Im Mittelpunkt dieser empirisch angelegten Examensarbeit steht die Frage, welche Rolle Unterstützung bzw. Unterstützungssysteme für die Schulentwicklung aus SchulleiterInnensicht spielen. Aus diesem Grund wird ein erster theoretischer und empirisch-qualitativer Beitrag zur Exploration des Sachverhaltes am Beispiel des Bundeslandes Sachsen-Anhalt geleistet werden.
Um sich dem genannte Ziel zu nähern, ist die Arbeit in fünf Teile untergliedert: theoretische Bezüge, methodisches Vorgehen, Auswertung der empirischen Erhebung, Rückblick und Ausblick sowie Handlungsempfehlungen.
Der erste Abschnitt verfolgt das Ziel, in die Begrifflichkeiten des Themas einzuführen und die empirische Arbeit insgesamt thematisch einzugrenzen. Folglich werden Schulentwicklung und Schulleitung in separaten Kapiteln behandelt. In einem dritten Unterkapitel sollen die theoreti-schen Vorüberlegungen zum Untersuchungsgegenstand „Unterstützung“ bzw. „Unterstützungssystemen“ dargelegt werden.
Im Methodikkapitel wird das Design der empirischen Untersuchung beschrieben und somit das Vorgehen nachvollziehbar gemacht. Dabei wird zunächst die genaue Fragestellung der Arbeit thematisiert und anschließend werden die verschiedenen Phasen und Verfahren des qualitativen Forschungsprozesses transparent dargestellt.
Den Kernteil der Arbeit bildet die Auswertung der empirischen Untersuchung, die sich an den im Methodikteil formulierten Forschungsfragen orientiert. Jedes Unterkapitel endet mit einem Fazit, sodass zentrale Ergebnisse und etwaige Hypothesen sich immer am Ende der Kapitel wiederfinden.
Nach einer Zusammenfassung, in der auch offene Fragen thematisiert werden, folgen diesem Teil noch Handlungsempfehlungen, die als handlungsforschender Beitrag zu verstehen sind. Sie stehen am Schlussteil der Arbeit, weil hier der neutrale Modus verlassen wird. Es werden Empfehlungen gegeben, die aus den Ergebnissen der vorliegenden Studie entwickelt worden sind und unterschiedlichen Akteuren im Bildungssystem (insbesondere in Sachsen-Anhalt) dienen bzw. zur Diskussion anregen sollen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theorieteil
2.1 Schulentwicklung
2.1.1 Historische Entwicklung von Schulentwicklung
2.1.2 Schulentwicklung nach Rolff
2.1.3 Schulentwicklung in Sachsen-Anhalt
2.2 Schulleitung
2.2.1 Schulleitung und Schulentwicklung
2.2.2 Schulleitung in Sachsen-Anhalt
2.3 Unterstützungssysteme und –möglichkeiten für die Schulentwicklung
2.3.1 Begriffsklärung und Eingrenzung
2.3.2 Bedeutung
2.3.3 Unterstützungssysteme und –möglichkeiten am Beispiel Sachsen-Anhalt
2.3.3.1 Schulaufsicht
2.3.3.2 Fort- und Weiterbildung für LehrerInnen und SchulleiterInnen
2.3.3.3 Evaluation
2.3.3.4 Schulberatung durch Schulentwicklungsmultiplikatoren
3 Methodikteil
3.1 Fragestellung
3.2 Forschungsmethoden und Forschungsablauf
3.3 Erhebungsverfahren
3.4 Aufbereitungsverfahren
3.5 Auswertungsverfahren
4 Auswertung und Ergebnisse
4.1 Unterstützungssysteme und –möglichkeiten aus Sicht von SchulleiterInnen
4.1.1 Erste Gedanken zu Unterstützungsmöglichkeiten für Schulentwicklung
4.1.2 Weitergehende Gedanken zu Unterstützungsmöglichkeiten
4.1.3 Fazit
4.2 Wirksamkeit bestehender Unterstützungssysteme und Maßnahmen
4.2.1 Ausgewählte Unterstützungssysteme und Maßnahmen
4.2.1.1 Schulinterne Unterstützung
4.2.1.2 Behördliche Unterstützung
4.2.1.3 Schulexterne Unterstützung
4.2.2 Fazit
4.3 Charakteristika und Zukunft von Unterstützung für die Schulentwicklung
4.3.1 Treibende und hemmende Kräfte
4.3.2 Wünsche
4.3.3 Fazit
5 Rückblick und Ausblick
6 Handlungsempfehlungen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Rolle von Unterstützungssystemen für die Schulentwicklung aus der Perspektive von Schulleitern in Sachsen-Anhalt, um zu ergründen, welche Unterstützungsformen existieren, wie diese beurteilt werden und wie eine optimale Unterstützung ausgestaltet sein müsste.
