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Selbsterfahrungsgruppe Theaterworkshop

Texte für das SKAN „Streaming Theatre“

Titel: Selbsterfahrungsgruppe Theaterworkshop

Kein Eintrag , 2026 , 29 Seiten

Autor:in: Dr. Michael Wekerle-Dreier (Autor:in)

PoeticPulse: Lyrik & Essays
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die hier vorliegenden Texte haben über zehn Jahre lang in Theaterworkshops Verwendung gefunden. Sie ermöglichen den einzelnen TeilnehmerInnen sich selbst zu erfahren ohne Idealisierungen - und dadurch die verschiedenen Rollen, die uns in den Dramen des Alltags begegnen, anders wahrzunehmen.

So dient „Theaterarbeit“ dazu, die Enge der eigenen Rolle zu erkennen … und im „Ausdruck“ diese Enge zu transzendieren. Dadurch entsteht Autenthizität und „Präsenz“: Bühnenpräsenz auf der Bühne des Lebens, Freude am Miteinander und Verständnis für die vielen Rollen, denen wir im Alltag begegnen.

Leseprobe


Auszüge aus dem Buch

Cover: Selbsterfahrungsgruppe Theaterworkshop

Vorwort

In meiner SKAN Ausbildung bei Loil Neidhöfer (SKAN Akademie Hamburg) habe ich das Zusammenwirken von Körperpsychotherapie (Wilhelm Reich) und Theaterworkshop („Streaming Theatre“, Al Bauman) kennengelernt. In den Theaterworkshops geht es primär nicht um das Auswendig-Lernen einer Rolle, sondern vielmehr um das „Inwendig“-Lernen: in eine Rolle schlüpfen, Erfahrung machen, die Rolle hinter sich lassen.

Die hier vorliegenden Texte haben über zehn Jahre lang in Theaterworkshops Verwendung gefunden. Sie sind wenig geeignet, um „Bühnenspiel“ zu machen. Eher sind sie Mittel zum Zweck in einer Selbsterfahrungsgruppe. Eine sowohl fordernde als auch liebevoll fördernde Leitung der Gruppe ermöglicht den einzelnen TeilnehmerInnen sich selbst zu erfahren ohne Idealisierungen - und dadurch die verschiedenen Rollen, die uns in den Dramen des Alltags begegnen, anders wahrzunehmen.

Die Schritte dazu sind meist:

  • Bewegung im Raum
  • Bewegungen der Rolle entdecken
  • Erfahren, welche Emotionen damit verbunden sind
  • Diese Emotionen noch deutlicher in Bewegung bringen
  • Übertreiben, um das Alltägliche wahrzunehmen
  • Ausdrücken, welche Eindrücke entstanden sind
  • …
  • Abschlussperformance!

Dahinter steht der Vier-Takt von Wilhelm Reich. Danach kommt eine veränderte Wahrnehmung von Alltag. Die im Anhang angeführte Literatur verweist deutlich auf folgende Handlungen, die wiederholt stattfinden, um Ent-Wicklung zu ermöglichen:

  • Bewegen
  • Atmen
  • Schauen
  • Ausdrücken

Kontraktion und Expansion im Wechsel ermöglichen, die Angst und Enge der eigenen Rolle zu erleben und Entscheidungen für die Aus-Weitungen der Liebe zu treffen. So hat „Theaterarbeit“ nicht mit Theater-Spielen, mit „verstellen“ und „verstecken“ zu tun, sondern dient dazu, die Enge der eigenen Rolle zu erkennen … und im „Ausdruck“ diese Enge zu transzendieren. Dadurch entsteht Autenthizität und „Präsenz“.

Dankbar für die Theatererfahrung, die ich in mehreren SKAN Sommerworkshops in Aix-en-Provence, gemacht habe, gebe ich hier weiter, was sich über Jahre entwickelt hat. Entwickelt hat sich bei mir und meinen TeilnehmerInnen: Bühnenpräsenz auf der Bühne des Lebens, Freude am Miteinander und Verständnis für die vielen Rollen, denen wir im Alltag begegnen.

