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C. S. Lewis' "The Great Divorce" im Dialog mit Dante und Blake

Intertextualität als theologische Strategie

Title: C. S. Lewis' "The Great Divorce" im Dialog mit Dante und Blake

Research Paper (undergraduate) , 2025 , 24 Pages

Autor:in: Julia Mehl (Author)

Literature
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Summary Excerpt Details

C. S. Lewis entwickelt in "The Great Divorce" (1945) ein allegorisches Jenseitsmodell, das die Entscheidung des Menschen zwischen ewiger Trennung und Gemeinschaft mit Gott in den Mittelpunkt stellt. Die vorliegende Arbeit interpretiert den Text als bewussten intertextuellen Dialog mit der Jenseitsliteratur und untersucht insbesondere seine Bezüge zu Dante Alighieris "Göttlicher Komödie" und William Blakes "The Marriage of Heaven and Hell". Während Dante eine metaphysisch geordnete Welt entwirft und Blake moralische Gegensätze auflöst, greift Lewis zentrale Elemente beider Traditionen auf, transformiert sie und überführt sie in eine eigenständige theologische Konzeption. Im Zentrum stehen dabei die Kategorien Freiheit, Entscheidung und Wahrheit. Die Arbeit zeigt zudem, wie Lewis Intertextualität gezielt als literarische Strategie einsetzt, um weltanschauliche Positionen zu vermitteln und Literatur als Medium religiöser und moralischer Debatte zu gestalten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

  • 1 The Great Divorce: Intertextualität als theologische Strategie
  • 2 Ausgangspole: Ordnung und Auflösung
    • 2.1 Dante: Die göttliche Ordnung und das endgültige Schicksal
    • 2.2 Blake: Die romantische Vision der Versöhnung von Gegensätzen
  • 3 Intertextuelle Bezüge in Lewis' Jenseitsmodell
    • 3.1 Die graue Stadt als Gegenbild zu Dantes Inferno
    • 3.2 MacDonald und Vergil: Führer durch das Jenseits
    • 3.3 Lewis' Antwort auf Blake: Trennung von Himmel und Hölle
  • 4 Lewis' Eschatologie der Entscheidung
    • 4.1 Schatten und Feste: Bilder von Selbstbezogenheit und Teilhabe
    • 4.2 Entscheidungsszenen: Zwischen Verweigerung und Verwandlung
    • 4.3 Erlösung durch göttliche Gnade
    • 4.4 Die Wahrheit der Vergangenheit im Licht der Ewigkeit
  • 5 Schluss: Entscheidung, Gnade, Wirklichkeit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, C. S. Lewis' allegorische Erzählung "The Great Divorce" im Kontext der Jenseitsliteratur zu verorten und seine theologische Strategie der Intertextualität zu analysieren. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie Lewis seine Eschatologie der Entscheidung im Spannungsfeld zwischen Dantes streng geordneter Jenseitstopografie und Blakes romantischer Vision der Versöhnung von Gegensätzen entwickelt und positioniert.

  • Intertextualität als theologische Strategie
  • C. S. Lewis' Eschatologie der Entscheidung
  • Gegenüberstellung von Dantes göttlicher Ordnung und Blakes Versöhnung von Gegensätzen
  • Die Darstellung von Himmel, Hölle und Purgatorium in "The Great Divorce"
  • Die Rolle von Gnade, Freiheit und menschlicher Entscheidung im Jenseits
  • Transformation von Selbstbezogenheit zu Teilhabe an Gottes Wirklichkeit

Auszug aus dem Buch

Lewis' Antwort auf Blake: Trennung von Himmel und Hölle

als bewusste Gegenantwort auf Blakes The Marriage of Heaven and Hell verstanden werden. Während Blake Gut und Böse poetisch verheiratet und als komplementäre Kräfte einer schöpferischen Einheit deutet, beharrt Lewis auf ihrer radikalen Unvereinbarkeit. Himmel und Hölle erscheinen bei ihm nicht als zwei Seiten derselben Medaille, sondern als endgültig entgegengesetzte Zustände. Schon im Vorwort macht Lewis diese Grundhaltung unmissverständlich klar:

