Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände im Praxisbeispiel


Projektarbeit, 2010

21 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Ziel

2. Firmenportraits
2.1. X GmbH
2.1.1. Info zu Y GmbH

3. Bilanzierung und Bewertung von immateriellen Vermögensgegenständen
3.1. Immaterielle Vermögensgegenstände und selbstgeschaffene immaterielle Vermögensgegenstände
3.2. Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände
3.3. Ausweispflicht
3.4. Herstellungskosten
3.4.1. Forschungs- und Entwicklungskosten
3.5. Passive latente Steuern, Ertragssteuersatz und die Ausschüttungssperre
3.5.1. Passive latente Steuern im Fall selbst erstellter immaterieller Vermögensgegenstände des Anlagevermögens
3.5.2. Ertragssteuersatz im Bezug auf den Standort Nördlingen
3.5.3. Ausschüttungssperre
3.6. Abschreibung immaterieller Vermögensgegenständen in der Handelsbilanz

4. Projektarbeit
4.1. Aufgabenstellung
4.2. X GmbH
4.2.1. Bilanzerklärung X GmbH
4.2.2. Problembeschreibung
4.2.3. Auswirkungen der Aktvierung auf die Bilanz und die Gewinnausschüttung/ -thesaurierung
4.3 Schlussfolgerung / Auswertung

5. Anhang
5.1. Literaturverzeichnis

Tabellenverzeichnis:

Tabelle 1: Bilanzbeispiel zur Erklärung der Ausschüttungssperre nach §268 (8) HBG

Tabelle 2: gekürzte Bilanz zum 31.12.2010

Abbildungsverzeichnis:

Abbildung 1: Bilanz der X GmbH zum 31.12.2009

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Durch die Verabschiedung des Gesetzes zur Modernisierung des Bilanzrechtes am 28. Mai 2009 – Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzt (BilMoG) - ist die größte Bilanzrechtsreform seit dem Bilanzrichtlinien-Gesetz (BilRiG) vom 18. Dezember 2005 abgeschlossen worden.[1] ;[2]

Sinn dieser Reform ist eine Deregulierung die den deutschen Unternehmen eine moderne Bilanzierungsgrundlage schaffen soll, die sich nach internationalen Methoden der Rechnungslegung richtet, wie den International Financial Reporting Standards (IFRS).

Der handelsrechtliche Jahresabschluss soll an Aussagekraft gewinnen und international vergleichbarer werden. Ferner wurde eine Erleichterung des Bilanzierungsaufwandes vorgesehen, die sich insbesondere für mittelständische Einzelkaufleute aber auch für die rechnungspflichtigen Unternehmen positiv hinsichtlich des Bilanzierungsaufwand und Kosten auswirkt.[3] Im Rahmen der Reform wurde darauf geachtet das bewährte System, dass die HGB-Bilanz Grundlage der Ausschüttungsbemessung und der steuerlichen Gewinnermittlung bleibt. Das bisherige System der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung wurde nicht aufzugeben.[4]

Es wird hier an dem Unternehmen X GmbH aufgezeigt ab wann es sich lohnt selbstgeschaffene immaterielle Vermögensgegenstände zu aktivieren oder ob es sogar negative Auswirkungen auf eines der Unternehmen haben kann wenn man das Wahlrecht ausübt.

Dass immaterielle Vermögensgegenstände bedeutend sind, stellte Hiroyuki Itami schon im Jahre 1987 bei seinen wissenschaftlichen Untersuchungen fest. „Der Erfolg eines Unternehmens hängt auch von der Fähigkeit ab, immaterielle Vermögensgegenstände - der Marke, technisches Wissen und Informationen zur Kundenbasis - zu mobilisieren.“[5] Zwar dürfen die Punkte Image, Marke, Druckartikel, Verlagsrechte, Kundenlisten und Informationen zur Kundenbasis, solange sie nicht entgeltlich erworben sind, wie sie Hiroyuki Itami zum Teil nennt nach der deutschen Gesetzgebung nicht angesetzt werden. Aber dafür kann jetzt nach der Gesetzesänderung technisches Wissen bzw. die Entwicklungskosten eines Unternehmens angesetzt werden.

