Welche Bedeutung hat die Biographieforschung für die Theologie?

Ausarbeitung eines Einzelthemas im Rahmen der Veranstaltung "Anregende Biographien - herausfordernde Konversionen. Von der Nichtselbstverständlichkeit, in der Kirche ein eigener Mensch zu werden"


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005

51 Seiten, Note: sehr gut


Leseprobe

Inhalt

1 DIE AUFGABENSTELLUNG

2 BIOGRAPHIEFORSCHUNG UND THEOLOGIE
2.1 Biographieforschung
2.1.1 Methodik und Richtlinien
2.1.2 Die Bedeutung des Erzählens
2.2 Biographieforschung innerhalb der Theologie
2.2.1 Erzählen innerhalb der christlichen Religion
2.2.2 Die religiöse Dimension des biographischen Erzählens
2.2.3 Aufgaben undRisikenfür die Theologie

3 BIOGRAPHIEFORSCHUNG UND KONVERSION
3.1 Ökumenische Perspektiven

4 KONVERSIONEN - EINE HERAUSFORDERUNG FÜR DIE PASTORAL- THEOLOGIE

5 LITERATURVERZEICHNIS

Abkürzungsverzeichnis und Hinweise

Allgemeine Abkürzungen, Zeichen, Reihen- und Zeitschriften-Kürzel

entsprechen dem Abkürzungsverzeichnis der Brockhaus Enzyklopädie, Band 24, 20. überarbeitete Auflage, Leipzig, Mannheim 1999; sowie dem Lexikon für Theologie und Kirche, Band 11, durchgesehene Sonderausgabe der 3. Auflage von 1993-2001, Freiburg 2006.

Die Abkürzungen der biblischen Stellen entsprechen der Neuen Jerusalemer Bibel, 6. Auflage Herder Verlag 1992.

Kurztitel

In den Anmerkungen werden häufiger zitierte Werke und Artikel beim Erstzitat in eckigen Klammern mit einem Kurztitel versehen. Bei späterer Nennung desselben Werkes wird lediglich dieser Kurztitel genannt.

Das Literaturverzeichnis nutzt diese Kurztitel, um die verwendeten Quellen, Artikel und übrigen Literaturen in alphanumerischer Reihenfolge aufzulisten. Hierdurch soll dem Leserdas Nachschlagen eines Kurztitels erleichtertwerden.

Zusätzliche Abkürzungen

[...] = Auslassung innerhalb eines Zitates i.F.z. = im Folgenden zitiert als nz. = neuzeitlich z.n. = zitiert nach

Zitation

Die in dieser Arbeit angeführten Zitate weisen die im Original enthaltenen Schreib­weisen und sprachlichen Eigentümlichkeiten auf und wurden nicht orthographisch korrigiert.

1 Die Aufgabenstellung

Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über das im Wintersemester 2004 / 2005 von Frau Professorin Dr. Dorothea Sattler und Dr. Paul Deselaers in Form zwei­er Blockwochenenden geleitete Seminar „Anregende Biographien - Herausfordernde Konversionen. Von der Nichtselbstverständlichkeit, in der Kirche ein eigener Mensch zu werden.“

Anhand der im Seminar behandelten Texte und der einen oder anderen Ergän­zung werde ich die inhaltliche Arbeit dieses Seminars repetieren und zusammenfas­sen, um anschließend einen möglichen Ausblick für die pastoraltheologische Arbeit zu geben.

Einleitend möchte ich einen kurzen Blick in die Biographieforschung im Allgemei­nen werfen, um von dort aus näher auf das Verhältnis der Theologie zur selben ein­zugehen. Daran anschließend beschäftige ich mich mit der Frage, was für eine Auf­gabe biographisches Erzählen im Zusammenhang von Konversion hat - welche Funktionen und Bedeutungen. Hier werde ich sehr knapp auf die ökumenische Sicht­weise von Konversionen eingehen bevor ich abschließend einen kurzen Blick in die Zukunft wage mit Blick auf das pastoraltheologische Aufgabenfeld.

Die von mir gewählte Schwerpunktfrage lautet: Welche Bedeutung hat die Biogra­phieforschung für die Theologie? Speziell richtet sich diese Frage auf einen Text aus dem Buch „Biographie - Identität - Glaubenskultur. Zur Entwicklung religiös-spiritueller Identität am Beispiel Thomas Mertons“ von der Religionspädagogin Iris Mandl-Schmidt[1], hier speziell auf das Kapitel zu „Theologie und Biographieforschung“.

Natürlich werde ich im Zusammenhang dieser Fragestellung weitere Problemfel­der anreißen, allerdings erlaubt der begrenzte Umfang dieser Arbeit keine Vertiefung der angrenzenden Gebiete.

2 Biographieforschung und Theologie

Bevor ich mich dem eigentlichen Thema zuwende, möchte ich eine kurze Betrach­tung des Begriffes Biographie voranstellen. So liest man im Brockhaus, der auf die griechische Herkunft des Wortes mit der Bedeutung „Lebensbeschreibung“ hinweist, folgende Definition: Biographie ist die

„Darstellung der Lebensgeschichte eines Menschen sowohl hinsichtlich der äußeren Lebensumstände und Ereignisse - bes. der Verflochtenheit mit den histor. und sozialen Verhältnissen der Zeit - als auch der geistig-seel. Ent­wicklung. “[2]

Zum Stichwort „Geschichte“ lesen wir - und dadurch wird der erste Zusammenhang zur Theologie bereits auf dieser Ebene hergestellt -, daß „Myth., religiöse und ge- schichtl. Zeugnisse der alten Kulturvölker“[3] oftmals biographische Bestandteile enthal­ten. Der Soziologe Werner Fuchs-Heinritz merkt jedoch zurecht an:

„Biographisch ist übrigens, was selten bemerkt wird, im Grunde irreführend: autobiographisch müsste es heißen, wenn damit nicht die Verwechselung mit der literaturwissenschaftlichen Gattung nahegelegt würde. “[4]

Auch dies bestätigt der Brockhaus-Artikel. Dennoch werde ich, wie der überwiegende Teil der Literatur, weiterhin die Bezeichnung „Biographie“ verwenden. Allein auf die­sen Punkt aufmerksam zu machen schien mir einleitend von Bedeutung.

