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Individualisiertes Lernen am Beispiel der Begegnung und Auseinandersetzung mit Jugendliteratur im Deutschunterricht einer 5. Klasse

Förderung der Lesemotivation durch individualisiertes Lesen

Title: Individualisiertes Lernen am Beispiel der Begegnung und Auseinandersetzung mit Jugendliteratur im Deutschunterricht einer 5. Klasse

Examination Thesis , 2009 , 48 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Ulrike Gossen (Author)

Didactics for the subject German - Discussion and Essays
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Das Lesen von Büchern stellt eine einzigartige Möglichkeit dar in unbekannte Länder und Welten einzutauchen, etwas Neues über andere zu erfahren, über sich selbst nachzudenken oder einfach eine gute Unterhaltung zu genießen. Allerdings kommen viele Schüler gar nicht mehr in den Genuss solcher Erfahrungen, da das Lesen von Büchern nicht in ihrer Freizeitgestaltung vorkommt und die wenigen in der Schule thematisierten Pflichtlektüren oft als langweilig und aufgezwungen empfunden werden.
Die bereits in den späten 1980er und 1990er Jahren durch die Lesesozialisationsforschung herausgestellte, stark sinkende Lesemotivation von Schülern und die daraus resultierenden Auswirkungen auf den Literaturunterricht, wurde schließlich im Zuge der Veröffentlichung der PISA-I-Ergebnisse von 2000 in die Debatten um Unterricht und Bildungssystem aufgenommen.
Vor diesem Spannungsfeld ergab sich folgende Leitfrage: In wiefern kann individuelles Lernen eine effektive Förderung des einzelnen Schülers hinsichtlich seiner Kompetenzen und Lesemotivation leisten?
Ziel dieser Arbeit ist es also, ein Konzept der Begegnung und Auseinandersetzung mit Jugendliteratur im Deutschunterricht einer fünften Klasse des Gymnasiums in Form von individualisiertem Lernen darzulegen und die Umsetzung in der Praxis auf ihre Chancen und Grenzen zu reflektieren sowie kritisch zu evaluieren.
Ausgehend von der Definition der Begriffe „individualisiertes Lernen“ und „Binnendifferenzierung“ sowie ihrer allgemein-didaktischen Begründungen sollen die Planungsansätze und Schwerpunktsetzungen der Unterrichtsreihe entwickelt werden. In einem zweiten Schritt werden diese grundlegenden Leitgedanken der Konzeption genauer erläutert. Dabei werden die Zusammensetzung der Lerngruppe, die institutionellen Voraussetzungen für die Planung der Unterrichtsreihe und die Auswahl der Sozialformen und Methoden sowie die Leistungsbewertung durch das Portfolio ins Blickfeld gerückt.
In einem dritten Schritt werden ausgewählte Unterrichtsstunden hinsichtlich ihrer Planung und Durchführung beschrieben. Abschließend soll die Unterrichtsreihe kritisch reflektiert und evaluiert werden, indem die Perspektive der Schüler sowie der Lehrperson einbezogen wird.
In einem Fazit und Ausblick wird der Nutzen der Unterrichtsreihe für den zukünftigen Literaturunterricht sowie Ansätze zur Optimierung dieses Vorhabens dargestellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Didaktische Begründungen des individualisierten Lernens

