Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Sociología - Individuo, grupos, sociedad

Soziale Kohäsion durch Objekte

Ein Vergleich der Entfremdungstheorie von Karl Marx und der Gabentheorie von Marcel Mauss

Título: Soziale Kohäsion durch Objekte

Trabajo Escrito , 2023 , 17 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Anne Weber (Autor)

Sociología - Individuo, grupos, sociedad
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

Die Hausarbeit vergleicht Karl Marx' Theorie der Entfremdung aus den "Ökonomisch-Philosophischen Manuskripten" mit der Theorie der Gabe von Marcel Mauss im Hinblick auf die Entstehung sozialer Kohäsion. Insbesondere die Entstehung von Gesellschaftlichkeit aus der Gabe-Interaktion sowie die Verselbständigung gesellschaftlicher Verhältnisse in Objekten werden dabei untersucht.

In der vorliegenden Arbeit wird untersucht, welche Rolle Objekten bei der Entstehung von sozialer Kohäsion zukommt. Zu diesem Zweck werden die Ökonomisch-Philosophischen Manuskripte (ÖPM) von Karl Marx mit der Gabe (G) von Marcel Mauss verglichen. Marx beschreibt in den ÖPM entfremdete gesellschaftliche Zustände als solche, in welchen die Subjekte von den Objekten beherrscht werden. Dieses Theorem benutzt Marx, um verselbständigte gesellschaftliche Verhältnisse zu charakterisieren, in welchen die Subjekte in ihren Beziehungen zu Objekten und Subjekten fremdbestimmt sind. Außerdem kritisiert Marx an dem Zustand der Entfremdung, dass es darin zu einer Ausweitung von instrumentellen Beziehungen kommt, deren Ausgangspunkt Zweck-Mittel-Relationen zum eigenen Produkt sowie der Tätigkeit dessen Herstellung ist. Auch im entfremdeten Zustand macht er jedoch kohäsive Momente aus, insbesondere im Warentausch. Marx stellt in den ÖPM zudem ein Modell der nicht entfremdeten Vergesellschaftung vor, in welchem soziale Kohäsion durch die Vergegenständlichung der Wesenskräfte eines Individuums in einem Objekt und die anschließende Gabe dieses Objekts konzipiert wird.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

  • Inhaltsverzeichnis
  • Siglen
  • 1. Einleitung
  • 2. Karl Marx: Entfremdung und Emanzipation
    • 2.1 Knechtschaft unter dem Gegenstand
    • 2.2 Vergegenständlichung und Gabe
  • 3. Marcel Mauss: Die Pflicht zur Erwiderung der Gabe
    • 3.1 Das hau als relationale Kraft der Allgemeinheit
    • 3.2 Die Ambivalenz der Gabe
  • 4. Soziale Kohäsion durch Objekte
    • 4.1 Die Knechtschaft unter dem Gegenstand und das hau
    • 4.2 Gabengesellschaften als Gegenutopie
  • Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Objekten bei der Entstehung sozialer Kohäsion. Zu diesem Zweck werden Karl Marx' Ökonomisch-Philosophische Manuskripte mit Marcel Mauss' Studie "Die Gabe" verglichen, um die Mechanismen von Entfremdung und sozialer Bindung durch materielle und immaterielle Gaben zu analysieren.

  • Analyse der sozialen Kohäsion durch Objekte
  • Vergleich der Entfremdungstheorie von Karl Marx
  • Untersuchung der Gabentheorie von Marcel Mauss
  • Die Rolle von Subjekt-Objekt-Beziehungen
  • Betrachtung von Warentausch und Gabentausch
  • Die Ambivalenz und obligatorische Natur der Gabe

Auszug aus dem Buch

Knechtschaft unter dem Gegenstand

Marx zeigt in den ÖPM, dass das Privateigentum nicht Ausgangspunkt einer ökonomisch-philosophischen Analyse sein kann, sondern dass vielmehr die Entstehung des Privateigentums durch die Kategorie der entfremdeten Arbeit erklärt werden muss. Was die klassischen Nationalökonomen an den Anfang ihrer Analyse stellten Privateigentum, Egoismus und voneinander isolierte Individuen ist für Marx das Ergebnis des Entfremdungsprozesses, welcher explizit mit der Relation des Subjekts zum Objekt beginnt. Marx beschreibt den Beginn der Entfremdung in ihrer ersten Form als Trennung von Subjekt und Objekt bzw. Produzierendem und Produkt (Horster 1979: 127). Daraus folgt direkt die zweite Form, denn wenn das Resultat des Arbeitsprozesses die Entfremdung von Subjekt und Objekt ist, muss jedoch auch der Prozess selbst ein Akt der Entfremdung sein (ÖPM: 87). In diesem Akt kommt es zu einer Entfremdung von menschlichen Eigenschaften, hauptsächlich der freien bewussten Tätigkeit (Fay 1986: 204). Diese dritte Form der Entfremdung dient Marx als Brücke, um zur letzten, zu erklärenden Form zu gelangen, welche menschliche Beziehungen betrifft: die intersubjektive Entfremdung (Fay 1986: 203). Diese besteht darin, dass die Individuen sich als isolierte verstehen und andere nur als Mittel für ihre egoistischen Zwecke ansehen können Diese Aspekte sind allerdings eng miteinander verwoben. Dies wird an einem Zitat deutlich, welches die Entfremdungstatsache mittels drei Gegenüberstellungen beschreibt, die im Folgenden näher untersucht werden:

