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Verteilungsgerechtigkeit, Effizienz und Anreizeffekte bei Kombilohnmodellen

Titel: Verteilungsgerechtigkeit, Effizienz und Anreizeffekte bei Kombilohnmodellen

Magisterarbeit , 2011 , 93 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Michael Ehgartner-Lipp (Autor:in)

VWL - Arbeitsmarktökonomik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Spektrum der diversen Zielsetzungen der österreichischen Fiskalpolitik im Allgemeinen
und der Arbeitsmarktpolitik im Speziellen, möchte die vorliegende Arbeit ergründen, ob und
inwiefern die Implementierung einer Niedriglohnförderung in Form eines Kombilohnes
nach dem Schema eines „Earned Income Tax Credit“ [EITC] der USA auch in Österreich
erfolgversprechend wäre. Parameter, welche hierbei den Erfolg oder einen Misserfolg der
Maßnahme zu beschreiben versuchen, sollen nicht ausschließlich monetäre Größen oder
bloß Veränderungen der Arbeitslosenquote sein, sondern in Gerechtigkeitsaspekten,
Effizienzgesichtspunkten und positiven Anreizeffekten zur Arbeitsaufnahme ihren Ausdruck
finden.
Nach einer einleitenden definitorischen Abhandlung und einer Darlegung des
österreichischen Einkommensteuer- und Sozialversicherungssystems, widmet sich die
Arbeit der Analyse der optimalen Einkommenssteuer um weiters auf die
neoklassische Arbeitsmarkttheorie anhand des Standard Arbeitsmarktmodells formal einzugehen. Mit einem Arbeitsangebotsmodell nach Immervoll et al (2007) wird es im weiteren Verlauf möglich sein, Kombilohnrefomen in
eine Modellwelt zu überführen, in welcher abschließend eine Mikrosimulation zur
Überprüfung der Vorzugswürdigkeit diverser Reformen in Österreich durchgeführt werden
kann.
Die Resultate zeigen, dass sich für Österreich durchaus positive Effekte
aus der Implementierung einer umfassenden Niedriglohnförderung nach dem EITC Schema
erwarten lassen. Demnach wäre eine EITC Reform zu befürworten, obwohl die
Realisationen der Maßnahmen in anderen Ländern, gemeinsam mit den
theoretisch/empirischen Ausführungen von Immervoll et al (2007) sowie Fuest/Peichl
(2009) zeigen, dass eine derartige Kombilohnreform, ohne weitere begleitende Maßnahmen,
nicht ihr volles Potenzial nutzen kann.

In the spectrum of the diverse goals of Austrian fiscal policy in general and labor
market policies in particular, this work has set its focus on exploring whether it would
be promising to implement a combination-wage model according to the model of an
"Earned Income Tax Credit“ in Austria. According to a specific model
an EITC reform can be recommended, although the realizations of similar measures
in other countries, together with the theoretical/empirical models by Immervoll et al
(2007) and Fuest / Peichl (2009) show, that such combination-wage reforms without
accompanying measures can not reach their full potential.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. MOTIVATION UND ZIELSETZUNG DER ARBEIT

