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Prometheus vs. Ganymed

Zwei Texte im Vergleich

Titel: Prometheus vs. Ganymed

Seminararbeit , 2010 , 20 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Jan Patrick Faatz (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündig-keit. Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" Dies ist der Wahlspruch der Aufklärung.
Als Kant 1784 den berühmten Aufsatz über die Aufklärung schrieb, hatten einige deutsche Autoren längst damit begonnen, Werke fernab der Rationalität zu schreiben. Neben dem Verstand spielte auch das Gefühl oder die Empfindung eine wichtige Rolle in der zeitgenössischen Literatur: Die Epoche der Stürmer-und-Dränger war gekommen.
Die Periode des Sturms und Drangs wird oft als eine Gegenbewegung zur Aufklärung gesehen, vielmehr war sie aber eine Fortführung derselben, in der der Mensch in seiner Ganzheit betrachtet wurde. Sturm und Drang ohne Aufklärung wäre nicht möglich gewesen. Anstelle einer rein rationalen Denkweise wurde das Genie gesetzt – jener Mensch, der allein durch die in ihm wohnenden Begabungen zum Künstler wird, ohne sich an eine „Regelpoetik“ zu halten. Dieses Genie wurde zunächst allerdings nur in einer verklärten Vergangenheit gesucht, wie Goethes Rede zum Shakespearetag deutlich macht. Eben Goethe war es aber auch, der als erster Autor den Geniegedanken in seinen Werken umsetzte.
Zum Ausdruck kam der Geniegedanke in den großen Oden und Hymnen Goethes.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. „Hier sitz‘ ich, forme Menschen nach meinem Bilde“ – Eine Einführung

2. „Bedecke deinen Himmel, Zeus“ – Interpretation der Hymne „Prometheus“

3. Ganymed

3.1 „Alliebender Vater!“ – Interpretation der Hymne „Ganymed“

4. Prometheus und Ganymed – Typische Sturm und Drang-Dichtung?

4.1 Erlösungs-Pyramide

5. Resümee und Ausblick

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die beiden Hymnen „Prometheus“ und „Ganymed“ von Johann Wolfgang von Goethe unter dem Aspekt des jeweils dargestellten Gottesbildes und der damit verbundenen menschlichen Selbstwerdung. Ziel ist es, durch eine werkimmanente Interpretation nachzuweisen, dass beide Gedichte komplementäre Wege zur Erlösung darstellen, wobei „Prometheus“ eine radikale „Verselbstung“ und „Ganymed“ eine vollständige „Entselbstung“ in der Natur verkörpert.

  • Analyse des Geniegedankens im Kontext der Sturm und Drang-Epoche
  • Gegenüberstellung von Verselbstung (Prometheus) und Entselbstung (Ganymed)
  • Untersuchung der Transformation von Gottesbildern (vom transzendenten Herrscher zum immanenten Naturbezug)
  • Deutung der formalen Freiheit und Regelabweichung als Ausdruck künstlerischer Autonomie
  • Erarbeitung eines komplementären Erlösungsverständnisses

Auszug aus dem Buch

3.1 „Alliebender Vater!“

Das Werk lässt sich in drei etwas gleichlange Sinnabschnitte untergliedern, die jeweils durch zwei Zwischenrufe verbunden werden. Im ersten Teil (1 – 8) geht es um Beschreibung einer „Unendliche Schöne[n]“ (8) Geliebten. Das lyrische Ich ruft den Frühling ganz in Stil einer Hymne an. Dadurch, dass der Frühling den Sprecher „rings“ (2) anglüht, wird deutlich, dass dieser sich im Zentrum befindet und nicht etwa von oben auf die Natur herabblickt. Hier wird bereits das spätere „umfangen“ (29) vorausgenommen. Der Frühling wird personifizier und es werden durchaus erotische Wünsche deutlich. Denn es ist nicht etwa von „geliebter Frühling“ die Rede, sondern der Frühling wird konkret durch das Substantiv „Geliebter“ (3) angesprochen. So werden gleich in der ersten Strophe zwei Dimensionen angesprochen: Auf der einen Seite die Erotik mit Wörtern wie „Geliebter“, „Liebeswonne“, „Herz“ und „Schöne“ (3 – 8) und auf der anderen Seite religiöse Elemente wie „ewig“, „heilig“ und „unendlich“ (6 – 8). Der Sprecher ist sehr erregt und berührt von der Natur, die ihn gleichermaßen erotisch als auch göttlich anspricht. Er spürt sowohl die intensivste Form der menschlichen Liebe, als auch das heilige Glühen einer göttlichen Geborgenheit.

