Die Rezeption der Psychoanalyse in der Person des Univ.-Prof. Dr. Richard Meister


Seminararbeit, 2008

19 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

0. EINLEITUNG
0.1 Begriffsdefinitionen
0.2 Vorgehen

1. METHODE

2. UNIV.-PROF. HOFRAT DR. RICHARD MEISTER
2.1 Biographie
2.2 Forschungsarbeiten/Interessen

3. REZEPTIONEN VON PSYCHOANALYSE - ERGEBNISSE
3.1 Rezeption von Psychoanalyse in selbstpublizierten Schriften
3.2 Rezeption von Psychoanalyse in sonstigen Schriften
3.2.1 Das Gefühl und die Pädagogik von Otto von der Pfordten (Prof, an der Universität Straßburg)
3.2.2 Einführung in die Psychologie von Dr, E, v, Aster (a, o, Professor an der Universität München)
3.2.3 Die Apperzeption als Grundbegriff der pädagogischen Psychologie von Dr, August Messer (o. ö, Professor an der Universität Gießen)
3.2.4 Krieg und Seelenfrieden von Dr. Wilhelm Stekel
3.3 Sonstige Hinweise auf eine Rezeption von Psychoanalyse

4. RÉSUMÉ

5. LITERATURVERZEICHNIS
5.1 Online-Literaturverzeichnis

0. Einleitung

Da es noch sehr wenig wissenschaftliche Literatur zu dem Thema: Die Rezeption der Psychoanalyse in der Pädagogik im Zeitraum von 1900 bis 1945, gibt, diese Untersuchung jedoch den Rahmen der Seminararbeit sprengen würde, konzentriert diese sich auf einen Aspekt dieser Thematik, indem sie folgender Fragestellung nachgeht:

„Inwieweit kommt es zu einer Rezeption der Psychoanalyse in der Person des Prof. Dr. Richard Meister in den Jahren 1906 bis 1945?“

Hieraus ergeben sich zwei weitere Subfragestellungen:

1. Kam es zu einer Rezeption der Psychoanalyse in den Schriften von Richard Meister?
2. Hatte Richard Meister in seinem Umfeld mit Personen zu tun, die psychoanalytisch interessiert waren, woraus geschlossen werden kann, dass er vermutlich in Berührung mit dieser Thematik gekommen ist?

Die Wahl fiel aus dem Grunde auf Dr. Richard Meister, da er einerseits von 1923 bis 1956 Professor der Pädagogik an der Universität Wien war und somit auch zeitgleich mit Sigmund Freud, dem Begründer der Psychoanalyse (Wiener psychoanalytische Vereinigung 2007 [Online]) lehrte. Andererseits stellt er, mit der Schaffung wichtiger Schlüsseldefinitionen und einem maßgeblichen Beitrag zur Universitätsreform, bis heute eine wichtige Persönlichkeit für die Disziplin der Pädagogik dar.

0.1 Begriffsdefinitionen

Um eine Verfolgung meiner Gedanken zu erleichtern, möchte ich an den Beginn eine kurze Erklärung der zentralen Begriffe stellen. In dieser Seminararbeit wird in Anlehnung an Cremerius, Rezeption als die Aufnahme, kritische Verarbeitung und Einarbeitung des Stoffes eines fremden oder neuen Sachgebietes in die eigene Disziplin gesehen (Cremerius 1981, 137).

Die Psychoanalyse hingegen ist von Sigmund Freud 1923 selbst definiert worden. Sie lässt sich auf drei Ebenen unterscheiden:

1. Eine Untersuchungsmethode die der Untersuchung seelischer Vorgänge, welche sonst dem Bewusstsein kaum zugänglich sind, dient. Sie besteht vor allem darin, die unbewusste Bedeutung von Reden, Handlungen, Träumen, Phantasien, Wahnvorstellungen, etc. herauszufinden.
2. Eine psychotherapeutische Behandlungsmethode, die auf dieser Untersuchung gründet. Sie ist durch die Deutung des Widerstandes, der Übertragung und der unbewussten Fantasie gekennzeichnet. Es wird versucht, das verdrängte Unbewusste ins Bewusstsein zu holen.
3. Eine Gesamtheit psychologischer und psychopathologischer Theorien.

