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Die Glückslehre der Stoiker

Über das Glück und die Wege zu ihm innerhalb der Stoa

Titel: Die Glückslehre der Stoiker

Seminararbeit , 2011 , 8 Seiten

Autor:in: Susanne Hahn (Autor:in)

Philosophie - Philosophie der Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die so genannte Stoa war die bedeutendste Schule in der griechisch- römischen Philosophie, die um 300 v. Chr. von Zenon von Kition gegründet wurde. Neben Zenon war Chrysippos zweifellos der bedeutendste Stoiker und gilt, da er die stoische Schule nach dessen Auflösung wieder einte, als zweiter Gründer der Stoa. Dass die stoische Philosophie eine der bedeutsamsten philosophischen Richtungen war und ist, verdeutlicht sich vor allem dadurch, dass sich die Menschen in der Neuzeit erneut mit ihren Lehren befassen und großes Interesse daran zeigen, denn seit einigen Jahrzehnten nimmt in den Bereichen der Literatur und Philosophie insbesondere die Thematik des Glücks, mit der sich die Stoiker befassten, eine wesentliche Rolle ein, indem jene antike Glückslehren der Philosophen wieder aufgegriffen werden. Die Menschen schreiben und reden darüber, welche verschiedenen Arten des Glückes in den unterschiedlichsten Situationen und Momenten existieren, so beispielsweise das private oder allgemeine Glück, das Liebes- oder Durchschnittsglück, oder das Glück im Streben oder im sinnlichen Genuss.
Doch im Gegensatz zu den verschiedenen Arten des Glückes, mit denen sich in der Neuzeit auseinandergesetzt wird, ging es den Stoikern – im Speziellen Epiktet, der zu den einflussreichsten Vertretern der sogenannten späten Stoa gehört - nicht um den Inhalt des Glückes, sondern vielmehr um die verschiedenen Wege zum Glück des Menschen.
Johannes Stobaeus, ein Autor und Sammler antiker philosophischer Lehren und Schriften, der im fünften Jahrhundert n. Chr. lebte , schrieb über das Ziel eines jeden Menschen innerhalb der stoischen Philosophie: „Ziel, sagen sie, sei das ‚glücklich leben‘[…], um dessentwillen alles getan wird, das selbst aber nicht um eines anderen willen vollzogen wird; dieses aber bestehe im ‚tugendgemäß leben‘, im ‚leben in Übereinstimmung‘, oder, was dasselbe ist, im ‚leben gemäß der Natur‘ […].“ Ob Stobaeus‘ Aussage über das Ziel und dessen Weg dorthin dem entspricht, was Stoiker tatsächlich angestrebt haben, oder ob seine These eventuell nur teilweise der Wahrheit entspricht, wird nun in der kommenden Hausarbeit herausgearbeitet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Glückslehre der Stoiker. Über das Glück und die Wege zu ihm innerhalb der Stoa

3. Schlusswort

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit untersucht die stoische Glückslehre mit einem Fokus auf die antike Philosophie, wobei die zentrale Forschungsfrage darauf abzielt, wie die Stoiker den Weg zum menschlichen Glück konzeptionell bestimmen und inwieweit das „Leben in Übereinstimmung mit der Natur“ sowie die Rolle der Tugend dabei als konstitutive Elemente fungieren.

  • Die stoische Philosophie als griechisch-römische Lebenslehre
  • Die Rolle der Ethik und der Eudämonie im stoischen Lehrgebäude
  • Handlungstheorie und der Umgang mit Affekten als Mittel zur Glückseligkeit
  • Die Bedeutung der Tugend als notwendige Voraussetzung für das gute Leben
  • Das Konzept des Lebens in Übereinstimmung mit der Natur

Auszug aus dem Buch

2. Die Glückslehre der Stoiker. Über das Glück und die Wege zu ihm innerhalb der Stoa

Die stoische Philosophie veränderte sich im Laufe der Jahrhunderte an mancherlei Stelle. Was jedoch immer standhaft und gleich geblieben ist, ist jene Einteilung des Lehrgebäudes der Stoa. Sie besteht zum Einen aus der Logik, die sich mit Beweisführungen und Erklärungen befasst, zum Anderen aus der Physik, die sich mit der materiellen Ebene des Weltbildes der Stoiker befasst, sowie der Ethik, die das Zentrum der stoischen Philosophie ausmacht und von der Physik als auch von der Logik getragen und geschützt wird.

Im Mittelpunkt der stoischen Philosophie steht die Ethik und dessen Fokus richtet „sich ganz auf den Menschen und seine Möglichkeiten, das Glück, die Eudämonie, zu gewinnen, die in einem Höchstmaß an innerer Unabhängigkeit und Freiheit gegenüber der Welt und gegenüber den Dingen dieser Welt besteht, auf die wir keinen Einfluß haben.“ Warum für Epiktet das Glück die vollkommene Unabhängigkeit und Freiheit eines jeden ist, begründet sich darin, dass er und viele andere zu seiner Zeit versklavt wurden und dementsprechend in ihrer Freiheit enorm eingeschränkt wurden. Während seiner Sklavenzeit studierte er Philosophie und lehrte sie nach seiner Freilassung.

