Informationstechnologien, Wissen, Arbeitsmarkt - Standortwahl in einer vernetzten Welt - Gibt es das globale Dorf?


Hausarbeit (Hauptseminar), 2003

44 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 In welcher Gesellschaft leben wir eigentlich?
1.1 Alte Gesellschaftsansätze: Vom „Minisystem“ über die Agrargesellschaft zur Dienstleitungsgesellschaft
1.2 Neue Gesellschaftsansätze: Wissen, Information und die technologische Revolution
1.2.1 „Die Wissensgesellschaft“ (nach Karin Knorr-Cetina)
1.2.2 „Die Informationsgesellschaft“ (nach Scott Lash)
1.2.3 Die technologische Revolution und ihre charakteristischen Eigenschaften sowie Auswirkungen (nach M. Castell)

2 Historie der Informationstechnologien
2.1 Die Welt der Information und Kommunikation
2.1.1 Was ist Information?
2.1.2 Was ist Kommunikation und welche Formen der Kommunikation gibt es?
2.2 Von der Postkutsche zum Internet – Die Entwicklung der Informationstechnologien
2.2.1 Erste Formen der Nachrichtenübermittlung
2.2.2 Der Telegraph – die Anfänge der Nachrichtentechnik
2.2.3 Die Erfindung des Telefon
2.2.4 Das digitale Zeitalter und seine Basisinnovationen (vgl. Abb. 6)

3 Der Arbeitsmarkt in der Informationsgesellschaft des 21. Jahrhunderts
3.1 Die Rolle von Wissen und Macht im Informationszeitalter
3.2 IuK-Technologien und Arbeitsplätze

4 Informations- und Kommunikationstechnologie – Sieg über Zeit und Raum oder die Entstehung einer neuen Zentralität?

5 Standortwahl – Das Ende der Distanz?
5.1 klassische Standortfaktoren und ihre Bedeutung damals und heute
5.2 Informationstechnologien und Standortwahl
5.2.1 Neue Arbeitsformen und Organisationsstrukturen durch IuK-Technologien
5.2.2 Das „Neue“ und seine Auswirkungen auf die Standortwahl
5.2.3 Standortwahl – kein Ende der Distanz?

6 Ausgewähltes Beispiel: Auswirkung von IuK-Technologien auf die Standortwahl
6.1 Transnationales Unternehmen in einer vernetzen Welt – Die Siemens AG

7 Das „globale Dorf“ – Traum oder Wirklichkeit?

1 In welcher Gesellschaft leben wir eigentlich?

„In welcher Gesellschaft leben wir eigentlich?“ – diese Frage hat sich vermutlich jeder schon einmal gestellt. In dem gleichnamigen Buch von Armin Pongs haben verschiedenste Gesellschaftsexperten unzähligen Antworten gefunden. Martin Albrow spricht von "Weltgesellschaft", Ulrich Beck von einer "Risikogesellschaft" und Daniel Bell nennt sie die "postindustrielle Gesellschaft“. „Erlebnisgesellschaft“, „Mediengesellschaft“, „Multioptions-gesellschaft“, „Single-Gesellschaft“, „Bildungsgesellschaft“, usw. sind weitere Ansätze in dieser vielfältige und endlosen Liste an Gesellschaftstheorien. Die eine, klare Antwort scheint es allerdings nicht zu geben. Jeder wird zu jeder Zeit an jedem Ort seine individuelle Antwort finden. Diese Feststellung ist zugleich ein Hauptmerkmal von Gesellschaft, deren Wesen es ist sich nicht kategorisieren und eingrenzen zu lassen. Gesellschaft wird vielmehr immer durchsichtiger, komplexer und ist ständig in Bewegung. Sie ist ein Produkt der Geschichte des Menschen und unterliegt im Laufe der Zeit einer ständigen Transformation.

Doch was ist überhaupt Gesellschaft? Im sozilogischen und sozialgeographischen Sinn ist Gesellschaft „die Gesamtheit der zwischenmenschlichen Gebilde und Ordnungen während eines bestimmten Zeitalters in einem bestimmten Raum. Eine weitere Definition beschreibt Gesellschaft als „eine zweckgebundene aus Nützlichkeitserwägungen entstandene, meist in sich arbeitsteilig gegliederte Gruppe von Menschen, die zusammen leben und arbeiten.“ (Knox P.; Marston S. 2001; S. 184). Die Klassiker unter den Sozialwissenschaftlern wie Karl Marx, Georg Simmel und Max Weber haben ebenso versucht Gesellschaft zu definieren, zu beschreiben und zu erklären. Auch sie sind alle zu unterschiedlichen Ergebnissen gekommen.

