Die Regionalgeschichte von Dülmen und Umgebung, Teil 3

Die Regionalgeschichte von der Stadtgründung an mit besonderer Betonung der Wirtschaftsentwicklung


Fachbuch, 2011
167 Seiten

Leseprobe

I. Inhaltsverzeichnis

II. Abstract

0. Einführung in Teil 3 der Regionalgeschichte Dülmen
0.1 Vorbetrachtung
0.2 Das Problem der Methodik
0.3 Geschichtsschreibung mit Annäherung an andere wissenschaftliche Disziplinen
0.4 Das konzentrierte Ergebnis
0.5 Die Quintessenz
0.6 Zusammenfassende Bemerkungen zu den nachfolgenden Abschnitten

1. Geschichte der Wirtschaft, Anforderungen
1.1 Merkmale von Geschichtsdarstellungen, Unterschiede 22 |
1.2. Wirtschaftsgeschichte, Voraussetzungen und Forderungen an
1.2.1 Grenze der Verwendung von Verlaufsdaten
1.2.2 Grenzen aus rechtlichen u. a. Zwängen
1.3 Regionale Wirtschaftsgeschichtsdarstellung, Grenzen
1.4. Die Grundlagen von Wirtschafts-Macht
15. Einflüsse auf die Wirtschaftsentwicklung
1.5.1 Vorstellungen von Wirtschaft und Macht
1.5.2 Wirtschaftsentwicklung aus innerem Antrieb

2. Ermittlung wirtschaftshistorischer Verhältnisse, die Wirtschaftselemente Die Randbedingung: die Macht des Einflusses
2.1.1 Beispiel: Große Teichsmühle in Haus-Dülmen
2.1.2 Störungs-Beispiel: Kriegsgefangenenlager Dülmen-Sythen
2.1.3 Persönliches Engagement Beispiel: Management Kirschner
2.2 Die Stufen der Genese der Territorialherrschaft
2.3 Die Realität der Machtausübung
2.4 Die Ohnmacht des Individuums

3. Kriterien und Merkmale der Wirtschaft, die Region, die Stadt
3.1. Wirtschaftlichkeit als in der Geschichte veränderlicher Begriff
3.2 Grundsätzliche Entwicklungstendenzen in der Region
Bild 1.1: Meldung der Ortsbehörde zur statistischen Erfassung von Fabriken 1883
3.3 Die Siedlungs/Stadtgenese Dülmens
Bilder zu Dülmen als Stadt 102 bis
2.1 Dülmen mit Stadtmauer Mitte 17. Jahrhunderts, schematische Sicht auf Stadt mit Kirche
2.2 Haus Dülmen als Amtssitz 18. Jahrhundert, schematisch
2.3 Innenstadt von Dülmen um 1900 mit Teil des Ringes (Nordring) und Viehmarkt
2.4 Dülmen 1930 aus der Sicht von oben (Luftbild) mit Schloß des Herzog von Croy
2.5 Straßen in Dülmen mit Wohnhäuser-Bebauung Anfang 20. Jahrhundert
3.1 Grundbesitzaufteilung innerhalb von Dülmen 1825
3.2 Landaufteilung um 1825 im Umland mit Feldern und Gärten
4.1 Dülmen aus geografischer Planskizze von 1911
4.2 Dülmen mit Durchgangsstraßen bis in das 20. Jahrhundert
4.3 Luftbild von Dülmen nach der Luftbombardierung März
4.4 Trümmerbeseitigung durch Pionier-Planierraupe der US-Streitkräfte März//April
4.5 Planierte Durchgangsstraße Haltern-Münster durch die zerstörte Stadt
4.6 Topografische Karte von Dülmen 1953 mit neuen Wohnsiedlungen im Außenbezirk
4.7 Topografische Karte von Dülmen 1980 mit Gewerbegebieten und Bundeswehrgelände
3.4 Charakteristika der Siedlung Dülmen
3.4.1 Der Einfluß des Grundstücksmanagements
Bilder
5.1 Ortspolizei-Verordnung für die Straßenreinigung von
5.2 Merkmal der Stadthygiene Ende des 19. Jahrhunderts, Fäkalien-Gruben-Entleerung
3.5 Sozialgeschichtliche Aspekte in Dülmen
3.6 Vorbemerkungen zur regionalen Wirtschaftsgeschichte
3.6.1 Die Entwicklung des Gewerbewesens
3.7 Das politische Umfeld der Region
Bilder:
6.1 Grafschaft Mark und Vest Recklinghausen, südlicher Nachbar v. Fürstbistum Münster
6.2 Schloß des Standesherrn Herzog von Croy, 1834 erbaut mit Park
6.3 US-Panzer beim Einmarsch in Dülmen vor den Resten des Schlosses
3.8 Die Kommunikationsstruktur der Region
3.9 Die Verkehrsstruktur der Region

4. Die sozialgeschichtliche Betrachtung; die Arbeit
4.1 Die Ansprechpartner des kleinen Mannes
4.2 Arbeit als Maßstab der Entlohnung und des Lebens
4.3 Arbeit als Teil einer menschlichen Gemeinschaft, die Stadtmauer
4.4 Arbeitsbeispiele aus der Zeitzeugenwelt der Spinnerei Bendix
4.5 Die Siedlung und Wirtschaft; Handwerker, Unternehmen
4.5.1 Beispiel: die Eisenhütte Prinz Rudolph
Bilder zur Eisenhütte
7.1 Aufbau der Eisenhütte Prinz Rudolph (EPR) Mitte des 19. Jahrhunderts, Zeichnung
7.2 Gusseiserne Produkte der Eisenhütte aus dem Angebots-Katalog Mitte 19. Jahrhundert
7.3 Werkstatthalle mit Fertigung von Maschinenbau-Produkten EPR Anfang 20. Jahrhundert
7.4 Erzeugnisbeispiel der EPR Seilauflegewinde für den Bergbau
7.5 Vier-Seil-Turmfördermaschine EPR für den Mutterkonzern Ewald (Bergbau)
7.6 Dampf-Fördermaschine EPR in Zwillings-Aufstellung 20. Jahrhundert (2)
Bilder zu Textil-Unternehmen
8.1 Tuchmacher im 19. Jahrhundert
8.2 Familiäre Heimarbeit für Textilien mit Handspinnen und Hand-Weben (Webstuhl) (2)
4.5.2 Beispiel: Mechanische Weberei Bendix
Bilder
8.3 Sicht auf das Werk Bendix (Weberei-Spinnerei) (Luftbild) 20. Jahrhundert
8.4 Sicht auf Werks-Einrichtungen der Firma Bendix 20. Jahrhundert (vor Zerstörung)
8.5 Arbeiterin als Bedienung mit manueller Fadenanknüpfung (Bendix)
8.6 Reißmaschinen zum Auflösen von paktierter Rohware in Fasern (Bendix) (2)
8.7 Saal der Garnvorbereitung mit Speicherung in Tonnen (Bendix)
8.8 Arbeiterin beim lochkartengesteuerten Weben des Standard-Grubenhandtuches (Bendix)
8.9 Arbeiterin beim Einziehen von Kettfäden vom Kettbaum in das Geschirr (Bendix)
8.10 Aufbau eines Arbeiterwohnhauses der Firma Bendix
8.11 Sicht auf die Weberei Ketteler
Bilder zu (anderen) Wirtschaftsunternehmen in Dülmen 143-
9.1a Dampfkessel mit Niederdruck, hier eine Wellrohr-Flammrohr 19. Jahrhundert
9.1b Verfahrens-Prinzip Brennen und Brauen
9.2 Kirschner-Werk an der Münsterstraße, Sicht auf Ziegelei und Stapelung
9.2a vor 1. Weltkrieg
9.2b nach 2. Weltkrieg,
9.2c noch mit Ringofen-Anlage
9.2d nach Ausbau, ca.
9.3 Ziegelei mit Loren-Transport von Lehm und Trocknungslager sowie Brennofen
9.4 Sägewerk mit Transport-Loren, oben mit Binder-Konstruktion
9.5 Gefangenlager 1. Weltkrieg, Baracken in Holzkonstruktion (Kirschner)
9.6 Sägemühle Schlieker, Luftbild
9.7 Holzverarbeitungsbetrieb Mesem (2010, Bild Innenstadt im Stadtarchiv)
10.1 Textilmaschinenbau Hergeth, Luftbild
10.2 Ein Getrtiebebauer (Kordel)
10.3 Das Beton- und Fertigteilwerk Lütkenhaus
10.4. Dampf-Getreidemühle Schücking (östlich der Eisenbahn Münster-Essen)
10.5 Prinzip der Umwandlung von Stärke in Alkohol (Brennen, Brauen) 19. Jahrhundert siehe Bild 9.1b
10.6 Bierbrauerei Limberg Bilder zur Landwirtschaft 162-
11.0 Prinzip Plaggendüngung, Feldeinteilung (Wildpark Dülmen)
11.1 Bauer mit Ochsengespann und Leiterwagen
11.2 Molkereigenossenschaft, Anfangszustand (Außenansicht)
11.3 Mähdrescher mit Dampf-Antrieb, Flachriemen-Übertragung Anfang 20. Jahrhundert Bilder zu Handwerkern 166/
12.1 Lohgerber im 17. Jahrhundert,
12.2 Schuhmacher/Holzschuhmacher

5. Bemerkungen zur Recherchierarbeit

5.1 Das städtische Archiv, Zustand und Erfordernisse
5.2 Vorschläge zur Verbesserung
5.3 Liste der Verfasser in den Zitaten

6. Autor, Auszug aus Biografie/Genealogie

7. B i l d t e i l
7.1 Liste der Bilder
7.2 Bemerkungen zu den Bildern nach den einzelnen Bildgruppen
7.2.1 Zustandserhebung
7.2.2 Stadtentwicklung
7.2.3 Stadtbebauung etc.
7.2.4 Siedlungspolitik/Gewerbegebiete
7.2.5 Stadtbevölkerung
7.2.6 Wirtschaft nach der Säkularisation
7.2.7 Textilproduktion
7.2.8 Einzelne Unternehmen in Dülmen
7.2.9 Handwerk
7.2.10 Landwirtschaft
7.3. Bilder nach Liste

Abstract

In Teil 3 werden die angewendeten Grundsätze zur Darstellung der regionalen Wirtschaftsge- schichte dargelegt, wobei die Methodik sich an den anderer wissenschaftlicher Disziplinen wie der Naturwissenschaft oder der Technik orientiert. Die einzelnen Themen-Punkte werden in kurzen Überblicken beleuchtet und zusammengefasst wie die Voraussetzungen für die Da- tenerfassung und -verwendung. Da die im Stadtarchiv aufbewahrten Dokumente nicht so ausgewählt zu sein scheinen, dass eine Wirtschaftsanalyse erleichtert wird, kann man sich nicht weit über eine zeitgeschichtlichen Ablaufschilderung hinaus begeben.

Es werden die Einflüsse der herrschenden Macht in Stadt, Land, von Ständen etc. aufgezeigt und an Beispielen die Vorstellungen von Steuerkraft und Wirtschaftsförderungen demon- striert. Die Gründer von „Fabriken“ im 19. Jahrhundert scheinen mehr aus einem innerem Antrieb ans Werk gegangen zu sein, wobei das Eigeninteresse sogar nachweisbar ist. An einigen größeren Betrieben - im Sinne der preußischen S]tatistik - werden die einzelnen betrieblichen Vorgänge besprochen und das Fehlen von betriebs- und marktwirtschaftlichen Entscheidungsgrundlagen herausgearbeitet, aber insbesondere auch der Abstand zu dem allgemeinen Stand von Technologie und Wirtschaft in anderen Gegenden Europas. Als besonders bemerkenswert sind der Wandel des Unternehmertyps und der Arbeiterschaft in den letzten zwei Jahrhunderten, die auch einen sozialgeschichtlichen Hintergrund haben.

Von einigen Firmen werden die wesentlichen Entwicklungszüge - von einigen Bildern und zugehörigen Beschreibungen unterstützt - offengelegt, natürlich mit dem Vorbehalt ungenügender Klarheit an inneren Strukturvorgängen und den Gründen für eine Aufgabe von Unternehmen oder Änderung der Eigentumsverhältnisse. Der Handwerker schließt sich zu einem Interessensverband zusammen und hat bis Ende des 19. Jahrhunderts Schwierigkeiten mit der Einsicht in Gewerbefreiheit und Wettbewerbsfähigkeit.

Schließlich werden einige Gedanken zu einer Verbesserung des Informationszuganges für zukünftige wirtschaftsgeschichtliche Ausarbeitungen gemacht, wobei es offensichtlich immer schwieriger zu werden scheint, alle relevanten Daten und Aspekte einzubringen. Die Digitalisierung von Dokumenten und Datensammlungen an zentraler Stelle könnte ein Weg zu einer Verbesserung sein.

Einführung in Teil 3 der

Regionalgeschichte Dülmen.

Die Vorbetrachtung.

Die vorliegende Arbeit an der Regionalgeschichte geht von dem Gedanken aus, dass die

Archiv-Unterlagen des zugehörigen Stadtarchivs hinreichende Aussagen ermöglichen, jedoch zeigte sich nach systematischen Überlegungen über die funktionalen Zusammenhänge zwi- schen den Elementen, die die Wirtschaft beeinflussen, dass dies nicht oder eben nur in Frag- menten möglich ist, da relevante Vorarbeiten nur spärlich und nach einer eigenen lokalen Thematik geordnet vorliegen. Außerdem muss eine regionale Wirtschaftsgeschichte als Teil eines überregionalen Wirtschaftsgebildes gesehen werden, um den Stand der Bestrebungen der Unternehmer in Relation zur generellen Entwicklung beurteilen zu können. Leider gibt es bislang in den wirtschaftshistorischen Abhandlungen oft mehr qualitative Bemerkungen und weniger quantitative oder gar ausreichende statistische Daten. Allerdings sind von mir als Verfasser noch nicht alle denkbaren Quellen ausgeschöpft. Man muss daher sagen:

Um zu einem höheren Aussagewert über die regionale Wirtschaftsgeschichte zu kommen,

müssen die Untersuchungen und Analysen fortgesetzt werden. An den verschiedensten Stellen der Ausführungen sind Ansatzpunkte offengelegt.

Das Problem der Methodik

In regionalgeschichtlichen Arbeiten werden die Rekonstruktionen sorgfältig nach den verfügbaren Quellen vorgenommen, wobei quellenkritisches Vorgehen und die „richtige“ Interpretation eine große Rolle spielen. Es ist von daher nicht verwunderlich, wenn die Lücken bzw. die möglichen Fragwürdigkeiten nur eine Randerscheinung bleiben.