(Wiener psychoanalytische Vereinigung 2007 [Online]).

In dieser Arbeit wird - wie im Methodenabschnitt genauer erläutert - in den Begriff der Psychoanalyse oftmals auch die Individualpsychologie mit eingeschlossen, da beide Theorien der tiefenpsychologischen Schule angehören und demzufolge ähnliche Grundannahmen über die Psyche des Menschen aufweisen.

0.2 Vorgehen

In einem ersten Kapitel wird auf die dieser Seminararbeit zugrunde liegende Methode näher eingegangen, um dem Leser die Ergebnisse besser verständlich zu machen und um überdies den Geltungsanspruch dieser Arbeit zu bestimmen und seine Grenzen sichtbar zu machen. Daran anschließend wird die Person des Univ.-Prof. Hofrat Dr. Richard Meister vorgestellt, um einen kleinen Einblick in ihr Leben und Schaffen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu erhalten. Kapitel 3 beschäftigt sich mit den Ergebnissen, folglich der Rezeption der Psychoanalyse, wobei hier unterteilt wird in einerseits eine Rezeption in Schriften von Richard Meister und andererseits in eine Beschäftigung mit Menschen aus seinem Umfeld, um herauszufinden, inwieweit es zu einer Beeinflussung von psychoanalytischem Gedankengut kam. In einem letzten Abschnitt werden die Ergebnisse der Arbeit noch einmal bündig zusammengefasst und die Forschungsfrage insgesamt beantwortet.

1. Methode

Um die erste Subfragestellung „Kam es zu einer Rezeption der Psychoanalyse in den Schriften von Richard Meister?“ beantworten zu können, wurde seine gesamte Bibliographie im Zeitraum von 1906 bis 1945 herangezogen. Daran anschließend wurden die Werke, die Nachrufe von Personen darstellten, ausgesondert, da in dieser Art von Schriften nach allgemeinem Verständnis keine Problematisierungen von eigenen Ideen und Interessen desjenigen, über den geschrieben wird, anzutreffen sind.

Anhand der Titel der übriggebliebenen Schriften, wurden nun diejenigen Werke ausgewählt, die auf eine Beschäftigung mit Psychoanalyse hindeuteten. Dies geschah folgendermaßen: Abhandlungen, deren Titel Begriffe wie Psychologie, psychologisch, Seelenleben, Reform, Gefühl - eben Begriffe, die auf ein mögliches Vorkommen von psychoanalytischem Gedankengut hindeuten - enthielten wurden ebenso ausgewählt, wie Titel, die auf eine überblicksmäßige Darstellung der Pädagogik zu Meisters Zeiten deuteten (zB.: Grundlinien eines Systems der Pädagogik). Da die ausgewählten Werke hauptsächlich knapp und bündig waren, war es im Rahmen des Möglichen, sie alle vollständig zu lesen, um Hinweise auf psychoanalytischen Gehalt zu identifizieren. Sie wurden demzufolge einer Literaturanalyse unterzogen. An dieser Stelle muss gesagt werden, dass ich mich nicht rein auf die klassische Psychoanalyse nach Sigmund Freud, sondern auch auf ihre Differenzierungen und Weiterentwicklungen wie zum Beispiel die Individualpsychologie nach Alfred Adler, konzentriere, aus dem Grund, da sie zumindest ihre Wurzeln in der Schule der Freudschen Tiefenpsychologie haben, demzufolge in ihnen auch ähnliches Gedankengut aufzufinden ist (zb. „Es gibt das Unbewusste“) und auch heute noch oft im Zusammenhang mit Psychoanalyse genannt werden.

Wenn sich in den Arbeiten nicht explizit Begriffe der Psychoanalyse auffinden ließen, wurden - soweit vorhanden - die Literaturverzeichnisse auf Verweise auf psychoanalytische Autoren oder Werke, die sich eindeutig mit dieser Thematik beschäftigen, durchsucht. Denn hier lässt sich davon ausgehen, dass psychoanalytisches Gedankengut in die Arbeit mit eingeflossen ist, was die Gefahr einer falschen Interpretation verringert. Da unter Richard Meisters Schriften viele Bücherrezensionen waren, wurden davon auch jene Werke, die eindeutig psychoanalytischen Inhalt waren, bearbeitet, um besser aufzeigen zu können, womit Richard Meister sich seinerzeit beschäftigt hat.

