt es sich um eine Drama-Serie, die aber auch Elemente der Familien-Serie enthält. Außerdem sind in jeder Folge Action-Elemente vorhanden, wie etwa der Flugzeugabsturz am Anfang der ersten Staffel. Dazu kommt eine Vielzahl von Schlägereien und Verfolgungen.

Lost enthält auch Elemente der Abenteuer-Serie, da sich die Story an einem unbekannten, exotischen Ort abspielt, der voll von Geheimnissen und Bedrohungen ist. Die Überlebenden müssen im Laufe der Serie immer wieder um ihr Leben kämpfen und werden mit gefährlichen Situationen konfrontiert. Da das Übernatürliche in der Serie eine große Rolle spielt, erfüllt Lost ebenso die Kriterien einer Mystery-Serie. Viele Dinge die in der Serie passieren, sind für den Zuschauer nicht zu erklären. Diese Rätsel sind ein wichtiger Bestandteil der Serie.

Die Serie Lost kann demnach mehr als zwei Genres zugeordnet werden, wodurch sie sich von konventionellen Serien unterscheidet. Durch die Genre-Vielzahl ergibt sich auch eine Fülle an Möglichkeiten für Dramaturgie und Narration.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert den gesellschaftlichen Wandel hin zur Netzwerkgesellschaft und stellt die zentrale Forschungsfrage nach deren Einfluss auf Dramaturgie und Distribution der Serie "Lost".

2. Forschungsstand: Das Kapitel gibt einen Überblick über relevante Theorien zur Netzwerkgesellschaft nach Castells sowie bisherige Forschungsarbeiten zur Serie "Lost".

3. Methodische Verfahrensweise: Hier wird der methodische Ansatz der Sequenzprotokolle erläutert, um den narrativen Aufbau und die Figurenkomplexität der Serie zu erfassen.

4. Serientheorie: Dieses Kapitel definiert die Grundlagen der Fernsehserien sowie die Unterschiede zwischen episodischen Serien und Fortsetzungsserien.

5. Dramaturgische Besonderheiten in TV-Serien: Hier werden zentrale dramaturgische Konzepte wie Aktstruktur, Exposition, "Zopfdramaturgie" sowie die Rolle von Charakteren und Konflikten beleuchtet.

6. Die neue Seriengeneration: Das Kapitel beschreibt den Wandel im Fernsehen seit den 1990er Jahren, der durch komplexere Handlungsstränge und weniger werbegesteuerte Strukturen gekennzeichnet ist.

7. Die Netzwerkgesellschaft: Dieses Kapitel erläutert die Theorie von Manuel Castells über den Wandel zur informationellen Gesellschaft und die Rolle des Internets als Basisstruktur.

8. Lost: Hier erfolgt eine detaillierte Untersuchung von Produktion, Inhalt, Erzählstruktur, Figurennetzwerk und der Hierarchie der Rätsel innerhalb der Serie.

9. Transmedia Storytelling in Lost: Dieses Kapitel analysiert, wie die Serie über klassische Fernsehkanäle hinaus durch alternative Medien wie "Alternative Reality Games" und "Mobisodes" erweitert wird.

10. Fazit: Die abschließende Reflexion fasst zusammen, wie "Lost" als Ausdruck einer konvergenten Medienwelt die Interaktion der Zuschauer durch narrative Komplexität und transmediale Strategien maßgeblich verändert hat.

Schlüsselwörter

Lost, Netzwerkgesellschaft, TV-Serie, Transmedia Storytelling, Dramaturgie, Narrative Komplexität, Distribution, Alternative Reality Games, Medienwandel, Zuschauer-Engagement, Internet, Seriengeneration, Figurennetzwerk, Informationstechnologie, Interaktivität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit untersucht den Einfluss der Netzwerkgesellschaft und moderner Informationstechnologien auf die US-Fernsehserie "Lost", insbesondere in Bezug auf ihre Erzählweise und Verbreitungswege.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit behandelt die Entwicklung der Netzwerkgesellschaft nach Manuel Castells, serientheoretische Grundlagen, dramaturgische Besonderheiten moderner Serien sowie das Konzept des Transmedia Storytelling.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie technologische Entwicklungen der letzten Jahrzehnte den narrativen Aufbau von "Lost" sowie dessen Distribution beeinflusst haben und wie die Serie das Phänomen einer neuen Seriengeneration repräsentiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der theoretische Teil basiert auf Fachliteratur, während der empirische Teil durch Sequenzprotokolle ausgewählter Episoden von "Lost" gestützt wird, um dramaturgische Konzepte wie Rückblenden und Figurenverbindungen zu veranschaulichen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Serientheorie und Netzwerkgesellschaft sowie die detaillierte Analyse der Serie "Lost", inklusive ihrer Produktion, Distribution, Erzählstruktur und transmedialen Strategien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind unter anderem Lost, Netzwerkgesellschaft, Transmedia Storytelling, narrative Komplexität, Distribution, Alternative Reality Games und Zuschauer-Engagement.

Warum wird gerade "Lost" als Fallbeispiel gewählt?

"Lost" wird als innovatives Beispiel für die "neue Seriengeneration" betrachtet, da sie die Möglichkeiten der TV-Branche durch narrative Komplexität und eine aktive, interaktive Einbindung der Fans erweitert hat.

Welche Rolle spielen "Alternative Reality Games" (ARGs) bei "Lost"?

ARGs fungieren als transmediale Erzählstrategien, die die fiktionale Welt von "Lost" erweitern, Zuschauer binden und als innovative Marketingplattform dienen, um das "Lost-Universum" über das Fernsehen hinaus zu vergrößern.

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Details

Title
"Lost" im Netz - Der Einfluss der Netzwerkgesellschaft auf Dramaturgie und Distribution der TV-Serie "Lost"
College
University of Vienna  (Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft)
Grade
Gut
Author
Michaela Pachler (Author)
Publication Year
2010
Pages
133
Catalog Number
V169360
ISBN (eBook)
9783640877164
ISBN (Book)
9783640877102
Language
German
Tags
Lost Netzwerkgesellschaft Fernsehserie Dramaturgie Transmedia Storytelling Internet
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michaela Pachler (Author), 2010, "Lost" im Netz - Der Einfluss der Netzwerkgesellschaft auf Dramaturgie und Distribution der TV-Serie "Lost", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169360
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