2.1 Biographieforschung

Was genau versteht man unter „Biographieforschung“? Allgemein beschreibt wie­derum der Brockhaus dies als „Zweig der soziologischen Forschung“ mit folgender De­finition: Sie untersucht die

„Lebensläufe einzelner Menschen unter Berücksichtigung ihres gesamten le- bensgeschichtl. Umfeldes (vergleichend) [...], wobei Selbstaussagen und auto­biograph. Zeugnisse ausdrücklich eingeschlossen werden. “[5]

Hierdurch ist der unmittelbare Zusammenhang von Individuum und Gesellschaft aus­drücklich hervorgehoben, womit bereits eine grundlegend interdisziplinäre Ausrich­tung vorliegt. Neben der „Allgemeinen Biographieforschung“ wie sie z.B. von Soziolo­gen betrieben wird, sind also konkrete einzelwissenschaftliche Arbeitsfelder zu unter­scheiden. Hier sind unter anderen die Sozialgeschichte, Sprachwissenschaft, Psy­chologie, Kulturwissenschaft sowie die Geschichtswissenschaft oder eben die Theo­logie zu nennen.

Der protestantische Pastoraltheologe Wolfgang Drechsel schrieb 2002 einleitend in seinem Buch „Lebensgeschichte und Lebens-Geschichten“, daß

„das Thema »Lebensgeschichte« ein immer stärker in den Vordergrund treten­der Ausdruck gegenwärtiger Gesellschaft und Kultur, ja [...] bereits zu einem Modethema geworden “ ist.[6]

Der gesellschaftliche Zusammenhang der Diskussion um lebensgeschichtliches Er­zählen ist die Individualisierung als Reaktion auf die immer globaler und unüber­schaubarerwerdenden Verhältnisse in Folge des technologischen Wandels in der Ar­beitswelt sowie die neuen ökologischen und sozialen Krisensituationen und der zu beobachtende Wandel im Bezug auf Werte und Bedürfnisse innerhalb der hoch ent­wickelten Industriegesellschaft. Wie Monika Wohlrab-Sahr konstatiert gehören Sinn­bezüge zum menschlichen Leben, da „absurdes, sinnloses Dasein für den psychisch-ko­gnitiv beschaffenen Menschen in der Regel eine unerträgliche Vorstellung ist.“[7] Werner Fuchs-Heinritz schreibt daher:

„Dass wir lebensgeschichtlich kommunizieren, dass wir uns aus einer indivi­duellen Biographie heraus verstehen, ist ein Mittel, mit der Differenziertheit der gesellschaftlichen Bereiche fertig zu werden. [...] Biographie und Lebens­geschichte ist ein Kitt, die auseinanderdriftenden Teilwelten der modernen Ge­sellschaft im Individuum zu verbinden. “[8]

Es geht also bei biographischem Erzählen oftmals um eine Rekonstruktion im Hin­blick auf Sinnstiftung, auch wenn nicht immer alle Brüchigkeit und Absurdität ausge­räumt werden kann und sollte. So resümiert Monika Wohlrab-Sahr über die christli­che Sicht dieser Widersprüche des Lebens, daß sie aus dem Blick der Gnade des barmherzigen Gottes keineswegs ausgemerzt gehören:

„ Gerade die religiös-christliche Überzeugung von einem Angenommensein, das von der Eigenleistung unabhängig ist und von einer Wirklichkeit, deren letztes Wort nicht von menschlicher Hand geschrieben wird, sollte aber zu ei­ner redlichen Offenheit des Autobiographen beitragen, die auch Verbrüchli- ches, Fragliches und Widersprüchliches zur Sprache kommen läßt. “[9]

Im selben Sinne argumentiert auch Henning Luther, der dem Autor einer biographi­schen Erzählung auf Grund seines Glaubens an „sein Gerechtfertigtsein“ gestattet, „auf Rechtfertigung vor dem Publikum zu verzichten “.[10]

Innerhalb der Theologie hat die Biographieforschung allerdings bisher noch keinen sehr hohen Stellenwert bzw. ausgeprägten Raum, sondern bewegt sich gleichsam in den „Kinderschuhen“. Zwar kennt die evangelische Theologie, wegen der dort länge­ren Trad]ition der Religionspsychologie, schon eher die Auseinandersetzung mit den Geschichten des Individuums - der Gläubigen - aber auch dort gibt es bisher kaum eine Systematik hierzu. Iris Mandl-Schmidt stellt hierzu fest, „daß [... die meisten vorliegenden] Arbeiten interdisziplinär angelegt, religi­onssoziologisch [...], religionspsychologisch [...], literaturtheologisch [...] und innertheologisch zumeist der Praktischen Theologie zugehörig sind. “[11]