2. BEGRIFFLICHKEITEN, DEFINITIONEN UND ALLGEMEINES ZUM ÖSTERREICHISCHEN STEUERSYSTEM

2.1. DEFINITIONEN

2.1.1. Steuern im Spektrum der Abgabenarten

2.1.2. Steuergegenstand, -bemessungsgrundlage und -tarif

2.2. GRUNDPRINZIPIEN UND MAXIMEN DER BESTEUERUNG

2.2.1. Äquivalenz- und Leistungsfähigkeitsprinzip

2.2.2. Maximen eines guten Steuersystems

2.3. DAS ÖSTERREICHISCHE EINKOMMENSTEUERSYSTEM

2.3.1. Steuern und Beiträge

2.3.2. Grenzentzugsrate und Lohnabstand im Zusammenhang mit dem Arbeitsangebot

3. THEORIE DER OPTIMALEN BESTEUERUNG

3.1. STEUEREFFIZIENZ

3.1.1. Die wohlfahrtsökonomische Theorie der Besteuerung

3.2. OPTIMALSTEUERTHEORIE NACH DEM MODELL VON MIRRLEES

3.2.1. Beschreibung des Modells

3.2.2. Agentenmonotonität

3.2.3. Freizeit als normales Gut

3.2.4. Aussagen der Optimalsteuertheorie

4. ARBEITSMARKTTHEORIE

4.1. EIN ARBEITSMARKTMODELL MIT PARTIZIPATIONSENTSCHEIDUNGEN

4.1.1. Substitutions- und Einkommenseffekt

4.1.2. Partizipationsentscheidung

4.2. ARBEITSANGEBOTSMODELL

4.2.1. Gerechtigkeits-Effizienz trade-off

4.2.2. Systemreformen im Modell

5. REFORMVARIANTEN

5.1. DER KOMBILOHN ÖSTERREICHS IM KONTEXT ARBEITSMARTKPOLITISCHER MAßNAHMEN

5.2. DER EITC IN DEN USA

5.2.1. Tarifverlauf des EITC

5.3. DER WTC IN GROßBRITANNIEN IM VERGLEICH ZUM EITC

5.4. DAS ALLGEMEINE GRUNDEINKOMMEN

6. VORTEILHAFTIGKEITSANALYSE EINER EITC REFORM IN ÖSTERREICH

6.1. THEORETISCHE ANALYSE

6.1.1. Allgemeines Grundeinkommen

6.1.2. EITC Reform

6.2. ANALYSE DER EINKOMMENSVERTEILUNG IN ÖSTERREICH

6.2.1. Entwicklung der Nettoeinkommen von 1997 bis 2008

6.2.2. Verteilung der Einkommen

6.2.3. Working Poor

6.3. AUSWERTUNG: VORZUGSWÜRDIGKEIT EINER EITC REFORM

6.3.1. Allgemeines zur Mikrosimulation

6.3.2. Resultate

7. RESÜMEE

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob die Einführung einer Niedriglohnförderung nach dem Vorbild des US-amerikanischen „Earned Income Tax Credit“ (EITC) in Österreich erfolgversprechend wäre. Ziel ist es zu analysieren, inwiefern eine solche Reform sowohl die Verteilungsgerechtigkeit erhöhen als auch die Gesamteffizienz des österreichischen Steuer- und Transfersystems steigern kann, unter besonderer Berücksichtigung der Anreizwirkungen auf das Arbeitsangebot.

  • Analyse des österreichischen Steuer- und Transfersystems
  • Theoretische Fundierung der optimalen Besteuerung und Arbeitsmarkttheorie
  • Vergleichende Untersuchung internationaler Kombilohnmodelle (EITC, WTC, Grundeinkommen)
  • Empirische Untersuchung der Einkommensverteilung in Österreich
  • Mikrosimulation zur Evaluierung der Vorzugswürdigkeit einer EITC-Reform

Auszug aus dem Buch

2.1.1. Steuern im Spektrum der Abgabenarten

Im österreichischen Gesetzestext ist im Gegensatz zum deutschen Steuerrecht keine Legaldefinition des Begriffs Abgabe bzw. Steuer enthalten. Nach der Rechtsprechung des Verfassungsgerichtshofes (VfGH), ist unter einer Abgabe allerdings nur eine Geldleistung zu verstehen, welche von Gebietskörperschaften, kraft öffentlichen Rechts zur Deckung ihres Finanzbedarfs erhoben werden, wobei man 3 Abgabenformen, nämlich Steuern, Gebühren und Beiträge voneinander unterscheidet.

Aus einer wirtschaftswissenschaftlichen Perspektive lassen sich Steuern als Zwangsabgaben ohne Anspruch auf Gegenleistung bezeichnen. Sie stellen somit Abgaben dar, welche auch ohne direkte Beanspruchung einer Leistung zu entrichten sind und eignen sich demnach hervorragend zur Finanzierung öffentlich bereitgestellter Güter. Dies besonders deshalb, da öffentliche Güter aufgrund ihrer Eigenschaften der Nicht-Rivalität und Nicht-Ausschließbarkeit ansonsten keinen geeigneten Ansatzpunkt zur Berechnung eines fairen Preises zulassen.

Würde vice versa eine bestimmte Gruppe ein besonderes Interesse an der Bereitstellung eines Gutes oder einer Leistung aufweisen, sodass die marktwirtschaftliche Komponente des Konsumgutes oder der Leistung überwiegt, so sollten diese über Gebühren, welche ein spezielles Entgelt darstellen, finanziert werden.

Schlussendlich wird ein Beitrag als spezielle Abgabenform, im Unterschied zu Gebühren, welche bei tatsächlicher aber nicht immer freiwilliger Nutzung anfallen, bereits dann auferlegt, wenn die bloße Möglichkeit einer Nutzung eines spezifischen Gutes oder einer spezifischen Leistung besteht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. MOTIVATION UND ZIELSETZUNG DER ARBEIT: Einleitung in das Thema, Darlegung der Problemstellung des österreichischen Steuersystems und Definition des Forschungsziels.