1.1. Ziel

Ziel dieser Projektarbeit ist es, eine neue klare bilanzpolitische Strategie darzustellen. Dazu wird der aufzustellende handelsrechtliche Jahresabschluss erstmals von der Steuerbilanz abgekoppelt wird. So soll für das Unternehmen eine möglichst optimale Ausgangssituation für das nächste Geschäftsjahr geschaffen werden. Dabei muss eingehend geprüft werden, ob die Aktivierung von selbstgeschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen Sinn macht, oder der Ansatz negative Auswirkungen auf die Gewinnausschüttung bzw. wirtschaftliche Situation mit sich bringt.

Die Aktivierung von selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen soll vor allem für innovative Unternehmen wichtig sein, die intensiv forschen und entwickeln. Insbesondere profitieren auch kleine und neugegründete Unternehmen (Start-Up´s) von der Neuregelung.

2. Firmenportraits

2.1. X GmbH

Die X GmbH, mit Sitz in Musterstadt, ist ein Tochterunternehmen der Y GmbH, und hat Ihr Haupttätigkeitsfeld im Bereich Entwicklung und Vertrieb von Systemkomponenten für die Auto-, Raumfahrt- und Flugzeugindustrie, Medizintechnik, Feinmechanik und Bio-Pharmazie. Hauptprodukte sind Polyurethan-Folien, Verbund-Folien durch Coextrusion, EVA-Folien, Medical-Folien, Nahtabdichtungsbändern, Hotmelt-Folien aus Copolyester, Copolyamid sowie Polyolefine- und Lordosen-Folien. Eine Zweigstelle, die C AG, befindet sich in der Österreich..

Die X GmbH hat derzeit 89 Mitarbeiter im Standort Musterstadt und 2 Mitarbeiter im Standort des Mutterunternehmens Y GmbH in Musterdorf.

Mit einem Umsatz von 4,89 Millionen Euro kann man die x GmbH als eine mittelgroße Kapitalgesellschaft einordnen.

2.1.1. Info zu Y GmbH

Die Y GmbH ist eine Produktionsfirma von Folien und Klebebändern im technischen Bereich. Im Produktionswerk werden Polyurethan-Folien, Verbund-Folien durch Coextrusion, Hotmelt-Folien aus Copolyester, Copolyamid und Polyolefine, EVA-Folien, Medical-Folien, Lordosen-Folien, Nahtabdichtungsbänder hergestellt sowohl Beschichtungen als auch Laminierungen auf Folien durchgeführt.

3. Bilanzierung und Bewertung von immateriellen Vermögensgegenständen

3.1. Immaterielle Vermögensgegenstände und selbstgeschaffene immaterielle Vermögensgegenstände

Nach DRS 12.7 wird ein immaterieller Vermögensgenstand als ein identifizierbarer, in der Verfügungsmacht des Unternehmens stehender, nicht-monetärer Vermögenswert definiert, der für die Produktion von Waren oder das Erbringen von Leistungen, die unentgeltliche Überlassung an Dritte oder für die eigene Nutzung verwendet werden kann.[6]

Zu den immateriellen Vermögensgegenständen zählen Rechte, rechtsähnliche Werte und andere Vorteile gegenüber Wettbewerbern.

Den immateriellen Vermögensgegenständen fehlt der körperliche Bestandteil bzw. die körperliche Gestalt ist nur von untergeordneter Bedeutung, somit wird der Wert allein durch den geistigen oder rechtlichen Gehalt gekennzeichnet (z.B. Buchmanuskript).[7]

Die selbst geschaffenen immateriellen Werte müssen zu den Vermögensgegenständen des Anlagevermögens gehören. Diese definieren sich dadurch, dass sie zur dauerhaften Nutzung zur Verfügung stehen müssen. Dies gilt sowohl für fertig erstellte als auch für unfertige selbst geschaffene Werte, die noch nicht einzeln veräußerbar sind, bei denen aber mit hoher Wahrscheinlichkeit damit gerechnet werden kann, dass ein aktivierungsfähiger Vermögensgegenstand entstehen wird.