Selbst die soziologische Forschung hatte sich bis in die 70er Jahre des 20. Jahr­hunderts - wie Wolfgang Drechsel resümiert - nahezu darauf beschränkt, die sozia­len Strukturen zu untersuchen.[12]. Mit dem Hinweis auf einige hervorzuhebende For­schungen[13] stellt er jedoch fest, daß sich dieser Ansatz mit der „Alltagswende“, zu Beginn der 80er Jahre, veränderte: „Deutlich drängen partikulare, alltagsbezogene und lebensgeschichtliche Themen in den Vordergrund“ [14]

Schnell schwappt dieses biographische Interesse über auf andere Wissenschafts­bereiche und darüber hinaus entwickelt sich ebenso schnell eine interdisziplinäre Auseinandersetzung.[15] Auch Fuchs-Heinritz spricht in diesem Zusammenhang von Grenzüberschreitung und erläutert:

„Biographische Forschung ist [...] ein Arbeitsbereich in verschiedenen Wis­senschaften, keine fest etablierte Teildisziplin, kein traditioneller Methodenbe­reich mit von allen gemeinsam verwendeten Grenzziehungen, Grundbegriffen oder Verfahrensschritten. [...Sie] gehört keiner Disziplin allein an“.[16]

Darüber hinaus weist er darauf hin, daß „Nicht einmal die Wissenschaftlichkeit biogra­phischer Forschung [...] durchweg anerkannt“[17] ist, was für die vorliegende Arbeit jedoch unberücksichtigt bleiben soll.

2.1.1 Methodik und Richtlinien

Bevor ich mich dem Kernthema „Biographieforschung und Theologie“ widme, wer­de ich im Folgenden abrißhaft die Methodik und die Richtlinien der allgemeinen wis­senschaftlichen Biographieforschung voranstellen. Bedingt durch die Interdisziplinari- tät ist es natürlich eigentlich gar nicht möglich, von »der« Methodik zu sprechen. Mit Fuchs-Heinritz werde ich daher lieber nicht von »der« biographischen Methode oder »der« Biographieforschung sprechen, sondern lieber von „biographischer For­schung“[18]. Dennoch gibt es einige verallgemeinerbare Voraussetzungen und Grund­lagen, die ich kurz darstellen will.

So ist die Form des Interviews als präferierte Methode der soziologischen und psy­chologischen Forschung anzusehen, wohingegen aus theologischer Sicht wohl die li­terarische Arbeit an den Quellen eine große Rolle spielt - nicht zuletzt aufgrund der starken Geschichtsbezogenheit. Aber auch die Methodik des biographischen Inter­views wäre in praktisch-theologischen Bereichen durchaus denkbar. Genauer werde ich unter Punkt 2.2. dieser Frage nachgehen.

Ein wesentlicher Aspekt, den u.a. Wolfgang Drechsel herausarbeitet, ist die Inter­subjektivität von biographischer Forschung:

„Bis auf einige eher seltene Ausnahmen ist die gesamte Diskussion auf die Le­bensgeschichte des anderen ausgerichtet. Das Erzählen von Lebensgeschichte, die einzelnen Lebensgeschichten und auch die Frage nach »der« Lebensge­schichte sind zumeist auf den reinen Objektcharakter wissenschaftlicher Er­kenntnis reduziert. Die Beteiligung des betrachtenden Subjekts, das ja auch »biographisches Subjekt« ist, kommt auf diese Weise als Thema der (Selbst-) Reflexion im Allgemeinen nicht (oder kaum) ins Blickfeld. “[19]

Das Erzählen von Lebensgeschichte ist eben ein Geschehen der zwischenmenschli­chen Begegnung, der Interaktion, bei der die „erzählteLebensgeschichteaufdie Zuhörer zurückwirkt.“[20] Eine Beschäftigung mit der Biographie Anderer setzt aber immer vor­aus, daß eine selbstreflexive Auseinandersetzung mit der eigenen Lebensgeschichte stattgefunden hat - oder, wie Wolfgang Drechsel es formuliert, eine „eigene Praxis, von Praxis her auf Praxis hin“.[21]

Der Vollständigkeit halber sei auch auf die literarische From der Autobiographie hingewiesen, die ich jedoch zunächst außer Acht lassen werde, da sie als bewußte und gewollte Selbstreflexion, wie Wolfgang Drechsel konstatiert, ein ebensolches „Beziehungsgeschehen"[22] darstellen, wie anderes autobiographisches Erzählen. Und zwar im Hinblick auf das Geschehen zwischen Autor und Leser. Der Soziologe Mi­chael Von Engelhardt erklärt dies so:

„Ebenso wie jede andere Sprachhandlung hat auch das autobiographische Er­zählen einen darin eingebauten Adressaten, einen immer, auch in der krasses­ten Form des einsamen Monologs enthaltenen, dialogischen Bezug. Der Adres­sat repräsentiert die Perspektive des allgemeinen und konkreten Anderen, in der sich das erzählende Gegenwarts-Ich wahrnimmt und zur Darstellung bringt ‘‘.[23]

Da bei der Betrachtung von autobiographischen Texten unter Berücksichtigung dieser Beziehung die literaturwissenschaftlichen Fragestellungen in den Hintergrund treten, sind die Untersuchungen vergleichbar mit denen empirisch erfaßter Lebensge­schichtserzählungen und können hier unberücksichtigt bleiben.