Die Eudämonie, die Epiktet anspricht ist das Zentrum stoischen Ethik und wird von den Stoikern das Höchste Gut genannt, da es ein Ziel ist, das nicht zum Mittel eines neuen Zweckes wird, sondern sozusagen der Schluss der angestrebten Ziele bildet und schlussendlich zur Glückseligkeit führt.

Weiterhin sagte Epiktet, dass jeder Mensch für seine guten und schlechten Taten und ebenso für sein Glück und Unglück selbst verantwortlich ist. Jene Handlungen, die wir tun wollen, unterwerfen sich zunächst unserer moralischen Vorentscheidung, die die Stoiker Handlungstheorie nannten. Bevor eine Handlung demzufolge ausgeführt wird, muss die Vernunft zustimmen. Auf diese Art und Weise sind alle Handlungen, sofern man sich an die Handlungstheorie hält, wohl durchdacht und vernünftig. Durch die Handlungstheorie wird nicht nur sichergestellt, dass eine Handlung nicht aus einem Affekt heraus durchgeführt wird, sondern aus einem vernünftigen Überlegen und genau das ist einer der Wege zum Glück eines jeden Menschen: Eine affektfreie, vernünftige Handlung, die einen positiven Effekt bewirkt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über die Entstehung der Stoa und definiert die Relevanz der stoischen Glückslehre für die heutige Zeit sowie die Zielsetzung der vorliegenden Untersuchung.

2. Die Glückslehre der Stoiker. Über das Glück und die Wege zu ihm innerhalb der Stoa: Der Hauptteil analysiert die stoische Ethik, die zentrale Bedeutung der Eudämonie, die Rolle der Vernunft und Tugend sowie die stoische Handlungstheorie zur Vermeidung von Affekten.

3. Schlusswort: Das Kapitel fasst zusammen, wie durch das Leben in Einklang mit der Natur und die Ausübung von Tugend die absolute Unabhängigkeit und Freiheit des Menschen erreicht wird.

Schlüsselwörter

Stoa, Glück, Eudämonie, Tugend, Vernunft, Epiktet, Zenon, Handlungstheorie, Affektfreiheit, Natur, Ethik, Philosophie, Lebensführung, Unabhängigkeit, Freiheit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der stoischen Philosophie und untersucht insbesondere, wie die Stoiker das Konzept des Glücks definierten und welche konkreten Wege sie für den Menschen vorschlugen, um ein glückseliges Leben zu führen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind das stoische Lehrgebäude (Logik, Physik, Ethik), das Konzept der Tugend, die Bedeutung der Vernunft sowie der Umgang mit Affekten und äußeren Einflüssen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, herauszuarbeiten, ob die antiken Definitionen zum „glücklichen Leben“ – insbesondere das Leben in Übereinstimmung mit der Natur – tatsächlich den Kern des stoischen Strebens treffen und wie diese Konzepte praktisch umgesetzt werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Analyse, die auf der Auswertung antiker Schriften und philosophischer Literatur basiert, um die stoische Ethik theoretisch zu durchdringen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Eudämonie als höchstes Gut, die Bedeutung von Epiktets Handlungslehre, die Rolle des „Logos“ sowie die Funktion der Kardinaltugenden zur Vermeidung von affektgeleitetem Handeln detailliert erörtert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Stoa, Eudämonie, Tugendethik, Vernunft, Autarkie, Apathie und Handlungstheorie charakterisiert.

Warum spielt die Sklaverei eine Rolle für Epiktets Philosophie des Glücks?

Epiktets eigene Biografie als Sklave prägte sein Verständnis von Glück als innere Freiheit und Unabhängigkeit, da er betonte, dass man die äußeren Lebensumstände nicht kontrollieren, wohl aber die eigene Einstellung dazu wählen kann.

Welche „Wohlaffektionen“ erlauben die Stoiker trotz ihrer generellen Abneigung gegen Affekte?

Trotz der generellen Ablehnung von Affekten als fehlerhafte Urteile der Vernunft erkennen die Stoiker sogenannte „Wohlaffektionen“ wie Freude, Wollen oder Vorsicht an, da diese eine positive, vernünftige Wirkung haben können.

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Details

Titel
Die Glückslehre der Stoiker
Untertitel
Über das Glück und die Wege zu ihm innerhalb der Stoa
Hochschule
Universität Erfurt
Autor
Susanne Hahn (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
8
Katalognummer
V169541
ISBN (eBook)
9783640879397
ISBN (Buch)
9783640879199
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stoa Stoiker Lehre Glückslehre
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Susanne Hahn (Autor:in), 2011, Die Glückslehre der Stoiker, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169541
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