Warum lässt sich Gesellschaft so schwer greifen? Dezentralisierung, Individualisierung, Globalisierung, Veränderungen des Arbeitsmarktes, die Entwicklung von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft: das sind Trends, die einen ständigen Wandel der Gesellschaft beschreiben. Vielleicht lässt sich Gesellschaft gerade deshalb so schwer definieren, denn sie verändert sich unaufhörlich, löst sich von alten Strukturen und lässt gleichzeitig neue Formen des Zusammenlebens entstehen. Da Gesellschaft vor allem an Zeit, aber auch an Raum gekoppelt ist macht es dennoch Sinn, verschiedene Gesellschaftskonzepte gegenüberzustellen:

1.1 Alte Gesellschaftsansätze: Vom „Minisystem“ über die Agrargesellschaft zur Dienstleistungsgesellschaft

Minisysteme sind der Anfang aller funktionalen und räumlichen Differenzierungen und zugleich der erste Versuch menschliches Zusammenleben zu beschreiben. Genauer versteht man darunter „Gesellschaften, die auf einem singulären kulturellem System beruhen und reziproke Strukturen aufweisen.“ (Knox P.; Marston S. 2001: S. 68). Das Zusammenleben in einem gesellschaftlichen Frühsystem ist charakterisiert durch die Spezialisierung einzelner Gesellschaftsmitglieder für bestimmte Aufgaben. Die erwirtschafteten Produkte dienen dabei ausschließlich der Subsistenz. Minisysteme besitzen eine geringe räumliche Ausdehnung und sind außerdem sehr anfällig gegenüber Umweltveränderungen. Jäger- und Sammler- sowie Viehzüchtergesellschaften zählen zu dieser Gesellschaftsform.

Zwischen 9000 und 7000 v.Chr. wurden Jäger- und Sammlergesellschaften von Ackerbau- und auf Viehzucht basierenden Minisystemen abgelöst. Diese als erste Agrarrevolution bezeichnete Epoche war nur durch eine Reihe neuer Techniken wie u.a. die Verwendung von Pflug und Zugtieren möglich. Gleichzeitig legte sie den Grundstein für die Entstehung einer Agrargesellschaft, welche über viele Jahrhunderte als dominierende Gesellschaftsform vorherrschte.

Erst im 18. und vor allem im 19. Jh. änderte sich die Situation. Die Landwirtschaft musste ihre Rolle als Leitsektor an die Industrie abgeben. Der Anteil der Beschäftigten im primären Sektor ging zunehmend zurück und die industrielle Revolution läutete das Zeitalter der Industriegesellschaft ein.

Auch wenn die Fertigung industrieller Produkte wirtschaftlich weiterhin von großer Bedeutung ist, so wurde der Arbeitsmarkt ab den 80iger Jahren vor allem von immateriellen Leistungen bestimmt. Der tertiäre Sektor löste damit seinerseits den sekundären Sektor der Industriegesellschaft ab. Personenbezogenen und materiebezogene Dienstleistungen wurden charakteristisch für das Leben in einer Dienstleistungsgesellschaft (vgl. Abbildung 1).

In welcher Gesellschaft leben wir heute und in welchen Gesellschaftstyp der klassischen Dreiteilung der Sektoren in Agrar-, Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft nach Fourastié (1954) ist die heutige Gesellschaft einzuordnen?

Bereits im Jahre 1961 schlug der amerikanische Forscher Gottmann vor das Konzept Fourastiés um einen 4. Sektor zu erweitern. Ihm sollten ökonomische Aktivitäten von wissensbasierter Arbeit und Verantwortung (Informationsverarbeitung und Entscheidungsfindung) zugeteilt werden. Schon damals war klar , dass die klassische Dreiheit von Fourastié aufgebrochen werden muss. Auch die heutige Gesellschaft lässt sich durch keine der 3 Sektoren beschreiben. Dynamische Umwälzungsprozesse der Gesellschaft, die es seit jeher gab und immer geben wird, erfordern vielmehr die Entstehung neuer Gesellschaftsansätze (siehe dazu 1.2).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: eigener Entwurf

1.2 Neue Gesellschaftsansätze: Wissen, Information und die technologische Revolution

Agrargesellschaft, Industriegesellschaft, Dienstleistungsgesellschaft – doch wo stehen wir jetzt?