1.1. Begriffsklärung: Was ist individualisiertes Lernen?

1.2. Förderung der Selbsttätigkeit und Selbststeuerung

1.3. Berücksichtigung individueller Voraussetzungen und Interessen

2. Grundlegende Leitgedanken der Konzeption: Planungsansätze und didaktische Schwerpunktsetzung

2.1. Die Klasse 5d – Bedingungen, Bedarfslage, Schülerhorizont

2.2. Zielsetzungen der Unterrichtsreihe

2.3. Organisation des Lernens: Lektüreauswahl, Arbeitsmaterial, Leseportfolio

2.4. Ausgewählte Sozialformen und Methoden

2.5. Rolle des Lehrers

2.6. Übersicht über die Gesamtsequenz

3. Planung und Durchführung von drei ausgewählten Stunden

3.1. Freiarbeit am Beispiel der 4./5. Unterrichtsstunde

3.2. Plenumsarbeit am Beispiel der 9. Unterrichtsstunde

3.3. Evaluation des Projekts in der 21. Unterrichtsstunde

4. Evaluation des Konzepts

4.1. Evaluation durch die Schüler

4.2. Evaluation durch der Lehrer

5. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, ein didaktisches Konzept für den Deutschunterricht in einer 5. Klasse zu entwickeln, das individualisiertes Lernen zur Förderung der Lesemotivation und -kompetenz bei der Auseinandersetzung mit Jugendliteratur nutzt. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwiefern diese Unterrichtsform die individuellen Kompetenzen und die Lesefreude der Schüler effektiv steigern kann.

  • Methoden des individualisierten Lernens und der Binnendifferenzierung
  • Förderung der Selbststeuerung und Selbsttätigkeit durch Portfoliowahl
  • Diagnose von Leseverhalten und individuellen Schülerbedürfnissen
  • Rolle des Lehrers als Lernbegleiter und Moderator
  • Evaluation von Lernprozessen und Lernergebnissen

Auszug aus dem Buch

1.1. Begriffsklärung: Was ist individualisiertes Lernen?

Die Individualisierung von Unterricht ist keine Erfindung der letzten Jahre. Die Wurzeln des offenen Unterrichts, der beim Arrangieren von Lernwegen die unterschiedlichen Voraussetzungen der einzelnen Schüler berücksichtigt, liegen bereits in der Reformpädagogik. Aus der Erkenntnis heraus, dass etliche Kinder und Jugendliche mit dem pädagogischen Standardrepertoire nicht mehr zu erreichen sind, ist es heute notwendig, die Schüler anzuleiten, eigene Lernwege zu verfolgen. Dies bedeutet eine konsequentere Umsetzung des individualisierten Lernens. Doch wodurch zeichnet es sich eigentlich aus?

Obgleich die Individualisierung von Lernprozessen als eine notwendige Entwicklung angesehen wird und als Zielvorgabe in Richtlinien und Literatur zu finden ist, gibt es keine einheitliche Definition. Unter Berücksichtigung neuerer Forschungsliteratur soll dennoch eine Begriffsklärung skizziert werden. Nach Lischewski und Müller, die an grundlegende Thesen Habels anknüpfen, liegt dem individualisierten Lernen zunächst einmal die Vorstellung zu Grunde, dass es sich beim Lernen um einen lebenslangen Prozess handelt. Genauer gesagt, ist damit eine Art „menschlich-emanzipatorischer Vorgang“ gemeint. Der Mensch entwickelt sich demnach immer weiter und baut seine Möglichkeiten ständig aus. Subjektorientierung ist ein weiteres Anliegen des individualisierten Lernens; d. h. die subjektiven Bedürfnisse und Interessen des Lerners werden im Lernprozess in den Mittelpunkt gestellt, der Lerner wird somit zum Subjekt des Lernens. Die daraus entstehende Mitbestimmung hinsichtlich der Planung und Durchführung von Lernprozessen motiviert den Lerner somit intrinsisch.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Didaktische Begründungen des individualisierten Lernens: Dieses Kapitel definiert individualisiertes Lernen als emanzipatorischen Prozess und begründet die Abkehr vom reinen lehrerzentrierten Unterricht zur Förderung von Selbsttätigkeit und Kompetenzen.

2. Grundlegende Leitgedanken der Konzeption: Planungsansätze und didaktische Schwerpunktsetzung: Hier werden die Rahmenbedingungen der Zielklasse, die Lernziele sowie die methodisch-organisatorischen Grundlagen wie Lektüreauswahl, Portfolioarbeit und Lehrerrolle dargelegt.

3. Planung und Durchführung von drei ausgewählten Stunden: Dieser Abschnitt konkretisiert die Umsetzung durch Praxisbeispiele aus der Freiarbeit, Plenumsdiskussionen und der abschließenden Evaluation.

