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War die neronische Verfolgung eine "Christenverfolgung"?

Title: War die neronische Verfolgung eine "Christenverfolgung"?

Term Paper , 2001 , 16 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Christoph Osterholt (Author)

Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History
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Es herrscht Uneinigkeit, ob die Verfolgung, die 64 n. Chr. unter dem römischen
Kaiser Nero stattgefunden hat, als tatsächliche „Christenverfolgung“ oder eher
als Strafverfolgung der angeblichen Brandstifter zu werten ist, die das Ziel hatte,
die Schuld auf eine gesellschaftliche Randgruppe abzuwälzen. Sehr eindeutig
ist hingegen das Ziel der unter Diokletian angestoßenen Verfolgungen: die
Kirche und den christlichen Glauben sollten vernichten werden. Der Vergleich
und die Beleuchtung der Hintergründe dieser beiden Ereignisse lässt Gemeinsamkeiten
und Unterschiede in ihrer Durchführung und Zielsetzung erkennen
und gibt damit einen klareren Blick auf die Bedeutung und Charakter der neronischen
Verfolgung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Die neronische Verfolgung

2.1. Die Berichte

2.2. Die Frage des institutum Neronianum

3. Die Verfolgungen unter Diokletian

3.1. Das Christenedikt im Rahmen des tetrarchischen Systems

4. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob die neronische Verfolgung im Jahr 64 n. Chr. als systematische Christenverfolgung zu klassifizieren ist oder ob es sich primär um eine politische Strafmaßnahme handelte, und kontrastiert diese mit den diokletianischen Verfolgungen.

  • Analyse der historischen Quellen (Tacitus) zur neronischen Verfolgung.
  • Untersuchung der rechtlichen Grundlage (institutum Neronianum) und der Motive Neros.
  • Vergleich mit den staatlich organisierten Verfolgungen unter Diokletian.
  • Betrachtung der religiös-politischen Hintergründe und der Rolle der römischen "religio".
  • Bewertung der Zielsetzungen römischer Religionspolitik in der Antike.

Auszug aus dem Buch

2.1. Die Berichte

Der Historiker und Senator Tacitus (ca. 55-120 n. Chr.) berichtet in seinen Annalen über die Ereignisse nach dem Brand Roms im Jahre 64:

(2) Aber weder durch menschliche Hilfeleistungen noch durch Schenkungen des Kaisers, noch durch Sühneopfer für die Götter ließ sich dem üblen Gerücht ein Ende machen, daß der Brand auf Befehl gelegt worden sei. Um also dieses Gerede aus der Welt zu schaffen, schob Nero die Schuld auf andere und bestrafte sie mit ausgeklügelten Martern. Es handelte sich um die wegen ihrer Untaten (per flagitia) verhaßten Leute, die das Volk Christen zu nennen pflegte. (3) Der Name geht auf Christus zurück, der unter der Herrschaft des Tiberius durch den Prokurator Pontius Pilatus hingerichtet worden war. Dadurch für den Augenblick unterdrückt, flammte der verhängnisvolle Aberglaube (exitiablis superstitio) später wieder auf, nicht nur in Judäa, der Heimat dieses Übels, sondern auch überall in der Hauptstadt, wo alle schrecklichen und schändlichen religiösen Bräuche von überall her zusammenkommen und geübt werden. (4) Also ergriff man zuerst die Geständigen (qui fatebantur), dann auf ihre Anzeige hin eine ungeheure Menge von Leuten (multitudo ingens), die allerdings nicht gerade der Brandstiftung, aber doch des Hasses gegen das Menschengeschlecht (odio humani generis) überführt wurden. Mit den zum Tode Verurteilten trieb man auch noch ein grausames Spiel: In Tierhäuten steckend wurden sie von Hunden zerrissen oder ans Kreuz geschlagen und angezündet, um als Fackeln für die nächtliche Beleuchtung zu dienen, sobald der Tag zu Ende gegangen war.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Uneinigkeit in der Forschung darüber, ob die Ereignisse unter Nero als gezielte Christenverfolgung oder als politisches Ablenkungsmanöver einzustufen sind.