In der vorgenommenen Vorgehensweise wurde anders verfahren: die nackten Ereignis-Fakten sind zwar Gerüstpunkte einer rationalen Vorstellung von einzelnen zeitlichen Ablauffolgen, aber diese stehen nicht isoliert im Zeit-Raum, sondern sie sind verknüpft wie im modernen

Sprachgebrauch als Netzwerk vieler Bewegungsaktionen und -akteure1. Damit steht man oft vor einem Problem: warum läuft die Prozess-Kette nun wie aus den Daten ermittelbar ab? Z.B. werden die Motive und Anlässe für eine Investition in einen Betrieb gesucht und die Akten müssen daher Seite um Seite auf relevante Ausführungen durchsucht werden. Gegen- über dem früheren Arbeiten kann aber heute aus den computergestützten Aufzeichnungen das spezielle in den Aufzeichnungen und zeitgenössischen Darstellungen gesucht und gefunden werden, wenn eine Begriffsidentität vorhanden ist, jedoch müssen die unterschiedlichsten Synonyme benutzt werden, da die Begriffswelt früher nicht nur nicht genormt ist, sondern auch verschieden gehandhabt wird. Auch ist die administrative Denkweise z.T. im Vergleich zu heute ungewöhnlich, man weiß nicht, wie z.B. eine obrigkeitliche Androhung von Bußen und Folgen einzuordnen ist, denn man kennt den Vollzug, die gängige Praxis nicht. Der zu- tiefst schlummernde Gedanke oder die Absicht tritt nur zuweilen an die Oberfläche. Beispiel- haft sei die Einführung der Gewerbe-Inspektion unter den Preußen genannt: wird nun passiv Widerstand geleistet oder ist man da überfordert, wenn der Schutz des Menschen herausge- fordert wird? Hier muss die praktische Erfahrung2 des Geschichtsschreibers helfen; je umfangreicher und je menschennäher, desto besser.

Der Historiker gehört immer einer bestimmten Gesellschaftsgruppe an und reprä sentiert de- ren Sichtweise. 3 Er versucht, sich in die Motive und den Geist der handelnden Personen hineinzuversetzen. Schließlich erschließt er die Beziehungen zwischen den handelnden Perso- nen und dem Zeitgeist. 4 Damit ist die jeweilige Geschichtsdarstellung „subjektiv“, die „abso- lute“ Objektivität ist ein Ziel und abhängig von den Funktions-Parametern, eben wie der Er- fahrung. Die Tatsachen sprechen nur, wenn der Historiker sich an sie wendet, er entscheidet, welchen Fakten Raum gegeben werden soll und in welcher Abfolge und in welchem Zusam- menhang. 5 Das methodische quellenkritische Vorgehen mündet immer in eine „richtige“ Interpretation, die sowohl von dem Zeitgeist als auch anderen Einflüssen wie dem der Kon- fession modifiziert sein kann. In der Wirtschaftsgeschichte drückt sich da so aus, ob man z.B. die betriebswirtschaftliche Kenntnis mehr aus theoretischer oder aus wirklichkeitsgetreuer Erfahrung gewonnen hat.

Die Annäherung an wissenschaftliche Methodik anderer Disziplinen.

Die Evolution des Geistes ist nicht nur Grundlage der Wissenschaft, sondern auch des naturwissenschaftlich-technischen Fortschrittes, der Erfindungen. Gewöhnt hat sich zwar der normale Leser daran, einzelne Individuen als herausragende Ideen-Schöpfer genannt zu bekommen, aber die Wirklichkeit von der Idee bis zur Verwirklichung und allgemeinen Anwendung ist meist schwierig und weit. Manche Ideen benötigen Jahrtausende, um in der Menschheit anzukommen, manche Gedanken benötigen Jahrhunderte, um akzeptiert zu werden. Die Geschichte ist davon voll, man denke nur an den Begriff „Aufklärung“ und „Menschengerechtigkeit“, wann wurden diese Allgemeingut?

Gerade im 19. Jahrhundert ist Werksspionage üblich, um hinter die Geheimnisse „moderne- ren“ und „produktiveren“ Maschinenbaues zu gelangen, manchmal von der Regierung sogar organisiert. In der Praxis unterscheiden sich die Unternehmer: der eine im preußischen Reich begnügt sich mit dem Kauf gepriesener englischer Spinn- und Webmaschinen, der andere will etwas (noch) „besser“ machen. Die Motivation eines Kaufmannes, der ein Unternehmen gründet, scheint da regional manchmal eine andere gewesen zu sein als die eines mehr tech- nisch orientierten Dynamikers, der seinen Betrieb bestmöglich rationalisiert sehen will. Dabei scheint einmal das Gewinnstreben und der Wille zu noch vertretbaren Eigenverdienst der Wirtschafts“leitung“ über den betriebswirtschaftlich notwendigen Grundlagen der Reinvesti- tion und des gebotenen Mithaltens mit den Fortschritten des Wettbewerbs - und damit zugleich in der Kostenstruktur im Wettbewerb zu stehen. Bedeutsam ist da z.B. die Aussage eines hiesigen Unternehmers zu seiner Unternehmensgeschichte, auch eine Wohnungsbereit- stellung für Arbeiter geschehe letztendlich aus wirtschaftlicher Rechtfertigung und nicht aus sozialer Begünstigung. So ist bei mittelständisches Unternehmen die Wirtschaftsgeschichte von den beschränkten Finanzmitteln und der (Qualität der) Führungsmannschaft insgesamt nicht selten geprägt. Der Stil des Managers liefert dann Anhalte für Rückschlüsse auf echtes soziales Verhalten, aber wie kann man das feststellen? Auch hier bedeutet der eigene Erfah- rungsschatz eine wertvolle Hilfe - und diese ist kein Gegenstand der Lehre.

Die Informationen in Form von „alten“ Daten (aus Archiven) werden immer mehr bedrängt von solchen Informationen, die Journalisten in der Presse veröffentlichen, die nicht immer eine reale Faktenbasis haben. Berüchtigt sind die Bemühungen, die Berichte so zu gestalten, dass sie den Blickpunkt des Herrschers, des Siegers in einem Krieg „beschreiben“, eine durch die Jahrhunderte sich hinziehende Berichtsweise, die von den Historikern „bereinigt“ werden muss, um zu den (vermutlichen) Fakten zu gelangen. Oft ist eine Mehrfach-Überdeckung mit Faktenberichten nicht gegeben6, was häufig im Mittelalter der Fall ist. Manchmal erfolgt die Berichterstattung sogar im Konsens mit Beteiligten oder von Journalisten mit den Medien- Gewalten. Damit werden zunehmend die Bemühungen um Objektivität und „Wahrheit“ konterkariert. Selbst Plausibilitätsprüfungen mit dem Kontext und den von verzahnten Ereig- nissen erleiden das Schicksal der Nichtmachbarkeit. Bei Informationen muss man also nicht nur die Art, sondern auch deren Entstehungsgeschichte mit erfassen. Bei gekürzten Interviews taucht z.B. die Frage auf, was hat er denn nun gemeint? Was soll der Firmenbericht? So ist bei den Ereignis-Berichten in der Dülmener Zeitung auffällig, dass sie nicht frei von Tendenz zu sein scheinen, also keine reine Fakten-Quelle.

Die besondere Eigenschaft, dass man das Wichtigere gegenüber dem weniger wichtigen her- ausstellt, dass man vereinfacht und damit die Grundsätze des Spruches „kleine Ursache, große Wirkung“ missachtet. Diese besagen sowohl Alltagsweisheiten wie auch Erfahrungen aus der Theorie nichtlinearer dynamischer Systeme im zeitlichen Verhalten, d.h. das Überse- hen von Anfangsbedingungen geringen Ausmaßes7 und die Nichtberechtigung der Ordnung von „ähnlichen“ Systemen - wenn man geschichtliche Fakten ordnet und dabei vereinfacht8. In der Dülmener Region kann man zwar rückwärts schauen und aus Firmen-Zusammenbrü- chen „lernen“, aber nicht ohne weiteres auf die Ursachen schließen. Immerhin, einige Fälle kamen hier vor und verdienen im Gedächtnis behalten zu werden. Zeitzeugen sind sehr bald rar - und ihre nicht erfasste Geschichte vergänglich und das Gedächtnis verblasst.

Das konzentrierte Ergebnis.

In den nachfolgenden Schwerpunkt-Darstellungen zu einzelnen Problempunkten ist das Fazit des Verfassers abgebildet, sie enthält eine Momentaufnahme der gegenwärtigen Erkenntnis. Viele Einzelheiten können nur angeschnitten werden, so insbesondere die Herausbildung von Sozialschichten seit dem Mittelalter und die Land-Verteilung des von einer späteren Stadtmauer abgegrenzten Bezirkes. Die Struktur und Zusammensetzung der Bevölkerung scheint aus einer anfänglichen Hierarchie-Struktur entstanden zu sein, wobei die Annahme einer frühen Vertikal-Gliederung der Wirkungsbestimmung des individuellen Menschen- Lebens von der späteren Stände-Schichtung der Kommando-Gewalt und der Abhängigkeiten indiziert ist. Die Freiheit des Individuums verliert ihre Verwirklichbarkeit. So ist z.B. die Patrizierschicht innerhalb der Stadt-Gemeinde in ihren Verwurzelungen in den Zünften und in personellen Querverbindungen nicht plötzlich entstanden, im Gegenteil, sie hat sich wohl immer weiter verfestigt, von Ausnahmen abgesehen.

Bis in die Frühe Neuzeit ist für den gewöhnlichen Sterblichen im Münsterland lebensbestim- mend die Regierungs-Gewalt9 in Münster, die formal an der Spitze den Fürstbischof sieht, aber infolge der Wahlverfahrens und der Abstimmungsprozeduren unter den heterogenen Beteiligten des Adels, der Kirche und weiteren Delegierten erhebliche Diskontinuitäten im Herrschaftswesen aufweist10. Es wird die Politik quasidynastisch festgelegt, teilweise mit militärischen Aktionen vermengt und das Pfründenwesen zeigt seine negativen Seiten, heute mit dem Ausdruck Korruption belegt. Im Kirchenwesen herrscht außer der Grundlinie eben- falls keine Einheitlichkeit, die sogar in das Gerichtswesen eingreift. Deutlich zeigt sich das bis zur unteren Schicht der Eigenhörigen im Lande, bei Negativereignissen muss ein Verursacher als Schuldiger für das „Böse“ her. Die Sorge um das eigene, lebenswichtige Hab und Gut, die eigene Gesundheit und das eigene Leben erzeugte bei der westmünsterlä ndischen Landbevöl- kerung eine große Hexenfurcht 11 , und man vertraut nicht dem „normalen“ Gericht, sondern dem Gemisch aus Religion, Untertanentum. und Verfolgungswut. Beispiel ist der Fall Hein- rich Jaspers aus der Bauerschaft Buldern 1619 unter „von Diepenbrock“, in der die katholi- sche Kirche viel Besitz hat.

Die Quintessenz.

Folgende Ereignisse und Vorgänge sind zusammenfassend von fundamentaler Änderungs- Bedeutung für die Abläufe in der Region, die nicht ganz unabhängig von der Regierungs- Struktur und Landesherrschaft in Münster und der lokalen Wirtschaftsentwicklung ist12:

- der Umbruch in konfessioneller und feudaler Hinsicht
- die Folgen der französischen Revolution; die Säkularisation/Mediatisierung
- die Umwandlung des Fürstbistums zur preußischen Provinz Westfalen im Ver- bund mit der (neuen) Staats-Regierung in Berlin
- das Weltkriegsende mit dem Zustrom „fremder“ > Zugewanderter
- die Technisierung und Computerisierung der Wirtschaft
- das Schwinden produktiver Werkstätten, die Verschiebung zur „Dienstleis- tung“, die dem Begriff nach sekundären/tertiären Charakter hat.

Der Historiker hat es schwer, die Triebfedern für die wirtschaftliche Entwicklung einer Region festzustellen und vereinfacht die Ausdeutung zunächst durch die spezifische Be- trachtung der einzelnen „größeren“ Unternehmen (für sich) und ihrer jeweiligen Wettbe- werbsfähigkeit, wobei städtische Unternehmen eine Sonderstellung einnehmen, ehe er auf die Gesamtheit schließt. Die bloße Marktbeobachtung von Beschäftigung, Umsatz, Gewinn und Ertragslage ist ein erster Ansatz, aber man muss weiter gehen, z.B. kann vereinfacht das Maß an Marktneuheiten herausgegriffen werden, wobei man zwischen Innovationen (z.B. nur geringe Fortsetzung bereits bekannter Konstruktionen) und Neuschöpfungen, die auf echten kreativen „Sprüngen“ beruhen unterscheiden muss13.

Heimat von Fortschritt und Innovation sind die Zauberworte, mit denen eine Region seine Spitzenstellung in der Wirtschaft gern verziert, weil sie zugleich mit entbehrungsarmen Le- bensstil und Zukunftssicherheit verbunden wird, wenn denn aus diesen Merkmalen dann auch monetärer Erfolg entspringt. Kreativitäts-Potenzial und Umsetzungsfähigkeit14 ist aber nicht bei jedem Individuum gleichermaßen vorhanden, wenn man auch dafür die Zahl der Patente als Maßziffer berechtigt zu verwenden meint, aber das stellt sich zuweilen als Missdeutung heraus, da eben nicht jede Idee auch ein wirtschaftlicher Erfolg wird. Man sieht daraus, dass die Tendenz wirtschaftlichen Erfolgs schwer abzuschätzen ist. Als sicherer negativer Grenzfall ist das Scheitern am Markt zu nennen, was aber nicht eine Folge allein fehlender rechtzeitiger Marktanpassung sein muss.

Man muss sich in seinen Aussagen auf bescheidene Sätze zurückschneiden; sie stehen im Ge- gensatz zu solch gewaltigen Deutungen ganzer europäischer Märkte, den vielfältigen und komplexenökonomischen Zusammenhängen, die man selbst bei tieferen Analysen nicht auf- zubröseln vermag, man schaut nicht hinter die Vorhänge. Die vorliegende Arbeit hat sich da- mit begnügt, einmal das Stadtarchiv-Material von Dülmen durchzuschauen und ein (mögli- ches) funktionelles Entwicklungsbild zu entwerfen. Dabei ist die Region Dülmen eine Umge- bung einer Provinz-Stadt mit menschlichen Traditionen, deren Tragweite man sich nicht im- mer bewusst zu sein scheint. Allseitige Denkfreiheit und Fähigkeit zum Vergleichen - und Erfahrung in mehreren Disziplinen sind Grundvoraussetzungen, um aus der Geschichte in die Zukunft blicken zu können. Allerdings ist ein Szenario nichts anderes als ein Denkmodell, was nicht „stimmen“ muss; dazu gehört mehr.

