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Analyse der Lage der Deutschen in Russland nach dem zweiten Weltkrieg. Gründe der Remigration

Title: Analyse der Lage der Deutschen in Russland nach dem zweiten Weltkrieg. Gründe der Remigration

Term Paper , 2010 , 14 Pages , Grade: 3,0

Autor:in: Hans Hahnenkampf (Author)

History of Europe - Ages of World Wars
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Einleitung:

In dieser Hausarbeit möchte ich mich mit der Situation der Russlanddeutschen in Russland vor ihrer Rückkehr in die Bundesrepublik Deutschland beschäftigen. Besonders herausarbeiten will ich dabei die Gründe, die die Russlanddeutschen veranlasst haben die Sowjetunion verlassen zu wollen. Auch sollen die Lebensumstände ein zentraler Punkt der Analyse sein.
Da die Russlanddeutschen während und auch noch nach Ende des zweiten Weltkrieges unter menschenunwürdigen Bedingungen leben mussten, die Sowjetunion aber nicht verlassen durften, möchte ich die Analyse auf den Zeitraum nach Ende des zweiten Weltkriegen bis zum Fall der Sowjetunion festlegen.
Weil die Deutschen in Russland auch 40 Jahre nach Ende des zweiten Weltkrieges so vehement versuchten die UdSSR zu verlassen, was man besonders gut an der enorm großen Zahl von Ausreiseanträgen erkennen kann, wird es interessant sein, herauszuarbeiten, welche Entwicklungen die Lebensumstände der Russlanddeutschen in diesen 40 Jahren gehabt haben, - oder nicht gehabt haben. Bekannt sind die Erlasse des Obersten Sowjets, der die Russlanddeutschen bereits wenige Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges von aller Schuld freigesprochen hatte – doch wieso wollen die Russlanddeutschen immer noch aus Russland emigrieren? Was hat sich tatsächlich für die Russlanddeutschen verbessert, nachdem sie noch während des zweiten Weltkrieges quasi rechtlos waren?
Diese Fragen sollen in meiner Hausarbeit geklärt werden.
Diesbezüglich möchte ich den Rahmen dieser Arbeit auf die Zeit vom Ende des zweiten Weltkrieges bis zum Beginn der großen Ausreisewelle 1990 eingrenzen. Außerdem werde ich das Thema chronologisch bearbeiten, sodass die Entwicklungen und Veränderungen jeweils zeitlich nachvollzogen werden können.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1.1) Die Lage der Russlanddeutschen nach 1945, die Erlasse von 1955

1.2) Die deutsche Muttersprache

2) Die politische Rehabilitierung im Jahre 1964 und ihre Folgen

3.) Der letzte Erlass zur Rehabilitierung von 1972 und seine Umsetzung

4.) Perestroika und Glasnost

Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Hausarbeit analysiert die Lebensumstände und die Migrationsmotivation der Russlanddeutschen im Zeitraum von Ende des Zweiten Weltkrieges bis zum Fall der Sowjetunion, mit dem Ziel aufzuzeigen, warum trotz politischer Rehabilitierungsversuche ein starker Wunsch zur Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland bestand.

  • Analyse der Lebensbedingungen der Russlanddeutschen nach 1945
  • Untersuchung der politischen Erlasse und deren tatsächliche Umsetzung
  • Bewertung des Einflusses der sowjetischen Politik auf den Identitätserhalt und Sprachverlust
  • Darstellung der Entwicklung der Autonomiebestrebungen und deren Scheitern
  • Kontextualisierung der Migrationsentscheidung im Rahmen von Perestroika und Glasnost

Auszug aus dem Buch

1.1) Die Lage der Russlanddeutschen nach 1945, die Erlasse von 1955

Lange Zeit war über die Lebensbedingungen der Deutschen in Russland in der Bundesrepublik Deutschland nur sehr wenig bekannt. Dem Anschein nach lebten sie als „Sowjet-Deutsche“ gleichberechtigt mit den anderen Nationalitäten der UdSSR zusammen. Dieses, sowie das in den russischen Zeitungen veröffentlichte Bild der Gleichbehandlung, stimmt jedoch nicht mit den Tatsachen überein.

Am 25. Januar 1955 veröffentlichte das Präsidium des Obersten Sowjet den Erlass, der einerseits den zwischen Deutschland und der UdSSR seit dem 22. Juni 1941 bestehenden Kriegszustand aufhob, andererseits aber auch jene Klausel des Kriegsgesetzes ausdrücklich außer Kraft setzte, demzufolge die deutschen Bürger der Sowjetunion als feindliche Bürger galten. Die Russlanddeutschen wurden während des zweiten Weltkrieges und in den Folgejahren unter Generalverdacht gestellt mit Nazi-Deutschland zu kooperieren und als Folge dessen ohne Rechte unter unmenschlichen Bedingungen behandelt. Die meisten Russlanddeutschen versuchten bereits zu der Zeit die Sowjetunion zu verlassen, doch wurden die Anträge auf Ausreise in der Regel abgelehnt.