1.2.1 „Die Wissensgesellschaft“ (nach Karin Knorr-Cetina)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: (aus Pongs, A. 2001)

Inzwischen leben wir in einer Gesellschaft, deren Charakteristikum die Produktion von Wissen ist, so die Meinung der Gesellschaftsexpertin Knorr-Cetina.

Nach dem traditionellen Wissenschaftsverständnis existiert Wissenschaft als Einheit. Wissen in der Wissensgesellschaft wird jedoch an vielen Orten produziert. In allen Bereichen der Gesellschaft sind Experten tätig um Wissen zu erzeugen. Sie bestimmen dadurch die Strukturen, in denen und durch die wir handeln und kommunizieren. Im Vergleich zur Industriegesellschaft ist professionelles Wissen in der Wissensgesellschaft also nicht länger alleiniges Monopol der Forschung sondern Allgemeingut.

Die Wurzeln der Wissensgesellschaft sieht Knorr-Cetina in der Erkenntnistätigkeit. Deshalb gilt es, das Augenmerk darauf zu richten, wo und wie diese Erkenntnis zur Entfaltung kommt. Nicht dem Kopf des Wissenschaftlers ist die Entstehung wissenschaftlicher Erkenntnis zuzuschreiben sondern dem Labor, als Ort der Verdichtung von Gesellschaft. Knorr-Cetina richtet ihren Focus dabei vor allem auf Wissenskulturen wie Hochenergiephysik, Molekularbiologie und Finanzmärkte. In diesen Wissensbereichen sieht sie die treibenden Kräfte des Transformationsprozesses der Gesellschaft, da sie Mechanismen beinhalten, die weitere Wissensbereiche beeinflussen.

Aber nicht das bloße Vorhandensein von Wissen macht die Wissensgesellschaft aus sondern vor allem das Eindringen von Wissenskulturen in gesellschaftliche Strukturen. Dabei geht es darum, zu verstehen, was an den Orten der Wissensproduktion, den sogenannten „fact-factories“ vorgeht. Sie haben ähnliche Bedeutung wie die Fabriken im Industriezeitalter. Gleichzeitig gilt es zu verstehen, was innerhalb technologischer Informationsstrukturen an Kommunikation abläuft, sprich wie sich das Wissen verbreitet. Knorr-Cetina schließt damit in ihr Konzept der Wissensgesellschaft Informationsstrukturen und Informationstechnologien mit ein. Sie sieht in ihnen eine ebenfalls ökonomieverändernde und antreibende Kraft. Dennoch spielt nicht die Information sondern das Wissen die tragende Rolle in ihrem Gesellschaftskonzept.

1.2.2 „Die Informationsgesellschaft“ (nach Scott Lash)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: (aus Pongs, A. 2001)

Durch die neuen Kommunikations- und Informationstechnologien wird die Gesellschaft neu ausgerichtet. Die Menge an frei verfügbaren Informationen steigt ins Unermessliche. Als Mitglied der Gesellschaft ist man einem ständigen Informationsschock ausgesetzt. Privatisierung der Medien und der Siegeszug des Internets haben dafür gesorgt, dass sich der Fluss der Informationen ungehindert entfalten konnte und immer weiter entfaltet. Dieser Informationsfluss hat „zur Ausweitung globaler Informationsstrukturen und zur Auflösung national geprägter sozialer Strukturen geführt.“ (Pongs, A.: S.171). Dabei sieht Lash in der Informationsgesellschaft mehr als nur eine Verschiebung von der industriellen Fertigung hin zu einer Wissensproduktion. Für ihn wird die Information zum Träger der Macht, die sich nun nicht mehr länger alleine auf Texten, Diskursen und Ideologien begründet.

