Niemand hat bei der Geburtsstunde des Handys damit gerechnet, dass die SMS einen derartigen Beliebtheitsgrad erreichen würde. Denn ursprünglich waren diese Kurzmitteilungen nur als „Abfallprodukt“ gedacht und wurden sogar kostenlos angeboten. Mittlerweile ist die SMS aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken.
Tagtäglich wird sie verschickt, um Bekannten und FreundInnen kurze Nachrichten zukommen zu lassen, sie über Neuigkeiten zu informieren, oder einfach über Belanglosigkeiten zu tratschen. Laut Jim-Studie 2009 nutzen Jugendliche die SMS-Funktion des Handys am häufigsten, dabei sind 30 SMS und mehr pro Tag keine Seltenheit.
Dabei wird laut Döring (2006) die interpersonale SMS-Kommunikation vor allem zur Pflege bestehender privater Beziehungen (Verabredungen, Medienwechsel, Grüße, Sprüche) eingesetzt, nicht umsonst ist die meistgenutzte Abkürzung in deutschsprachigen SMS-Botschaften HDL (hab dich lieb) mit entsprechenden Varianten (HDGGDL: hab dich ganz ganz doll lieb).
Aber gerade weil man sich mit einer SMS kurz fassen kann, ohne kurz angebunden zu wirken, weil Abkürzungen, Symbole und auch Tippfehler toleriert und oft sogar als Teil der SMS-Kultur verstanden werden, weil Groß- und Kleinschreibung kaum eine Rolle spielen und Gefühle und Stimmungen häufig mit so genannten Emoticons ausgedrückt werden, machen sich Erwachsene Sorgen, dass diese Art der schriftlichen Kommunikation einen schlechten Einfluss auf den Sprach- und Schreibstil der Heranwachsenden hat.
Inhaltsverzeichnis
1 Das Forschungsprojekt – „Der Einfluss von Handy-Kurzmitteilungen (SMS) auf die Kommunikationsfähigkeit von Jugendlichen“
1.1 Einleitung
1.2 Forschungsfragen und Hypothesen
1.3 Die befragte Zielgruppe
2 Ablauf des Forschungsprojektes
2.1 Schritt 1 – die Auswahl geeigneter Datenerhebungsmethoden
2.1.1 Gruppendiskussion
2.1.2 Leitfadeninterview
2.1.3 SMS-Nachrichten-Textanalyse
2.2 Schritt 2 – die Auswahl geeigneter Datenauswertungsmethoden
2.2.1 Datendokumentation
2.2.2 Qualitative Inhaltsanalyse
2.3 Schritt 3 – Auswertung der den Überschriften zugeordneten Aussagen
2.4 Schritt 4 – Die Auswertung der SMS-Nachrichten-Textanalyse
2.4.1 Schreibstil
2.4.2 Höflichkeitsformen
2.4.3 Einsatz von Emoticons, Bildern und Abkürzungen
2.4.4 Fehler (Grammatik- und Rechtsschreibfehler)
2.5 Schritt 5 – Interpretation der den Überschriften zugeordneten Aussagen und der Ergebnisse der SMS-Nachrichten-Textanalyse
3 Abschließende Bemerkungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Kommunikationsverhalten von Jugendlichen im Alter von 15 bis 18 Jahren, mit einem speziellen Fokus auf die Auswirkungen der intensiven SMS-Nutzung auf Sprach- und Schreibstile. Ziel ist es, die Beliebtheit von SMS-Diensten zu ergründen und wissenschaftlich zu überprüfen, ob durch den informellen Schreibstil eine Verschlechterung der Grammatik- und Rechtschreibkompetenz bei Heranwachsenden eintritt.
- Analyse der Beweggründe für die hohe Popularität von SMS-Kurzmitteilungen bei Jugendlichen.
- Untersuchung des tatsächlichen Einflusses von Handy-Kurzmitteilungen auf die Schriftsprache.
- Erfassung von Nutzungsverhalten, Schreibstilen und der Verwendung von Emoticons sowie Abkürzungen.