Um die zweite Subfragestellung „Hatte Richard Meister in seinem Umfeld mit Personen zu tun, die psychoanalytisch interessiert waren, woraus geschlossen werden kann, dass er vermutlich in Berührung mit dieser Thematik gekommen ist?“ beantworten zu können, wurde in einem ersten Schritt erneut seine Bibliographie eingesetzt. Diesmal wurden alle Personen, von denen es Nachrufe gab, herausgenommen, und einer näheren Betrachtung unterzogen. Zu diesem Zwecke, wurde ihr Beruf sowie ihre Publikationen auf Hinweise auf eine Beschäftigung mit Psychoanalyse untersucht, wobei es hier jedoch - im Gegensatz zu obiger Ausführung - nur zu einer intensiveren weiteren Untersuchung gekommen ist, wenn sich explizit Begriffe wie Freud, Adler, Psychoanalyse oder psychoanalytisch auffinden ließen.

Zweitens wurde die detaillierte Übersicht über die Geschichte der Pädagogik an der Universität Wien von Wolfgang Brezinka aus dem Jahre 1995 herangezogen, der Richard Meister ein eigenes Kapitel gewidmet hat. Dieses wurde genauestens auf darin öfter erwähnte Personen, die mit Meister gleichzeitig an der Universität Wien gelehrt oder mit ihm zusammengearbeitet hatten, überprüft, um schließlich erneut eindeutige Hinweise auf eine Beschäftigung ihrerseits mit Psychoanalyse zu finden. Unter anderem wurden dabei auch Dissertanten, die unter Meister geschrieben hatten, untersucht und da Universitätsprofessoren zu dieser Zeit nur unter anderen Voraussetzungen als heutzutage Betreuer von wissenschaftlichen Arbeiten wurden, kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit annehmen, dass Richard Meister erstens Ahnung von der Materie und zweitens auch Interesse daran hatte. Wenn es Belege dafür gab, dass sich ein Dissertant mit psychoanalytischen Themen auseinandersetzte, und auch seine Doktorarbeit in diesem Lichte geschrieben hatte, wurde auch diese einer näheren Betrachtung unterzogen.

Als dritte Möglichkeit, etwas über eine Rezeption der Psychoanalyse seitens Richard Meisters herauszufinden, wurde nach Sekundärliteratur über ihn gesucht. Davon wurdenjene zwei Werke ausgewählt, die am zweckmäßigsten erschienen, da sie eine kompakte Übersicht über die wichtigsten Themen, mit denen sich Meister beschäftigte, boten. Zusätzlich dazu wurde erneut die Untersuchung von Wolfgang Brezinka (1995) herangezogen. Diese Abhandlungen wurden dahingehend untersucht, ob Psychoanalyse ein Interessensgebiet für Meister darstellte oder ob es Anzeichen dafür gab, dass dieser sich mit dieser Thematik intensiver beschäftigt hatte.

Aufgrund dieses methodischen Vorgehens wurde versucht, soviel Literatur wie möglich zu untersuchen, um Beweise einer Rezeption der Psychoanalyse in der Person Richard Meisters zu erhalten, um schlussendlich die Fragestellung dieser Seminararbeit zufriedenstellend beantworten zu können.

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Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Die Rezeption der Psychoanalyse in der Person des Univ.-Prof. Dr. Richard Meister
Hochschule
Universität Wien
Autor
Jahr
2008
Seiten
19
Katalognummer
V169916
ISBN (eBook)
9783640884186
ISBN (Buch)
9783640883998
Dateigröße
459 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Psychoanalyse, psychoanalytisch, rezeption, methoden, methode, Forschungsmethodik, Pädagogik, Methodik, Universität Wien
Arbeit zitieren
Kristina Kokta (Autor), 2008, Die Rezeption der Psychoanalyse in der Person des Univ.-Prof. Dr. Richard Meister, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169916

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