3.2. Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände

Mit der Einführung des BilMoG wurde handelsrechtlich ein Ansatzwahlrecht für selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände kodifiziert (§ 248 (2) S.1 HGB). Es wird vermutet, dass aufgrund der Bewertungsproblematik von selbstgeschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen hier nur ein Aktivierungswahlrecht eingeräumt wurde, anstelle einer Aktivierungspflicht. Allerdings ist die Differenzierung zwischen Entwicklungs- und Forschungskosten von selbstgeschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen meistens nicht oder nur sehr schwer nachzuvollziehen. So entsteht ungewollt ein Spielraum für die Unternehmen.[8]

Dies ermöglicht, dass im Anlagevermögen selbst oder durch eigene Arbeitnehmer entwickelte Patente (Rezepturen, Produktionsverfahren), Modelle, Muster, Software und „Know-how“ angesetzt und im eigenen Betrieb genutzt werden können. Dieses Ansatzwahlrecht gilt nicht vollumfänglich. So dürfen z.B. Marken, Druckartikel, Verlagsrechte, Kundenlisten nicht angesetzt werden, solange diese nicht entgeltlich erworbenen wurden.

Entgeltlich erworbene Vermögensgegenstände müssen aus handelsrechtlicher Sicht und dem Vollständigkeitsprinzip immer aktiviert werden.[9]

Durch das Ausnützen des Aktivierungswahlrechtes können die Unternehmen ihre Eigenkapitalbasis ausbauen und somit ihre Außendarstellung bilanziell zu verbessern.[10] Auch ihre Fähigkeit, sich am Markt kostengünstig weiteres Kapital zu beschaffen wird so erleichtert und ist ein wesentlicher Faktor der berücksichtigt werden sollte.

Steuerlich bleiben die Aufwendungen für Entwicklung nach wie vor abzugsfähig, auch stehen sie nicht für die Gewinnausschüttung zur Verfügung. Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass mit dieser Gesetzesänderung eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit für innovative Unternehmen erfolgt ist.

Um selbstgeschaffene immaterielle Vermögensgegenstände aktivieren zu können, müssen mehrere Kriterien erfüllt werden. Zum einen muss es sich um Vermögensgegenstände handeln, die dem handelsrechtlichen Wesen entsprechen. Zum anderen muss das aktivierte Gut einen einzeln veräußerbaren wirtschaftlichen Nutzen darstellen.

Aus §255 (2) 2a HGB geht hervor, dass man einen in Entwicklung befindenden Vermögensgegenstand bereits aktivieren darf, wenn davon ausgegangen werden kann, dass daraus mit hoher Wahrscheinlichkeit ein einzeln verwertbarer immaterieller Vermögensgegenstand entsteht.[11] ;[12] Im Gesetz wird jedoch nicht erläutert was man unter „hoher Wahrscheinlichkeit“ zu verstehen hat. Hier hat man den Unternehmen wieder unbewusst einen Gestaltungsspielraum gelassen.

[...]


[1] Vgl. (Böcking, 2010)

[2] Vgl. (Finanzen, 2009)

[3] Vgl. (Finanzen B. d., RefE des BilmoG, 2008)

[4] Vgl. (Finanzen B. d., 2008)

[5] Zitat (Itami, 1987)

[6] Vgl. (Böcking, 2010)S.8

[7] Vgl. (Heno, 2009)S.220

[8] Vgl. (Heno, 2009, S. 221)

[9] Vgl. (Heno, 2009, S. 221)

[10] Vgl. (Bieg, 2009)

[11] Vgl. (Böcking, 2010, S. 2)

[12] Vgl. (Van Hall, 2009)S.145

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände im Praxisbeispiel
Autor
Jahr
2010
Seiten
21
Katalognummer
V169519
ISBN (eBook)
9783640878413
ISBN (Buch)
9783640878789
Dateigröße
644 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
selbst, vermögensgegenstände, praxisbeispiel
Arbeit zitieren
Roland Gerlinger (Autor:in), 2010, Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände im Praxisbeispiel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169519

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