Große Hoffnungen setzten viele Russlanddeutsche in die Moskauer Konferenz, die unter Bundeskanzler Konrad Adenauer im September 1955 mit der Sowjetunion aufgenommen worden ist. Die sowjetische Seite, Ministerpräsident der UdSSR, Bulganin, und der erste Sekretär der KPdSU, Chruschtschow, waren im besonderen Maße an der Aufnahme diplomatischer Beziehungen interessiert. Die deutsche Seite wollte vor allem die Rückkehr der deutschen Kriegsgefangenen und in der Sowjetunion zurückgehaltener deutscher Staatsangehörige, zu denen zahlreiche Russlanddeutsche gehörten, erreichen. Als Ergebnis der zähen Verhandlungen der Moskauer Konferenz sahen viele die Ausreise der Deutschen aus Russland unmittelbar bevorstehen. Jedoch war das Ergebnis der Wechselbeziehungen für die Deutschen in der UdSSR keineswegs so günstig und positiv, wie manche ihrer Landsleute in der BRD es sich nach Ende der Moskauer Konferenz offenkundig erhofften.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einleitung erläutert den Fokus auf die Lebensumstände der Russlanddeutschen zwischen dem Zweiten Weltkrieg und dem Fall der Sowjetunion, mit dem Ziel, die Gründe für den starken Ausreisewunsch zu identifizieren.

1.1) Die Lage der Russlanddeutschen nach 1945, die Erlasse von 1955: Das Kapitel beleuchtet den rechtlichen Status nach dem Krieg und die limitierten Verbesserungen durch den Erlass von 1955, der zwar die Kollektivschuld aufhob, aber keine tatsächliche Gleichstellung bewirkte.

1.2) Die deutsche Muttersprache: Hier wird der fortschreitende Verlust der deutschen Sprache als Identitätsmerkmal und die resultierenden sozialen sowie bildungspolitischen Schwierigkeiten der Russlanddeutschen beschrieben.

2) Die politische Rehabilitierung im Jahre 1964 und ihre Folgen: Dieses Kapitel analysiert den Erlass von 1964, der die Diskriminierung moralisch verurteilte, jedoch die verweigerte Rückkehr in die alte Heimat zur Quelle neuer Frustration machte.

3.) Der letzte Erlass zur Rehabilitierung von 1972 und seine Umsetzung: Es wird dargelegt, wie auch der Erlass von 1972 an der administrativen Praxis scheiterte und die Hoffnung auf eine Wiederherstellung der Autonomie weiter schwinden ließ.

4.) Perestroika und Glasnost: Dieses Kapitel beschreibt den kurzzeitigen politischen Spielraum unter Gorbatschow, der zwar eine gesellschaftliche Diskussion ermöglichte, aber die Grundproblematik der Russlanddeutschen nicht mehr auflösen konnte.

Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die jahrzehntelangen halbherzigen Rehabilitierungsversuche die Ausreisewellen nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion maßgeblich mitbegründeten.

Schlüsselwörter

Russlanddeutsche, Sowjetunion, Auswanderung, Rehabilitierung, Lebensumstände, Zweiter Weltkrieg, UdSSR, Autonomiebewegung, Identität, Perestroika, Glasnost, Minderheitenschutz, Deportation, Integrationspolitik, Geschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Lebenssituation der Russlanddeutschen in der UdSSR nach 1945 und analysiert die Hintergründe ihres intensiven Wunsches, das Land in Richtung Bundesrepublik Deutschland zu verlassen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die politische Rehabilitierung, der Erhalt der kulturellen Identität und Muttersprache, die Autonomiebestrebungen sowie die administrativen Bedingungen innerhalb der Sowjetunion.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit zielt darauf ab, die Gründe für den starken Auswanderungswillen zu identifizieren und zu klären, warum trotz offizieller Rehabilitierungserlasse eine tatsächliche Gleichberechtigung der Russlanddeutschen ausblieb.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor wendet eine chronologische Analyse historischer Ereignisse, politischer Erlasse und deren gesellschaftlicher Auswirkungen auf die Minderheit der Russlanddeutschen an.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich chronologisch von der unmittelbaren Nachkriegszeit über die verschiedenen Erlass-Phasen 1955, 1964 und 1972 bis hin zur Ära der Perestroika und Glasnost.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Russlanddeutsche, Rehabilitierung, Auswanderung, UdSSR, Identität, Autonomiebewegung, Perestroika und Lebensumstände.

Warum blieb die Rehabilitierung von 1964 für die Russlanddeutschen enttäuschend?

Obwohl der Erlass die Kollektivschuld aufhob, wurde die Rückkehr in die angestammten Siedlungsgebiete, insbesondere an die Wolga, weiterhin strikt untersagt, was die Betroffenen massiv frustrierte.

Welche Rolle spielten Perestroika und Glasnost für die Russlanddeutschen?

Diese Ära bot erstmals die Möglichkeit, bisher tabuisierte Themen wie Deportation und Autonomie öffentlich zu diskutieren, löste jedoch keine nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen aus.

Wie wirkte sich die Verteilung auf verschiedene Gebiete aus?

Die räumliche Zerstreuung erschwerte den Erhalt von Brauchtum, Tradition und Sprache, da gewachsene soziale Strukturen durch die Zwangsumsiedlungen dauerhaft zerrissen wurden.

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Details

Title
Analyse der Lage der Deutschen in Russland nach dem zweiten Weltkrieg. Gründe der Remigration
College
University of Trier
Grade
3,0
Author
Hans Hahnenkampf (Author)
Publication Year
2010
Pages
14
Catalog Number
V169509
ISBN (eBook)
9783640878987
ISBN (Book)
9783640878871
Language
German
Tags
Russlanddeutsche Integration Immigration
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Hans Hahnenkampf (Author), 2010, Analyse der Lage der Deutschen in Russland nach dem zweiten Weltkrieg. Gründe der Remigration, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169509
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