Ein weiterer, gerade aus theologischer Sicht interessanter Aspekt ist die Intenti­onsbindung, bzw. diejeweilige Herangehensweise an das Thema „Lebensgeschich­te“, denn dieser Gegenstand variiert, wie Wolfgang Drechsel feststellt, „je nach Betrachtungs- und Interpretationsmodus [...] zwischen Konkretion und Allgemeinheit, zwischen Unmittelbarkeit und Metaebene, zwischen Zufäl­ligkeit und Typologie, zwischen Individuellem und Kollektiv-Gesellschaftli­chem. "[24]

Neben Intersubjektivität und Intentionalität lebensgeschichtlichen Erzählens er­kennt er noch einen weiteren, die Pluralität kennzeichnenden Gesichtspunkt, wenn er anmerkt:

„das Geschehen, in dem der lebensgeschichtliche Text entsteht, ist nicht allein der autonomen, rekonstruierenden Aktivität des Subjektes überlassen, sondern wird mitgestaltet durch Situation und konkretes, personales Gegenüber. "[25]

Wolfgang Drechsel weist in diesem Zusammenhang darauf hin, daß es von großer Bedeutung ist, sich als Biographieforschender immer der Tatsache bewußt zu sein,

daß man Gefahr läuft, verändernd auf die Erzählung einzuwirken. Er merkt an, daß das Ergebnis einer Befragung, so auch bei einem biographischen Interview, eine „spezifische, begrenzte Gestalt [besitzt], die in Auswahl, Betonung und Ver­bindung von Bedeutungsvollem durch die Fragestellung und das Interesse des Befragenden induziert ist “.[26]

Er zitiert an dieser Stelle Walter A. Schelling, der zugespitzt formuliert:

„Das Lebensgeschichtsmodell des Befragenden bestimmt die Rekonstruktion von Lebensgeschichte bei den Befragten. “[27]

Wie wir feststellen können, ist die Art der Beschäftigung mit Biographien bzw. das Erzählen der Protagonisten aus und über sie, schon durch die Auswahl der erzählten Episoden, immer abhängig von einer bestimmten inneren Interpretation, einer Erzähl­absicht, einem konkreten Ziel das man verfolgt. Eine Erzählung ist daher oftmals „ge­färbt“ durch individuelle Einflüsse des Erzählenden, des Fragenden, des Zuhörenden - eben des Kontextes. Henning Luther nennt diese Faktoren das gesellschaftliche „Skript“[28], das jede biographische Äußerung beeinflußt. So kann eine Erzählung ent­weder rein informativ sein, eine bestimmte Wertschätzung zum Ausdruck bringen - so z.B. bei Ansprachen anläßlich eines Jubiläums oder einer Beerdigung - oder aber auch manipulativ wirken, wenn man biographisches Erzählen als Mittel zur Überzeu­gung, also Meinungsmache einsetzt. Erzählen über sein eigenes Leben kann aber auch ein psychologisches Mittel zur Lebensbewältigung, zur „»Aufarbeitung« von Lei­dens- und Unterdrückungserfahrungen “[29] sein.

Es gibt bestimmte Situationen, in denen das Erzählen eine besondere Gestalt an­nimmt - wieder verbunden mit dem Kontext und einer bestimmten Erzählabsicht. In besonderem Maße gilt dies bei Beerdigungen, wo der Grundsatz besteht „de mortuis nihil nisi bene“[30]. Es gehört sich in unseren Kulturkreisen nicht, schlecht von den To­ten zu reden, so wichtig auch jede Form der Erinnerung in diesem Zusammenhang ist.

Grundsätzlich stellt sich für Wolfgang Drechsel darüber hinaus die Frage nach der Realität von Lebensgeschichte. Er referiert in diesem Zusammenhang verschiedene Positionen anderer Autoren: Auf der einen Seite repräsentiert der Soziologe Michaelvon Engelhardt „einen spezifisch sozialen Aspekt des Wirklichkeitsbezuges des lebensge­schichtlichen Erzählens“[31] ', Ähnlich auch der Hauptvertreter der sogenannten „Lebens­philosophie“, Wilhelm Dilthey, dessen Interesse sich nicht auf die „Faktizität des Ge­schehenen“ richtet, sondern der allein „die Gegenwart des autobiographischen Subjekts“ als real ansieht, weshalb seiner Meinung nach „die Darstellung von Lebensgeschichte [...] einzig Ausdruck dieser gegenwärtigen Realität“ ist[32] ; Auf der anderen Seite steht die allgemein vertretene Ansicht, daß (auto-)biographisches Erzählen „eine rein selbstbe­zogene Angelegenheit des einzelnen Subjektes sei“[33] ; Als eine dritte Position führt Drech- sel noch den Soziologen Fritz Schütze an, der „das Gewicht des tatsächlich Geschehe­nen in seinerRekonstruierbarkeit“ deutlich hervorhebt:

„Nach Schütze können wir davon ausgehen, dass das, was in der lebensge­schichtlichen Erzählung an Fakten berichtet wird, auch tatsächlich so gesche­hen und somit erforschbar ist. “[34]

Es geht also um die Frage, ob das Erzählte in wissenschaftlich erforschbarer Weise das Vergangene wiedergibt - „rekonstruiert“, oder ob der Moment des Erzählens eine „Neuschöpfung“ aus dem Moment heraus, aus der konkreten aktuellen Situation her­aus ist - also auf der Basis von Erinnerung eine „Neukonstruktion“ von Wirklichkeit.[35] An dieser Stelle tiefer in diese Diskussion einzutauchen erlaubt mir die hier zu behan­delnde Fragestellung leider nicht. Es sei jedoch angedeutet, wie verzweigt das The­ma Biographieforschung von seiner Grundanlage her ist.