Sicher ist die regionale Wirtschaftsgeschichte auch eine Art Heimatgeschichte, aber eben besonderer Art, weil nicht nur die Unternehmer oder Geschäftsleiter hiesiger Unternehmen auch „Fremde“ sein können, sondern die Einflüsse von Konzernen oder konzernähnlichen Gebilden hier hineinragen und die regionale Wirtschaft somit nur noch ein Instrument innerhalb eines größeren Wirtschafts- und Finanz-Zusammenhanges wird. Insofern verliert in diesem Gebiet die Heimatgeschichte ihre gefühlsmäßige Verbundenheit mit den Menschen. Das gilt genau so durch die Infiltration der Nichtheimischen über die neuen Wohnbaugebiete, so dass die Mehrheit keine Verwurzelung mit dem Hier und Einst hat.

0.6 Zusammenfassende Bemerkungen

zu den folgenden Ausführungen der Abschnitte 1 bis 4

(Wirtschaftsgeschichte, Merkmale der Wirtschaft, Sozialgeschichte)

Teil 3 ist eine Ergänzung zu Teil 2 der Regional-Wirtschaftsgeschichte von Dülmen und soll sowohl Inhalt der grundlegenden Gedanken zur Abfassung der Darstellung

Abschnitte 1.1 bis 1.3 ( Merkmale, Voraussetzungen, Grenzen)

als auch augenblickliche gegenständliche Zustands-Erfassungen und -Abbildungen

Abschnitte 1.4 (Macht, Machtdurchsetzung) und 1.5 (Einflüsse auf Entwicklung) Abschnitt 2 (Ermittlung der Fakten, reale Machtausübung, individuale Ohnmacht)

umfassen, beispielsweise in der Art von Aufrissen der Stadt zu verschiedenen Zeiten als auch Fabriken in ihrer äußerlichen Gestalt und in einigen Fällen auch einzelne Werks-Innenan- sichten, aus denen jedoch nur Anhaltspunkte für Betriebsführung etc. entnommen werden können.

Abschnitt 3.1/2 (Merkmale in Wirtschaftlichkeit, Stand der Technik, Zustand) Abschnitt 3.3/4 (Stadtentwicklung, Grundstücksmanagement) Abschnitt 3.5 und 4.1-4 (Sozialgeschichte, Arbeit und Arbeitnehmer) Abschnitt 4.5 (größ ere Dülmener Unternehmen als Beispiele)

Selbstverständlich lassen sich weder der Geist und das Management eines Gewerbes oder eines Unternehmens noch der Entwicklungsstatus abbilden.

Es wurde versucht, die wesentlichen Gesichtspunkte zu den einzelnen Themen möglichst kurz herauszustellen, wie sie sich im Laufe der Recherchierarbeit als solche aufdrängten. Dabei ist in der Hauptsache festzuhalten:

1. Problem der Geschichtsdarstellung in Anlehnung an wissenschaftliche Systemati- ken in anderen Disziplinen als der der Geschichte.

Infolge der Methodik, aus heutiger Sicht das Unternehmen in seinen die Wirtschaft bestim- menden Eigenheiten zu charakterisieren, ergibt sich fast durchweg, dass die Datensammlun- gen im Stadtarchiv nicht wirtschaftsorientiert zustande gekommen sind, sondern aus Zufällen der Arbeit der Stadtadministration mit der Wirtschaft, z.B. im Wege der Genehmigungserfor- dernisse, ergänzt um veröffentlichte Wirtschaftserklärungen oder Privat-Sammlungen. Die Geschäftsberichte, die ohnehin Darstellungen des Vorstandes für den Aufsichtsrat oder Steu- erberaters und damit subjektiv gefärbt sind, sind weder vollständig noch tiefschürfend,

manchmal fehlen die Anlagen, manchmal die Basis-Dokumente. Das zeigt sich z.B. in einem Landgerichts-Prozess wegen Wirtschaftskriminalität eines Dülmener Unternehmens eklatant. Wenn man den Horizont auf den Vergleich mit dem „allgemeinen“ Stand bzw. dem andern- orts abstellt, müssen weitere Erhebungen angestellt werden, die jedoch auf Grund von Quel- len-Sperren oder -Schwierigkeiten (z.B. beim Suchen nach digitalisierten Informationen) nicht ohne weiteres - und dann noch inökonomisch vertretbaren Rahmen - anzapfbar sind.

2. die Suche nach den Ursachen einer Geschichts-Entwicklung.

Die Denkweise der Unternehmer des 19. Jahrhunderts und besonders in der Region Dülmen scheint nicht nurökonomisch, sondern auch von der Mentalität als Quelle von Geld und im Verhältnis zum arbeitenden Menschen anders als heutzutage basiert zu sein. Betriebswirt- schaftliche Belange sind unterentwickelt, sie gehören (offenbar) nicht zum Bestandteil eines Unternehmers, auch nicht zu einem Zeitpunkt nach allgemeiner Einführung des Betriebsabrechnungsbogens. Dabei kann man grob die zeitgeschichtliche Unternehmer- Einstellung - abgeleitet aus den Ergebnis-Daten - kennzeichnen mit folgenden Merkmalen:

- intuitiv15 nach dem persönlichen Eindruck des Unternehmers
- zunehmende Bedeutung rationaler undökonomischer „Berechnung“
- weit gespannt unter Nutzung finanzwirtschaftlicher Möglichkeiten.

Schon die Buchführung zu Mitte des 19. Jahrhunderts entspricht nicht den Erfordernissen einer akribischen Datenerfassung und -zusammenstellung, die Betriebswirtschaftlehre befindet sich in den Anfängen16 und ein Rechnungswesen für den Betrieb besteht nicht. Erst die Diskussion um die Fließbandfertigung mit strengem funktionalem Prozessablauf und der Regelung von Akkordlöhnen nach dem Ersten Weltkrieg, die Buchhandlungsrichtlinien von 1937 und die gespürte Notwendigkeit einer kostenmäßigen Betriebskenntnis bringen Anfang 1951 eine durchgreifende Änderung mit einem Kostenrahmen, der 1971 als Industrie-Kosten- rahmen im Betriebsabrechnungsbogen von mittelständischen Unternehmen übernommen und deren Auswertung als Entscheidungsgrundlage verwendet wird.

In Verbindung mit einer planenden Arbeitsvorbereitung ist diese Maßnahme unerlässlich für eine vorausschauende und kostenorientierte Unternehmensführung.

Daten aus der Betriebsbuchhaltung sind im Raum Dülmen archivarisch nicht greifbar, so dass nur aus dem Gebrauch dieser Instrumente einschließlich des spezifischen Einsatzes des Computers zur Echtzeit-Datenverarbeitung auf einen Modernisierungstrend geschlossen wer- den kann. Selbst kleinere mittelständische Betriebe kommen (heute) ohne computergestützte Hilfen nicht aus, vielmehr ist heute das Erfordernis vorhanden, gezielt damit umzugehen.

Der neue Unternehmer-Typ zu Ende des 20. Jahrhunderts - wie oben an dritter Stelle angesprochen, ist auch in Dülmen an zwei Beispielen sichtbar, einer setzt im Baugeschäft wie bei Kirschner auf eine Erweiterung seiner Kompetenzen im Bau von Gebäuden etc. durch die Bildung einer Projektentwicklungs-Gesellschaft, in der die verschiedensten Kompetenzen zur Schaffung von Immobilien mitsamt ihren Nutzungen vereint sind17 Die HIG HolzleimbauIndustrie GmbH. und die GiP Gewerbe im Park, an denen das Unternehmen Kirschner maßgeblich, teilweise in Kooperation mit der Philipp Holzmann AG18, beteiligt war, geben hier ein historisches Beispiel. Zur Verdeutlichung kann hier eine Historiker-Darstellung von dem großen Bau-Unternehmen Philipp Holzmann gegeben werden19:

Wie kein anderes Bauunternehmen setzte Holzmann unter der Leitung von Michael Westphal20 auf die Bauland- und Projektentwicklung. Dieses Modell funktionierte so: Holz- mann sicherte sich ein Grundstück per Kauf oder Option, plante, bebaute, vermietete, ver- waltete und unterhielt es für den Investor, z.B. eine Versicherung, der das ganze Objekt dann kaufen sollte. Der Vorteil dieser Methode bestand darin, dass die Konkurrenz in jeder Phase des Projektes ganz legal vollstä ndig ausgeklammert wurde. Allerdings bargen derartige Ge- schä fte auch erhebliche Risiken21, weil Holzmann langfristig hohe Vermietungsgarantien eingehen musste. Seit Ende der achtziger Jahre betrieb Holzmann das Immobilienprojektgeschä ft im großen Stil. Der Erwerb, die Erschließung, die Vermietung und der Verkauf von Grundstücken ohne Koordination22 zwischen den Hauptniederlassungen und den Tochtergesellschaften sowie ein unzureichendes Controlling in der Zentrale führten Holzmann in eineä ußerst prekä re Situation23. Das Projektentwicklungsgeschä ft wurde von allen anderen Bauunternehmen ebenfalls betrieben.

3. Die Handlungsmotive für eine Fabrikerrichtung und -führung.

Um den Gesichtspunkt der Unternehmensführung hinsichtlich rationeller und vorausschauender Entscheidungsbasen klarer herausarbeiten zu können, sind die entsprechenden Unterlagen daraufhin zu sichten, aber es fehlen genügend Hinweise. Immerhin gelingt es aus einzelnen Daten und Äußerungen, das Handlungsmotiv näher einzukreisen. Als wesentliche erscheinen folgende ausschlaggebend gewesen zu sein:

- Schaffung von Handelsprodukten als Fortsetzung bisheriger Basis (Verleger)
- Teilhabe am technologischen Fortschritt zwecks preislicher Wetttbewerbsfähigkeit.

Eine Region kann in ihrer Wirtschaft nur unter bestimmten Bedingungen ohne grenzüber- schreitende Aktionen leben, allein der Handel erfordert ein Entscheiden unter Einbezug von Märkten und Berücksichtigen von politischen Gegebenheiten. Die Zeit vom Mittelalter bis zur Moderne ist hier von ständig wechselnden Zuständen, Machtverhältnissen und Bedrohungen geprägt, weshalb diese durchweg mit in Betracht zu ziehen sind.

Das Gegent eil von der üblichen Betrachtungsweise ist also sinnvoll: nicht einzelne Wirt- schaftsdaten unabhängig vom regional herrschenden Stand von Technik und Wirtschaft zusammenfügen und zu einem Bild vereinen, weil Heterogenität und unterschiedliche Handlungseinfluß-Potenziale der Menschen ein Typisieren verbietet, beispielsweise durch eine konfessionelle Bindung, durch Vermögen. Selbst die Dokumente von Zünften zeugen nicht von Einheitlichkeit der Handwerkerschaft, sondern von Eigensucht und spezieller Vorteilsnahme einzelner Berufsgattungen. Somit bleibt man hier bei der regionalen Wirtschaftsgeschichte beim Skizzieren von Merkmalen (Abschnitt 2) was jedoch durch das Arbeitsvermögen eines einzelnen Recherchierenden eingeengt ist.

Als Kriterien in der historischen Betrachtung fallen die Eckpunkte technologischer Ent- wicklung vergleichend ins Auge: beispielsweise beim Spinnen die Einführung der Ringspinnmaschine und der weiteren spezifischen technologischen Fortschritte, die allerdings hinsichtlich ihrer Bedeutung riskant sein können; es kommt auf den Zeitpunkt an, ob und wann das „neue“ Verfahren als hinreichend erprobt gelten kann. Hier unterscheiden sich die Unternehmer-Typen, der auf „sicher“ gehende muss mit einem Versäumnis der Rechtzeitigkeit rechnen. Hier liegt keine schriftlich überlieferte Diskussion vor.

Ähnlich ist es mit der Einführung logistischer computergesteuerte und ggf. chipkartenidentifi- zierter Ablaufe in der Fuhrparksteuerung, nur ein Unternehmen arbeitet in Dülmen 1990 da- mit. Einige Unternehmen in Dülmen stellen sich in jüngster Zeit auf computergesteuerte Fer- tigungen bzw. Herstell-Verfahren um, was allerdings im Einzelnen nicht vertiefbar ist.

So ist die vorliegende Wirtschaftsgeschichte einerseits als ein Anfang und andererseits als Mahnung zu sehen: wenn regionale Wirtschaftsgeschichte zukünftig hinreichend geschrieben werden soll, ist anders und vollkommener zu archivieren, vorausgesetzt, man ist bereit, die bisherige Arbeitsweise zu überschreiten. Wenn nicht, dann bleibt die Heimatgeschichte eben eine von einzelnen Geschichten.

4. Der sozialgeschichtliche Aspekt von Grundbesitz und Vermögen (Abschnitt 3.4.1) einerseits und des Arbeitsvermögens (Abschnitt 4.2 bis 4.4) andererseits.

In der Dülmener Region gibt es hauptsächlich kleine und mittelständische Unternehmen, de- ren Geschäftsleitung im 19. Jahrhundert noch weitgehend persönlich die Geschicke lenkt. Erst zum Ende des 20. Jahrhunderts greift man auf sogenannte „Unternehmensberater“ zu- rück, wenn die Liquidität Schwachpunkte aufweist oder die Finanzierungen schwieriger wer- den.24 Davon steht in den Archiv-Unterlagen fast durchweg nichts, obwohl die Geschäftsberichte letztlich Wirtschaftsprüfer oder eben qualifizierte Berater25 erstellen.

