Quellenvergleich der Gesta Danorum und der Snorri Edda – Aufgezeigt am Beispiel der Saga des Balders


Hausarbeit (Hauptseminar), 2009

18 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2.Das Leben des Saxo Grammaticus

3. Die Gesta Danorum
3.1. Quellen, stilistische Merkmale und die Entstehungsgeschichte der „Gesta Danorum“

4. Die Saga des Balderus bei Saxo Grammaticus

5. Die Isländersaga
5.1 Besondere Merkmale der Isländersagas

6. Das Leben des Snorri Sturluson und seine Werke

7. Die Saga des Baldrs aus isländischer Tradition

8. Vergleichung der beiden Baldersagen

9. Fazit

Literaturverzeichnis:

1. Einleitung

Die Mythologie unserer Vorfahren ist sehr umfangreich und interessant. Schwierig ist jedoch die Quellenlage, da sich die meisten Schriften auf mündliche Überlieferungen stützen und die Autoren ihre Werke erst viele Jahrhunderte später aufschrieben. Es ist hierbei schwierig, die Intentionen der Autoren und die reine Geschichtsschreibung auseinanderzuhalten. Einige Werke der mittelalterlichen Autoren berichten über dieselben Mythen, geben diese jedoch auf eine ganze andere Art und Weise wieder. Wie kann so etwas passieren und welches Werk ist Fiktion und welches basiert auf reiner Historiografie?

In meiner Arbeit werde ich diese Fragen anhand der beiden Autoren Saxo Grammaticus und Snorri Sturluson versuchen zu beantworten. Beide Autoren sind Skandinavier und Christen, trotzdem schrieben beide eine sehr unterschiedliche Saga, die „Balder Saga“. Wie kam es dazu und aus welchem Grund schreiben beide Autoren ihr Werk so unterschiedlich? Um diese Fragen untersuchen zu können, bedarf es zunächst einer genaueren Untersuchung der Autoren und ihrer Werke. Zunächst werde ich das Leben des Saxo Grammaticus beschreiben. In welchem Umfeld lebte er und wie kam er dazu, sein Werk „Gesta Danorum“ zu verschriften? Anschließend gehe ich auf sein Werk „Gesta Danorum“ ein und werde dann die stilistischen Mittel, Saxos Quellen und die Entstehungsgeschichte des Werkes aufzeichnen. Dieser theoretische Unterbau dient dem Verständnis des Werkes und für den Ausschnitt der Balder Saga, worauf ich mich im darauffolgenden Kapitel beziehen werde.

Um ein Verständnis des Werkes „Edda“ von Snorri Sturluson zu erlangen, werde ich auch hier einen theoretischen Unterbau vorlegen. Sein Werk zählt zu den isländischen Quellen. Aufgrund dessen werde ich auf diese Quellengattung eingehen und sie vorstellen. Abschließend beschreibe ich die Saga des Balders aus der isländischen Tradition von Snorri Sturluson.

Beide Sagas werde ich im nächsten Kapitel vergleichen und interpretieren. Dabei versuche ich vor allem, die Unterschiede beider Sagas zu durchleuchten.

In meinem Fazit gebe ich die Aspekte beider Quellen kurz und knapp wieder, um die genauen Unterschiede diskutieren zu können. Dabei werde ich meine eigene Meinung berücksichtigen und diese in der Diskussion stark vertreten.

Die Literatur zum Thema „Quellenvergleich der Gesta Danorum und der Edda – aufgezeigt am Beispiel der Saga des Balders“ ist innerhalb der Quelle des Saxo Grammaticus sehr umfangreich. Besonders hervorzuheben sind die Bücher „Saxo Grammaticus“ von Hans – Jürgen Hube und „Der nordische Hamlet“ von Heiko Huecker, die mir bei dieser Arbeit von großer Hilfe waren. Zu den isländischen Quellen konnte ich das Buch von Heiko Huecker „Geschichte der altnordischen Literatur“ heranziehen. Über die Saga des Balder fand ich leider nur wenig Literatur. Dies ist jedoch mit der speziellen Eingrenzung zu begründen. Jedoch konnte ich zu diesem Thema das „Handbuch der germanischen Mythologie“ von Wolfgang Golther verwenden.

In der aktuellen Forschung zeigt sich nur wenig Interesse an allen Sagas der Mythologie des Nordens. Nur sehr wenige Sagas wurden aus dem skandinavischen Raum ins Deutsche übersetzt.