Zusammenfassend möchte ich mit Wolfgang Drechsel festhalten, daß es im We­sentlichen, wie auch immer die Wirklichkeitsfrage beantwortet wird, auf folgende Fra­gen ankommt:

„Was geschieht im lebensgeschichtlichen Erzählen? Wie lassen sich seine Be­dingungen beschreiben? Welche "Wirklichkeit" wird dargestellt und hergestellt im Prozess des Erzählens? Wie ist der Wirklichkeitsbezug von Lebensgeschich­ten überhaupt? “[36]

So ist das Erzählen einer Lebensgeschichte also ein hoch komplexer und differen­zierter Vorgang, den Wolfgang Drechsel so zusammenfaßt:

„Ein Subjekt erinnert sich und erzählt seine Lebensgeschichte. Diese wird so zu einem Text. [...] Aus einer Gegenwart wird auf die eigene Vergangenheit in ihrer Konkretion zurückgeblickt “.[37]

Hierfür steht einem jeden Subjekt eine Fülle von Material zur Verfügung - Erlebnisse, Erinnerungen, u.v.m. Somit gibt es nicht die eine, ganze, komplette Lebensgeschich­te, die formuliert werden kann, sodaß dem Anspruch auf Vollständigkeit nicht genügt werden kann.[38] Drechsel erklärt im Gegenteil, daß jede Feststellung über sein Leben - ein konkretes Erlebnis wie die Gesamt-Rückschau - „eine Setzung im Sinne von »Dies gilt für mich in diesem Augenblick als meine Lebensgeschichte.«“[39] beinhaltet. Es handelt sich also bei lebensgeschichtlichem Erzählen immer um eine „selektive Vergegen­wärtigung“, die der Sozialwissenschaftler Alois Hahn wie folgt erklärt:

„Die Auswahl beschränkt sich dabei nicht notwendig auf die objektiv durch den empirischen Lebenslauf gegebenen Daten. [...] Zur Biographie gehören immer Momente, die aus der Perspektive dessen, der nur den empirischen Le­benslauf für wirklich hält, als Fiktion angesprochen werden müssen. Und das gilt natürlich selbst dann, wenn die Biographie sich an den Rahmen des Le­benslaufs hält, also nicht Ereignisse schlicht »hinzudichtet«. Die selektive Vergegenwärtigung stiftet Zusammenhänge, die es so vorher gar nicht geben konnte. Der Lebenslauf ist uns nur über die Fiktion biographischer Repräsen­tation als Wirklichkeit zugänglich. “[40]

Lebensgeschichtliches Erzählen ist also als wesentliche Bedingung stets gebun­den „an das tatsächliche Geschehen“[41]. Es wird zu einer „konstruierenden Leistung des darstellenden Subjekts“[42], zu einer „Deutung des Vergangenen aus der Perspektive der Ge­genwart“[43]. Der Psychologe Walter A. Schelling stellt hierzu fest:

„Der Mensch »hat« seine Biographie nicht »als etwas Gegebenes«. Seine Bio­graphie ist vielmehr eine »Verarbeitung des Gegebenen«, ein »Akt der Sinnset- zung«.[44]

Wolfgang Drechsel konstatiert daher, daß lebensgeschichtliches Erzählen etwas gänzlich anderes ist, „als die »bloße Aneinanderreihung« mehr oder weniger zufälliger chronologischen Materials"[45], sondern vielmehr durch diesen Vorgang eine „neue (Ge- samtßGeschichte“[46] entsteht, denn (erzählte) Lebensgeschichte wird seiner Meinung nach „immer erst im Akt der Erzählung hergestellt.“[47]. Wie Monika Wohlrab-Sahr fest­stellt, ist es

„die Gewissenstätigkeit des Autors, die dem Lebenszeugnis jene Authentizität verleiht, die identitätsförderndes, sinnstiftendes und handlungsmotivierendes Material hervorbringt. “[48]

Was nun sind mögliche Methoden der Biographieforschung? In der empirischen Biographieforschung unterscheidet man grob zwei Vorgehensweisen. Auf der einen Seite das Erzählen in Form einer sogenannten „Lebensbilanz“ und auf der anderen Seite das biographische Interview, also eine konkrete Befragung. Wichtig zu differen­zieren ist in jedem Fall die Auswahl der befragten bzw. erzählenden Personen sowie die Methodik der Befragung und die Auswertung der Ergebnisse. Natürlich beeinflußt, wie bereits angedeutet, die Intention - das jeweilige spezifische Interesse der For­schenden - das festgestellte Ergebnis wie die jeweilige Auswahl. Von großer Bedeu­tung ist auch, zwischen der Biographie einer einzelner Person in Form einzelner ge­schilderter Situationen und einer Biographie als Ganzer zu unterscheiden, die in je­weils spezifischen Gesprächssituationen ihren erzählerischen Ort finden. Allgemein ist daher nochmals festzuhalten, daß es nicht »die eine« Lebensgeschichte gibt, son­dern daß die Vielfalt von Lebensgeschichten und Lebensgeschichtserzählungen na­hezu unendlich ist - nicht nur wegen der unmittelbaren Bindung an eine konkrete Persönlichkeit, sondern auch wegen des Zusammenhangs der jeweiligen Gesprächs­situation.