Die ungleiche Verteilung von Vermögen jeder Art ist seit den ersten Anfängen symptoma- tisch für die Menschheit. Sie scheint auch nicht immer gleich geblieben zu sein, obwohl es Traditions-Unternehmen mit mehreren hundert Jahren Beständigkeit gibt. Um hier für die Region Dülmen einen Einblick zu bekommen, wurde von den Möglichkeiten wegen der damit verbundenen Arbeitsfülle nur einiges genutzt, z.B. die grundlegende Datensammlung26 von 1825 über die partielle Aufteilung der Region in Grundeigentümer. Sie gestattet mindes- tens für einen Zeitpunkt die rechtsgefasste Verteilung von Eigentum/Besitz festzustellen. Sicher hat diese historisch einen Anfang, vermutlich einen in einer Zeit der Siedlung. Für die- sen Fall existiert eine Reihe von Entstehungstheorien, die sich jedoch nicht an dem herr- schenden Macht- und Justiz-Zustand orientieren. Die tatsächlichen Grundbesitz-Übertragun- gen von einer Person an eine andere z.B. im Wege der Schenkung setzen nämlich voraus, dass diese Person nicht nur darüber verfügt, sondern auch als Eigentum (rechtlich) verfügen darf27.

Die Macht zu Beginn der Okkupation28 durch die fränkische Herrschaft ist in der Region auch von Dülmen Schöpfer von neuem „Eigentumsrecht“ oder Dulder von alten (germanischen) Gewohnheitsrechten, z.B. von daraus abzuleitenden Eigentumsverhältnissen.

Wir kennen die Anfangsentwicklung nicht, nur rudimentäre Aufzeichnungen z.B. aus klösterlichen Urkunden zur Sicherung von „Besitz“. Eine solche Eigentums-Schöpfung bzw. Änderung ließe sich dann möglicherweise fortschreiben. Im Zivilbereich geht nach 1825 alles nur nach preußischer Vorschrift mit der Praxis an Amtsgerichten.

Wir wissen nicht, ob Sklaven und Arbeitskräfte nur nach der Zahl ausgesucht und eingesetzt werden. Für bestimmte Arbeiten war der Einsatz körperlicher (menschlicher) Energien not- wendig, in den antiken Erzbergwerken konnten nur kleine Wesen gebraucht werden. Die Un- terscheidung von höher- und niederer Wertigkeit von Arbeit ist ein Produkt des früheren Gesellschaftssystems mit einer Herrschaft einzelner über andere. So genießt der Handwerker des Mittelalters eine höhere Achtung als derjenige, den man mit niederen Arbeiten beschäf- tigt. Das 19. Jahrhundert bringt durch die Tatsache, dass Arbeit ein Teilbereich der Wirtschaft ist, eine Einstellungsänderung. Der einzelne versteht sich nun als arbeitendes Subjekt, und seine Identitä t, die staatsbürgerliche Partizipation sowie die Teilnahme am Wohlfahrtsstaat werden (für die meisten nur)über die Arbeit vermittelt. 29 Arbeitslosigkeit wird ein handfester Begriff - im Unternehmen konkretisiert durch die gehandhabte Ethik des Unternehmers. Wir zeigen Arbeitsbeispiele in einem Dülmener Textil-Unternehmen, was man unter „niederer“ Arbeit zu verstehen scheint, einen notwendigen Produktions-Faktor.

5. Der Wandel der Bevölkerung als Arbeitswesen und Bürger.

Zu den Anfangsbedingungen eines Wirtschaftsteilnehmers gehören u.a. folgende Zu- stände:

- Vermögen in Grundbesitz und sonstigen Vermögens-Äquivalentia wie Verfügensrechte über Arbeitspotenziale (Menschen)
- Zu/Abflüsse an vermögensäquivalenten Werten wie sachlichen u.a. Abga- ben mit rechtlichen Sicherungen oder auf Grund von Machtverhältnissen, Verfügungsrechten über Ausbeutung von Gewässern, Böden usw.
- Arbeitskraft-Potenzial (Human—Kapital) nach Art und Qualifikation
- technologische Einrichtungen wie Werkzeuge, Mühlen usw.
- Verfügungsmöglichkeiten weiterer Art wie Hoheits-, Lehnsrechte etc.
- Handelsrechte.

Da die Anfangsbedingungen durch unterschiedliche Anteile in Zuordnungsmengen auf die startenden Wirtschaftsunternehmer ungleich sind, sind auch die Expansions-, Wachstumsmöglichkeiten für den einzelnen, für die Unternehmen unterschiedlich.

Solange keine aufklärenden Dokumentenmengen existieren, sind dies Veränderungen nicht historisch verfolgbar. Deshalb kann man bei den einzelnen Unternehmen erst vom annähernd greifbaren Zustands-Zeitpunkt ausgehen. Sicher ist, dass die Tätigkeiten auch Vermögenswerte schaffen sollen, wozu sich scheinbar Handelsunternehmen besser als Handwerksunternehmen eignen.

Sozialtheoretiker halten Unternehmern vor, sie würden nicht immer Zielsetzungen wie soziale Gerechtigkeit und andere ethische Grundsätze befolgen. Kaum ein Herrscher, Wirt- schaftsunternehmer, Händler usw. hält sich vor allem dann nicht daran, wenn das Eigeninte- resse dem widerspricht. Das gemeine Volk vermeint sogar eine Zeitlang, mit den Erfolgrei- chen wäre letztlich das Böse im Bunde, weshalb diese zu verfolgen seien. Auch das Münster- land war von solchen Meinungen nicht frei. Heute ist das Propagieren solcher „höheren“ Grundsätze publikumswirksam. Werbung über Kataloge, Festschriften, Prospekte gehört dazu, so in Dülmen frühzeitig die Eisenhütte, die Weberei Bendix schafft sogar eine „Marke“. Unklar ist, wie das jeweils im 19. Jahrhundert dauerhaft und international organisiert ist.30

Im Kapitel 4 wird eine Auswahl an Dülmener Betrieben historisch vorgestellt nach dem Prinzip der preußischen Statistik die nach Anzahl der Arbeitskräfte „größeren“. Es ist aber damit keine Wertung der Arbeit in Qualität und in Kräfte-Qualifikation verbunden. Dazu ist das Wirtschaftsgeschehen zu komplex und auch nicht über die Einflusswichtigkeit auf die Wirtschaft analysiert. Eine detaillierte und zukunftssichere Wirtschaftsanalyse wird für ei- nen regionalen Wirtschaftsraum nur selten durchgeführt und dazu bedarf es eines wissen- schaftlichen Beitrages von kontinuierlichen gleichbleibenden Datenerhebungen für den Standort, die Gewerbeflächen, die Belastungen der Unternehmen und der wirtschaftlichen Verflechtungen.31 Nicht unerheblich sind die Wechselwirkungen zum Kapitalmarkt, die wirt- schaftspolitischen Rahmenbedingungen des Überregionalen und die Einschätzungen in die zukünftigen Branchen- und Marktentwicklungen. Die pauschale Aussage zur Vermehrung des Dienstleistungssektors und der Veränderung der Unternehmenstypen (selbständig oder ab- hängig) greift da zu kurz.

Die Auswahl der geschilderten Unternehmen erfolgte aus praktischen Gründen, aber auch aus der Überlegung, dass sie zugleich Brüche in der Wirtschafts-Historie der Region offenbaren, die verschiedene Gründe zu haben scheinen, aber eben nicht nur im Versagen rechtzeitiger Marktanpassung zu suchen sind. Daraus kann man Lehren ziehen!

Dülmen von seiner verwitweten Mutter das Kurz-, Weiß- u. Wollwarengeschäft. 1890 führt er einen Zentral- einkauf für seine Filialen ein (1910 11), kontaktiert 1917 Rudolph Karstadt, von da gemeinsames Vorgehen.

1.1 Merkmalsunterschiede von Geschichts-Darstellungen.

- (zeitliche) Ablauffolge von Ereignissen, Vorgängen und Sachverhalten (Prozessen)

- zu jedem Ereignis die Beteiligten und die funktionalen Verknüpfungen feststellen

- Überlieferung von Artefakten, Sach-Dokumenten, schriftlichen Darstellungen;

Verfasser von Quellen in Wahrnehmung, Subjektivität usw. ermitteln Verfasser in Zweck und Ziel seiner „Dokumentation“ analysieren

Vollständigkeit der Wiedergabe nach kausalen und erkennbaren Kriterien prüfen und Verwertungsbeschränkung feststellen/schätzen

Zuverlässigkeit anhand methodischen Vergleichs mit anderen “Quellen“ zu ermitteln suchen (Urkunden-Kritik etc.)

- Daten-Lücken auf Grund „hypothetischer“ Modelle und „Annahmen“ ermitteln

- Rahmenbedingungen zu den Ereignissen, Prozess-Abläufen usw. ermitteln und

damit die bisherigen Daten zu einem logischen, plausiblen Zusammenhang bringen, ehe eine Beurteilung und Wertung erfolgt

- Wenn die „historische Quelle“ dem Nachweis der Berechtigung von Ansprüchen

dienen sollte, ist die Rechts-Basis zuzuordnen und zu prüfen

- Wenn systematisch und thematisch Quellen gesucht, geordnet und verwertungsbereit

werden, kann dies als Methodik zur Suche von Daten-Lücken führen

- die heutigen wissenschaftlichen Methoden sind konsequent anzuwenden, z.B.

Zwang zur konsequenten „Objektivität“, frei von Befangenheit und Vorurtei- len32 sowie Publikations-Wirksamkeits-Absichten

die der Stichprobennahme zum Erzielen einer repräsentativen Aussage

die Methode der Kausalität auf Grund naturwissenschaftlicher und technischer Erkenntnisse, des Standes von Wissenschaft und Technik

System-Analyse, d.h. Widerspruchsfreiheit von Annahmen usw.

- wenn die Quellen den Verdacht erwecken, aus dem Streben nach Macht usw. entstanden zu sein, ist der soziologische Aspekt zu prüfen und das Verbleiben der Mittel- und Unterschicht, des menschlichen Individuums zu ermitteln

1.2 Wirtschaftsgeschichte,

Voraussetzungen für und Forderungen an

- Festlegung des Begriffes „Wirtschaft“ in Umfang und Inhalt33

Wirtschafts-System mit den Elementen:

Private größere Unternehmen - kleinere Gewerbe/Handwerksbetriebe - Kommune daneben noch Nebenerwerbe/Heimwerker,

Beziehungen funktionaler Art zwischen den Elemente und innerhalb der Elemente wie: Entscheidungen für Prozess-Verhalten, Ordnung, Wirtschaftlichkeits-Prinzip Zweck des Unternehmens (Ziel)

Zusammenwirken innerhalb einer Regionalwirtschaft

- Ermitteln der für eine Geschichtsschreibung verfügbaren Daten nach den Prinzipien

der Verlässlichkeit, Eindeutigkeit, Aussagekraft

Prüfen, ob eine ausreichende Menge an Daten für eine Beurteilung einer gewählten Thematik vorliegt (Statistik)

- Prüfen auf Aussagewert an sich oder in Verbindung zueinander nach den Prinzipien

der Prognose-Methodik, jedoch hier retrospektiv als Interpretation ermittelter Fakten, wobei Erfahrungswissen34 als Basis hinzu tritt

- Anwendung von evidenzbasierten Entwicklungsprozessen auf Grund von

eindeutig und systematisch erkundeter Geschichtsabläufe35, z.B. natura non facit saltus (C.v. Linn é , 1707-1778)

Bevölkerungsgröß e; Vermehrungsgeschwindigkeit

Stadtentwicklung; Aufwand für Mauerbau und Verkehrsinfrastruktur Verhä ltnis; spezifische Kennzahlen wie Handwerker/Ackerbürger.

- Plausibilitätsprüfungen auf Grund naturwissenschaftlicher Erkenntnisse oder

logischer Denk-Gesetze.

1.2.1 Grenzen der Verwendung von Verlaufs-Daten

Für die Untersuchung wirtschaftlicher Veränderungen über der Zeit sind Daten der preußischen Statistik erst nach 1860 und dann nur kritisch aussagefähig. Jede Statistik wirft sofort folgende Fragen auf36:

- Zu welchem Zweck wurden die Daten erhoben? Für staatliche Lenkung oder Forde- rung der Wirtschaft? Für steuerliche Zwecke?
- Wann und in welchem Zeitabstand werden bestimmte Daten erhoben?
- Wie wurde erhoben, - oder: welchen Einfluss übt die Ermittlung/Befragung aus?
- Was wurde erfasst, gibt es einheitliche Begriffs von Berufen, Gewerben37, Fabriken sowohl regional wie über der Zeit bei inhaltlicher Vergleichbarkeit?

Von daher sind die Daten und deren methodische Ergebnisse sehr kritisch zu betrachten, zu- mal manchmal geeignete Krä fte aus der Bevölkerung die Befragung durchführen, die Ver- waltungsbeamten nicht gewerblich oder gar in industriellen Kategorien denken und die Auf- fassungen in der Wirtschaft selbst sich verändern. Wenn die angegebenen Daten in Zeiten veränderlicher Beschäftigung nur an einem Stichtag bezogen werden, sollte man eine Kon- stanz der äußeren Bedingungen annehmen dürfen?. Auch die Kriterien in Form und Art des Unternehmens fallen faktisch unter den Tisch, die Marktkräfte werden negiert.

Wirtschaftsgeschichte ist ein mehrdimensionales und kompliziertes Funktionsgebilde, in dem aus gesicherten und zuverlässigen Einzel-Daten ein Zusammenhang von Variablen dargestellt wird und wobei unter Zuhilfenahme von Annahmen ein Verlaufs-Modell konstruiert ist38. Theoretisch kann man so zu einem Einfluss von Innovationen, technischem Fortschritt und auch zu einem Rückstand kommen, vergisst aber den Einfluss von monetären Momenten und Kreditschöpfungen39, die nicht zu dauerhafter Marktüberlegenheit führen müssen.40

Die statistischen Gewerbe-Daten aus dem 19. Jahrhundert leiden an gravierenden Unzulänglichkeiten und erzeugen damit Aussage-Unsicherheiten:

- Arbeitskräfte im Beruf nach Benennung, nicht nach Tätigkeit
- Produktionen, Umsätze in Geldwerten nach Schätzungen
- Schwankungen in Produktion, Absatz, Markt41 ohne eine Lager-Statistik
- Auswertungen mit hypothetischen und nicht stochastischen Modellen, Empfindlichkeit gegenüber Abweichungen von Modellen, Szenarien nicht untersucht
- keine durchgreifende Beziehungsanalyse zu regionalen Einflüssen (Personen) und persönlichen Entscheidungen (autoritäre Unternehmertypen) - Einzeldaten oft qualitativ, nicht auf Gesetzmäßigkeiten oder Ausreißer-Charakter (und Repräsentativität - Lokalität) analysiert.

