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Petuhtantendeutsch - die flensburger Stadtsprache

Awer unse Sprak is nich gut un warn klok ut…. Eine Untersuchung zum Gebrauch des Petuhtantendeutsch in der heutigen flensburger Alltagssprache

Titel: Petuhtantendeutsch - die flensburger Stadtsprache

Seminararbeit , 2009 , 24 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Jan Patrick Faatz (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Geht man in Flensburg mit offenen Ohren durch die Innenstadt oder fährt mit dem Bus, so wird man häufig Ausdrücke und Sprachwendungen aufschnappen, die einem auf den ersten Blick vielleicht unverständlich oder "falsch" vorkommen. Auch wird man sicherlich viele "verdrehte" Sätze und eine seltsame Grammatik bemerken. Dieses für Flensburg typische Missingsch bezeichnet man als „Petuhtantendeutsch", "Petuh-Schnack" oder einfach nur "Petuh". Der Name leitet sich wahrscheinlich von einer Partout- oder Dauerkarte ab, die man benötigte um auf der Flensburger Förde mit den "Butterdampfern" auf Ausflugsfahrt zu gehen. Besonders vor dem ersten Weltkrieg eine anscheinend gerade für ältere Damen sehr beliebte Freizeitbeschäftigung.

Wie sieht es aber heute in Flensburg aus? Wird dort immer noch Petuh gesprochen oder verstanden? Allgemein herrscht die Meinung, dass dieser Dialekt größtenteils ausgestorben sei. Stimmt das wirklich? Dieser Frage widmet sich die folgende Arbeit. Um den heutigen Gebrauch herauszufinden wurde an der Hebbelschule in Flensburg ein Fragebogen mit 39 Petuhausdrücken verteilt und ausgewertet. Zunächst soll jedoch ein theoretisches Fundamt gelegt werden. Im ersten Teil wollen wir uns die Wortbedeutung und Entstehung des Petuh genauer ansehen um dann später den Begriff der "Mehrsprachigkeit" etwas näher beleuchten und uns dann die Struktur des Petuh vertieft anzusehen. Im dritten Teil werden dann die bereits erwähnten Fragebögen näher beschrieben und ausgewertet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Fragestellungen

1.2 Erwartungen

1.3 Methodisches Vorgehen

2. Petuh - Eine kurze Einführung

3. Merkmale des Petuh

A: Grammatikalische Kriterien:

B: Phonologische Kriterien

C: Lexik (Beispiele)

4. Auswertung der Fragebögen

4.1 Flensburg

4.2 Kiel

4.3 Kiel und Flensburg im Vergleich

5. Deutungsversuch

6. Kritik und Ausblick

7. Literaturliste

Zielsetzung & Themen

Ziel dieser Arbeit ist es, den heutigen Sprachgebrauch der als Stadtsprache bekannten Mundart "Petuh" in Flensburg und Kiel zu untersuchen und dabei Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede in der Verwendung typischer Petuh-Ausdrücke zwischen verschiedenen Altersgruppen (Lehrer und Schüler) zu analysieren.

  • Historische Herleitung und linguistische Einordnung des Petuh
  • Strukturelle Merkmale (Grammatik, Phonologie und Lexik)
  • Empirische Untersuchung mittels Fragebögen an Schulen
  • Vergleichende Analyse der Sprachkenntnisse in Flensburg und Kiel
  • Untersuchung der überregionalen Verbreitung spezifischer Begriffe

Auszug aus dem Buch

2. Petuh - Eine kurze Einführung

Um einen besseren Einstieg in das Thema zu bekommen, soll an dieser Stelle zunächst etwas näher auf die Geschichte und die typischen Merkmale des Petuh eingegangen werden.

Der Ausdruck „Petuh“ leitet sich vom französischen Ausdruck für eine Dauerkarte ab, einer sogenannten „Partou-Karte“. Mit dieser Fahrkarte war es möglich, vom 1. Mai bis zum 30. September für 26 Reichsmark auf kleinen Fähren (den „Butterdampfern“) die Flensburger Förde zu befahren. Diese Fahrten waren anscheinend besonders bei älteren Damen beliebt, denn diese wurden nach ihrem Fahrschein „Petuh-Tanten“ genannt.

Petuh ist eine Mischform, die sich wie Missingsch aus verschiedenen Sprachen zusammensetzt. Beim Petuh sind dies Hoch- und Niederdeutsch sowie Dänisch und Sønderjysk („Plattdänisch“).

Die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der vier Sprachen werden beispielhaft kurz am folgenden Satz dargestellt:

Hochdeutsch: Gestern Abend saßen wir im Garten und aßen Abendbrot.

Plattdeutsch: Güstern aabend seeten wi inne gaarn und eeten aabendbrot.

Dänisch: I går aften sad vi i haven og spiste aftensmad.

