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Die Rolle des Alkibiades bei der Sizilienexpedition im Urteil des Thukydides und des C. Nepos

Title: Die Rolle des Alkibiades bei der Sizilienexpedition im Urteil des Thukydides und des C. Nepos

Term Paper , 2010 , 13 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Stefan Hundsrucker (Author)

World History - Early and Ancient History
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Alkibiades, eine Gestalt, „die mit der Geschichte des Peloponnesischen Krieges aufs engste verbunden ist“ und diesen zu einem wesentlichen Teil bezüglich Erfolg und Misserfolg der Athener geprägt hat, fasziniert auch heute noch die Nachwelt, die ihn als begabten Politiker und Redner stilisiert, jedoch auch als Agitator und „dämonischen Menschen“ darstellt, der wie kein zweiter während der Auseinandersetzung zwischen Sparta und Athen um die hegemoniale Stellung in der griechischen Welt des ausgehenden 5. Jahrhunderts v.Chr. die Geschicke in militärisch-strategischer, aber auch in politisch-psychologischer Hinsicht entscheidend gelenkt hat.
Besonders im Rahmen der sogenannten Sizilienexpedition (415-413 v.Chr.), die „als großer Wendepunkt der attischen Politik“ gesehen wird, werden diese eben benannten kontroversen Charaktereigenschaften des Alkibiades von den antiken Autoren geschildert und so hervorgehoben, dass ihm ein wesentliches gestalterisches Element bei dieser Militäroperation zukommt. Dieser Aspekt erfährt bei den antiken Abhandlungen eine herausragende und vertiefte Ausarbeitung, so dass im Folgenden näher dargestellt werden soll, welche Rolle Alkibiades im Rahmen der Sizilienexpedition zugewiesen wird, wobei hier eine Beschränkung auf die Betrachtung des thukydideischen Werkes im Vergleich mit der Darstellung bei Nepos erfolgt.
Dabei wird zunächst auf die Darstellung bei Thukydides eingegangen unter Berücksichtigung der einzelnen Handlungsstränge während der militärischen Operation sowie die dabei erfolgte Charakterisierung durch den Autor, im Weiteren – vergleichend dazu – auf die Darstellung bei C. Nepos; im Anschluss daran wird eine vergleichende Schlussbetrachtung vorgenommen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Hauptteil

I. Die Darstellung des Alkibiades bei Thukydides

1. Charakterisierung des Alkibiades

2. Alkibiades’ Rolle zu Beginn der Sizilienexpedition

3. Die Abberufung des Alkibiades

4. Der Kriegsrat bei Rhegion

5. Alkibiades bei den Spartanern

6. Bewertung der Darstellung

II. Die Darstellung des Alkibiades bei C. Nepos

1. Charakterisierung

2. Die Rolle des Alkibiades im Sizilienfeldzug

C. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Rolle des Alkibiades während der Sizilienexpedition (415-413 v. Chr.) durch einen vergleichenden Blick auf die historiographischen Darstellungen von Thukydides und Cornelius Nepos, um herauszuarbeiten, wie beide Autoren die Schuldfrage und den Einfluss dieser historischen Persönlichkeit auf den Ausgang der Militäroperation bewerten.

  • Die ambivalente Charakterisierung des Alkibiades als begabter Stratege und zugleich agierender Egoist.
  • Die Bedeutung von Alkibiades als Katalysator und Antreiber der Sizilienexpedition.
  • Die Folgen der Abberufung und die daraus resultierende strategische Neuausrichtung bei den Spartanern.
  • Der historiographische Vergleich zwischen dem Thukydideischen Werk und der Vita von Cornelius Nepos.

Auszug aus dem Buch

1. Charakterisierung des Alkibiades

Thukydides lässt Alkibiades „in einem eigenartigen Zwielicht“ auftreten, konturiert durch Genialität auf der einen, negative Charakterzüge, die alles „seinen egoistischen Zielen unterordnen“ lassen, auf der anderen Seite. So stellt ihn Thukydides in der Rede des Nikias vor der ἐκκλσία als einen aufstrebenden jungen Politiker dar, der durch die Wahl in das Strategenamt in seiner Eitelkeit Bestätigung gefunden hat, der jedoch nur auf sich selbst bedacht sei und seine Ziele auch dann noch unbeirrt verfolge, wenn dabei das Staatsgut und die athenische Gemeinschaft leide. Durch Nikias charakterisiert Thukydides darüber hinaus Alkibiades als ruhm- und gewinnsüchtigen Menschen, der sich nichts sehnlicher wünsche als Feldherr zu sein und in dieser Funktion durch Erfolge vor allem Geld und Ruhm zu erwerben. Gleichzeitig aber lässt bereits an dieser Stelle der Autor nicht offen, wohin diese Eigenschaften für das attische Volk führen werden. Schon jetzt verweist er auf den Untergang Athens und schafft eine direkte Verbindung zu der ausschweifenden und überbordenden Lebensweise Alkibiades’, die zudem die Angst vor einer an sich gerissenen τυραννίς schürt und so Feinde in der athenischen Bürgerschaft hervorruft, die schließlich seine Abberufung von der Militäroperation gegen Selinous und Syrakus sowie seine Verurteilung zum Tode erreichen.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Figur des Alkibiades im Kontext des Peloponnesischen Krieges ein und definiert das Ziel der Arbeit, seine Rolle bei der Sizilienexpedition bei Thukydides und Nepos zu vergleichen.

B. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert detailliert die Charakterisierung des Alkibiades und seine strategische Rolle, wobei er zwischen der Darstellung bei Thukydides und der komprimierteren Schilderung bei Nepos unterscheidet.

I. Die Darstellung des Alkibiades bei Thukydides: In diesem Kapitel wird Alkibiades als zentrale, aber umstrittene Figur bei der Sizilienexpedition untersucht, wobei insbesondere seine Rolle bei der Beschlussfassung und sein späterer Übertritt zu den Spartanern beleuchtet werden.

1. Charakterisierung des Alkibiades: Dieses Kapitel arbeitet die ambivalente Darstellung des Alkibiades bei Thukydides heraus, der ihn als genialen, aber egoistischen Politiker zeichnet.

2. Alkibiades’ Rolle zu Beginn der Sizilienexpedition: Es wird analysiert, wie Alkibiades als entscheidender Antreiber und Katalysator für das attische Unternehmen auf Sizilien auftritt.

3. Die Abberufung des Alkibiades: Hier wird der Prozess rund um die Vorwürfe zu den Eleusinischen Mysterien und die darauf folgende Abberufung des Alkibiades beleuchtet.

4. Der Kriegsrat bei Rhegion: Dieses Kapitel betrachtet die strategischen Vorschläge des Alkibiades im Kriegsrat vor der Küste Siziliens.

5. Alkibiades bei den Spartanern: Es wird dargestellt, wie Alkibiades durch sein Wissen und sein rhetorisches Geschick zum militärischen Erfolg der Spartaner gegen Athen beiträgt.

6. Bewertung der Darstellung: Eine kritische Auseinandersetzung damit, wie Thukydides versucht, Alkibiades als Alleinschuldigen für das Scheitern der Expedition darzustellen.

II. Die Darstellung des Alkibiades bei C. Nepos: Ein Vergleich zur Thukydides-Darstellung, bei dem der Fokus auf den narrativen Aspekten und der Charakterstudie des Nepos liegt.

1. Charakterisierung: Nepos stellt den Charakter des Alkibiades als polarisierend und in jedem Maß übertreffend direkt an den Anfang seiner Biografie.

2. Die Rolle des Alkibiades im Sizilienfeldzug: Nepos konzentriert sich stärker auf den Hermenfrevel als Ursache für die Abberufung und betont die Ambivalenz des Handelns des Alkibiades.

C. Schluss: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, dass beide Autoren Alkibiades als schillernde, tragische Gestalt begreifen, wobei Thukydides stärker strategisch argumentiert und Nepos biographisch-charakterologisch bleibt.

Schlüsselwörter

Alkibiades, Sizilienexpedition, Thukydides, Cornelius Nepos, Peloponnesischer Krieg, Athen, Sparta, Strategie, Historiographie, Schuldfrage, Feldzug, Nikias, Antike, Rhetorik, Biographie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Rolle des athenischen Politikers und Strategen Alkibiades während der verhängnisvollen Sizilienexpedition im Peloponnesischen Krieg.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die historiographische Analyse der Charakterzeichnung des Alkibiades sowie die Frage nach seiner Verantwortung für den Verlauf und das Scheitern der Expedition.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist der Vergleich zwischen den antiken Darstellungen von Thukydides und Cornelius Nepos, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten in ihrer Bewertung des Handelns von Alkibiades aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Literatur- und Quellenanalyse, die antike Texte als primäre Grundlage heranzieht und diese durch fachwissenschaftliche Sekundärliteratur einordnet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der thukydideischen Erzählung (einschließlich Charakterisierung, Kriegsrat und Übertritt zu Sparta) sowie eine vergleichende Untersuchung der Biografie des Cornelius Nepos.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Alkibiades, Sizilienexpedition, Thukydides, Nepos, Strategie und antike Historiographie geprägt.

Warum spielt die Abberufung des Alkibiades eine so zentrale Rolle?

Die Abberufung wird von den Autoren als entscheidender Wendepunkt gewertet, da sie das Scheitern des Feldzugs einleitete und den Übertritt des Alkibiades zu den Feinden Athens ermöglichte.

Wie unterscheidet sich die Sichtweise von Nepos von der des Thukydides?

Während Thukydides die strategischen Implikationen und die politische Verantwortung stärker gewichtet, konzentriert sich Nepos primär auf die Erzählung der Persönlichkeit und die Ambivalenz seines Charakters.

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Details

Title
Die Rolle des Alkibiades bei der Sizilienexpedition im Urteil des Thukydides und des C. Nepos
College
University of Passau
Course
Proseminar: Einführung in die Alte Geschichte. Der Peloponnesische Krieg – Kampf um die Vorherrschaft in Griechenland
Grade
1,0
Author
Stefan Hundsrucker (Author)
Publication Year
2010
Pages
13
Catalog Number
V169449
ISBN (eBook)
9783640877737
ISBN (Book)
9783640877812
Language
German
Tags
rolle alkibiades sizilienexpedition urteil thukydides nepos
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Hundsrucker (Author), 2010, Die Rolle des Alkibiades bei der Sizilienexpedition im Urteil des Thukydides und des C. Nepos, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169449
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