„Der Versuch gründet sich auf den Glauben, daß die Wirklichkeit uns niemals vor ein absolut unausweichliches ‚Entweder-Oder‘ stellt; daß, mit Geschick, Geduld und vor allem genügender Zeit, ein Weg zur gleichzeitigen Umfassung beider Möglichkeiten immer gefunden werden kann; daß Entwicklung oder Anpassung oder Verfeinerung genügt, um irgendwie Böses in Gut zu verkehren, ohne daß wir je zu einer endgültigen und gänzlichen Verwerfung von irgend etwas, was wir gern behalten möchten, aufgefordert würden. Diesen Glauben halte ich für einen verhängnisvollen Irrtum.“22

Damit knüpft Lewis an sein in The Abolition of Man (dt. Die Abschaffung des Menschen) (1943) entfaltete Konzept einer objektiven Wertordnung an: den Glauben, dass bestimmte Haltungen im Blick auf das Wesen des Alls und auf uns selbst wirklich wahr sind, während andere wirklich falsch bleiben.23 Diese Ordnung kennt keine harmonische Vermählung von Gegensätzen, sondern stellt den Menschen unausweichlich vor Weggabelungen. Lewis bringt es so zum Ausdruck:

„Wir leben nicht in einer Welt, wo alle Wege Radien eines Kreises sind, sodaß sie alle, wenn man ihnen nur weit genung folgt, sich allmählich nähern, bis sie einander schließlich im Mittelpunkt treffen; vielmehr in einer Welt, wo jeder Weg sich nach einer Weile gabelt [...] und an jeder Weggabelung müssen wir eine Entscheidung treffen.“24

Diese Logik verdichtet Lewis erzählerisch in The Great Divorce. Einige Bewohner der grauen Stadt treten zwar in den Vorhof des Himmels, verweigern jedoch die neue Wirklichkeit. Der Erzähler beobachtet, wie sie den Impuls verspüren, den Himmel „mit infernalischen Bildern und Farben zu bemalen". 25 Belehrungen fruchten nicht, und am Ende kehren sie zurück in den Bus. Lewis deutet dieses Verhalten als den Versuch, die Hölle selbst in den

Zusammenfassung der Kapitel

1 The Great Divorce: Intertextualität als theologische Strategie: Dieses Kapitel führt C. S. Lewis' allegorische Erzählung "The Great Divorce" ein und beleuchtet, wie sie Intertextualität als theologische Strategie nutzt, um Fragen nach Freiheit, Gnade und Erlösung im Kontext der Jenseitsliteratur zu verhandeln.

2 Ausgangspole: Ordnung und Auflösung: Hier werden Dantes "Divina Commedia" als Modell einer streng hierarchischen, endgültigen göttlichen Ordnung und William Blakes "The Marriage of Heaven and Hell" als romantische Vision der Versöhnung von Gegensätzen vorgestellt, die die Pole für Lewis' Werk bilden.

3 Intertextuelle Bezüge in Lewis' Jenseitsmodell: Das Kapitel analysiert, wie Lewis in "The Great Divorce" auf die Werke Dantes und Blakes Bezug nimmt, indem er seine graue Stadt als Gegenbild zu Dantes Inferno entwirft, George MacDonald als Jenseitsführer einführt und Blakes These der Versöhnung von Himmel und Hölle dezidiert ablehnt.

4 Lewis' Eschatologie der Entscheidung: Dieses Kapitel vertieft Lewis' Verständnis der Eschatologie, indem es die Transformation von "Schatten" zu "Festen" durch freie Entscheidung, die Rolle göttlicher Gnade und die Deutung der Vergangenheit im Licht der Ewigkeit darstellt.

5 Schluss: Entscheidung, Gnade, Wirklichkeit: Das Abschlusskapitel fasst Lewis' Position zusammen, die eine offene, existenzielle Eschatologie der Entscheidung gegenüber Dantes fixierter Ordnung und Blakes Synthese der Gegensätze betont, wobei Gnade und Freiheit zentrale Motive sind.