„Diese Verwirklichung der Arbeit erscheint in dem nationalökonomischen Zustand als Entwirklichung des Arbeiters [a], die Vergegenständlichung als Verlust des Gegenstandes [b1] und Knechtschaft unter dem Gegenstand [b2], die Aneignung als Entfremdung, als Entäusserung [c]“ (ÖPM: 84).

In diesem Zitat wird zunächst der Sachverhalt ausgedrückt, dass ein menschliches Subjekt das Produkt seiner Arbeit nicht behalten oder sich aneignen kann, sondern jenes von ihm getrennt wird (b1). Weiterhin wird deutlich, dass Marx der freien Arbeit, also der Vergegenständlichung eines intentional verausgabten Arbeitsquantums, die Potenz zuschreibt, die adäquate Verwirklichung des menschlichen Wesens zu ermöglichen. Markús zeigt zwei Faktoren auf, welche sowohl Bedingungen, als auch Folgen dieser spezifisch menschlichen Tätigkeit sind: Erstens erweitert sich der Kreis der Gegenstände der Tätigkeit, weil die Subjekte Mittel für die Befriedigung späterer Bedürfnisse herstellen und dabei ihre Kenntnisse über die natürlichen Kausalitäten erweitern (Markús, 1981: 26). Zweitens kommt es zur Vergegenständlichung der Arbeit im Objekt: da nur ein Teil der produzierten Objekte direkt konsumiert werden, verändern die Subjekte ihre Umgebung, es entsteht somit eine Kulturumgebung, in welcher die menschlichen Fähigkeiten vergegenständlicht sind (Markús, 1981: 27). Wegen der Trennung von Subjekt und Objekt (b1) führt die entfremdete Organisation dieser essentiell menschlichen Arbeit dazu, dass die Subjekte ein wachsendes Quantum an Gegenständen erzeugen, welche nicht unter ihrer Herrschaft stehen und ihnen deshalb als eine „unabhängige Macht“ gegenübertreten (ÖPM: 84). Die Arbeitstätigkeit ist im entfremdeten Zustand daher nicht mehr Handlungszweck, sondern dient lediglich als Mittel der Akkumulation (Fetscher 2004: 52). Daher sind Freiheit und Bewusstsein in ihr nur in entstellter Form vorhanden (a).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt die Forschungsfrage nach der Rolle von Objekten für soziale Kohäsion vor und kündigt einen Vergleich zwischen Marx' Entfremdungstheorie und Mauss' Gabentheorie an.

2. Karl Marx: Entfremdung und Emanzipation: Hier wird Marx' Konzept der Entfremdung im Kontext von Privateigentum und Tausch detailliert beleuchtet, insbesondere die "Knechtschaft unter dem Gegenstand" sowie die Idee einer nicht-entfremdeten Vergesellschaftung durch Vergegenständlichung und Gabe.

3. Marcel Mauss: Die Pflicht zur Erwiderung der Gabe: Das Kapitel erläutert Mauss' umfassende Theorie des Gabentauschs, wobei die drei Pflichten (Geben, Nehmen, Erwidern) und die zentrale Rolle des "hau" als relationaler Kraft im Mittelpunkt stehen.

4. Soziale Kohäsion durch Objekte: Dieses Kapitel verknüpft die Interpretationen von Marx und Mauss, indem es Parallelen zwischen der Macht der Objekte und dem "hau" aufzeigt und argumentiert, dass zukünftige Gabengesellschaften die Eigenständigkeit der Objekte und die Ambivalenz der Gabe berücksichtigen müssen.