- Gegenüberstellung der Sorgen von Erwachsenen mit der tatsächlichen Ausprägung von Rechtschreib- und Grammatikfehlern.
- Empirische Datenerhebung mittels Gruppendiskussionen, Leitfadeninterviews und einer systematischen Textanalyse.
Auszug aus dem Buch
2.4.1 Schreibstil
Die Aussagen aus den Gruppendiskussionen und Leitfadeninterviews haben sich auch bei der SMS-Nachrichten-Textanalyse bestätigt.
Bei den meisten Nachrichten wurde eine Mischung aus gesprochener und Schriftsprache verwendet. Die durchgängige Verwendung von „nur“ Schriftsprache oder „nur“ gesprochener Sprache war im Verhältnis dazu eher selten anzutreffen. Die Mischung betrifft dabei sowohl einzelne Wörter wie auch Satzteile oder ganze Sätze.
Besonders auffallend ist auch das Auslassen von einzelnen Wörtern oder Silben. Im Satz „treffn wir uns heut um 8?“ wurden einzelne Silben – „e“ bei „treffn“ und bei „heut“ – ausgelassen, im Satz „hab leider keine zeit“ fehlt neben dem „e“ bei „hab“ auch noch das Subjekt „ich“.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Das Forschungsprojekt – „Der Einfluss von Handy-Kurzmitteilungen (SMS) auf die Kommunikationsfähigkeit von Jugendlichen“: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, definiert die Forschungsfragen und Hypothesen und stellt die Zielgruppe der Befragung vor.
2 Ablauf des Forschungsprojektes: Hier werden die methodischen Schritte von der Datenerhebung über die Datendokumentation bis hin zur qualitativen Inhaltsanalyse detailliert beschrieben und ausgewertet.
3 Abschließende Bemerkungen: Dieses Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und widerlegt die Hypothese, dass SMS-Kommunikation maßgeblich für eine Verschlechterung der Sprachkompetenz verantwortlich ist.
Schlüsselwörter
SMS, Handy, Kommunikation, Jugendliche, Sprachvermögen, Schriftsprache, Rechtschreibung, Grammatik, Emoticons, Kommunikationstheorie, Leitfadeninterview, Gruppendiskussion, Textanalyse, Mediennutzung, Jugendkultur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Einfluss von Handy-Kurzmitteilungen auf das Sprach- und Schreibverhalten von Jugendlichen im Alter von 15 bis 18 Jahren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die SMS-Nutzungsgewohnheiten, die Verwendung von informellen Schreibstilen, Emoticons und Abkürzungen sowie die allgemeine Einstellung der Jugendlichen zu dieser Kommunikationsform.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu klären, warum SMS bei Jugendlichen so beliebt sind und ob die intensive Nutzung dieser Technologie zu einer messbaren Verschlechterung der Grammatik- und Rechtschreibkenntnisse führt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt einen qualitativen Ansatz, bestehend aus Gruppendiskussionen, Leitfadeninterviews und einer direkten Textanalyse von 60 SMS-Nachrichten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden der methodische Ablauf der Datenerhebung und die systematische Auswertung der gesammelten Daten, inklusive Schreibstilanalyse und Interpretation der Ergebnisse, präsentiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind SMS, Jugendliche, Kommunikation, Sprachvermögen, Mediennutzung und Rechtschreibung.
Welche Rolle spielt die Sorge der Erwachsenen in dieser Untersuchung?
Die Sorge der Erwachsenen dient als Ausgangspunkt der Hypothesenbildung, wird jedoch im Verlauf der Analyse durch die empirischen Befunde widerlegt.
Wie gehen Jugendliche mit Rechtschreibregeln in ihren SMS um?
Die Untersuchung zeigt, dass Jugendliche häufig aus Bequemlichkeit auf Großschreibung verzichten und Satzzeichen vernachlässigen, was jedoch eher als bewusster Schreibstil denn als Unvermögen gewertet wird.
- Quote paper
- BSc Tamara Rachbauer (Author), 2010, Kommunikationsverhalten von Kindern und Jugendlichen - Forschungsprojekt mit Zielgruppenbefragung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169401