1.2.2 Grenzen der Geschichts-Bedeutung allgemeiner und spezifischer Gegebenheiten.

Geschichtliche Vorgänge sind komplex und nicht selten mit der Entstehung von Kosten ver- bunden und damit von Einfluss auf die Wirtschaftsentwicklung. Die Basis dafür sind oft rechtliche Zwänge wie solche in der Art von Bauvorschriften oder in kommunalen Auflagen wie solche aus dem Bereich der Stadthygiene. Die Zwänge sind geschichtlich uneinheitlich begründet, über lange Zeit des Mittelalters wird dies sogar in das Gebiet der Baupolizei42 verwiesen, teilweise dort ohne hinreichend technisches Fachwissen43 von Kommunalbeamten angewendet oder summarisch dem Kreis-Arzt zur Stellungnahme übergeben, der sich dann sowohl zu Emissions-Fragen wie zur Abwasserreinigung usw. äußern soll. Für Dülmen liegt eine Reihe von Fällen vor, die jedoch meist nicht systematisch aus den Quellen oder Ratsprotokollen eliminiert sind. Ohne Zweifel ist die Stadt Dülmen hier im Verhältnis zu größeren Städten im Verwaltungsaufbau und in der Umsetzung in die Realität zurück44.

Der häufig vorgeschobene Grund für Maßnahmen ist die Fürsorge für den Menschen, aber der Brandschutz wird eher als sicherheitstechnische, städtebauliche Maßnahme gegenüber Feuersbrünsten, das Verhindern des Übergreifens auf Nachbargebäude usw. zu sehen sein, weshalb z.B. der Scheunenbau in der Innenstadt nicht „genehmigt“ wird, die Schornsteine aus Steinen und mit Funkenfängern ausgestattet sein sollen, wobei die speziellen Vorschriften oft von der Kommune mangels überörtlicher Normen45 festlegt werden. Das Fluchtliniengesetz vom 02.07.1875 berücksichtigt zwar Teile des Feuerschutzes, deröffentlichen Gesundheit - aber es gewinnt keine gravierende Bedeutung für die Wirtschaftsgeschichte46, weil dieörtliche Behörde dies nur lax handhabt. Die Vorbeugung vor Gefahren wird im Allgemeinen nur dann vordringlich durchgeführt, wenn die Bedrohung sichtbar ist und eine genügende Größe angenommen hat. So wird z.B. die Wohnlichkeitsgestaltung hinsichtlich Raumhöhe, des Nutzens von Dach- und Kellerräumen zu Wohnzwecken überwacht, ähnlich ist es mit der Funktionstrennung von Gewerbe- zu Wohngebieten aus Immissionsschutz-Gründen (Lärm, Gase). Manchmal bildet sich der Magistrat sogar erst eine Meinung und „stimmt“ ab.47 Erst nach 1900 werden verbindliche Richtlinien erlassen, die die Ortspolizei anzuwenden hat48.

Bis in das 20. Jahrhundert hinein hat die Einzelfall-Entscheidung Vorrang, erst dann wird das Baurecht z.B. in einer Landesbauordnung „reguliert“. Wo die Freiheit im Einzelfall endet, hängt von dem Willen der Baubehörde, von der Inkaufnahme von Ausnahmen und spezifischen Motiven, z.B. der Ansiedlung von Industrie ab. Die Untersuchung dieses wirtschaftsgeschichtlichen Sonderbereiches wurde nicht vorgenommen, obwohl auf der Hand liegt, dass sich die Industrie nicht ganz vom „reinen“ Wohngebiet abtrennen lassen kann.

1.3 Grenzen einer regionalen Wirtschaftsgeschichte auf Grund der archivarischen Gegebenheiten

1. Die die Region Dülmen49 und Umgebung betreffenden schriftlichen Überlieferungen sind über einer Reihe von Archiven verteilt und nicht in einer Datenübersicht erfasst 2. Die anfänglichen Nachrichten über die weitere Region (Stevergau in germanischer Zeit) und die der lokalen Ersterwähnung sind keine direkten Zeugnisse oder z.B. in ei- gentumsrelevanten Selbst-Dokumentationen enthalten, es sind einseitige Schrift-Fak- ten eines Rechtsanspruch-Zustandes und damit lediglich Existenz-Nachweise einer Hof-Wirtschaft und einer lokalen Macht-Konzentration.

3. Bis zum Ausgang des Spätmittelalters sind die Daten so spärlich, dass daraus kein ge- schlossenes und quantifizierbares Geschichts-Bild rekonstruierbar ist. Als Methoden einer gewissen Lückenschließung bieten sich an:

- Annahme, dass an anderer (kulturell ähnlicher) Stelle Daten zur Verfügung stehen, die für das Wirtschaftsgeschehen übertragbar sind

- Annahme, dass Sprung-Schöpfungen nicht zu erwarten sind, also

- Handwerker stehen in bestimmten Verhältnis zum Bedarf

- Waren-Tausch findet nur durch diejenigen statt, die entweder über entsprechende Güter oder „Geld“ verfügen

- kriegerische Ereignisse führen nicht zum Totalverlust von Gütern und

Menschen, d.h. die Grundstruktur bleibt

- die Machtverhältnisse ändern sich nicht strukturell

4. Im 17. Jahrhundert verdichten sich die Daten (Stadtarchiv Dülmen), jedoch sind diese

nicht thematisch geordnet oder ausgewertet, z.B. hinsichtlich

- soziogeschichtlicher Zusammenhänge und Geschehnisse, z.B. Spendenintensität - Güter- und Geldschenkungen

- genealogischer Beziehung bestimmender Geschlechter in der Stadt-

Administration (Dorfsippen-Buch); Patrizier-Struktur, Zunftwesen

5. im 19. Jahrhundert mehren sich die wirtschaftsrelevanten Daten, jedoch gestatten die

Unternehmensdaten keine Wirtschaftsprüfung nach dem Stand der (heutigen) Wissenschaft - auch nicht über die Handelsaktivitäten.

Die germanischen Vorfahren der Dülmener Region, die Brukterer waren in Siedlungsgruppen und Stämmen organisiert, sie „wählten“ ihren Besten für die Weiterexistenz zum „Führer“. Mit der Christianisierung werden sie in eine neue landesherrliche Organisation weltlich und kirchlich eingeordnet, wo zunehmend die Fremdbestimmung maßgebend ist. Mit der fränkischen Okkupation50 wirrd der Haupthof „Dülmen“ kirchlicher Besitz51.

Der Bischof Burchard in Münster bestimmt um 1115 das Haus Dülmen zur besseren Vertei- digung seines Territoriums zu einer seiner Landesburgen, auf der jeweils ein Burggraf residiert. Die Burg ist auch der Sitz des „Amtes“ Dülmen, zu dessen Gografschaft52 auch die Dorfschaft Haltern und 1305 die von Buldern und Hiddingsel zugeschlagen werden. 1289 erhält Haltern durch Bischof Everhard eingeschränktes Stadtrecht (Wigbold = Weichbild) und das Recht zur Abhaltung von Märkten und, die Stadt zu befestigen.53 Haltern liegt an der Stever, die wiederum in die Lippe mündet, die seit der Römerzeit infolge Schiffbarkeit die Verbindung zum Niederrhein und zu Köln herstellt. Mit der Stadtrechts-Erklärung Dülmens 1311 durch Bischof Ludwig II. sollen die Einwohner aus der kirchlichen Bevormundung „frei“ geworden sein, was letztlich formal Selbstorganisation und -verwaltung und freie Handwerksausübung bedeuten würde, jedoch nicht frei von jeglicher Art Abgaben für die unterschiedlichen Zwecke und die soziale Gemeinschaft, denn sie bleiben Landeskinder und Mitglieder der (regionalen) katholischen Kirche.

Das einzelne Individuum ist in der Familie bzw. Häusergemeinschaft integriert. Die Ord- nungs-Disziplinierung54 wird (nunmehr) durch die Obrigkeit festgelegt, die von den jeweiligen Untertanen des Landesherrn, Grafen, des Amtsvogtes oder der Ratsherrschaft in die Realität umgesetzt wird. Dadurch wird die individuelle „Freiheit“ relativiert55, was jedoch im Einzelnen hier nicht untersucht und verfolgt wurde, genau so wenig wie die Bildung einer innerstädtischen Patrizier-Schicht, die es - gemäß den Indizien - gibt.

1.4 Die Grundlagen von Wirtschafts-Macht

Wirtschaftliche und monetäre Erfolge gründen sich auf dem Boden56

- als Basis für das Wachsen von Pflanzen > Getreidehandel

- als Basis für die Erzeugung von Produkten aus Rohstoffen im Boden

- Kupfer und Zinn > Bronzezeitalter, > Silber > Münzen im Geldhandel

Seit Jahrtausenden ist hierauf der Reichtum gewisser Kulturkreise zurückzuführen:

wer über Bodenschätze verfügt, hat eine wirtschaftliche Macht-Potenz.

Deshalb wird bereits früh das lukrative Ausbeutungs-Recht begrenzt, bei uns im Mittelalter auf den Kreis machtausübender Kräfte, der Könige in der Art von Regalien, hier z.B. dem Bergwerksregal57.

Schon für das Altertum ist belegt, dass die Standorte von ergiebigen Bodenfunden auch politische Machtzentren wurden bzw. die Ausschließlichkeit der Förderung die Macht des Römischen Reiches finanzwirtschaftlich stützte. So ist die Herrschaft über den Grund auch Schlüssel für Wohlstand (zumindest einiger)58, vielfach in der Geschichte nachweisbar.

Wenn eine Region nur über Ackerland und Wald verfügt, kann (und muss) sie Rohstoffe importieren und diese weiterverarbeiten oder sich auf die Erzeugnisherstellung aus der Bebauung des Landes beschränken, z.B. über Jahrhunderte in der Art von Flachsanbau und Herstellung von Leinenerzeugnissen hierzulande. Aber auch das Nachwachsen von Pflanzen ist ohne Düngung eng begrenzt, die Ausbeutung des Waldes für Holz sogar durch den langsamen Wuchs von Bäumen verzögert. Diese Rand-Bedingungen prägen bis in das 20. Jahrhundert die Wirtschaft der Region Dülmen.

1.5 Einflüsse auf die Wirtschaftsentwicklung.

Die Menschen einer Region stehen in der Regel in Abhängigkeitsverhältnissen: Grundherr, Stadt-Regiment, Landesherr. Der „Herr“ hat auf Grund von Disziplinierungsmitteln Einfluss auf menschliches Verhalten, in einfachster Form auf die Arbeitsmotivation, die Anbau- Intensität des Ackerbaues. Die kirchliche Lehre, die Kanzel-Predigen unterstützen diese Situation.

Die maximal vor Ort erzeugbare Nahrungsmenge begrenzt die Bevölkerungs-Größe. Darüber hinaus muss Import erfolgen. Die Menge und Güte der durch handwerkliche und sonstige Arbeit herstellbaren verkäuflichen Güter aus heimischen Stoffen/Bodenschätzen sind zugleich Maß für das dann verfügbare Geld, weshalb die Herrschaft bei Nutzen-Ziehung aus dem wirtschaftlichen Mehr eine Wirtschaftsförderung betreibt und dafür fiskalpolitisch Regie-An- weisungen an die Untertanen durch Edikte, Vorschriften, Gesetze usw. erteilt. Die angesprochenen sozialen Gruppen können auch solche wie Zünfte sein, wobei allerdings unklar ist, ob alle Zunftmitglieder auch tatsächlich gleichbehandelt werden59.

Beispiele für die Einfluss-Versuche im Fürstbistum Münster durch den Landesherrn sind:

- Regulation von Getreide-Ein- und Ausfuhr, in Menge, Art, Region
- Flachs-Anbau über Leinsamen-Regelungen, Qualitätsvorschriften
- Gründung von Manufakturen, Fabriken, Gewerbe-Ansiedlung
- Zölle auf Waren, Begünstigungen, Steuernachlässe

und durch den städtischen Magistrat:

- Zölle an den Burgtoren
- Wege-Gelder,
- Abgaben-Erlasse, Privilegierung von handwerklichen Handlungen.

Die Struktur der Weisungsstellen ist weder über der Zeit noch über die Regionen konstant noch objektivierbar; einzelne Bevorzugungen sind möglich und aus den Dokumenten zu erkennen. Das liegt u.a. an den wechselnden Personen in der jeweiligen Administration. Der leistende Untertan ist im Allgemeinen weder in der Beratungsphase einer Vorschrift noch an der unmittelbaren Formulierung der obrigkeitlichen Bekanntmachungen beteiligt. Der wirtschaftliche Erfolg ist geschichtlich nicht analysiert.

1.5.1 Vorstellungen von Wirtschaft und Markt.

Wenn Wirtschaft als Begriff mit Geschichte verbunden wird, dann handelt es sich um den Ablauf von Vorgängen in einem Umfeld, einem System mit bestimmenden Entscheidungen von Menschen und Sachelementen wie Einrichtungen, Werkzeuge, Fabriken usw., in dem Güter hergestellt und Leistungen für die Herstellungen erbracht werden, die wiederum auf einem Markt in Geld bewertet werden. Den Markt wiederum stellt man sich als ein System vor, in dem Waren und Leistungen von einer Seite angeboten und von der anderen Seite nachgefragt werden und auf dem ein Gleichgewicht zwischen beiden Seiten sich „einstellt“, wenn man nicht unterstellt, dass dieses vernunftgeborenesökonomische Prinzip verletzt oder gestört wird. Die Tragik ist: Idealvorstellungen gehen selten konform mit der Wirklichkeit

In der faktischen Welt wird weder immer rational und gerecht gehandelt, noch gelten die (menschlichen) Bedürfnisse gesetzmäßig. Sie werden deshalb idealisiert und in Theorien ein- gekleidet, ja die „Wirtschaften“ werden staatlich als Volkswirtschaft und in Unternehmen wirtschafts-wissenschaftlich als Betriebswirtschaft gefasst und gelehrt. Wenn die Struktur dieser übergeordneten Systeme zentral gesteuert ist, nennt man das Planwirtschaft, wenn man auf dem Gebiet des Marktes den best- oder höchstmöglichen Nutzen „erwirtschaften“ will Marktwirtschaft60. Für die regionale Wirtschaft ist zu beachten, dass der Markt sich durch die Tatsache des über die Grenzen der Region abspielenden Handels und das Eingreifen über- regionaler Märkte in sich nicht abgeschlossen ist, ja durch Störungen aus einem „normal“ vereinfachten Ablauf beeinflusst wird. Was können solche Störungen sein, etwa beispiels- weise

- militärische und kriegerische Ereignisse, Handlungen, Einrichtungen
- Übergewicht von privaten oder kriminellen Eigen-Interessen u.a.
- politisch basierte Restriktionen, staatliche Wirtschaftspolitik
- rechtlich basierte Restriktionen, sich ändernde gesetzliche Rahmenbedingungen
- unkontrollierbare Geld-Speicherungen bzw. Geldmengen-Ausschleusungen aus dem Wirtschaftskreislauf.