Stockerau, Februar 2026

Michael Wekerle-Dreier

[...]

In Zukunft mehr Zeit

Sie: Entschuldigung, der Herr, eine Unterschrift bitte!

Er: Mmh…

Sie: Dauert nur eine halbe Minute!

Er: Ich hab keine Zeit.

Sie: Sehen Sie, genau dafür ist Ihre Unterschrift gut, daß Sie in Zukunft mehr Zeit haben …

Er: Ich unterschreib nichts für den Tierschutz.

Sie: Genau, wir sammeln auch nicht Unterschriften für den Tierschutz. Sie unterschreiben hier für den Schutz der Menschen, der Passanten, so wie Sie.

Er: Was soll denn das, ich unterschreib doch nicht für meinen eigenen Schutz!

Sie: Sie unterschreiben hier für die „Petition Genehmigungspflicht für Promotion". Das heißt dass Sie in Zukunft nicht jedermann auf der Straße anquatschen kann, sondern nur mehr genehmigte Promotions Unterschriften sammeln dürfen.

Er: Das interessiert mich nicht

Sie: Dadurch sparen Sie aber in Zukunft Zeit, wenn Sie auf der Straße nicht so oft aufgehalten werden!

Er: Also geben Sie schon her, wo soll ich unterschreiben

Sie: Hier, und bitte Ihre Kontonummer und einen freiwilligen Betrag, den Sie selbst wählen. Der wird dann monatlich von Ihrem Konto abgebucht. Für die Unterstützung dieser Petition.

Er: Was soll denn das? Jetzt soll ich auch noch zahlen! Ich dachte ich soll nur unterschreiben…

Sie: Ja, sehen sie, Zeit ist Geld. Und damit Sie in Zukunft auf der Straße nicht aufgehalten werden, also damit Sie Zeit sparen, spenden Sie regelmäßig für diese Petition.

Er: Sagen sie … ist diese Aktion eigentlich eine genehmigte Promotion?

Sie: Also … solange die Petition nicht gesetzlich umgesetzt ist, setzen wir uns auch ohne Genehmigung für diese gute Sache ein!

Er: Also nicht genehmigt … und wenn ich jetzt die Polizei hole … dann werden Sie abgeführt wegen illegalem Spendensammeln!

Sie: Also das werden Sie doch nicht tun … dann kann Sie in Zukunft ja jeder auf der Straße anquatschen. Wenn Sie nicht unterschreiben und regelmäßig Ihren Beitrag spenden, wird sich doch hier nie was ändern.

Er: Also unterschreiben tu ich, aber Geld…

Sie: Sehr gut, sie verstehen worum es geht. Und sehen sie, jeder Cent zählt, und wenn es nur ein Cent ist …

Er: Also seh ich so ärmlich aus. Wissen sie, da schäm ich mich, wenn ich jetzt da hinschreib 0,01 Euro. Also was schreib ich da jetzt …

Sie: Sehen sie, ihre Großzügigkeit und ihr Einsatz sind ja gar nicht durch Geld aufzuwiegen …

Er: 10 Euro und noch die Kontonummer und die Unterschrift

Sie: Damit Sie in Zukunft mehr Zeit haben!

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Selbsterfahrungsgruppe Theaterworkshop
Untertitel
Texte für das SKAN „Streaming Theatre“
Autor
Dr. Michael Wekerle-Dreier (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2026
Seiten
29
Katalognummer
V1696512
ISBN (eBook)
9783389176351
ISBN (Buch)
9783389176368
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Theater Theaterworkshop SKAN Selbsterfahrungsgruppe Selbsterfahrungsgruppe Theaterworkshop Streaming Theatre Körperpsychotherapie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dr. Michael Wekerle-Dreier (Autor:in), 2026, Selbsterfahrungsgruppe Theaterworkshop, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1696512
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Leseprobe aus  29  Seiten
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