Schlüsselwörter

Intertextualität, C. S. Lewis, The Great Divorce, Dante, William Blake, Eschatologie, Entscheidung, Gnade, Erlösung, Jenseitsmodell, theologische Strategie, Hölle, Himmel, Selbstbezogenheit, Transformation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert C. S. Lewis' "The Great Divorce" als allegorische Erzählung, die theologische Konzepte der Intertextualität nutzt, um die menschliche Entscheidung zwischen ewiger Trennung von Gott und Gemeinschaft mit ihm zu beleuchten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder sind Intertextualität, Eschatologie der Entscheidung, die Gegenüberstellung verschiedener Jenseitsmodelle (Dante, Blake, Lewis) sowie die theologischen Aspekte von Gnade, Freiheit und moralischer Wahrheit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, Lewis' theologische Position im Spannungsfeld zwischen Dantes strenger Ordnung und Blakes Versöhnung von Gegensätzen zu entfalten und zu untersuchen, wie er Intertextualität als theologische Strategie zur Beschreibung seiner Eschatologie der Entscheidung einsetzt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit geht methodisch in drei Schritten vor: Zunächst werden die literarisch-theologischen Ausgangspole (Dante und Blake) entfaltet, daraufhin Lewis' eigener Gegenentwurf analysiert und schließlich die inhaltlichen Konsequenzen für das Verständnis von Gnade und Erlösung herausgearbeitet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt zunächst die literarischen und theologischen Kontexte von Dante und Blake, gefolgt von einer detaillierten Analyse der intertextuellen Bezüge in Lewis' Jenseitsmodell (z.B. die graue Stadt als Gegenbild zu Dantes Inferno, MacDonald als Führer) und seiner Eschatologie der Entscheidung (Bilder von Selbstbezogenheit und Teilhabe, Entscheidungsszenen, Erlösung durch Gnade und die Wahrheit der Vergangenheit).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Intertextualität, C. S. Lewis, The Great Divorce, Dante, William Blake, Eschatologie, Entscheidung, Gnade, Erlösung, Jenseitsmodell, theologische Strategie, Hölle, Himmel, Selbstbezogenheit und Transformation.

Wie positioniert sich Lewis im Spannungsfeld zwischen Dantes und Blakes Jenseitsvorstellungen?

Lewis positioniert sich, indem er die Unvereinbarkeit von Himmel und Hölle von Dante übernimmt, aber Dantes geschlossenes System zugunsten eines offenen Modells aufbricht. Gleichzeitig lehnt er Blakes romantische Versöhnung der Gegensätze ab und beharrt auf einer radikalen Trennung von Licht und Finsternis, die eine bewusste Entscheidung erfordert.

Welche Rolle spielt die Figur George MacDonalds in Lewis' Jenseitsreise?

George MacDonald fungiert in "The Great Divorce" als Führer des Ich-Erzählers durch das Jenseits. Er verkörpert eine bereits gerettete Seele, die durch persönliche Glaubenserfahrung und Gnade glaubwürdige Orientierung geben kann, und vereint damit die Funktionen, die Dante auf Vergil (Vernunft) und Beatrice (Gnade) verteilt hatte.

Wie unterscheidet Lewis die Hölle in "The Great Divorce" von Dantes Inferno?

Im Gegensatz zu Dantes hierarchisch geordnetem Inferno ist Lewis' Hölle, die "graue Stadt", ein formloses, sich endlos ausdehnendes System, das innere Leere und geistige Entfremdung symbolisiert. Es ist kein endgültiger, gottgeordneter Ort, sondern ein veränderbarer Zustand, der durch die selbstgewählte Vereinsamung seiner Bewohner entsteht und jederzeit durch eine bewusste Entscheidung verlassen werden kann.

Welche Bedeutung hat die rote Eidechse für das Verständnis von Erlösung in Lewis' Werk?

Die rote Eidechse symbolisiert in Lewis' Werk eine sündhafte Begierde und zeigt, dass Erlösung nicht in der Unterdrückung oder Auslöschung von Gelüsten besteht, sondern in deren Transformation. Durch die bewusste Zustimmung zur "Tötung" der Eidechse wird sie in einen prächtigen Hengst verwandelt, was die Verklärung des Niedrigsten und die Hinwendung zur göttlichen Kraft darstellt.

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Details

Title
C. S. Lewis' "The Great Divorce" im Dialog mit Dante und Blake
Subtitle
Intertextualität als theologische Strategie
College
University of Hagen
Author
Julia Mehl (Author)
Publication Year
2025
Pages
24
Catalog Number
V1696286
ISBN (PDF)
9783389177617
ISBN (Book)
9783389177624
Language
German
Tags
William Blake Dante Alighieri Jenseitsmodell Intertextualität C. S. Lewis Divina Commedia Marriage of Heaven and Hell The Great Divorce
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Mehl (Author), 2025, C. S. Lewis' "The Great Divorce" im Dialog mit Dante und Blake, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1696286
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