Weder in der Wirtschaft noch in der Marktwirtschaft haben wir es ausschließlich mit tugendhaften Menschen zu tun, weshalb die objektivierte Wirtschaftsgeschichte immer auch ein Spiegelbild der Lebenswelt der Gesellschaft ist, in der auch kulturelle und religiöse Motive in die Entscheidungen und Handlungen einfließen. Insofern fußt das regionale Geschichtsbild auf dem ursprünglichen Konfessionsstaat und den Auseinandersetzungen in politischen Auffassungen. Deutlich werden in Dülmen die Veränderungen nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Zustrom von Flüchtlingen und dem Sog von Arbeitskräften von hier in das Ruhrgebiet.

In der recherchierten Wirtschaftsgeschichte können die Motivations- und Charakter-Änderun- gen der Menschen nicht oder nur z.T. berücksichtigt werden, obwohl ein tatsächlicher Einfluss vorhanden zu sein scheint, was aber schwer quantifizierbar ist, noch nicht einmal als wesentlich charakterisiert werden kann61.

1.5.2 Wirtschaftsentwicklung aus innerem Antrieb.

In der Geschichte der Technik und der Technologie setzt uns in Erstaunen, dass Kupferlegierungen und Edelelemente (Metalle) in heute kaum erreichbarer künstlerischer Fertigkeit sher früh bei Produkten zur Anwendung gelangen, dass selbst vor zwei Jahrtausenden Planetengetriebe mit hoher Präzision „handwerklich“ hergestellt worden sein sollen. Da erheben sich zwei Fragen:

- was treibt die Menschen dazu, dies zu tun? Etwa zu höherem Ruhm?
- wie gaben sie ihr Wissen weiter und warum gabes eine so große Technik-Lücke?

In der Wirtschaftsgeschichte werden Motive vermutet, z.B. zur Gründung der Eisenhütte das Motiv, mit der Eisenhütte eine verkäufliche Ware zu produzieren, aber man braucht eben dazu Fachkenntnisse und Fertigungseinrichtungen. Beim Verarbeiten von Fasern gilt ähnliches: erfasst der Leinenhändler aus seinen Verkaufserfahrungen und dem Rundspruch über den kommenden Trend der maschinellen Fertigung die Gunst der Stunde, um einen monetären Gewinn zu „erwirtschaften“? Oft fällt dem Erfinder die neue Idee nicht deshalb ein, weil er dafür Urheberrechte mit Geld aufwiegen kann. Es könnte der Drang zu „Neuem“ sein! Wir wissen es heute nicht.

Wir glauben heute zu wissen, dass es nicht allein auf die Idee ankommt, sondern auf die Realisierung und die Marktgängigkeit auf Dauer, was wiederum bedeutet, dass überall und zu jeder Zeit der Wettbewerb lauert, denn der kaufende Markt wird in Anbetracht rationeller Produktionstechniken enger. Das aber heißt für den Unternehmer: Wissen und Kreativität bei sich und bei seinen Mitarbeitern zu nützen, bei den Individuen. Die Kreativität als reale Schöpfungskraft ist nur in einigen Elementen erlernbar, nicht durch Team (brain storming) zu ersetzen, sondern sie ist eine menschlich-ganzheitli- che Eigenschaft62, die sich in bestimmten Anwendungsfeldern auswirken kann. Diese können so gestaltet sein, dass sie kreatives Arbeiten auch erleichtern oder hemmen.

Ein Maß für Kreativität ist die Möglichkeit, Vorsprung im Absatz von Produktionsergebnissen zu erzielen. Das Zeitmaß für den Abstand zwischen der Einführung einer neuen Technologie und seiner Verbreitung kann über die Entwicklungsgeschwindigkeit von Unternehmen Auskunft geben. Das Spinnen selbst ist wohl bereits in der Steinzeit „erfunden“, aber es erreicht erst im 19. Jahrhundert eine neue Stufe durch den Selfaktor.63 Und die Entwicklung ist da nicht zu Ende.

Die Garne unterscheiden sich je nach den aufkommenden Verfahren nicht unerheblich, die gute und gleichmäßige Garnqualität muss auf jeden Fall erzielt werden, um ein neues Verfahren zu einem wirtschaftlichen Erfolg kommen zu lassen. Manchmal scheint der Unternehmer überfordert, den Vorteil zu erkennen, weil er nur zum bisherigen „vergleicht“.

Es bleibt die Verantwortung des Spinners, den wahrscheinlichen Erfolg eines neuen Verfahrens, bezogen auf das von ihm ins Auge gefasste Lieferprogramm zu beurteilen.

Da weichen die Unternehmer voneinander ab: der eine wartet ab, bis das Risiko aus „Neuem“ ihm klein genug erscheint, möglicherweise an falscher Stelle investiert zu haben, besonders bei einem Unternehmer, der über kein oder nur wenig Kapital verfügt oder verfügen will. Der andere prescht vor, manchmal allerdings gedrängt von Notwendigkeiten.

Die Geschichte lehrt, allerdings erst im Nachhinein, welcher Unternehmertyp jeweils „richtig“ gehandelt hat. Dabei ist bei der Firma Bendix mehr als nur neue Spinn-Technologie gefragt. Verbesserungsvorschläge und sogenannte „Innovationen“ bleiben jedoch oft im Vorfeld stecken, wenn sie überhaupt systembedingt von den Mitarbeitern vorgebracht werden können.

2.1 Die Wirtschaftselemente.

Die Regionalwirtschaft tritt dann aus einem abgeschlossenen System, wenn von außen auf das System funktionell eingewirkt wird, beispielsweise durch Rahmensetzungen durch die Regie- rung oder durch den Fluss von Gütern, Dienstleistungen sowohl nach außen als auch von dort nach innen. Die Existenzbedürfnisse sind die niederste Stufe des menschlichen Bedarfs für Leistungen, sie bestehen z.B. in Sachgütern für Wohnen und Arbeiten (Werkzeuge), in Schutz des Menschen in seiner Umwelt (Kleidung) und in der Aufnahme von Energien (Nahrung). Die beiden ersten Gruppen haben eine im Allgemeinen längere Gebrauchsdauer, bei den Nahrungsmitteln existiert eine zeitliche Elastizität durch Vorräte, Schwankungen in der Produktion und im Bedarf.

Menschliche Leistungen sind zum Herstellen von Gütern notwendig, die in Geld bewertet werden können. Zuweilen werden für dieses Herstellen auch immaterielle Leistungen nötig (Innovationen, Dienstleistungen), dann sind sie Sachgütern zuordbar. Viele sonstige Leistungen gehören mit zunehmender Zivilisations- und Kulturstufe nicht zu den existentiellen Notwendigkeiten. Eine Regionalwirtschaft nur aus Dienstleistungen ist nicht real, damit hat die Ausbreitung von Dienstleistungen in einer Volkswirtschaft ihre Grenzen64. Dem Güterstrom steht ein Geldstrom gegenüber, der jedoch weder einheitlich noch in der Größe des Werte-Verhältnisses konstant ist65. Deshalb sind Prognosen über die wirtschaftliche Entwicklung hinsichtlich ihres Eintreffens unsicher.

In der Subsistenzwirtschaft ist Geld nicht notwendig. Für die Menschen wird Geld (erst) im Mittelalter wichtiger, ein bestimmter Teil der Bevölkerung kann seine Existenz aber nur durch Lohn-Arbeit sichern, wobei das Verhältnis vom einzelnen Individuum meist nicht oder nur wenig beeinflusst werden kann. Diese Funktion wird durch die steigende Bedeutung der Geldwirtschaft nicht nur weiter geringer, sondern auch immer komplexer, der einzelne Marktteilnehmer kann auf die umlaufende Geldmenge nur geringfügig einwirken. In einer vernetzten Wirtschaft in der Welt gibt es so Phasen der Konjunktur, z.B. die eines Abschwun- ges infolge Änderung der Märkte in der Textilwirtschaft. Hier kann die regionale Wirtschafts- politik nur wenig ausrichten, wenn Arbeitslosigkeit droht. Im Lebensgefühl des Menschen heißt es: das ist Schicksal - oder es wird möglicherweise das reale durch Hoffnung ersetzt.

2.1.1 Ermittlung historischer Wirtschaftsverhältnisse, Beispiel: Große Teichsmühle in Haus-Dülmen

Nach der Okkupation gehört das Münsterland dem delegierten Missions-Bischof - bis auf privilegierte Ausnahmen für regimetreue Adlige. Von daher ist die Mühle am Heubachöstlich der späteren „Landesburg“ dem Landesherrn vollrechtlich untertänig. An dieser Stelle ist im Mittelalter eine Mühle deshalb zu vermuten, da hier der Hellweg den Heubach kreuzt und eine Burgmannschaft unweit zu versorgen ist. Der Bau von Wassermühlen ist fachlich langzeitig bekannt66. Die Mühle in Haus-Dülmen ist erst im 14. Jahrhundert nachweisbar. Erst 1573 wird in Münster zentral eine Rechen- oder Hofkammer eingerichtet, die für das Finanzwesen und die Liegenschaften zuständig ist, wobei ein Landrentmeister67

verwaltungsmäßig auch die Mühlen betreut68. Erst von da an hat man Aussichten, verwertbare Daten aufzufinden, denn Mühlen gehören zu den „ertragreichen“ Einnahmequellen, wobei man sich auf die Erfahrung stützt. Die Eigenhörigen haben durch den verordneten Mahlzwang Anlieferungspflicht, der Müller kann durch die Möglichkeit des Wiegens und der Wahl des Ausmahlgrades sein eigenes Einkommen zu „steuern“. Meist beliefert er zudem die Bäcker, z.B. in der Stadt Dülmen. An den zwangläufigen Unterhaltungsarbeiten kann er nur wenig „sparen“; die Lebensdauer der einzelnen Mühlen-Elemente und des Gewässerausbaues ist ungewiss begrenzt69. Außerdem ist er (oft) nur „Pächter“. Bei den Verträgen wird deshalb immer eine Instandhaltungs-Verpflichtung vereinbart, ein Risiko für ihn, wenn lange Lauf- zeiten vereinbart werden. Eine Übernahme-Inspektion soll den Zustand sichern - oder gar Gutachter müssen analysieren und den Reparaturaufwand schätzen. Der Pächter kann diesen zwangläufig nur zeitlich gestreckt ausgleichen, wenn der Eigentümer nicht mindestens einen Teil übernimmt. Der Erbpächter70 von 1780 hat entsprechende Klauseln in seinen Vertrag einbauen lassen und diese dann 1842 in den Einigungsvertrag mit dem Herzog übernommen, weil der Herzog 1838 einen Rechtsanspruch aus der Fortgeltung der Eigenschaft als Obereigentümer nach der Säkularisation 1803 geltend machte71, aber dieser wurde vom Reichsgericht nicht anerkannt. Über die Ausgleich-Formalitäten ist nichts veröffentlicht.

Wir haben über die Rentabilität72 der Wassermühle (Korn- und Ölmühle bzw. Walkmühle) keine verlässlichen Daten, so hat angeblich die Stadt Dülmen in der Zeit 4jähriger Pacht 1610 nach einem Jahr 655 Rheinthaler „eingenommen“, aber über die wahren Kosten ist nichts bekannt, qualitativ hat man „Gewinn“ gemacht, der u.U. beim Rentmeister hängen bleibt73. Außerdem gehören die Reparatur-Kosten74 und die der Stauungen und Flutungen, der Wehrunterhaltung usw. als gemeine Anteilkosten zu den Gesamtkosten. Wahrscheinlich müs- sen die Kosten der Liefer-Fuhren von Mehl und die sonstigen Gemeinkosten auch mit einge- rechnet werden - und dafür fehlen jegliche Anhalts-Daten. Schließlich gibt zu denken, dass der Betrieb der Mühle 1898 eingestellt wird, angeblich soll die Wasserführung nach Mitte des 19. Jahrhunderts immer geringer geworden sein. Nachprüfen lässt sich das nicht.

Die wirtschaftsrelevanten Daten befassen sich in diesem Unternehmen hauptsächlich mit den Reparaturkosten, aus denen man pauschal nur das Verhältnis der Lohn- zu den Materialkosten „nach Rechnungen“ entnehmen kann, aber die tatsächlichen Einnahmen und Aufwendungen aus und an den verschiedenen Betriebsstellen bleiben unbekannt. Damit ist eine detaillierte wirtschaftshistorische Gesamt-Aussage nicht möglich. Der Einsatz qualifizierter Kräfte (Maurer, Zimmerer, Schmied)75 und der von Hilfskräften aus Hausdülmen ist lediglich ein Hinweis, dass es solche „Handwerker“ in Hausdülmen zu dieser Zeit Ende des 18. Jahrhunderts nicht gibt. Dülmen ist aber kein Ausland.

2.1.2 Störung des „normalen“ Wirtschaftsverlaufs, Beispiel: Kriegsgefangenenlager Dülmen.

Männliche Kriegsgefangene stellen ein physisches Arbeitskräftepotential dar, das nach der 2. Haager Landkriegskonvention von 1907 in Artikel 6 für eine Reihe von Staaten - mit Aus- nahme der Offiziere - zur Arbeit - nicht jedoch in sogenannten kriegswichtigen Betrieben - eingesetzt werden darf. Im Folgenden werden nur die Gefangenen aus dem 1. Weltkrieg in der Dülmener Region betrachtet. Sie stellen innerhalb von Westfalen (VII. Armeekorps76 ) nur einen Teil dar77: Münster etwa 90 Tsd., Wesel (Friedrichsfeld) 80 Tsd., Senne 75 Tsd., Dül- men 9 973, Büren (Holthausen) 3 Tsd. Über die Verwendung in welchen Betrieben und wie viel, entschied die deutsche Heeresverwaltung, von der auch die Rahmenbedingungen wie Arbeitszeit, Versorgung und Entlohnung vorgegeben wurden78. Der Lagerbau beginnt Ende 1914 auf einem vom Herzog von Croy südlich von Haus-Dülmen (Sythener Mark) bereitgestelltem Heidegelände von 300 Morgen79 und als solches wird es im November 1918 „aufgelöst“ und bis Frühjahr 1920 als Heimkehrerlager ehemals deutscher Kriegsgefangener betrieben. Im Mai 1922 gelangt das Gelände in den Zivilbesitz des Herzogs zurück80. Ein bedeutendes Arbeitskommando K 5 war im Gymnasium in der Stadt Dülmen untergebracht.