2. Die neronische Verfolgung: In diesem Kapitel werden zeitgenössische Berichte, insbesondere von Tacitus, analysiert und die Rolle von Begriffen wie "superstitio" und "odium humani generis" im römischen Kontext untersucht.

2.1. Die Berichte: Dieser Abschnitt widmet sich der detaillierten Auswertung der taciteischen Schilderungen über den Brand Roms und die darauffolgenden Maßnahmen gegen die Christen.

2.2. Die Frage des institutum Neronianum: Hier wird die in der Forschung diskutierte Vermutung geprüft, ob Nero ein spezielles Gesetz gegen das Christentum erlassen habe, was anhand juristischer Erwägungen als unwahrscheinlich bewertet wird.

3. Die Verfolgungen unter Diokletian: Das Kapitel beschreibt den historischen Kontext der diokletianischen Zeit und die massive staatliche Systematisierung der Christenverfolgung.

3.1. Das Christenedikt im Rahmen des tetrarchischen Systems: Die Untersuchung zeigt, wie die Verfolgungsmaßnahmen unter Diokletian als integrativer Bestandteil einer umfassenden restaurativen Reichspolitik und Herrschaftsideologie zu verstehen sind.

4. Schluss: Die Schlussbetrachtung fasst zusammen, dass die neronische Verfolgung keine systematische Christenverfolgung darstellte, während die diokletianische Verfolgung als expliziter Angriff auf die Kirche als Institution angelegt war.

Schlüsselwörter

Nero, Christenverfolgung, Tacitus, Diokletian, institutum Neronianum, antike Religionsgeschichte, römische Kaiserzeit, Brand von Rom, superstitio, odium humani generis, Tetrarchie, Toleranzedikt, Martyrium, Staatssicherheit, antikes Christentum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die historische Natur der Christenverfolgungen unter den Kaisern Nero und Diokletian, um deren unterschiedliche Motive und Zielsetzungen zu klären.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit behandelt die römische Religionspolitik, den Status der Christen im Römischen Reich, die Bedeutung von antiken Quellen wie Tacitus sowie die Auswirkungen von Herrschaftsideologien.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, durch einen Vergleich der beiden historischen Ereignisse die Frage zu beantworten, ob die neronische Verfolgung bereits den Charakter einer religiös motivierten Christenverfolgung hatte oder ein rein politisches Ereignis war.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es wird eine historisch-kritische Quellenanalyse angewandt, die zeitgenössische Berichte und moderne Forschungsliteratur einbezieht, um die Ereignisse juristisch und politisch einzuordnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit der neronischen Verfolgung und ihren Quellen sowie eine Analyse der diokletianischen Verfolgungen im Rahmen des tetrarchischen Systems.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören das "institutum Neronianum", die römische "superstitio", das "odium humani generis" sowie die restaurative Politik der Tetrarchie.

Wie bewertet der Autor den Bericht des Tacitus?

Der Autor nutzt Tacitus als zentrale Quelle, weist jedoch darauf hin, dass die Schilderungen die politische Intention Neros, von der eigenen Schuld am Brand Roms abzulenken, deutlich machen.

Was unterscheidet laut Autor die Verfolgung unter Nero von der unter Diokletian?

Während die neronische Verfolgung eine kurzfristige politische Maßnahme gegen eine Außenseitergruppe war, richtete sich die diokletianische Verfolgung systematisch gegen die Kirche als Institution und deren exklusiven Glaubensanspruch.

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Details

Title
War die neronische Verfolgung eine "Christenverfolgung"?
College
University of Münster  (Seminar für Alte Kirchengeschichte)
Grade
sehr gut
Author
Christoph Osterholt (Author)
Publication Year
2001
Pages
16
Catalog Number
V16951
ISBN (eBook)
9783638216494
Language
German
Tags
Verfolgung Christenverfolgung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christoph Osterholt (Author), 2001, War die neronische Verfolgung eine "Christenverfolgung"?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16951
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