Eine ausführliche Darstellung der verschiedenen Ansätze vermag ich im Rahmen dieser Hausarbeit nicht zu leisten. Lediglich eine kurze Auflistung der vier großen Verfahren sei, in Anlehnung an Werner Fuchs-Heinritz, dargestellt. Er unterscheidet das narrative oder auch erzählanalytische Verfahren Fritz Schützes[49], die Objektive

Hermeneutik Ulrich Oevermanns[50] die Grounded Theory von Barney G. Glaser und Anselm L. Strauss[51], sowie die Analytische Induktion Florian Znanieckis[52] [53]

2.1.2 Die Bedeutung des Erzählens

Eine grundlegende Feststellung zur Biographieforschung macht der Soziologe Werner Fuchs-Heinritz, wenn ersagt:

„Die Verfahren der Erhebung von Lebensgeschichten schließen an alltägliche Praktiken an, an kulturelle Formtraditionen, an Gewohnheiten des sozialen Lebens. Wären es die Menschen nicht gewohnt, aus Lebensgeschichte zu er­zählen, [...] ginge biographische Forschung ins Leere. “[54]

Erzählen ist den Menschen ein ureigenes Bedürfnis - ist der Mensch doch von Natur aus ein kommunikatives Wesen. Jedoch müssen wir erst lernen, daß sich - wie Fuchs-Heinritz erklärt, „Erfahrungen als Lebensgeschichten zusammenfügen lassen“[55], denn generell ist jede biographische Äußerung, so der Erzählforscher Albrecht Leh­mann, „sowohl durch Tradition als auch durch individuellen Stil geprägt“[56]. Für diesen Lernprozeß des autobiographischen Wissens bieten sich zahlreiche Vorlagen, die Werner Fuchs-Heinritz „Orientierungsfolien“ bzw. „Formtraditionen“ nennt[57]. Peter Sloterdijk definiert dieses „autobiographische Wissen“ wie folgt: Es „kann sich in vielfältigen Redeanlässen aussprechen, etwa in Gespräch und Selbstgespräch, im Gebet und im Lied, in Grabinschriften, Regesten, Gerichts­reden, in wissenschaftlichen und künstlerischen Selbstcharakteristiken, im ly­rischen Gesicht, in der Beichte, in Briefen und Familienchroniken, literari­schen Portraits, Romanen, Tagebüchern u.ä. “.[58]

Fuchs-Heinritz unterscheidet zunächst zwei Formen des biographischen Erzäh­lens: Auf der einen Seite geht es darum, „unser Handeln, unser Erleben in der Perspek­tive unseres Lebenslaufs zu strukturieren “[59], also die „Lebensgeschichte zur Sprache“[60] zu bringen; Auf der anderen Seite erkennt der Soziologe das Erzählen „aus dem Leben“[61] und kommt zu dem Ergebnis, daß es nicht der Regelfall von Kommunikati­on ist, über unser Leben zu berichten. Der Grund dafür liegt seiner Meinung nach in einem gefestigten Lebensvollzug, sowie der Tatsache, daß uns der Alltag in der Re­gel ausreichend beansprucht, als daß wir uns über unseren eigenen Lebensweg Ge­danken machen würden:

„Dass wir Lebenspläne beraten, die Lebensführung insgesamt thematisch ma­chen, kommt im Alltag eher selten vor. “[62]

Anders bei der zweiten Form lebensgeschichtlichen Erzählens. Hier geht es eher um Erinnerungen der näheren oder auch entfernteren Vergangenheit in Familie, Freundeskreis o.ä. - eben um Erinnerungen bei Begegnungen mit andern Menschen. Es handelt sich um episodenhaftes Erinnern einzelner Begebenheiten und nicht um „Biographie als sinnhafter Gesamtstruktur der Lebensführung“[63].Fuchs-Heinritz nennt diese Erzählweise daher die „Alltagsform biographischer Kommunikation“[64].

Formal kann der Erzählvorgang, neben der klassischen Variante des kommunikati­ven Austauschs zweier oder mehrerer Gesprächsteilnehmer, auch wie ein Selbstge­spräch ablaufen. Hier hat dann, so Fuchs-Heinritz,

„der Gegenüber [...] wenig Chancen, zu Wort zu kommen oder ein anderes Ge­sprächsthema vorzuschlagen. [...] eine Situation [...], die zugleich Nähe und soziale Unverbindlichkeit [...] hat“.[65]

Wolfgang Drechsel beschäftigt sich über die verschiedenen Erzählsituationen, und -funktionen hinaus mit unterschiedlichen Erzählstrukturen und „konstitutiven Bedin­gungen“. Er meint damit den

„Produktionsprozess von Lebensgeschichte und Lebensgeschichten [...,] das (auto-)biographische Geschehen selbst sowie seine (möglichen) Auswirkun­gen “.[66]

So kann lebensgeschichtliches Erzählen sogar zu einer Waffe werden, wenn es zu erpresserischen, bedrohenden Zwecken gebraucht wird. So würde ein generelles Verbot des Erzählens einer Wegnahme der Geschichte gleichkommen[67]

[...]


[1] Iris Mandl-Schmidt: Biographie - Identität - Glaubenskultur. Zur Entwicklung religiös-spiritueller Identität am Beispiel Thomas Mertons. Mainz 2003. (i.F.z. [Biographie-Identität-Glaubenskultur])

[2] Artikel Biographie. In: Brockhaus. Die Enzyklopädie in vierundzwanzig Bänden. Zwanzigste, über­arbeitete und aktualisierte Auflage. Dritter Band: BED-BROM. Leipzig, Mannheim 1996, S. 354f.; hier S. 354. (i.F.z. [Biographie-1])

[3] Ebd.