Die Kriegsgefangenen in Dülmen stellen Wirtschaftsfaktoren für die heimische Wirtschaft dar: 1) für den Bau des Lagers mit seinen Straßen, dem Feldbahn/Eisenbahnanschluß81, der Versorgung von Personal und Lagerinsassen und 2) durch den Einsatz als Arbeitskräfte in der Wirtschaft82. Dagegen entstehen Kosten für die Ernährung83 etc., die Bewachung und die Entlohnung. So kommt es, dass der Bürgermeister nach dem Ende dieses Kapitels das als einen die Wirtschaft begünstigenden Akt ansieht.

Die Firma Kirschner hatte 1910 mit dem Bau von Holzhäusern begonnen und war dadurch prädestiniert, das Baracken-Lager (deutsche Kommandantur, 7 Baracken) mit drei Gefange- nen-Gruppen Russen (20), Belgier (22), Engländer84 (36) je nach Nationalitäten zu errich- ten85. Es gab auch eine Elektrizitätszentrale und komplette Ver- und Entsorgungs-Leitungen.

Für die Einsätze in der Landwirtschaft wie in den industriellen Gewerben ist keine geschlos- sene und genaue Übersicht vorhanden.86 Man kann aus den Daten schließen, dass anfänglich Wert darauf gelegt wurde, keine Einsätze vorzunehmen, die in irgendeiner Weise der Stärke der kämpfenden Truppe dient, deshalb lauten die Anträge der Stadt auch auf Verwendung im kommunalen Bereich, Gaswerken, Rieselfeldern usw.. Beispielhaft waren 120 Kriegsgefan- gene dazu abkommandiert, einen Kanal zur Trockenlegung von Brachwiesen und Schmutz- wasserkanälen zu bauen87.

Selbst der Herzog von Croy betont in seinem Schreiben Anfang 1915, dass sein Antrag auf solche Vorhaben gerichtet seien, die der Volkswirtschaft dienen Er habe mit Hilfe von mehreren hundert Kriegsgefangenen etwa 1000 Morgen gä nzlich ertragloser Flä chen in Kultur genommen und nutzbar gemacht. 230 Morgen sollen als Fischteiche zur Heranzucht von Speisefischen eingerichtet werden. 88

Für die Landwirtschaft kommen im Allgemeinen bei den einzelnen Bauern in der Regel nur kleinere Gruppen oder sogar einzelne in Frage, was dann immer die Angelegenheit als eine der Aufrechterhaltung der Über- und Bewachung stellt89.

Die Eisenhütte Prinz Rudolph beantragt bei der Inspektion der Gefangenenlager des VII.AK. Münster, Abt. II 10 Arbeitskräfte, da durch die Kriegseinsätze von Mitarbeitern die Produktion gefährdet ist. Die Inspektion antwortet am 14.05.1915 positiv, wenn die Firma die für die Gestellung notwendigen Bedingungen anerkennt.90 Am 22.11.1915 benötigt die EPR dringend zwei Bauschreiner, die am 26.11.1915 vom Arbeitskommando Dülmen/Gymnasium in Marsch gesetzt werden. Die Lockerung der Haager Konvention in Richtung auf Rüstungs- betriebe wird lt. Schreiben vom 01.09.1917 durchbrochen, da die Produktion von Granaten gefährdet sei. Wenn ein dort eingearbeiteter Kriegsgefangener ausfällt, kommt man in Not, einen Ersatz-Gefangenen zu finden.91

Von den anderen Betrieben in Dülmen werden auch kleinere Bedarfs-Betriebe erwähnt92, jedoch offenbar nur auf Antrag, wobei die Heeresverwaltung die Einhaltung der Vorschriften für die Bereitstellung formal „prüft“, aber die Zweckgerichtetheit weniger. Ob sich jemand dabei bereichert, wird anscheinend nicht festgestellt. Andererseits geht man Beschwerden nach und verhängt sogar Bußgelder. Belobigungen über gute Behandlung sind nicht aktenkundig, aber Zeitzeugen behaupten das - und auch für die des 2. Weltkrieges. Gerade die russischen „displaced persons“ bekommen den westlichen Geruch daheim nachteilig zu spüren.

[...]


1 siehe hierzu: Otto Pirzl, Graz, 1.2.2008 (Schuldirektor, Webmaster). www.homepage- europa.at/uploads/ /GeschichtsdokumentationListe2.doc

2 Siehe die Biografie des Verfassers und sein spezieller Bezug zu einer Regionalgeschichte, s. am Ende.

3 Warkentin, Jakob. Zur Geschichtsschreibung über die Mennoniten in Paraguay. www.menonitica.org/2001/vortrag.htm S. 4

4 Warkentin, 2001, S. 3 mit Verweis: Lorenz, Chris. Konstruktion der Vergangenheit. Köln-Weimar: Böhlau. 1997, S. 92. Vgl. weiter: Jaeger, Friedrich - Jörn Rüsen. Geschichte des Historismus. München: C.H. Beck. 1992, S. 60 und 181ff.

5 Carr, Eward Hallet. Was ist Geschichte. Stuttgart u.a.: W. Kohlhammer, 1969, S. 11. 8

6 http://museum.foebud.org/pd/pd115/vortragsunterlagen.pdf.

7 Danos, Michael. Chaostheorie und Geschichte. In: Geschichte und Gesellschaft 20(2004) S. 325-338

www.jstor.org/pss/40186092 oder www.jstor.org/stable/40286092. Zuweilen wird das Prinzip missdeutet und mit statistisch ermittelter Periodizität verwechselt. Auswirkung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse.

8 Mythologien sind oft Vereinfachungen, aber mit einem Kern von geschichtlicher Weisheit. 10

9 ein Komplex aus juristischer Herrschaft, Finanzhoheit, Genehmigungsbehörde usw., die im Laufe der Zeit wechselhafte Regierungseigenschaften erkennen läßt mit Statthalter-Eigenschaft und Feudalherrschaft.

10 Krause, Gerhard - Gerhard Müller (Hrsg.). Theologische Realenzyklopädie, Bd. 11, Volker Press. Geistliche Fürstentümer. Bln.-New York: de Gruyter. 1982, S. 719

11 Kortmann, Thomas. Dülmener Heimatblätter 2001, Heft 2. 11

12 nicht abschließend.

13 Crimmann, A. - K. Evers - Jutta Günther - Katja Guhr - M. Sunder. Sind Innovatoren erfolgreicher als Nicht- Innovatoren? Eine empirische Analyse für das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland. Institut fürökonomische Forschung, Halle. Wirtschaft im Wandel 16(2010)10, S. 484-4909. http://ideas.repec.org/a/iwh/iwhiw/2010-10- 4.html Hier wird dargelegt, dass Unternehmen ohne Innovationen auch nicht unterzugehen brauchen.

14 Fanselow, Carola. Kreativität.. http://ddi.cs.uni-potsdam.de/Lehre/BelegDiplomarbeiten/Kreativitaet.htm. 12

15 mit Varianten im Mix mit Wissen, wird teilweise heute sogar propagiert von Trainern usw. Wunderlich, J. www.business-wissen.de/arbeitstechniken/bauchgefuehl-mit-intuition-wirksamere-entscheidungen-treffen.

16 Brockhoff, Klaus. Geschichte der Betriebswirtschaftslehre. Wiesbaden: Gabler. 1999/2002. 15

17 http://de.wikipedia.org/wiki/Projektentwicklung_(Immobilien).

18 Der GL der Kirschner Gruppe Franz-Josef Gehlen hatte aus seiner früheren Tätigkeit engen Kontakt damit.

19 Pohl, Manfred. Philipp Holzmann, Geschichte einer Bauunternehmens 1849 bis 1999. München: Beck. 1999. S. 392ff.

20 bis 1993 verantwortlich, schied 13.05.1996 aus. Am 10.04.1997 C.L.v. Boehm-Bezhing, Deutsche Bank Vorsitz im Aufsichtsrat. Von da an neue Sanierungskonzeption und Wechsel in den wichtigsten Posten.

21 Risiken ergeben sich z.B. dadurch, dass Investoren einzahlen gemäß dem Anwerbe-Prospekt, dann aber Leerstände von Vermietungs-Immobilien eintreten, aber die Zinsen für das Kreditgeschäft weiterlaufen.

22 diese besteht auch bei kleineren Unternehmen, wenn die Mitarbeiter nicht mehr gründlich die einzelnen Aufgaben abarbeiten können usw. und die Arbeiten vom Unternehmer nach unten „delegiert“ werden, der einzelne dann für diese exakte Durchführung verantwortlich gemacht wird.

23 Die Verluste zwangen zu einem Sanierungskonzept, an dem sich 1999/2000 bei Holzmann 19 Banken beteiligen sollten, aber keine Einigung erzielt werden konnte. Damit geht die Firma 2002 in Insolvenz.

16

24 Der Berger ruft! Revier Manager 5/2009, S. 14 bis 19.

25 verschiedentlich unter einem Dach: Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung, Rechts- und Unternehmensberatung, z.B. Naust & Hunecke, Iserlohn HRB 962 AG Iserlohn. [für mittelständische Firmen]

26 Hemann, Friedrich-Wilhelm. Das Dülmener Urkataster vom 1925- 2008, Darin: Eigentümerlisten, S. 182ff. 18

27 siehe: Balzer, Rainer. In: Tradition als historische Kraft, Hrsg. Kamp, Norbert - Joachim Wollasch.. Berlin- New York. de Gruyter. 1982, S. 267 ff. hier S.- 285 Bestätigung des Kaiser Heinrich II. einer Schenkung des Bischofs Meinwerk an die Paderborner Kirche aus seinem ererbten ü beraus reichen Grundbesitz, wobei unklar ist, wo der Ursprung dafür liegt. Die Bestätigung ist nicht der Rechtsakt, sondern die eines Rechtsanspruches.

28 hier ohne Beziehung zu einer Okkupationstheorie, sondern als Tatsächlichkeit. Nach Cicero De officiis 1, 21 res nullius adit prius occupanti = Begründung für (privates) Eigentum Inbesitznahme oder Sieg mit Wegnahme des Besitzes. Siehe: Meyers Konversations-Lexikon 1888,. https://peter-hug.ch/lexikon/okkupation. Im Laufe der Jahrtausende gibt es viele Fälle davon, z.B. durch Diktaturen, militärische Interventionen z.B. im Ruhrgebiet 1922. Völkerrechtlich keineswegs in der Rechtspraxis klar. Vgl. hierzu das Problem der Säkularisationsfälle und nach dem Zweiten Weltkrieg. www.wemepes.ch/doc/BKO(47)50.doc. Rückabwicklungen DDR 1990ff.

29 Redslob, Beate. Geschichte und Zukunft der Arbeit. Frankfurt/Main: Campus. 2000, S. 474 u. S. 480/481. 19

30 Reinhard, Dirk. Von der Reklame zum Marketing. Geschichte der Wirtschaftswerbung in Deutschland. Berlin. 1993. Siehe auch: http.//lpres.de/data/essays_temp/Liebert-Geschichte_der_Werbung.pdf. Hiervon ist zu unterscheiden die Warenhauswerbung, siehe hierzu Geschichte: Textilkaufmann Theodor Althoff übernimmt in

20

31 www.leinfelden-echterdingen.de/servlet/PB/show/210019/Gutachten.pdf. Universität Tübingen. 2000. 21

32 www.geschichtsforum.de/f83/objektivit-t-im-geschichtsdenken-25581 22

33 DIN 2342 Begriffe in der Teminologie-Lehre. 1992.

34 von ausgewiesenen Experten, hoher empirischer Validitätsgrad, kein Schluss von Gesamtheit auf Einzel- Element, nur dann Schluss von Einzel-Element auf Grundgesamtheit, wenn Repräsentativität festgestellt.

35 Lorain Dastorn [Ulrich Speck], die unerschütterliche Praxis, In: Rainer Maria Kiesow - Dieter Simon. Auf der Suche nach der verlorenen Wahrheit, zum Grundlagenstreit in der Geschichtswissenschaft. Frankfurt/Main: Campus, 2000, S. 13 bis 25.

36 Gerß, Wolfang. Nutzung von Daten der historischen Statistik. Universität Duisburg-Essen. http://soziologie.uni-duisburg.de/forschung/DuBei_0304.pdf . Siehe auch: Dispan, Jürgen. Regionale Strukturen und Beschäftigungsperspektiven im Handwerk. Dissertation Univ. Tübingen. 2005. S. 233

37 z.B. Gewerbezählungen 1875,1882,1895,1907,1925,1933,1939.

38 Härdle, Wolfgang. Prognose mit nichtparametrischen Verfahren. Universität Berlin. Gilt nur, wenn die Funktionen geschätzt werden können. http://edoc.hu-berlin.de/docviews/abstract.php?id=37012

39 auch negativ: ungedeckte Kreditexpansion, Wechsel auf die Zukunft, Arbeit zukünftiger Generationen.

40 Kähler, Malte Tobias. Markt und Mythos: Verursacht der technische Wandel Krisen? http://libertaer.wordpress.com/themen/geld/technischer-wandel-krisen/

41 z.B. 1858 Marktdichte im preußischen Westfalen hoch, 4389 Einwohner/Quadratmeile (= 5673,5 ha), bezogen auf die jeweilige behördliche Bezugsgröße, kein echter Nachweis des Markt-Einzugsgebietes. Schmoller, Gustav v. Zur Geschichte der deutschen Kleingewerbe im 19. Jahrhundert. Halle: Waisenhaus.1870 S. 224u.a.

42 Krüger, Kurt. Geschichte der Baupolizei. Halle: Gebauer-Schwetschke. 1914.

43 Bolenz, Eckard. Vom Baubeamten zum freiberuflichen Architekten; Technische Berufe im Bauwesen (Preußen/Deutschland 1799-1931. Frankfurt/Main: Lang. 1991. S. 44

44 Großmann, Anja. Straßenreinigung in den deutschen Städten des Spätmittelalters. TU Dresden. 2008. ISBN 978-3-640-377712-8. S. 28. Aus den Daten lässt sich für Dülmen ziehen, dass nach Angaben von Fremden um 1800 Dülmen eine verschmutzte Stadt war - und die Kanalisierung für Abwassersammlung erst spät einsetzte.

