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Das Spannungsverhältnis zwischen Kaisertum und Papsttum – aufgezeigt an der Quelle „Dictatus Papae“

Title: Das Spannungsverhältnis zwischen Kaisertum und Papsttum – aufgezeigt an der Quelle „Dictatus Papae“

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Pia Brinkkoetter (Author)

Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History
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Summary Excerpt Details

Im Mittelalter waren die beiden Universalgewalten, das Papsttum und das Kaisertum, eng miteinander verbunden. Im frühen und hohen Mittelalter wurde die gottgewollte Ordnung akzeptiert: Der Papst war der Vertreter Gottes auf Erden und der Kaiser die Schutzmacht des Papstes. Wobei dieser zumeist eine schwerwiegende Position einnahm.
Das Spannungsverhältnis der beiden bemüht sich seit Gelasius I. (?-496) um eine Gleich-stellung. Doch die Ideologie und Emanzipation musste notwendigerweise zu Konflikten führen. Seit der Einführung des Reichkirchensystems unter Kaiser Otto I. (912-999) gerieten beide immer wieder in Konflikte. Der Höhepunkt gipfelte sich im 11. Jahrhundert im In-vestiturstreit und in der gregorianischen Reform. Besonders geprägt sind die Auseinander-setzungen durch die Gegensätze zwischen der weltlichen Herrschaft des Königs, dem „regnum“ und dem geistlichen Einfluss des Papsttums bzw. der Kirche, dem „sacerdotium“. Beide treffen mit einem Bewusstsein aufeinander, wie sie es vorher nicht erahnt hätten.
Gregor VII. (1020-1085) verfasste in diesem Zusammenhang seine berühmten 27 Leitsätze, das sogenannte Schriftstück „Dictatus Papae“ und die damit verbundenen Ansprüche des römischen Papsttums.
Die genauen Vorgänge, die zu einer derartigen Zuspitzung, dem Investiturstreit, und die damit verbundene Quelle, dem „Dictatus Papae,“ führen konnten, werden an dieser Stelle unter-sucht. Wie kam es zu der Entwicklung? Und wie begründet das päpstliche „sacerdotium“ ihre Ansprüche? Und vor allem welchen Reformanspruch hat Gregor VII. gegenüber seinen Zeit-genossen? Gibt die Quelle „Dictatus Papae“ Gregors Reformansprüche wieder?
Der historische Kontext über das Spannungsverhältnis des Papsttums und des Kaisertums, so wie die Untersuchung und Interpretation der Quelle sind Gegenstand dieser Arbeit.
Die Rechtsgrundlage, die Schritte, die das Papsttum schon vorher in diese Richtung unter-nahm, der Anstoß, der zu diesem Doppelanspruch führte und die Wirkung, die dieser auslöste, sind in der Forschung bereits geklärt worden. Innerhalb der Forschungsergebnisse kam es jedoch zu einigen falschen Einordnungen oder Ansichten. Die gregorianische Reform gab es zum Beispiel so gar nicht, wie es die Forschung lange annahm. Denn die Reform sei um-fassender gewesen und könne nicht auf Gregor VII. beschränkt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der historische Hintergrund: Das Spannungsverhältnis zwischen Papst und Kaiser

2.1. Papst und Kaiser in der Frühzeit

2.2. Die Zeit der Karolinger

2.3. Die Zeit der Ottonen

2.4. Kirchenreform und Investiturstreit: Die Zeit der Salier

2.5. Ausblick: Die Staufer

3. Analyse des Dictatus Papae nach Form und Inhalt mit Bezugnahme zur kirchengeschichtlichen Situation im Mittelalter

3.1. Die Autorschaft des Dictatus Papae

3.2. Sprachliche Analyse

3.3. Inhaltliche Analyse

3.4. Bezüge zum historischen Kontext

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das historische Spannungsverhältnis zwischen dem Papsttum und dem Kaisertum im Mittelalter sowie die Bedeutung und Wirkung des "Dictatus Papae" von Papst Gregor VII. Ziel ist es, die Entwicklung der päpstlichen Ansprüche, deren Einbettung in den Investiturstreit und die tatsächliche kirchengeschichtliche Motivation hinter diesem Schriftstück wissenschaftlich zu analysieren.

  • Historische Entwicklung des Verhältnisses zwischen Papst und Kaiser
  • Analyse der Entstehung und Autorschaft des "Dictatus Papae"
  • Sprachliche und inhaltliche Untersuchung der 27 Leitsätze
  • Einordnung der Reformansprüche Gregors VII. in den zeitgenössischen Kontext

Auszug aus dem Buch

3.2. Sprachliche Analyse

Das folgende Kapitel widmet sich nun dem Text des Dictatus Papae. Als Grundlage des Textes dient die Fassung der kritischen Ausgabe von Caspar und die Übersetzung in der Quellenausgabe von Franz-Josef Schmale, welcher derselbe lateinische Text zugrunde liegt. Die Zitation einzelner Sätze aus dem Dictatus Papae erfolgt mit dem Sigle DP und der entsprechenden Nummer für den jeweiligen Satz.