[4] Werner Fuchs-Heinritz: Biographische Forschung. Eine Einführung in Praxis und Methoden. 3., überarbeitete Auflage. Opladen2005, S. 11. (i.F.z. [Biographische Forschung])

[5] Artikel Biographieforschung. In: Brockhaus. Die Enzyklopädie in vierundzwanzig Bänden. Zwan­zigste, überarbeitete und aktualisierte Auflage. Dritter Band: BED-BROM. Leipzig, Mannheim 1996, S. 355 f. (i.F.z. [Biographieforschung])

[6] Wolfgang Drechsel: Lebensgeschichte und Lebens-Geschichten. Zugänge zur Seelsorge aus biogra­phischer Perspektive. Gütersloh 2002, S. 9. (i.F.z. [Lebensgeschichte])

[7] [Biographie-Identität-Glaubenskultur], S. 36.

[8] [Biographische Forschung], S. 80 f.

[9] [Biographie-Identität-Glaubenskultur], S. 37.

[10] Henning Luther: Religion und Alltag, Bausteine zu einer Praktischen Theologie des Subjekts. Stutt­gart 1992, S. 160. (i.F.z. [Theologie des Subjekts]) z.n. [Biographie-Identität-Glaubenskultur], S. 38.

[11] [Biographie-Identität-Glaubenskultur], S. 31, Fußnote 60.

[12] [Lebensgeschichte], S. 78.

[13] Vgl. z.B. Friedemann Maurer: Lebensgeschichte und Identität. Beiträge zu einer biographischen An­thropologie. Frankfurt a.M. 1981. (i.F.z. [Lebensgeschichte - Identität]); Martin Kohli u. Günther Robert: Biographie und soziale Wirklichkeit. Neue Beiträge und Forschungsperspektiven. Stuttgart 1984. (i.F.z. [Biographie - soziale Wirklichkeit]); Peter Alheit: Alltag und Biographie. Studien zur gesellschaftlichen Konstitution biographischer Perspektiven. Bremen 1985. (i.F.z. [Alltag - Biogra­phie]).

[14] [Lebensgeschichte], S. 78. Vgl. hierzu auch [Biographische Forschung], hier besonders die kurze Zusammenfassung der historischen Entwicklung, S. 85-127

[15] Vgl. zur empirischen Biographieforschung Stephanie Klein: Theologie und empirische Biographie­

forschung. Methodische Zugänge zur Lebens- und Glaubensgeschichte und ihre Bedeutung für eine erfahrungsbezogene Theologie. Stuttgart 1994. (i.F.z. [Theologie - empirische

Biographieforschung]; zu autobiographischen Forschung vgl. Lothar Kuld: Glaube in Lebensge­schichten. Ein Beitrag zur theologischen Autobiographieforschung. Stuttgart 1997. (i.F.z. [Glaube - Lebensgeschichten]) zu biographischem Erzählen vgl. z.B. Heinz Streib: Heilsames Erzählen. Pasto- raltheologische und pastoralpsychologische Perspektiven zur Begründung und Gestaltung der Seel­sorge. In: Wege zum Menschen. Monatszeitschrift für Seelsorge und Beratung, heilendes und sozia­les Handeln. Band 48, S. 339-359. Göttingen 1996. (i.F.z. [Heilsames Erzählen])

[16] [Biographische Forschung], S. 9-11.

[17] Ebd., S.11.

[18] Vgl. [Biographische Forschung], S. 9.

[19] [Lebensgeschichte], S. 96 f.

[20] Ebd., S. 97. Vgl. hierzu auch Albrecht Grözinger: Seelsorge als Rekonstruktion von Lebensgeschich­te. In: Wege zum Menschen. Monatszeitschrift für Seelsorge und Beratung, heilendes und soziales Handeln. Band 38. Göttingen 1986, S. 178-188. (i. F.z. [Rekonstruktion - Lebensgeschichte]), hier S. 187. oder mit Bezug auf Grözinger Thomas Henke: Seelsorge und Lebenswelt. Auf dem Weg zu ei­ner Seelsorgetheorie in Auseinandersetzung mit soziologischen und sozialphilosophischen Lebens­weltkonzeptionen. Würzburg 1994, S. 482. (i.F.z. [Seelsorge - Lebenswelt])

[21] [Lebensgeschichte], S. 98.

[22] [Lebensgeschichte], S. 83.

[23] Michael von Engelhardt: Biographie und Identität. Die Rekonstruktion und Präsentation von Identi­tät im mündlichen autobiographischen Erzählen. In: Walter Sparn: Wer schreibt meine Lebensge­schichte? Biographie, Autobiographie, Hagiographie und ihre Entstehungszusammenhänge. Güters­loh 1990, S. 197-247; hier S. 219. (i.F.z. [Wer schreibt Lebensgeschichte?]). Vgl. hierzu auch Hen­ning Luther: Der fiktive Andere. Mutmaßungen über das Religiöse an Biographie. In: [Theologie des Subjekts], S. 111-122.

[24] [Lebensgeschichte], S. 79.

[25] Ebd., S.221.

[26] [Lebensgeschichte], S. 92.

[27] Walter A. Schelling: Erinnerte Biographie. Die Lebensgeschichte im Lichte ihrer psychologischen Vergegenwärtigung. In: Wege zum Menschen. Monatszeitschrift für Seelsorge und Beratung, heilen­des und soziales Handeln. Band 37. Göttingen 1985, S. 306-316; hier S. 314. (i.F.z. [Erinnerte Bio­graphie]) z.n. [Lebensgeschichte], S. 92.

[28] Henning Luther: Der fiktive Andere. In: [Theologie des Subjekts], S. 111-122.

[29] [Biographische Forschung], S. 22.

[30] Ebd., S.21.

