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Die Kubakrise 1962 – ein atomarer Poker um Glaubwürdigkeit?

Title: Die Kubakrise 1962  – ein atomarer Poker um Glaubwürdigkeit?

Term Paper , 2010 , 18 Pages , Grade: 1.9

Autor:in: Vincent Glittenberg (Author)

Politics - Topic: Peace and Conflict, Security
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Die Charakterisierung der Kuba Krise als „Gamble“, zu deutsch als risikoreiches Glücksspiel, lässt sich nicht von der Hand weisen; immer wieder kam es zu Situationen, in denen der Einsatz von nuklearen Waffen unmittelbar bevorstand. Diese Brisanz der „13 Tage“ fasziniert noch heute viele Autoren und führt zuweilen zu einer verkürzten Darstellung der Krise, die sich lediglich mit dem Zeitraum vom 14/15-28 Oktober befasst und ihre Vorgeschichte außer Acht lässt. Meiner Ansicht nach sind jedoch bestimmte Elemente und Ereignisse im Vorfeld des Oktobers 1962 von zentraler Bedeutung, um die Handlungsmuster und Denkweisen sowohl der sowjetischen als auch der amerikanischen Führung verstehen zu können. Die Auseinandersetzung mit diesen Denkmustern, in Verbindung mit ihren Ursachen und Konsequenzen nehmen eine zentrale Position in dieser Arbeit ein. Bei der Analyse der genannten Punkte gehe ich von der
These aus, dass die Kubakrise in vielerlei Hinsicht als typisches Produkt der Logik des Kalten Krieges zu deuten ist, das ohne den speziellen Kontext des letzteren nicht zu verstehen ist.
Folgerichtig gebe ich zunächst einen Überblick über diejenigen Aspekte, die meiner Meinung die Eskalation auf Kuba überhaupt erst ermöglichten. Anschließend werde ich in einen generellen Überblick über die Krise geben und hierbei ihrer Chronologie folgen. In einem zweiten, mehr analytisch geprägten Teil gehe ich auf die Beweggründe der zentralen Akteure ein und gebe Einblicke in die
Rezeption der Kubakrise in der Forschung. Abschließend werde ich ein Fazit aus der zuvor getätigten Analyse ziehen, um die Ergebnisse der Arbeit zusammenzufassen.

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Vorgeschichte und Chronik der Krise

Der Weg zur Kubakrise – Ursachen eines Konflikts

Fazit und Schlussfolgerung

II. One Hell of a Gamble

Aktion und Reaktion – Gegenseitige Fehleinschätzungen begünstigen die Krise

Die Kubakrise – ein Konflikt auf dem Prüfstand

Fazit und Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Kubakrise von 1962 als risikoreiches politisches Glücksspiel und analysiert, inwiefern gegenseitige Fehleinschätzungen, Kommunikationsprobleme und die Logik des Kalten Krieges die Welt an den Rand eines atomaren Konflikts führten.

  • Ursachen und Vorgeschichte der kubanisch-sowjetischen Annäherung
  • Rolle der ExComm und Entscheidungsprozesse unter Kennedy
  • Analyse der Strategien und Fehleinschätzungen beider Supermächte
  • Kritische Reflexion des Begriffs des "rationalen Krisenmanagements"
  • Bedeutung von Glaubwürdigkeit und Prestige im Kalten Krieg

Auszug aus dem Buch

Die „schicksalhaften“ 13 Tage

Wie eingangs erwähnt, führte Chruschtschows Entscheidung, am 24. April 1962 die Geheimoperation „Anadyr“ beginnen zu lassen, zur Stationierung der Raketen und somit zur Kubakrise. Die ersten Fotos von den Raketenstellungen auf Kuba, gemacht von einem U-2 Spionageflugzeug, liegen dem US-Präsidenten jedoch erst am Morgen des 16. Oktobers vor. Um der Lage Herr zu werden und mögliche Antworten zu erörtern versammelt Kennedy nicht sein Kabinett, sondern eine Gruppe von Vertrauten. Das Executive Comimittee of the National Security Council, oder „ExComm“ wie das informelle Gremium bald genannt wird besteht unter anderem aus seinem Bruder Robert, dem Verteidigungsminister Robert McNamara, dem Außenminister Dean Rusk, Generalstabschef Maxwell Taylor, dem nationalen Sicherheitsberater McGeorge Bundy sowie aus verschiedenen Diplomaten, Vertretern der CIA und Kennedys Redenschreiber Theodore Sorensen. Zwar kommt man innerhalb des Gremiums, Kennedy mit eingeschlossen, zu der Erkenntnis, dass drei Dutzend sowjetische Mittelstreckenraketen vor der eigenen Haustür am militärischen Kräfteverhältnis nicht das Mindeste änderten, doch Kennedy macht klar, dass er die Stationierung aus drei Gründen nicht akzeptieren kann. Militärisch nicht, weil die UdSSR die USA ohne Vorwarnzeit angreifen können. Außenpolitisch nicht, weil die Hinnahme einer solchen Provokation die Glaubwürdigkeit und die Stellung der Vereinigten Staaten erschüttern würde und innenpolitisch nicht, da die Republikaner ihn nicht zuletzt in Hinblick auf die anstehenden Kongresswahlen gnadenlos attackieren würden.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der Kubakrise als Höhepunkt des Kalten Krieges und Darlegung der zentralen Forschungsfrage bezüglich der Eskalationsdynamik.