In der ersten Strophe scheint der Sprecher jedoch noch passiv zu sein. Er steht als Nicht-Handelnder im Zentrum der Natur und wird von dieser angeglüht. Der Frühling „drängt“ (5) sich mit „ewiger Wärme“ (6) an das Herz des sehnsuchtsvollen Sprechers. Durch Wörter wie „drängen“ (5) verstärkt sich der Eindruck, der Frühling sei eine erregt handelnde Person.

Zusammenfassung der Kapitel

1. „Hier sitz‘ ich, forme Menschen nach meinem Bilde“ – Eine Einführung: Das Kapitel verortet die Hymnen im Kontext des Sturm und Drang und führt in den Geniegedanken der Epoche ein.

2. „Bedecke deinen Himmel, Zeus“ – Interpretation der Hymne „Prometheus“: Diese Analyse beleuchtet die prometheische „Verselbstung“ und die Auflehnung gegen ein transzendentes Gottesbild.

3. Ganymed: Hier wird der allgemeine Kontext der Hymne „Ganymed“ und deren mythologischer Hintergrund erläutert.

3.1 „Alliebender Vater!“ – Interpretation der Hymne „Ganymed“: Dieser Abschnitt interpretiert die „Entselbstung“ und die Verschmelzung des Ichs mit der Natur als Gegenpol zu Prometheus.

4. Prometheus und Ganymed – Typische Sturm und Drang-Dichtung?: Das Kapitel vergleicht beide Werke formal und inhaltlich auf ihre Übereinstimmung mit den Idealen des Sturm und Drang.

4.1 Erlösungs-Pyramide: Diese Zusammenfassung verdeutlicht grafisch die Stufen des Weges zur Erlösung, wie sie sich aus der komplementären Interpretation beider Gedichte ergibt.

5. Resümee und Ausblick: Das Fazit fasst die Bedeutung der beiden Hymnen als komplementäre Einheiten zusammen und gibt Impulse für weiterführende Studien.

Schlüsselwörter

Goethe, Prometheus, Ganymed, Sturm und Drang, Geniegedanke, Verselbstung, Entselbstung, Gottesbild, Hymne, Naturerfahrung, Subjektivität, Autonomie, Erlösung, Spinozismus, Lyrik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die zwei Goethischen Hymnen „Prometheus“ und „Ganymed“ hinsichtlich ihrer unterschiedlichen Gottesbilder und der verschiedenen Wege, wie das lyrische Ich zu einer Form von Erlösung gelangt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind der Geniebegriff des Sturm und Drang, die Entwicklung vom transzendenten zum immanenten Gottesbild sowie die Gegenüberstellung von individueller Selbstbehauptung und existentieller Hingabe.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, inwieweit Prometheus und Ganymed als komplementäre Werkpaare zu verstehen sind, die zwei gegensätzliche, aber aufeinander bezogene Wege zur göttlichen Erlösung aufzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine werkimmanente Interpretation angewandt, die durch historische Kontexte (Sturm und Drang) und philosophische Bezüge (z. B. Spinoza) ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Einzelinterpretation beider Hymnen, einen Vergleich ihrer formalen und inhaltlichen Strukturen sowie die Zusammenführung der Ergebnisse in einer grafischen „Erlösungs-Pyramide“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Verselbstung, Entselbstung, Geniegedanke, immanentes Gottesbild, Autonomie, Subjektivität und die komplementäre Struktur der beiden Gedichte.

Inwiefern ist die „Erlösungs-Pyramide“ für das Verständnis der Arbeit entscheidend?

Sie visualisiert, dass Ganymeds Erlösung ohne die vorangegangene prometheische Verselbstung und Selbstwerdung nicht möglich wäre, wodurch die notwendige Abhängigkeit beider Prozesse verdeutlicht wird.

Warum ordnet der Autor Prometheus die „Verselbstung“ und Ganymed die „Entselbstung“ zu?

Prometheus erschafft aktiv sein eigenes, unabhängiges Dasein, während Ganymed durch die totale Hingabe an die göttliche Natur die Grenzen seines Ichs auflöst und so Erlösung findet.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Prometheus vs. Ganymed
Untertitel
Zwei Texte im Vergleich
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Germasistisches Institut)
Veranstaltung
Dichtung des Sturms und Drangs
Note
1,3
Autor
Jan Patrick Faatz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
20
Katalognummer
V169855
ISBN (eBook)
9783640883141
ISBN (Buch)
9783640882946
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Goethe Sturm und Drang Ganymed Prometheus Erlösung Interpretation Schiller Aufklärung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jan Patrick Faatz (Autor:in), 2010, Prometheus vs. Ganymed , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169855
Blick ins Buch
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