In Lashs Beschreibungen hat Informationsgesellschaft viele Gesichter:

Zum einen ist Informationsgesellschaft ein Netzwerk, das aus vielen Verbindungsstellen beruht, die als Informationsüberträger (Maschinen, welche die Information verbreiten) dienen. In diesem Netzwerk kommt es zu einer Interaktion zwischen Menschen und Maschinen (vgl. vermittelte Kommunikation) Dadurch wird Informationsgesellschaft in erster Linie auch zu einer Kommunikationsgesellschaft.

Zum anderen ist Informationsgesellschaft eine Gesellschaft der Geschwindigkeit, die kaum mehr Zeit zur Kontrolle lässt und schon gar keinen Raum für Reflexionen.

Charakterisiert wird Informationsgesellschaft ebenfalls durch eine Kultur der räumlichen Ferne. Der Motor dieser Gesellschaft sind die neuen Kommunikationsmittel.

Informationsgesellschaft heißt eins werden von Kultur und Technik, denn Kultur braucht Technik und umgekehrt.

1.2.3 Die technologische Revolution und ihre charakteristischen Eigenschaften sowie Auswirkungen (nach M. Castells)

Mit welchem Begriff auch immer man die heutige Gesellschaft belegen mag, der prägende Einfluss der IuK-Technologien auf das neue Gesellschaftsbild bleibt unumstritten. Erst durch die technologische Revolution konnte Information zum entscheidenden Rohstoff, aus dem alle gesellschaftlichen Prozesse und soziale Organisationen gebildet sind, werden.

Wie alle großen Revolutionen der Geschichte, so dringt auch die Revolution der IuK-Technologien in alle Lebensbereiche ein. Dabei sind nicht nur Industrie, die Medien, die Telekommunikation oder das Transportwesen gemeint. Neue Technologien, die seit den 70er Jahren wie Pilze aus dem Boden sprießen, verändern Produktion und Konsum, Management und Arbeit, Kultur und Krieg, Kommunikation und Ausbildung, Raum und Zeit. Wir haben ein neues, technologisches Paradigma betreten.

Während die Basis der industriellen Revolution die Energie war, so sind die Informationstechnologien der Motor der gegenwärtigen Revolution. Dabei ist die technologische Revolution zugleich Stütze aller anderen größeren strukturellen Transformationen:

- Sie ermöglicht die Entstehung eines funktionell verbundenen weltweiten Wirtschaftssystems – „globale Ökonomie“
- Sie ist verantwortlich für die Entstehung einer neuen internationalen Arbeitsteilung und somit ein wesentlicher Faktor der Wettbewerbsfähigkeit und Produktion von Ländern, Regionen und Unternehmen weltweit.
- Wissenserzeugung und Informationsverarbeitung werden die Grundlage einer neuen Produktivität und somit auch die Quellen des Reichtums und der Macht in der Gesellschaft.

Die technologische Revolution impliziert nicht unbedingt die Entstehung eines neuen Gesellschaftssystems. Dennoch ist sie wesentliche Komponente einer neuen Gesellschaftsstruktur, die unsere Welt kennzeichnet: die Informationsgesellschaft. Unter diesem Begriff versteht Castells eine „Gesellschaftsstruktur, bei der die Quellen der ökonomischen Produktivität, der kulturellen Hegemonie und politisch-militärischen Macht fundamental von der Gewinnung, Speicherung, Verarbeitung und Erzeugung von Information und Wissen abhängen.“ (Castells, M. 1996)

Dabei sollte nicht vergessen werden, dass Information und Wissen seit jeher für ökonomische Akkumulation und politische Macht entscheidend waren. Allerdings wurden sie erst unter den gegenwärtigen technologischen, gesellschaftlichen und kulturellen Parametern zu direkten Produktionskräften.

Auf Grund der Vernetzung der ganzen Welt und der Automatisierung nahezu aller Produktions- und Managementfunktionen ist die Erzeugung und Steuerung von Wissen, Information und Technologie eine notwendige und hinreichende Bedingung für die Organisation der gesamten Gesellschaftsstruktur. Materielle Produktion ebenso wie die Dienstleistungen in diesem Produktionssystem und in dieser Gesellschaftsorganisation sind gegenüber dem Umgang mit Wissen und Information zweitrangig. (vgl. Kapitel 3)

2 Historie der Informationstechnologien

2.1 Die Welt der Information und Kommunikation

Information und Kommunikation sind heute zentrale Begriffe im Alltag unserer Gesellschaft. Dabei ist Information untrennbar mit Kommunikation verknüpft.