- Schulentwicklung an Einzelschulen im Paradigmenwechsel
- Die Rolle der Schulleitung als "Change Agent"
- Klassifizierung von Unterstützungssystemen (schulintern, behördlich, extern)
- Qualitative Analyse von Unterstützungserfahrungen
- Entwicklung von Handlungsempfehlungen für das sachsen-anhaltische Bildungssystem
Auszug aus dem Buch
4.2.1.1.1 Interne Evaluation
Mit der Etablierung der Schulprogrammarbeit für die systematische Weiterentwicklung von Schule wurde auch das Instrument der internen Evaluation sukzessive zu einem wichtigen Bestandteil von schulischer Arbeit. Im vorliegenden Sample gab es keine Schule, die sich nicht selbst, also „intern“ evaluierte. Die Erkenntnisse aus dieser Maßnahme empfanden die SchulleiterInnen als eine für die Schulentwicklung unterstützende Maßnahme, denn „Evaluation muss sein, das ist wichtig, einfach, damit man voran kommt“ (B6,75). Ähnlich positiv sahen es auch alle anderen SchulleiterInnen. So erwartet beispielsweise ein Schulleiter, der vor kurzem extern evaluiert wurde die Ergebnisse, denn „dann können wir nämlich vergleichen auch zwischen dem externen Evaluationsbericht und dem, den wir also auch selbst zu verantworten haben“ (B3, 29). Hierbei wird deutlich, dass das interne Evaluationsinstrument insbesondere deshalb den SchulleiterInnen wichtig ist, weil sie selbst Gestaltungsautonomie über die Nutzung haben. Es ist gewissermaßen ein „Bottom-up“-Instrument, das ganz nah an den Bedürfnissen der Schule im Zusammenspiel und ggf. als mögliches Korrektiv bzw. Kontrollinstrument zur externen Evaluation verstanden wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Schulentwicklung und die Rolle der Schulleitung im Paradigmenwechsel, eingebettet in den sachsen-anhaltinischen Kontext.
2 Theorieteil: Theoretische Grundlagen zu Schulentwicklung, Schulleitung und Unterstützungssystemen, inklusive einer Analyse sachsen-anhaltinischer Spezifika.
3 Methodikteil: Beschreibung des qualitativ-explorativen Forschungsdesigns, des Auswahlverfahrens der Interviewpartner und des Auswertungsverfahrens.
4 Auswertung und Ergebnisse: Detaillierte Analyse der Interviewergebnisse hinsichtlich existierender Unterstützungsmöglichkeiten, deren Wirksamkeit und der Charakteristika guter Unterstützung.
5 Rückblick und Ausblick: Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse der Studie und Aufzeigen von Potenzialen für zukünftige Forschung und Schulpraxis.
6 Handlungsempfehlungen: Konkrete Empfehlungen zur Optimierung von Unterstützungssystemen für Schulleitungen und das Bildungssystem in Sachsen-Anhalt.
Schlüsselwörter
Schulentwicklung, Schulleitung, Unterstützungssysteme, Sachsen-Anhalt, Schulprogrammarbeit, Qualitative Forschung, Interne Evaluation, Externe Evaluation, SchulleiterInnen, Personalentwicklung, Organisationsentwicklung, Netzwerke, Bildungssteuerung, Schulaufsicht, Lehrerfortbildung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert, wie SchulleiterInnen in Sachsen-Anhalt die Rolle von Unterstützungssystemen für ihre Schulentwicklungsarbeit einschätzen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den Formen der Schulentwicklung, den veränderten Aufgaben von Schulleitungen, den existierenden institutionellen Unterstützungsangeboten und deren Wirksamkeit.
Welches Ziel verfolgt die Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, den Desiderat der Forschung zu schließen, empirische Erkenntnisse über die Nutzung und Wahrnehmung von Unterstützung zu gewinnen und Ansätze für eine optimierte Schulentwicklungsbegleitung zu liefern.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wurde ein qualitativ-exploratives Forschungsdesign gewählt, basierend auf leitfadengestützten ExpertInneninterviews mit SchulleiterInnen in Sachsen-Anhalt, ausgewertet mittels inhaltlich strukturierender Qualitativer Inhaltsanalyse.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, das methodische Vorgehen und eine umfassende Auswertung und Ergebnisdarstellung der empirischen Untersuchung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Kernbegriffe sind Schulentwicklung, Schulleitung, Unterstützungssysteme, Evaluation (intern/extern) und Partizipation.
Welche Rolle spielt die Schulaufsicht als Unterstützungssystem?
Die SchulleiterInnen nehmen die Schulaufsicht zunehmend als Beratungs- und Unterstützungssystem wahr, wobei ein produktives Spannungsfeld zwischen der Kontroll- und Beratungsfunktion besteht.
Wie werden die "treibenden Kräfte" von guter Unterstützung definiert?
Gute Unterstützung zeichnet sich nach Ansicht der SchulleiterInnen durch Faktoren wie Kompetenz, Effizienz, Prozessbegleitung, Partizipation, wertschätzende Kommunikation und eine zielorientierte Ausgestaltung aus.
- Quote paper
- Kay Adenstedt (Author), 2010, Unterstützungssysteme der Schulentwicklung aus der Sicht von SchulleiterInnen am Beispiel Sachsen-Anhalt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169790