2.Das Leben des Saxo Grammaticus

„Was er wusste, hat Generationen an Forschern zu abenteuerlichsten Überlegungen angeregt, zu weiteren Legenden und Mythen über unsere Vorfahren veranlasst.“[1]

Wer war dieser Mensch? Saxo Grammaticus lebte etwa von 1150 bis 1220, wobei sich die Wissenschaftler über genaue Lebensdaten unsicher sind. Sein Geburtsjahr können die Wissenschaftler aus seiner Vorrede, aus dem Werk „Gesta Danorum“ erschließen. Darin behauptet er, dass sein Vater und sein Großvater unter dem dänischen König Waldemar I. gedient haben. Das hieße, dass Saxo nicht vor 1150 geboren sein dürfte.[2] Insgesamt gibt es nur wenige Quellen, welche über Saxo Grammaticus berichten. Nach dem Wissenschaftler Hans – Jürgen Hube hätte der Engländer Oliver Elton 1894 die umfangreichste und wichtigste Lektüre über Saxo Grammaticus verfasst.[3] Aus diesem Werk geht hervor, dass der Name „Saxo“ im 12. Jahrhundert sehr geläufig war und nur weniges auf Saxo Grammaticus zurückzuführen sei. Sein Beiname „Grammaticus“ tauchte das erste Mal in der jüdischen Chronik aus den 1340er Jahren auf, wo er als „egregius grammaticus“ bezeichnet wird.[4] Aus seinem Prolog gehen jedoch die meisten Informationen hervor, worauf Oliver Elton sich ebenfalls gestützt hatte. Daraus geht ebenso hervor, dass er zum Gefolge des Erzbischofs des Absolon gehört haben muss. Über die Beziehung zwischen dem Erzbischof Absolon und Saxo Grammaticus werden unter den Wissenschaftlern starke Diskussionen geführt, welche besonders durch das Werk des Wissenschaftlers Sven Aggesen hervor traten. Dieser schrieb 1185 eine kurze Chronik über dänische Könige. Er erwähnt, dass der Erzbischof Absolon[5] ihn informiert habe, dass: „mein contubernalis Saxo eifrig all diese Ergebnisse in allen Einzelheiten und in feinerem Stil beschreibt.“.[6] Vor allem aber der nicht eindeutige Begriff „contubernalis“ führte zu einer Diskussion, welcher vermutlich Zeitgenosse bedeutete. Eine Beziehung bestand jedoch eindeutig. Dies wird in seinem Vorwort deutlich: „[…] deshalb hat er (Erzbischof Absolon) mir, dem geringsten aus seiner Umgebung, weil die anderen ablehnten, die Aufgabe aufgezwungen, die Thaten der Dänen in die Form der Geschichte zu bringen.“.[7] In diesem Zitat wird deutlich, dass er eine enge Zusammenarbeit mit dem Bischof Absolon hatte und somit vermutlich ein Däne war. Seine Motivation die dänische Geschichte positiv wieder zugeben, spricht ebenfalls dafür: „Da alle anderen Völker sich seiner Darstellung ihrer Thaten rühmen und aus der Erinnerung an ihre Vorfahren Genuss schöpfen können, müsse nun auch die eigene Vergangenheit ins rechte Licht gerückt werden.[8] Außerdem beschreibt er sich als „ dem Geringsten aus seiner Umgebung“, womit seine Zurückhaltung deutlich zum Ausdruck kommt. Saxo Grammaticus war vermutlich, da er schreiben und lesen konnte, ein dänischer Kleriker.

[...]


[1] Hube, Hans – Jürgen: Saxo Grammaticus, Wiesbaden 2004, S. 13

[2] Vgl.: Hube, Hans – Jürgen: Saxo Grammaticus, Wiesbaden 2004, S. 16

[3] Vgl.: Hube, Hans – Jürgen: Saxo Grammaticus, Wiesbaden 2004, S. 14

[4] Vgl.: Uecker, Heiko: Der nordische Hamlet, Frankfurt am Main 2005, S. 9

[5] Absolon (1128 – 1201) war 1158 Bischof von Roskilde und seit 1178 Erzbischof von Lund und Primas

[6] Hube, Hans – Jürgen: Saxo Grammaticus, Wiesbaden 2004, S. 16

[7] Uecker, Heiko: Der nordische Hamlet, Frankfurt am Main 2005, S. 9

[8] Olrik Jørgen, Reader Hans (Hrsg.): Saxonis Gesta Danorum, Bd. 1: Textus, Kopenhagen 1931, Dan 0.1.1 (p.3,2), übersetzt von: Hermann, Paul: Erläuterung zu den ersten neun Büchern der dänischen Geschichte des Saxo Grammaticus, Leipzig 1901, S. 1

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Quellenvergleich der Gesta Danorum und der Snorri Edda – Aufgezeigt am Beispiel der Saga des Balders
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Note
2,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
18
Katalognummer
V169572
ISBN (eBook)
9783640879663
ISBN (Buch)
9783640879878
Dateigröße
599 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
quellenvergleich, gesta, danorum, snorri, edda, aufgezeigt, beispiel, saga, balders
Arbeit zitieren
Pia Brinkkoetter (Autor), 2009, Quellenvergleich der Gesta Danorum und der Snorri Edda – Aufgezeigt am Beispiel der Saga des Balders, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169572

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