Schlüsselwörter

Soziale Kohäsion, Entfremdung, Karl Marx, Marcel Mauss, Gabentausch, Warentausch, Privateigentum, Gegenstand, hau, Vergegenständlichung, Emanzipation, Reziprozität, Ambivalenz, Subjekt-Objekt-Beziehung, Kapitalismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Objekte die Entstehung und Aufrechterhaltung sozialer Kohäsion beeinflussen, indem sie die Theorien von Karl Marx zur Entfremdung und Marcel Mauss zur Gabe miteinander vergleicht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder sind die soziale Kohäsion, Marx' Theorie der Entfremdung, Mauss' Gabentheorie, Subjekt-Objekt-Beziehungen im Kapitalismus und in archaischen Gesellschaften sowie die Analyse von Tausch und Gabe.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die Rolle von Objekten bei der Entstehung sozialer Kohäsion zu ergründen, indem spezifisch Marx' Ökonomisch-Philosophische Manuskripte und Mauss' "Die Gabe" verglichen und verbunden werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet einen komparativen theoretischen Ansatz, indem sie Konzepte und Theorien von Karl Marx und Marcel Mauss gegenüberstellt und verknüpft, um ein umfassenderes Verständnis von sozialer Kohäsion zu entwickeln.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt ausführlich Karl Marx' Entfremdungskonzepte, einschließlich der "Knechtschaft unter dem Gegenstand" und der Vergegenständlichung, sowie Marcel Mauss' Theorie der Gabe, insbesondere die Pflicht zur Erwiderung und das Konzept des "hau", bevor beide Theorien zur Erklärung sozialer Kohäsion zusammengeführt werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Schlüsselwörter wie soziale Kohäsion, Entfremdung, Gabe, Tausch, Karl Marx, Marcel Mauss, hau, Objekte, Privateigentum und Reziprozität charakterisiert.

Wie unterscheidet sich Marx' Analyse der Entfremdung vom Gabentausch nach Mauss?

Marx analysiert Entfremdung als Zustand, in dem Subjekte von Objekten beherrscht werden und ihre Tätigkeit sowie Produkte ihnen fremd sind, oft im Kontext des Warentauschs. Mauss hingegen beschreibt den Gabentausch als eine sozial bindende Praxis in archaischen Gesellschaften, die zwar obligatorisch ist, aber der Herstellung und Aufrechterhaltung sozialer Beziehungen dient, anstatt zu einer vollständigen Entfremdung zu führen.

Welche Rolle spielt das Konzept des "hau" in Mauss' Theorie der Gabe?

Das "hau" ist nach Mauss eine relationale Kraft der Allgemeinheit, die im Gegenstand wirkt und den Empfänger zur Erwiderung der Gabe zwingt. Es wird als belebende Kraft verstanden, die einen Teil der Seele des Gebers enthält und so eine dauerhafte soziale Bindung zwischen den Individuen schafft.

Inwiefern ist die Gabe nach Mauss ambivalent?

Die Gabe ist ambivalent, da sie zwar soziale Bindungen schafft und Solidarität fördert, aber auch trennende Momente enthalten kann, etwa durch die Entstehung von Machtasymmetrien, die temporäre Überlegenheit des Gebers oder die ursprüngliche Trennung von Person und Sache beim Akt des Gebens selbst.

Warum argumentiert die Arbeit für eine Verbindung der Theorien von Marx und Mauss?

Die Arbeit argumentiert, dass eine Verbindung notwendig ist, weil Marx zwei wichtige Aspekte von Mauss' Theorie vernachlässigt: die Eigenständigkeit der Objekte und die inhärente Ambivalenz der Gabe. Diese Aspekte müssten in einer Konzeption zukünftiger Gabengesellschaften berücksichtigt werden, um eine umfassendere Perspektive auf soziale Kohäsion zu ermöglichen.

Final del extracto de 17 páginas  - subir

Detalles

Título
Soziale Kohäsion durch Objekte
Subtítulo
Ein Vergleich der Entfremdungstheorie von Karl Marx und der Gabentheorie von Marcel Mauss
Universidad
University of Münster  (Institut für Soziologie)
Curso
Theorien der Gabe – Zwischen Religion und Wirtschaft
Calificación
1,0
Autor
Anne Weber (Autor)
Año de publicación
2023
Páginas
17
No. de catálogo
V1696218
ISBN (PDF)
9783389178836
ISBN (Libro)
9783389178843
Idioma
Alemán
Etiqueta
Zusammenhalt Entfremdung Knechtschaft Gegenstand Reziprozität Utopie Gabe Gabengesellschaft Mauss Marx Manuskripte Machttheorie Verselbständigung Soziogenese
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anne Weber (Autor), 2023, Soziale Kohäsion durch Objekte, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1696218
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  17  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint