Das Prinzip des Collage findet ihre Anwendung in den verschiedensten
Bereichen der Kunst. Synonym für den Collage Begriff wird auch wird auch häufig der Begriff Montage verwendet, welcher lauf strenger Definition auf das „klebende Element“ der Collage verzichtet (mehr dazu siehe Kapitel 2. Collage - Definitionsversuche)
Im Fokus dieser Arbeit liegt die Collage als künstlerischen Mittel in der bildenden Kunst. Ihre Geschichte und verschiedenen Hintergründe lassen das Inventar der Collage zu einer Geschichte der Kunst des vergangenen Jahrhunderts werden, welcher ich mich in dieser Arbeit annähern möchte. Dabei legte klassische Moderne legte die Grundlage für den Siegeszug der Collage in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts. Somit entstand im vergangenen Jahrhundert eine Vielfalt von neuen Formen der Collage/Montage.
Der Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit ist sehr umfangreich, daher
werde ich mich primär auf einen Vergleich des verwendeten
Ausgangsmaterials und dessen neu Kombination in den einzelnen
Kunstrichtungen konzentrieren. Ein Exkurs in Musik, Literatur und Film, drei Künste, in welchen sich das Prinzip der Collage wider findet bildet das Verbindungsglied zu Seminar „Found Footage Film“.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Collage – Definitionsversuche
3. Das Prinzip der Collage in anderen Kunstgattungen
4. Die Collage in der bildenden Kunst
4.1. Kubismus
4.2. Futurismus
4.3. Dadaismus
4.4. Surrealismus
4.5. Pop Art
5. Collage unter dem Aspekt des „Aura Verlusts“
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Prinzip der Collage als künstlerisches Mittel in der bildenden Kunst des 20. Jahrhunderts. Ziel ist es, die Bedeutung und Funktion der Collage in verschiedenen Epochen wie dem Kubismus, Dadaismus, Futurismus, Surrealismus und der Pop Art zu analysieren und deren Einflüsse auf die Entwicklung der Kunst zu vergleichen.
- Historische Entwicklung und Definition der Collage
- Vergleichende Analyse des Collage-Prinzips in verschiedenen Kunstrichtungen
- Die Rolle der Collage in Literatur, Musik und Film
- Untersuchung des Collage-Begriffs unter dem Aspekt des Aura-Verlusts
Auszug aus dem Buch
4.1. Französischer Kubismus (1907–1921/1940)
Der Versuch das Verhältnis von Raum und Körper zu analysieren führte im analytischen Kubismus (1910-1914) dazu das Gegenstände in kleinste Teile zerlegt und planimetrisch neu zusammen gesetzt wurden. Der Gegenstand wurde nicht mehr nur aus einer Perspektive dargestellt. Im Gegensatz dazu wurde aus mehreren Perspektiven dargestellt und zu einen neunen Ganzen zusammengefügt. An dieser Stelle war der Weg zu Gegenstandslosen Malerei freigeworden. Folge dieser vollendeten Abstraktion war ein Bedürfnis nach Anschaulichkeit. Der synthetische Kubismus ging dazu über, Malerei und greifbare Gegenstände zusammenzusetzen, indem er Zeitungsausschnitte, Farbflecken, Haare etc. zu Collagen zusammenfügte. (vgl. Braun, 1974: S. 453 ff.)
Pablo Picasso (1881 – 1973) & George Braque (1882 – 1963)
Die die Raritätenkabinette des 17 Jahrhunderts, welche der Malerei Montagen aus natürlichen Elementen entgegensetzen, oder die Quodlibets und Papierschnitte des 19 Jahrhunderts wiesen einige Parallelen zu Collagen auf und können als Vorläufer dieser bezeichnet werden. Allerdings erhielt ein eingeklebtes Stück Papier erst seit der Malerei Picassos und Braques jene geistige Zündkraft, die den Überraschungseffekt, den technischen Scherz oder die manuelle Fingerfertigkeit der zahllosen Vorformen übersteigt. Nur im Kontext einer bewussten künstlerischen Auseinandersetzung verlieren diese technischen Mittel ihren unproblematischen und naiven Bastelwert. (vgl. Spieß:1988, S. 12) 1912 klebte Picasso ein Stück Wachstuch, welches mit Strohgeflecht eines Stuhls bedruckt war und dieses vortäuschen sollte in ein Stillleben (Abb. 1).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Collage/Montage ein, skizziert das Forschungsinteresse und erläutert den Fokus auf die bildende Kunst im Vergleich zu anderen Kunstgattungen.
2. Die Collage – Definitionsversuche: Dieses Kapitel beleuchtet verschiedene theoretische Annäherungen und technische Definitionen des Collage-Begriffs sowie deren Abgrenzung zur Montage.
3. Das Prinzip der Collage in anderen Kunstgattungen: Hier wird der Transfer des Collage-Prinzips auf Literatur, Musik und Film untersucht, um die Vielseitigkeit des Verfahrens aufzuzeigen.
4. Die Collage in der bildenden Kunst: Dieses Hauptkapitel analysiert detailliert die spezifische Anwendung und Bedeutung der Collage innerhalb von fünf wegweisenden Kunstströmungen des 20. Jahrhunderts.
5. Collage unter dem Aspekt des „Aura Verlusts“: Der Abschnitt diskutiert das Werk Walter Benjamins im Kontext der Collage-Technik und die Frage nach der Aura bei reproduzierten Materialien.
6. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und resümiert die Entwicklung der Collage als Ausdrucksmittel verschiedenster künstlerischer Intentionen.
Schlüsselwörter
Collage, Montage, Bildende Kunst, Kubismus, Dadaismus, Futurismus, Surrealismus, Pop Art, Moderne, Papier collés, Found Footage, Walter Benjamin, Aura, Integration, Kunstgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Collage als künstlerischem Ausdrucksmittel und untersucht deren Rolle, Geschichte und Anwendung in verschiedenen Kunstrichtungen des 20. Jahrhunderts.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Themen umfassen die Definition und Abgrenzung der Collage, ihre Anwendung im Kubismus, Dadaismus, Futurismus, Surrealismus und Pop Art, sowie einen Exkurs in andere Gattungen wie Literatur und Film.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Bedeutung der Collage innerhalb genannter Kunstrichtungen zu analysieren, die Unterschiede in den verwendeten Techniken und Materialien herauszuarbeiten und diese miteinander zu vergleichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine kunsthistorische Analyse, den Vergleich von Werken ausgewählter Vertreter sowie die Interpretation fachspezifischer Literatur und theoretischer Schriften.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Grundlegung, einen Gattungs-Exkurs sowie eine tiefgehende epochenweise Untersuchung der Collage in der bildenden Kunst von 1907 bis 1968.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Collage, Montage, Moderne, Avantgarde, Intertextualität, Papier collés, sowie die Namen der untersuchten Strömungen wie Dadaismus oder Surrealismus charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die Rolle von Max Ernst im Vergleich zu Duchamp bei der Collagen-Erstellung?
Während Duchamp bei seinen Ready-mades stark auf den Zufall setzte, integrierte Max Ernst eine literarisch-intellektuelle Komponente und wählte sein Material distanzierter aus, um unbewusste Assoziationen beim Betrachter auszulösen.
Inwiefern hat der Futurismus das Prinzip der Collage im Vergleich zum Kubismus verändert?
Die Futuristen versuchten neben der räumlichen Aufbrechung auch die Dimension der Zeit und die Dynamik der modernen Technik in ihre Collagen zu integrieren.
Unterliegt die Collage laut der Arbeit einem „Aura-Verlust“ nach Benjamin?
Die Autorin argumentiert, dass Collagen durch ihre meist manuellen Neukombinationen aus bereits vorhandenem Material selbst als neue Kunstwerke entstehen und somit nicht in Benjamins Sinne durch Aura-Verlust gefährdet sind.
Was zeichnet die „Combine Paintings“ von Robert Rauschenberg aus?
Die Combine Paintings überbrücken die Kluft zwischen Kunst und Alltag, indem sie Materialien aus unterschiedlichsten Epochen und der zeitgenössischen Massenkultur zusammenführen.
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- Rahel Blumenthal (Author), 2010, Die Collage in der bildenden Kunst, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169427