I. Vorgeschichte und Chronik der Krise: Analyse der politischen Entwicklungen auf Kuba sowie der strategischen Interessen der USA und UdSSR, die zur Verschlechterung der Beziehungen führten.

Der Weg zur Kubakrise – Ursachen eines Konflikts: Untersuchung der spezifischen historischen Ereignisse, wie der gescheiterten Invasion in der Schweinebucht, die Kuba in die Abhängigkeit der Sowjetunion trieben.

Fazit und Schlussfolgerung: Synthese der Ergebnisse zur Rolle von Fehleinschätzungen und der Bedeutung persönlicher Entscheidungen von Kennedy und Chruschtschow für die Deeskalation.

II. One Hell of a Gamble: Detaillierte Betrachtung der unmittelbaren Krisentage und der darin involvierten Entscheidungsträger.

Aktion und Reaktion – Gegenseitige Fehleinschätzungen begünstigen die Krise: Analyse der Fehlwahrnehmungen beider Seiten und der daraus resultierenden gefährlichen Eskalationsspiralen.

Die Kubakrise – ein Konflikt auf dem Prüfstand: Kritische Auseinandersetzung mit der These des rationalen Krisenmanagements und den Kommunikationsproblemen während der 13 Tage.

Fazit und Schlussfolgerung: Zusammenfassende Bewertung der Krisenbewältigung und der bleibenden Lehren für die internationale Sicherheitspolitik.

Schlüsselwörter

Kubakrise, Kalter Krieg, John F. Kennedy, Nikita Chruschtschow, ExComm, Atomkrieg, Abschreckung, Eskalation, Geheimoperation Anadyr, Kuba, Sowjetunion, USA, Krisenmanagement, Schweinebucht, Mittelstreckenraketen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Kubakrise von 1962 als eine kritische Zäsur im Kalten Krieg, in der die Supermächte USA und Sowjetunion aufgrund von Fehleinschätzungen fast einen atomaren Konflikt auslösten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der Eskalationslogik, dem politischen Entscheidungsprozess (ExComm), der Rolle von Prestige und Glaubwürdigkeit sowie der Fehlwahrnehmung der gegnerischen Absichten.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Es wird untersucht, wie die Krise als „typisches Produkt“ der Logik des Kalten Krieges zu deuten ist und welche Faktoren die Eskalation bzw. Entspannung maßgeblich beeinflussten.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historisch-analytischen Untersuchung, die vorhandene Literatur, Dokumente und zeitgenössische Analysen zur Kubakrise auswertet und kritisch reflektiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Vorgeschichte, die strategische Motivation Chruschtschows zur Stationierung der Raketen, das Krisenmanagement der US-Führung sowie die Rolle gegenseitiger Missverständnisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Kubakrise, Kalter Krieg, atomare Abschreckung, diplomatische Eskalation und rationales Krisenmanagement.

Welche Rolle spielte das "ExComm" in den Entscheidungsprozessen?

Das ExComm fungierte als informelles Beratergremium für Kennedy. Die Arbeit hinterfragt kritisch, ob dessen Wirken tatsächlich das Idealbild eines "rationalen Krisenmanagements" darstellte oder ob eher chaotische Prozesse vorherrschten.

Warum war die Schweinebucht-Invasion für den Verlauf der Krise entscheidend?

Sie gilt als Zäsur, da sie Kuba politisch und militärisch noch enger an die Sowjetunion band und Chruschtschow in seinem Bild eines schwachen US-Präsidenten bestärkte.

Welche Bedeutung hatten die Jupiter-Raketen in der Türkei?

Sie werden als ein Faktor gesehen, der die sowjetische Strategie beeinflusste und als Präzedenzfall für die Stationierung von Nuklearwaffen in geopolitisch sensiblen Gebieten diente.

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Details

Title
Die Kubakrise 1962 – ein atomarer Poker um Glaubwürdigkeit?
College
Sciences Po Paris, Dijon, Nancy, Poitier, Menton, Havre
Grade
1.9
Author
Vincent Glittenberg (Author)
Publication Year
2010
Pages
18
Catalog Number
V169826
ISBN (eBook)
9783640883042
ISBN (Book)
9783640883301
Language
German
Tags
kubakrise poker glaubwürdigkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Vincent Glittenberg (Author), 2010, Die Kubakrise 1962 – ein atomarer Poker um Glaubwürdigkeit?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169826
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