Die sprachlich-formale Analyse bezieht sich auf den lateinischen Originaltext, da eine Übersetzung nicht mit dieser übereinstimmen kann. Die 27 kurzen Sätze beginnen alle mit demselben Wort: „Quod“. Dieses kann mit dem deutschen „dass“ übersetzt werden, welches als Konjunktion (Subjunktion) eine Kopplung zwischen einem Hauptsatz und einem Gliedsatz einleitet. In diesem Fall ist der Hauptsatz vernachlässigt worden und die Bedeutungen der Gliedsätze werden zur Tatsache. Der anaphorische Aufbau der stichpunktartigen Sätze hebt die Bedeutungen der Gliedsätze hervor. Ebenfalls werden die Aussagen durch die ähnliche Gestaltung der Sätze verdeutlicht. Jeder Satz gibt kurz und knapp den Inhalt wieder. Gregor VII. nennt sich in der 3. Person Singular durch die Pronomen „ille“(DP 3), „illi“ (DP 7,12,13) oder „illius“ (DP 5,17,18,24). Seinen Primatsanspruch und die damit verbundene päpstliche Befugnis hebt er besonders hervor, indem er den Begriff „solus“ oder „solo“ (DP 1,2,3,8,9,10,18) immer wieder verwendet. Die 27 Sätze stehen in keinerlei Anordnung, bis auf die Sätze 8 bis 11, welche die Würde der päpstlichen Person widerspiegeln. Somit hat jeder Satz seine eigene Bedeutung. Zusammen ergeben die 27 Sätze jedoch ein Ganzes, was durch die Wiederholung von den Wörtern "possit" (DP 3-5, 8, 25) bzw. "potest" (DP 15, 27) und "licet" (DP 7) bzw. "liceat" (DP 12f. 24) in Verbindung mit einem Infinitiv verdeutlicht wird. Dies scheint wie eine Linie durch die gesamte Aufzählung zufließen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Spannungsfeld zwischen den mittelalterlichen Universalgewalten Papsttum und Kaisertum ein und formuliert die Forschungsfrage hinsichtlich der Bedeutung des "Dictatus Papae".

2. Der historische Hintergrund: Das Spannungsverhältnis zwischen Papst und Kaiser: Das Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der Beziehung zwischen den beiden Mächten von der Frühzeit über die Karolinger und Ottonen bis hin zum Investiturstreit der Salierzeit nach.

3. Analyse des Dictatus Papae nach Form und Inhalt mit Bezugnahme zur kirchengeschichtlichen Situation im Mittelalter: Hier erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Autorschaft, der sprachlichen Struktur und den inhaltlichen Aussagen des Dokuments sowie deren Bezug zum historischen Kontext.

4. Fazit: Das Fazit resümiert die gewonnenen Erkenntnisse über die Entwicklung der päpstlichen Reformansprüche und ordnet die Bedeutung Gregors VII. und seines Schriftstücks historisch ein.

Schlüsselwörter

Dictatus Papae, Papsttum, Kaisertum, Investiturstreit, Gregor VII., Mittelalter, Kirchenreform, Sacerdotium, Regnum, Primatsanspruch, Reformpäpste, Reformanspruch, Kirchengeschichte, Machtverhältnisse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der wechselhaften Beziehung zwischen den zwei großen Universalgewalten des Mittelalters – dem Papsttum und dem Kaisertum – und konzentriert sich dabei insbesondere auf die Reformbemühungen unter Papst Gregor VII.

Welches ist das zentrale Thema der Publikation?

Das zentrale Thema ist der sogenannte "Dictatus Papae", ein 27 Punkte umfassendes Leitsatz-Dokument, das die Ansprüche des römischen Papsttums im 11. Jahrhundert radikal neu definierte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die historischen Hintergründe des Investiturstreits zu beleuchten und zu klären, wie und warum Gregor VII. seine Ansprüche in Form der 27 Leitsätze schriftlich fixierte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Quellenanalyse und einer historisch-kritischen Untersuchung. Es werden sowohl der lateinische Originaltext des "Dictatus Papae" sprachlich analysiert als auch die historische Literatur zum Kontext des 11. Jahrhunderts ausgewertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der historischen Herleitung des Machtkonflikts, der Analyse der Autorschaft und Textgestalt des "Dictatus Papae" sowie der inhaltlichen Dekonstruktion der päpstlichen Vorrangansprüche.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Investiturstreit, päpstlicher Primatsanspruch, Dictatus Papae, Sacerdotium, Regnum und gregorianische Reform.

Welche Rolle spielt der Gang nach Canossa im Kontext der Arbeit?

Der Gang nach Canossa wird als praktischer Wendepunkt dargestellt, der die radikalen Machtansprüche Gregors VII. und die sich verschiebenden Kompetenzen zwischen König und Papst verdeutlicht.

Wird die These der "gregorianischen Reform" kritisch hinterfragt?

Ja, die Arbeit weist darauf hin, dass die Forschung die Reformbewegung nicht allein auf Gregor VII. begrenzen sollte, da es sich um einen viel umfassenderen Prozess handelte.

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Details

Title
Das Spannungsverhältnis zwischen Kaisertum und Papsttum – aufgezeigt an der Quelle „Dictatus Papae“
College
University of Münster
Grade
1,0
Author
Pia Brinkkoetter (Author)
Publication Year
2010
Pages
22
Catalog Number
V169552
ISBN (eBook)
9783640879571
ISBN (Book)
9783640879816
Language
German
Tags
Kirchengeschichte Dictatus Papae Mittelalter Papsttum Kaisertum
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Pia Brinkkoetter (Author), 2010, Das Spannungsverhältnis zwischen Kaisertum und Papsttum – aufgezeigt an der Quelle „Dictatus Papae“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169552
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