4. Evaluation des Konzepts: Die Ergebnisse der Schüler- und Lehrerevaluation werden hier kritisch analysiert, um den Erfolg der Methode hinsichtlich Motivation und Lernerfolg zu prüfen.

5. Fazit und Ausblick: Eine abschließende Reflexion fasst die Praxistauglichkeit des Konzepts zusammen und gibt Empfehlungen für eine zukünftige Anwendung im Literaturunterricht.

Schlüsselwörter

Individualisiertes Lernen, Jugendliteratur, Lesemotivation, Deutschunterricht, Portfolio, Selbststeuerung, Binnendifferenzierung, Lesekompetenz, Freiarbeit, Schülerzentrierung, Lesesozialisation, Unterrichtsplanung, Lernberatung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Implementierung und Evaluation eines individualisierten Lernkonzepts im Deutschunterricht einer 5. Klasse mit dem Schwerpunkt auf der Auseinandersetzung mit Jugendliteratur.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen Lesemotivation, Selbststeuerung der Lernenden, differenzierte Lektüreangebote sowie alternative Leistungsbewertungsformen wie das Leseportfolio.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist die Erprobung eines Unterrichtsmodells, das Schülern ermöglicht, ihre eigenen Interessen und Bedürfnisse bei der Lektürearbeit in den Vordergrund zu stellen, um so die Freude am Lesen nachhaltig zu fördern.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es werden theoretische Grundlagen der Lesedidaktik und Reformpädagogik herangezogen sowie eine empirische Evaluation mittels Fragebögen, Schülerbeobachtung und Portfoliobewertung durchgeführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die didaktische Begründung, die konkrete Planung der Konzeption sowie die detaillierte Beschreibung und Analyse ausgewählter Unterrichtsstunden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Individualisiertes Lernen, Lesemotivation, Portfolio, Selbststeuerung und Jugendliteratur.

Welche Rolle nimmt der Lehrer in diesem Modell ein?

Der Lehrer tritt aus der klassischen Rolle des reinen Wissensvermittlers zurück und agiert stattdessen als Lernbegleiter, Berater und Moderator, um die selbstständige Arbeitsweise der Schüler zu unterstützen.

Warum spielt das Portfolio eine zentrale Rolle?

Das Portfolio fungiert als Instrument der Dokumentation und Reflexion, wodurch der individuelle Lernweg der Schüler sichtbar gemacht und eine qualitative Bewertung jenseits klassischer Klassenarbeiten ermöglicht wird.

Welche Herausforderungen identifiziert der Autor?

Der Autor benennt vor allem den erhöhten Planungsaufwand im Vorfeld und die Notwendigkeit, unterschiedliche Niveaus und Interessen bei der Aufgabenstellung auszubalancieren.

Wie lautet die Schlussfolgerung bezüglich des Erfolgs?

Die Arbeit resümiert, dass das individualisierte Arrangement eine erfolgreiche Alternative zur traditionellen Klassenlektüre darstellt, da es die Schüler zur eigenverantwortlichen Auseinandersetzung mit Büchern motiviert.

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Details

Title
Individualisiertes Lernen am Beispiel der Begegnung und Auseinandersetzung mit Jugendliteratur im Deutschunterricht einer 5. Klasse
Subtitle
Förderung der Lesemotivation durch individualisiertes Lesen
College
Studienseminar Jülich  (Fachseminar)
Course
Deutsch Fachseminar
Grade
2,3
Author
Ulrike Gossen (Author)
Publication Year
2009
Pages
48
Catalog Number
V169876
ISBN (eBook)
9783640883790
ISBN (Book)
9783640883561
Language
German
Tags
Individualisiertes Lernen Leseförderung Lesemotivation Deutsch Klasse 5
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ulrike Gossen (Author), 2009, Individualisiertes Lernen am Beispiel der Begegnung und Auseinandersetzung mit Jugendliteratur im Deutschunterricht einer 5. Klasse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169876
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