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Die Phasen des Blicks in Jean-Paul Sartres "Das Sein und das Nichts"

Wie verändert sich das Individuum im Verlauf des Erblickt-Werdens?

Titel: Die Phasen des Blicks in Jean-Paul Sartres "Das Sein und das Nichts"

Hausarbeit , 2009 , 16 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Bachelor of Arts Thomas Kraatz (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In der mit der Bestnote ausgezeichneten Hausarbeit wird der oft zitierte Blick in Jean-Paul Sartres Werk "Das Sein und das Nichts" (1943) in vier Phasen unterteilt.
Um dies zu ermöglichen, wird eingangs detailliert auf das Grundvokabular des Buches eingegangen. Begriffe wie "Bewusstsein", "An-Sich", "Für-Sich" und "Nichts" werden zueinander in Beziehung gesetzt und ausführlich erklärt. Erst wenn die Bedeutung dieser Begriffe verstanden wurde, kann die Abhandlung zum Blick nachvollzogen werden. Daher nimmt der einführende Teil fast die Hälfte der Gesamtarbeit ein.
Mit dem essentiellen Grundverständnis ausgestattet, wird der Blick als ursprüngliches Verhältnis zweier Personen zueinander behandelt. Hier geht es um existentialistische Grundthemen wie das Verhältnis von Subjekt zu Objekt oder dem Begriff der Freiheit. Auch die Veränderung der Bewusstseinszustände der Person wird beleuchtet.
Aus der Beschreibung des Blickes werden vier Phasen extrahiert: 1. die Reizaufnahme, die zum Bewusstsein des Erblickt-Werdens führt, 2. das Für-Sich erfährt sich als Objekt für Andere, 3. das Für-Andere Sein und 4. die bewusste Objektivierung des Anderen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

2. Einleitung

3. Grundlagen der Problembehandlung in „Das Sein und das Nichts“

4. Die Strukturierung des Blickes anhand der Veränderung des Individuum in dessen Erfahrung

4.1. Vorbetrachtungen

4.2. Der Blick

5. Fazit

6. Quellen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, das zwischenmenschliche Phänomen des „Blicks“ bei Jean-Paul Sartre phänomenologisch zu strukturieren und in vier Phasen zu unterteilen, um die dadurch ausgelösten Veränderungen der Bewusstseinszustände des Individuums zu untersuchen.

  • Ontologische Unterscheidung von An-Sich-Sein und Für-Sich-Sein bei Sartre
  • Phänomenologische Analyse der ersten Begegnung mit dem Anderen als „Blick“
  • Strukturierung der Bewusstseinsveränderungen in vier Phasen
  • Die Rolle der Selbstentfremdung und Objektivierung durch den Anderen
  • Die Bewahrung der menschlichen Freiheit trotz der Objektivierung

Auszug aus dem Buch

4.2. Der Blick

Damit kommen wir zum Blick. Da der Andere durch die Fähigkeit des Blicks in Beziehung zu anderen Sachen treten kann, wird er dies auch mir gegenüber können, was der eingangs gestellten Frage nach der ursprünglichen Beziehung zum Anderen entgegenkommt (Sartre; 1994; S. 463). Nun gibt es zwei unterschiedliche Ausgangspunkte der Erfahrung des Blicks. Im bekannten Schlüssellochbeispiel befindet sich das Individuum in der Ausgangslage im nicht-thetischen Bewusstsein, also im Zustand des An-Sich. Dieser Zustand äußert sich durch die Handlung, die nicht von einem Bewusstsein reflektiert wird (Honneth; 2003; S. 146). Aufgrund dieser unreflektierten Haltung, konnte das An-Sich im vorigen Kapitel als unmittelbares Bewusstsein bezeichnet werden.

Allerdings resultiert daraus ebenso, dass das Individuum im Zustand des An-Sich nur Erfahrungen, jedoch keine Erkenntnis machen kann. Eine Erkenntnis ist nur im Bewusstsein von sich als Erkennenden zu machen (Leclerce; 1990; S. 82). Demnach muss sich das An-Sich zum Für-Sich wandeln, um sich als etwas, nämlich als Objekt für Andere, zu erkennen. Durch das Hören der Schritte wird ihm seine eigene Lage als spionierend, hockend etc. bewusst. Das heißt, dass ihm erst durch das Auftauchen eines als für ihn gefährlich interpretierten Reizes sein eigenes Sein bewusst wird. Anders gesagt, dieser Reiz ist der Auslöser zur Manifestation des Für-Sich.