45 Scheidegger, Fritz. (Hrsg.). Aus der Geschichte der Bautechnik, Bd.1 Grundlagen. Basel-Berlin: Birkhäuser. 1994, 2. Aufl. S. 15: Häberli, Christian. Entwicklung von Baurecht und -ordnung. - Gönnenwein, Otto. Die Anfänge des kommunalen Baurechts. In: Kunst und Recht, Festgabe. Karlsruhe. Müller. 1948, S. 71-134.

46 Speitkamp, Winfried. Die Verwaltung der Geschichte: Denkmalpflege und Stand in Deutschland 1871-1933. Göttingen: Vandenhoek u. Ruprecht. 1996, S. 289.

47 Roth, E. Selbstverwaltung und Hygiene. In: Deutsche Vierteljahresschrift füröffentliche Gesundheitspflege 38(1906) S. 173-256, hier S. 175.

48 Speitkamp, W. 1996, S. 294 (Verunstaltungsrecht, preußischer Landtag 15.07.1907) und S. 301. 25

49 Historische Regionsabgrenzung. Hier wirtschaftsstatistische Folgerungen und mathematische Methoden. www.uni-muenster.de/insiwo/studieren/vorl/10_reg2/SkriptRegionalkonomieII.pdf

50 zugleich Legitimierung der Herrschaft und Zielsetzung der christlichen Missionierung und der dazu erforderlichen Maßnahmen. www.histosem.uni-kiel.de/legitimation/glossar/karl.htm .

51 Die Abhängigkeit des Hofes „Dülmen“ innerhalb eines germanischen Dorf- oder Sippenverbandes wird hier nicht weiter beleuchtet, auch nicht die von speziellen „Grundherrschaften/Adligen“.

52 Hömberg, Albert K. Grafschaft, Freigrafschaft, Gografschaft. Münster: Aschendorff. 1949. Gleichzeitig hiermit ist eine Gerichtsbarkeit begründet und damit auch Vollstreckung und Vollzugs-Organisation.

53 hier nur als bedingte Zitierung: http://wiki.de-genealogy.net/Amt_Dülmen_(historisch)

54 www.sehepunkte.de/2003/04/1753.html Jaritz, G. (Hg.). Disziplinierung im Alltag des Mittelalters…

55 abgesehen von der Glaubensfreiheit, siehe hierzu den „Dülmener Vertrag“ vom 14.02.1533,

http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Stadt_Münster, S. 7. Bischof Franz von Waldeckgewährt diese. 27

56 die Betrachtung der Arbeit zu handelbaren Waren wird hier als zwangläufig nicht weiter betrachtet. Auch wird der Handel aus der Region heraus (Außenhandel) nicht weiter verfolgt.

57 Hüllmann, Karl Dietrich. Geschichte des Ursprungs der Regalien in Deutschland. Frankfurt/Oder: Akademische Buchhandlung. 1806. In Dülmen ist die Übertragung auf das hiesige Raseneisenerz als Rohstoff für die Eisenhütte Prinz Rudolph gegründet.

58 Zischka, Anton. Der Kampf um die Weltmacht Öl. 1934. - Der Kampf um die Weltmacht Baumwolle. Leipzig: Goldmann. 1936.u.a. - Es gibt keine historische Abhandlung insgesamt über den Einfluss der Macht Rohstoff, obwohl Einzelaspekte wie der Fugger, von Venedig (Glas) durchaus geschildert werden. Über Wald, Umschlag, CO2, s. www.iww.uni-freiburg.de und www.wissenschaft- online.de/artikelk/913527&_z-859070. Genaue Verhältnisse von Nach-Wachstum erst jüngst in der Messung.

59 die Preis- und Lohn-Politik ist nicht analysiert. Hierzu gehört die Furcht vor Gewerbefreiheit.

60 ohne abgewandelte Wirtschaften mit dem Adjektiv „frei“ oder „sozial“, siehe: Münchau, Wolfgang. Das Ende der sozialen Marktwirtschaft. München: C. Hanser 2006. Die Eigenschaften „sozial“, humanethisch usw. vereinnahmen Zielvorstellungen, die keineswegs realisiert werden können oder werden.

61 Roth, Steffen. Marktsoziologie ist keine Wirtschaftssoziologie. Dissertation Technische Universität Chemnitz. 2009. www.qucosa.de/fileadmin/data/qucosa/documents/5971/data/diss.pdf

62 Holm-Hadulla, Rainer Matthias. Kreativität, Konzept und Lebensstil: Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.2007 Hier werden die verschiedenen Aspekte und Standpunkte beleuchtet.

63 Meyers Konversations-Lexikon. 1888. S.15.550. http://peter-hug.ch/lexikon/15-0150?q-Technologie- Spinnen#Nx_Titel. Lord, Peter. Neue Spinntechnologien. Lenzinger Berichte Mai 1977, S. 5ff. Siehe insbesondere S. 12. www.lenzing.com/fileadmin/template/pdf/konzern/lenzinger-berichte/ausgabe_43_1977/LB- 0431977005.pdf

64 Wiesner, Dienstleistungen. www2.nwb.de/portal/content/ir/downloads/170127/Leseprobe.pdf - Siehe auch: Gornig, Martin - Frank Stille. Dienstleistungen. 2002. www.diw.de/sixcms/detail.php/39730

65 von vielen Faktoren abhängig, die einzelnen Regelfunktionen variieren.

66 Stand der Technik um 1800: Hoffmann, J.G. Der Wassermühlenbau. 1800 - Neumann, K. Der Wassermühlenbau. 1810. Hier auch Schemata. Über die Ökonomie des Müllerbetriebes ist nichts vorhanden.

67 dem unterstehen die Amtsrentmeister und diese sind unmittelbar vor Ort zuständig.

68 1585 erfolgt die erste Erfassung von Mühlen für die Besteuerung (Multersteuer). Allerdings sind die Pachtverträgeörtlich sehr unterschiedlich; es gibt keine einheitlichen Vorgaben.

69 genaue Daten sind unbekannt, aber das hölzerne Grundwerk und die „hölzerne“ Triebwerkteile lassen auf weniger als 100 Jahre schließen. Bei Sonderereignissen wie solchen mit hohen Fließgeschwindigkeiten kann eine Abkürzung eintreten. Das gilt ebenso für das Bach-Bett und seine Uferbefestigungen. Über Baufälligkeit und Reparaturnotwendigkeit wird mehrfach berichtet, vornehmlich im 18./19. Jahrhundert. Z.B. „misslicher Zustand“, Protokoll v. 1.5.1778, Herz.v.Croy-Archiv, Akte H 193 (zitiert von David, 2011).

70 auf 100 Jahre!

71 dieser mehrstufige Klage-Prozess war in seiner Begründung durch die Entscheidung der Preußischen Regierung aber hinfällig geworden, weil das Gesetz vom 25.09.1820 zwar die französischen Gesetze der Befreiung von Hörigkeiten außer Kraft setzte und trotzdem den Obereigentümer erhalten ließ, was durch die Preußischen Gesetzte vom 21.04.1825 und 13.07.1829 korrigiert wurde. Welter, A.K. Das gutsherrlichbäuerliche Verhältnis im früheren Hochstift Münster. 1836. Siehe auch: Wagener, Fr. W.H. Staats- u. Gesellschaftslexikon. 1859, S. 151 - siehe: books.google.

72 zumal noch Landwirtschaft und Fischfang Einnahmequellen sind.

73 die einfache Überlegung, man nehme mehrere Tausend Reichsthaler ein, aber die Reparatur der Kornmühle von 1781 koste nur 483 (Tsd.) und die der Walkmühle 571 Rthl. bringt eine nicht nachvollziehbaren Vergleich, denn eine saubere Reparatur wäre langjährig wirksam gewesen. Vgl. hierzu die Fußnote 1112 in Teil 1.

74 hier sind die nicht extra aufgeführten Kosten außerhalb des Zeitraumes von 1780 bis 1790, der archivarisch ermittelbar ist, ebenso dazu. Offensichtlich liegen Gründe dafür vor, dass man zuweilen die Mühle verwahrlosen läßt; haben die Pächter kein Interesse an dauerhaft guten Zuständen? Allein die Auseinandersetzungen über den Ersatz von Mühlsteinen ist fachlich wenig verständlich. Hier gehen die Ansichten der Verpächter mit denen der Pächter nicht konform.

75 1781 Maurer Elpers, Zimmermann Bienhüls, Schmied Niehoff. Werden auch als Meister geführt. Allerdings ist unklar, ob sie nur die Rechnungsempfänger oder auch die Durchführenden der Reparaturen sind.

76 es stelle mit der 1.Kompanie 27. Landsturm-Infanterie-Ersatzbataillon die Wache. Hier auf Seite 2 der Grundriß 600x700m (12.1914-5.1921) vom 27.01.1916 www.karnickelhausen.de/dulmener_lager.html Vgl. Hermanns, Rudolf. Dülmener Heimatblätter 200, Heft 2. Die Straßen waren teilweise mit Ziegeln gepflastert und waren mit Randsteinen versehen. Die etwa 130 (mit Lazarett, Küche etc.) Baracken aus Holz wurden auf Punktfundamenten bzw. einer unverputzten Grundziegelmauer aufgestellt.

77 vermutlich die Höchstzahl der Belegung, die Abgänge (Verstorbenen) nicht berücksichtigt. Summe der verschiedenen Nationalitäten. www.lwl.org/westfaelischel-geschichte/web38 Rainer Pöppingheger, S. 3

78 Stadtarchiv Dülmen, Akte By 19a. Hier: 0,2 Mark/d Unternehmerzahlung an die Heeresverwaltung. Als Vergütung für die Arbeitsleistung (in der Industrie) sind grundsä tzlich dieselben Sä tze wie für die freien Arbeiter zu zahlen. Als Mindestlohn ist für jeden Kriegsgefangenen der ortsübliche Tageslohn zu garantieren.

79 ca. 600 m längs der heutigen L 551 Haus-Dülmen-Haltern, neuer Silbersee I.

80 Stadtarchiv Dülmen, Manuskripte Nr. 95 und 102, S. 47 Grundriß aus: Heimatverein Sythen (Hg.) Sythen, Landschaft, Geschichte, Brauchtum, Sythen. 1979, S. 141.

81 von Sythen auf dem alten Franzosenweg, s. www.silbersee3.de.tl/Waterloo.htm. Mit der Bahn wurden auch die Schweine zum Schlachten in das Ruhrgebiet geschafft.

82 es kann sich nur um einen Teil der Lagerinsassen handeln; ihre Gesamtgröße ist unbekannt.

83 Abzüglich des Recycling der Küchenabfälle/Essensreste für die Mast von 714 Schweinen des Herzogs. Im kalten Steckrübenwinter 1916/1917 sollen Engpässe aufgetreten sein, im Dülmener Lager sollen 750 Gefangene gestorben sein (?). www.karnickelhausen.de/steckrubenwinter.html. Sterberegister für Dülmener Gefangenenlager 1917/1918 im Stadtarchiv Haltern am See.

84 in gesonderter vermutlich Franzosen, erste 150 Gefangene Januar 1915 eintreffend.

85 Stadtarchiv Dülmen, SB 752. Vgl. auch Katalog-Prospekt Holzbau, 1928, SB 580. Hier entstand in der Schmaloer Heide (WASAG-Chemie Sythen) auch ein Kriegsgefangenenlager 1943-1945, 100 Gefangene. www.karnickelhausen.de/lager_1943-1945.html . Bis zu Anfang 1915 sind Baracken für 7 Tsd. Mann gebaut. Stadtarchiv Dülmen, Akte By 210, Herzog v. Croy 26.02./08.03.1915.

86 Es gibt Fragmente für Anträge auf Zurverfügung-Stellung von Kriegsgefangenen und Nachweise für die Beschäftigung. Dabei sind einzelne Daten wie Arbeitszeit, -lohn und Beköstigung usw. vorhanden.

87 in seinem Rechenschaftsbericht erwähnt der Bürgermeister, es sei davon 49 Tsd. Mark erwirtschaftet.

88 Stadtarchiv Dülmen, Akte By 210, 2. Teil. 8.3.1915. 250 Gefangene haben bereits begonnen. Am 27.07.1915 heißt es von der Inspektion in Münster: Die Urbarmachung von Ö dland auf Privatbesitz wird als gemeinnützige Arbeit anerkannt und verrechnet. Am 02.10.1916 wird das wieder aufgehoben; jetzt sind auch Arbeiten in der Industrie vorrangiger, so in der Eisenhütte Prinz Rudolph. Daran hält sich jedoch lt. Ausweis vom 28.11.1916 der Ziegeleibesitzer Göllmann bei seinen Ödlandarbeiten nicht, wofür jedoch nicht der Kommandoführer verantwortlich ist. Stadtarchiv Dülmen, Akte By 19a.

89 In der Regel soll nach Angabe von 11.09.1915 auf 10 Kriegsgefangene nur 1 Bewacher kommen.

90 3 Mark/d bei 10 h Arbeitszeit für Ungelernte, für Facharbeiter ist ein Zuschlag gewährt. 25 % werden für Beköstigung etc. abgezogen, z.B- 1,05 M/Gefangenen oder 1,65/Wachtmann. Unterbringung 0,15 M/Kopfu.d. Es gehört auch die Gestellung von Arbeitskleidung dazu. Erstmals EPR 07.05.1915 Kriegsgefangene 10 Mann.

91 So Schreiben der Inspektion vom 14.11.1917. Stadtarchiv Dülmen, Akte By 19a.

92 Kirschner, Uhlending, Schreiner König, Holthöwer usw. Stadtarchiv Dülmen, Akte By 111 (1916), By 113. By 115 (1915) Ziegeleibesitzer Göllmann, Brennerei Schücking, Pohlmann, usw.

Ende der Leseprobe aus 167 Seiten

Details

Titel
Die Regionalgeschichte von Dülmen und Umgebung, Teil 3
Untertitel
Die Regionalgeschichte von der Stadtgründung an mit besonderer Betonung der Wirtschaftsentwicklung
Autor
Jahr
2011
Seiten
167
Katalognummer
V169767
ISBN (eBook)
9783640882465
ISBN (Buch)
9783640882199
Dateigröße
99470 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
regionalgeschichte, dülmen, umgebung, teil, stadtgründung, betonung, wirtschaftsentwicklung
Arbeit zitieren
Dr.-Ing. Adalbert Rabich (Autor), 2011, Die Regionalgeschichte von Dülmen und Umgebung, Teil 3, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169767

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