Sønderjysk: I gaajaus var vi i u eie kalko au fik nare.

Petuh basiert zum Teil auf der dänischen Grammatik (Satzbau) und einer Reihe von Danismen, ist jedoch vom Wortschatz her eher dem Deutschen bzw. dem Plattdeutschen ähnlich, weshalb es auch dort eingeordnet und als „Petuh-Tanten-Deutsch“ bezeichnet wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage, der Erwartungen und der methodischen Vorgehensweise zur Untersuchung des Petuh-Sprachgebrauchs.

2. Petuh - Eine kurze Einführung: Erläuterung der historischen Herkunft des Begriffs und der sprachlichen Charakteristika des Petuh als Mischsprache.

3. Merkmale des Petuh: Systematische Unterteilung in grammatikalische, phonologische und lexikalische Kriterien zur Identifizierung der Mundart.

4. Auswertung der Fragebögen: Detaillierte Darstellung der empirischen Ergebnisse, unterteilt in die Standorte Flensburg, Kiel sowie einen direkten Vergleich.

5. Deutungsversuch: Ableitung zentraler Erkenntnisse über die heutige Verbreitung und Verwendung des Petuh in den untersuchten Bevölkerungsgruppen.

6. Kritik und Ausblick: Reflexion über die Repräsentativität der Untersuchung und Empfehlungen für weiterführende Studien.

7. Literaturliste: Aufzählung der verwendeten Quellen und Audio-Dokumente.

Schlüsselwörter

Petuh, Stadtsprache, Flensburg, Kiel, Sprachvariation, Dialektologie, Lexik, Grammatik, Sprachgebrauch, Fragebogenauswertung, Mehrsprachigkeit, Petuh-Tanten, Norddeutsch, Sprachvergleich, Soziolinguistik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung des heutigen Sprachgebrauchs des sogenannten Petuhs, einer traditionellen Flensburger Stadtsprache, und deren aktuellem Bekanntheitsgrad in Flensburg sowie in Kiel.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die historische Entstehung des Petuhs, seine linguistischen Merkmale (wie Grammatik und Wortschatz) sowie die empirische Analyse der Sprachkenntnisse bei Lehrern und Schülern.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei der Verwendung spezifischer Petuh-Ausdrücke herauszuarbeiten und zu klären, ob es sich dabei noch um eine lebendige Stadtsprache handelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wurde eine quantitative Untersuchung durchgeführt, bei der Fragebögen mit 39 typischen Petuh-Ausdrücken an Schulen in Flensburg und Kiel an Lehrer und Schüler verteilt und anschließend ausgewertet wurden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition und Merkmalsbeschreibung des Petuhs sowie die detaillierte statistische Auswertung und den Vergleich der erhobenen Daten zwischen den beiden Städten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Petuh, Stadtsprache, Sprachvariation, Lexik und Soziolinguistik charakterisiert.

Warum schneiden Kieler Schüler bei den Ergebnissen teilweise besser ab als Flensburger?

Das überraschende Ergebnis lässt sich darauf zurückführen, dass viele der abgefragten Begriffe eher dem allgemeinen norddeutschen Sprachgebrauch als dem spezifisch Flensburger Petuh zuzuordnen sind und Kieler Schüler hier eine höhere allgemeine Sprachkompetenz zeigen.

Welche Rolle spielt der "Duden" bei der Analyse?

Der Duden dient als Referenzquelle, um zu prüfen, ob die vermeintlichen Petuh-Wörter tatsächlich exklusiv für Flensburg sind oder ob es sich um allgemein norddeutsche bzw. umgangssprachliche Begriffe handelt.

Ist das Petuh eine aussterbende Sprache?

Die Untersuchung deutet darauf hin, dass viele Petuh-Ausdrücke in der Alltagssprache der jüngeren Generation kaum noch präsent sind und die Kenntnis dieser Wörter stark mit dem Alter der Sprecher korreliert.

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Details

Titel
Petuhtantendeutsch - die flensburger Stadtsprache
Untertitel
Awer unse Sprak is nich gut un warn klok ut…. Eine Untersuchung zum Gebrauch des Petuhtantendeutsch in der heutigen flensburger Alltagssprache
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel
Veranstaltung
Sprachliche Varietäten
Note
1,7
Autor
Jan Patrick Faatz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
24
Katalognummer
V169854
ISBN (eBook)
9783640883134
ISBN (Buch)
9783640882939
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Petuh Petuhtanten Flensburg Missingsch Dialekt Norddeutsch Flensburger platt Hebbelschule Plattdeutsch Niederdeutsch Platt Angeln Renate Delfs
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jan Patrick Faatz (Autor:in), 2009, Petuhtantendeutsch - die flensburger Stadtsprache, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169854
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  24  Seiten
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