[31] [Lebensgeschichte], S. 85. Vgl. hierzu Michael von Engelhardt: Biographie und Identität. Die Re­konstruktion und Präsentation von Identität im mündlichen autobiographischen Erzählen. In: [Wer schreibtLebensgeschichte?], S. 197-247.

[32] [Lebensgeschichte], S. 85. Vgl. hierzu Wilhelm Dilthey: Das Erleben und die Selbstbiographie. In: Günther Niggl: Die Autobiographie. Zu Form und Geschichte einer literarischen Gattung. Darmstadt 1989, S. 21-32. (i.F.z. [Selbstbiographie])

[33] [Lebensgeschichte], S. 85.

[34] Ebd. Vgl. hierzu Fritz Schütze: Narrative Repräsentation kollektiver Schicksalsbetroffenheit. In: Eberhart Lämmert: Erzählforschung. Ein Symposion. Stuttgart 1982, S. 568-590. (i.F.z. [Narrative Repräsentation])

[35] Vgl. zu einem solchen konstruktivistischen Ansatz Jürgen Henningsen: Leben entsteht aus Geschich­ten. Eine Studie zu August Hermann Francke. In: Neue Zeitschrift für systematische Theologie und Religionsphilosophie, Band 19. Berlin 1977, S. 261-183. (i.F.z. [Leben entsteht])

[36] [Lebensgeschichte], S. 86.

[37] [Lebensgeschichte], S. 122.

[38] Ebd., S. 123.

[39] Ebd.

[40] Alois Hahn: Biographie und Lebenslauf. In: Hans-Georg Brose und Bruno Hildenbrand: Vom Ende des Individuums zur Individualität ohne Ende. Opladen 1988, S. 91-105; hier S. 94. (i.F.z. [Biogra- phie-Leb enslauf] )

[41] [Lebensgeschichte], S. 125.

[42] Ebd., S. 124.

[43] Ebd.,, S. 125.

[44] Walter A. Schelling: Erinnern und Erzählen. Psychotherapeutische und autobiographische Deutungen der Lebensgeschichte. In: Wege zum Menschen. Monatszeitschrift für Seelsorge und Beratung, hei­lendes und soziales Handeln. Band 35. Göttingen 1983, S. 416-422; hier S. 421. (i.F.z. [Erinnern - Erzählen])

[45] [Lebensgeschichte], S. 124.

[46] Ebd.

41 Ebd.

[48] [Biographie-Identität-Glaubenskultur], S. 45.

[49] Vgl. Fritz Schütze: Biographieforschung und narratives Interview. In: Neue Praxis. Band 13. 1983, S. 283-293. (i.F.z. [narratives Interview])

[50] Vgl. Ulrich Oevermann, u.a.: Die Methodologie einer »objektiven Hermeneutik« und ihre allgemei­ne forschungslogische Bedeutung in den Sozialwissenschaften. In: Hans-Georg Soeffer: Interpretati­ve Verfahren in den Sozial- und Textwissenschaften. Stuttgart 1979, S. 352-434. (i.F.z. [objektive Hermeneutik])

[51] Vgl. Barney G. Glaser und Anselm L. Strauss: Die Entdeckung gegenstandsbezogener Theorie: Eine Grundstrategie qualitativer Sozialforschung. In: Christel Hopf und Elmar Weingarten: Qualitative Sozialforschung. Stuttgart 1979, S. 91-111. (i.F.z. [gegenstandsbezogene Theorie])

[52] Vgl. Florian Znaniecki: The Method ofSociology. New York 1934. (i.F.z. [Method - Sociology])

[53] Vgl. [Biographische Forschung], S. 195-213.

[54] Ebd., S. 13.

[55] Ebd., S. 26.

[56] Albrecht Lehmann: Erzählen eigener Erlebnisse im Alltag. Tatbestände, Situationen, Funktionen. In: Zeitschrift für Volkskunde, Bend 74. 1987, S. 198-215; hier S. 199. (i.F.z. [Erzählen im Alltag])

[57] Vgl. [Biographische Forschung], S. 26.

[58] Peter Sloterdijk: Literatur und Organisation von Lebensführung. Autobiographien der Zwanziger Jahre. München 1978, S. 21. (i.F.z. [Lebenserfahrung])

[59] [Biographische Forschung], S. 13.

[60] Ebd.

[61] Ebd.

[62] Ebd.

[63] Ebd., S.13f.

[64] Ebd., S. 14.

[65] Ebd., S. 19.

[66] [Lebensgeschichte], S. 84.

[67] Vgl. [Biographische Forschung], S. 20.

Ende der Leseprobe aus 51 Seiten

Details

Titel
Welche Bedeutung hat die Biographieforschung für die Theologie?
Untertitel
Ausarbeitung eines Einzelthemas im Rahmen der Veranstaltung "Anregende Biographien - herausfordernde Konversionen. Von der Nichtselbstverständlichkeit, in der Kirche ein eigener Mensch zu werden"
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (Pastoraltheologie)
Veranstaltung
Hauptseminar: Anregende Biographien - herausfordernde Konversionen
Note
sehr gut
Autor
Jahr
2005
Seiten
51
Katalognummer
V169764
ISBN (eBook)
9783640882298
Dateigröße
683 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Anmerkung des Dozenten: Eine große und aspektreiche Bearbeitung!
Schlagworte
Theologie, Pastoraltheologie, Biographieforschung, Konversion, Ökumene, Erzählen, Erzählforschung
Arbeit zitieren
Mechthild Polley (Autor), 2005, Welche Bedeutung hat die Biographieforschung für die Theologie?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169764

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