Zusammenfassung der Kapitel

2. Einleitung: Die Einleitung führt in das Hauptwerk „Das Sein und das Nichts“ ein, erläutert Sartres existenzialistische Grundlagen und formuliert das Ziel der Arbeit, den „Blick“ phänomenologisch in Phasen zu strukturieren.

3. Grundlagen der Problembehandlung in „Das Sein und das Nichts“: Dieses Kapitel legt die terminologischen Grundlagen dar, insbesondere die ontologische Differenz zwischen An-Sich-Sein und Für-Sich-Sein sowie die methodische Bedeutung der Phänomenologie für Sartres Untersuchung.

4. Die Strukturierung des Blickes anhand der Veränderung des Individuum in dessen Erfahrung: Das Kernstück der Arbeit unterteilt den Blick in vier Phasen und analysiert die radikale Veränderung des Individuums, das durch den Anderen zum Objekt gemacht und dadurch in seiner Selbstwahrnehmung entfremdet wird.

5. Fazit: Das Fazit fasst die vier Phasen des Blicks zusammen und schlussfolgert, dass die menschliche Freiheit trotz der durch den Anderen erzwungenen Objektivierung erhalten bleibt.

6. Quellen: Verzeichnis der verwendeten Literatur.

Schlüsselwörter

Jean-Paul Sartre, Das Sein und das Nichts, Der Blick, Phänomenologie, Ontologie, An-Sich-Sein, Für-Sich-Sein, Für-Andere-Sein, Existenzialismus, Bewusstsein, Selbstentfremdung, Objektivierung, Freiheit, Intersubjektivität, Zwischenmenschliches

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das philosophische Konzept des „Blicks“ in Jean-Paul Sartres Hauptwerk „Das Sein und das Nichts“ und analysiert, wie dieser die Bewusstseinszustände des Individuums verändert.

Welches Ziel verfolgt die Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, den „Blick“ in vier aufeinanderfolgende Phasen zu gliedern, um die damit einhergehenden Veränderungen der subjektiven Wahrnehmung des Individuums präzise darzustellen.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?

Die Arbeit behandelt die ontologischen Kategorien des An-Sich und Für-Sich, die phänomenologische Erfahrung des Anderen sowie die Dialektik von Subjektivität und Objektivierung.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine phänomenologische Analyse angewandt, die sich an Sartres Vorgehensweise in „Das Sein und das Nichts“ orientiert, um die Strukturen menschlicher Erfahrung zu explizieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des sartreschen Vokabulars und eine detaillierte, vierphasige Analyse der Dynamik des Blicks und der daraus resultierenden Selbstentfremdung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere der Blick, das An-Sich-Sein, das Für-Sich-Sein, die Objektivierung, die Freiheit und das Für-Andere-Sein.

Warum ist die Unterscheidung zwischen An-Sich und Für-Sich so wichtig für das Verständnis des Blicks?

Diese Unterscheidung bildet die ontologische Basis, da erst die Wandlung vom unreflektierten An-Sich zum bewussten Für-Sich durch den Blick die Erfahrung der eigenen Objektheit für den Anderen ermöglicht.

Wie beeinflusst die Anwesenheit des Anderen die eigene Weltordnung?

Die Anwesenheit des Anderen führt zu einer „Desintegration“ des eigenen Universums, da der Andere durch seinen Blick die Welt ebenfalls arrangiert und mir dadurch eine subjektive Qualität der Dinge entzieht.

Was bedeutet Sartres These, dass die Freiheit nie verloren geht?

Selbst wenn der Andere mich zum Objekt macht, bleibt mein grundlegender Charakter als „Entwurf meiner selbst“ erhalten; die Objektivierung ist eine Erfahrung innerhalb meiner Freiheit, sie ersetzt sie nicht.

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Details

Titel
Die Phasen des Blicks in Jean-Paul Sartres "Das Sein und das Nichts"
Untertitel
Wie verändert sich das Individuum im Verlauf des Erblickt-Werdens?
Hochschule
Universität Potsdam  (Institut für Philosophie)
Note
1,0
Autor
Bachelor of Arts Thomas Kraatz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
16
Katalognummer
V169782
ISBN (eBook)
9783640882335
ISBN (Buch)
9783640882182
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sartre Blick Existentialismus Freiheit moderne Philosophie An-Sich Für-Sich
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Bachelor of Arts Thomas Kraatz (Autor:in), 2009, Die Phasen des Blicks in Jean-Paul Sartres "Das Sein und das Nichts", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169782
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Leseprobe aus  16  Seiten
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