2. BEGRIFFLICHKEITEN, DEFINITIONEN UND ALLGEMEINES ZUM ÖSTERREICHISCHEN STEUERSYSTEM: Erläuterung steuerrechtlicher Grundlagen, Prinzipien und der aktuellen Struktur des österreichischen Systems.

3. THEORIE DER OPTIMALEN BESTEUERUNG: Theoretische Herleitung optimaler Steuersysteme zur Minimierung von Wohlfahrtsverlusten unter Berücksichtigung des Modells von Mirrlees.

4. ARBEITSMARKTTHEORIE: Darstellung neoklassischer Arbeitsmarktmodelle und deren Erweiterung um Partizipationsentscheidungen sowie Analyse von Anreizeffekten.

5. REFORMVARIANTEN: Untersuchung unterschiedlicher Instrumente wie EITC, WTC und Grundeinkommen als Reformalternativen.

6. VORTEILHAFTIGKEITSANALYSE EINER EITC REFORM IN ÖSTERREICH: Theoretische und empirische Evaluierung einer EITC-Einführung in Österreich mittels Mikrosimulation und Analyse der Einkommensverteilung.

7. RESÜMEE: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse und kritische Würdigung der Ergebnisse.

Schlüsselwörter

Kombilohn, EITC, Steuerreform, Optimalsteuertheorie, Arbeitsmarkt, Partizipationsentscheidung, Einkommensverteilung, Mikrosimulation, Fiskalpolitik, Transferleistungen, Sozialpolitik, Working Poor, Grenzentzugsrate, Steuerbelastung, Wohlfahrtsökonomie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit primär?

Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und praktischen Auswirkungen einer möglichen Einführung eines "Earned Income Tax Credit" (EITC) – einer Niedriglohnförderung – in Österreich.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit verknüpft die Theorie der optimalen Besteuerung mit der Arbeitsmarkttheorie und der empirischen Analyse der österreichischen Einkommensverteilung.

Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?

Es wird erforscht, ob eine EITC-Reform in Österreich zu einer höheren Verteilungsgerechtigkeit führen und gleichzeitig die Gesamteffizienz des Steuer- und Transfersystems steigern kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin nutzt sowohl theoretische Modelle der optimalen Besteuerung als auch die empirische Analyse vorhandener Mikrosimulationsdaten, um die Effekte verschiedener Reformvarianten zu bewerten.

Was steht im Zentrum des Hauptteils?

Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen (Optimale Steuertheorie, Arbeitsmarktmodellierung) erarbeitet und diese anschließend genutzt, um Reformvarianten wie EITC und WTC auf ihre Tauglichkeit für den österreichischen Kontext zu prüfen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Kombilohn, EITC, Steuerreform, Partizipationsentscheidung und Mikrosimulation.

Wie unterscheidet sich die österreichische Kombilohn-Variante von Modellen in den USA?

Während der US-amerikanische EITC ein bundesstaatliches Instrument ist, das stark auf Arbeitsanreize für Geringverdiener setzt, ist das österreichische Pendant spezifischer auf bestimmte Zielgruppen ausgerichtet und in das dortige Sozialversicherungssystem eingebettet.

Welches Ergebnis liefert die Mikrosimulation für Österreich?

Die Analyse deutet darauf hin, dass Österreich bei einer EITC-Reform aufgrund moderater Wohlfahrtsverluste in einer Position ist, in der eine solche Maßnahme durchaus zu befürworten sein könnte, besonders für spezifische Teilgruppen am Arbeitsmarkt.

Ende der Leseprobe aus 93 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Verteilungsgerechtigkeit, Effizienz und Anreizeffekte bei Kombilohnmodellen
Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz  (Volkswirtschaftslehre)
Note
2,0
Autor
Michael Ehgartner-Lipp (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
93
Katalognummer
V169934
ISBN (eBook)
9783640884629
ISBN (Buch)
9783640884421
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Verteilungsgerechtigkeit Einkommenssteuer Optimalsteuer Kombilohn Grenzsteuer Anreizeffekte Anreizkompatibilität NIT Earned Income Tax Credit Negativsteuer Arbeitsmarktpolitik Arbeitsmarkt Niedriglohnförderung optimal income tax equality Gini Austria Österreich
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Michael Ehgartner-Lipp (Autor:in), 2011, Verteilungsgerechtigkeit, Effizienz und Anreizeffekte bei Kombilohnmodellen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169934
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  93  Seiten
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