2.1.1 Was ist Information?

Allgemein versteht man unter Information die Bedeutung verstehen, die ein Mensch auf Grund von bestimmten Konventionen Daten, Zeichen oder Symbolen zuordnet.

(aus Lexikon der Geographie Band 2 S. 160)

Peter Gräf empfiehlt für geographische Arbeiten folgende Definition die unter Information eine verfügbare, verstandene und zumindest potentiell räumlich umsetzbare Nachricht versteht.

2.1.2 Was ist Kommunikation und welche Formen der Kommunikation gibt es?

Kommunikation besteht immer aus zwei Grundvorgängen: der Informationsabgabe durch den Sender (Kommunikator) und der Informationsaufnahme durch den Empfänger (Rezipient) und ist somit ein Austauschvorgang von Information.

Bei den Formen der zwischenmenschlichen Kommunikation unterscheidet man zwischen direkter (verbal, face to face, über Mimik, Gestik, Sprache) und indirekter Informationsübertragung (= vermittelte Kommunikation; mit Hilfe technischer Nachrichtensysteme). Die vermittelte Kommunikation untergliedert sich weiterhin in Massenkommunikation und Individualkommunikation (vgl. Tabelle 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1 Formen der vermittelten Kommunikation

2.2 Von der Postkutsche zum Internet – Die Entwicklung der Informationstechnologien

2.2.1 Erste Formen der Nachrichtenübermittlung

Die Nachrichtenübermittlung über größere Distanzen findet schon seit Menschengedenken statt. Schon im Altertum hatte die Überbringung geschriebener Botschaften einen hohen Stellenwert. Dies führte zur Entwicklung eines Botenwesens, das durch den Einsatz von Kurieren, die zu Fuß, zu Pferd und später mit dem Wagen Nachrichten von einem Ort zum anderen übermittelten, gekennzeichnet war. Auch Brieftauben wurden verwendet um Nachrichten zu übermitteln. Eine schnellere Methode war bereits die Nachrichtenübermittlung über Rauch- und Feuerzeichen, wie sie beispielsweise in China, Ägypten und Griechenland üblich war.

Aus diesen Formen der ersten Nachrichtenübermittlung entwickelte sich in der Neuzeit der Postdienst. Die erste ununterbrochene Postverbindung wurde 1495 zwischen Wien und Brüssel eingerichtet.

2.2.2 Der Telegraph – die Anfänge der Nachrichtentechnik

Für die Weiterentwicklung der Nachrichtenübermittlung waren die zu Beginn des 19. Jahrhunderts gewonnenen Einblicke in Elektrizität und Magnetismus von entscheidender Bedeutung. Auf der Grundlage dieser Kenntnisse wurde nach Möglichkeiten geforscht, Informationen in elektrische Signale umzuwandeln, als solche weiterzuleiten und beim Empfänger wieder in Informationen zurückzuwandeln. Dies führte zur Entwicklung eines Systems, bei dem lange und kurze Stromstöße auf einem Papierstreifen sichtbar oder als akustisches Signal hörbar gemacht wurden. Den entscheidenden Durchbruch brachte der 1837 konstruierte und 1844 verbesserte Schreibtelegraph des Amerikaners Samuel Finley Morse mit dem nach ihm benannten Morsecode. Technische Weiterentwicklungen ermöglichten in der Folgezeit, die Übertragung zu beschleunigen, mehrere Nachrichten gleichzeitig zu übermitteln und diese auch direkt lesbar auszudrucken. 1844 wurde zwischen Washington und Baltimore die erste Telegraphenverbindung eingerichtet, und Ende der fünfziger Jahre des 19. Jahrhunderts wurde die erste Kabelverbindung für die Telegraphie zwischen Nordamerika und Europa geschaffen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 44 Seiten

Details

Titel
Informationstechnologien, Wissen, Arbeitsmarkt - Standortwahl in einer vernetzten Welt - Gibt es das globale Dorf?
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Geographisches Institut)
Veranstaltung
Hauptseminar: Zeit- und Streitfragen in der Humangeographie
Note
1,7
Autor
Jahr
2003
Seiten
44
Katalognummer
V16994
ISBN (eBook)
9783638216814
Dateigröße
3973 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Informationstechnologien, Wissen, Arbeitsmarkt, Standortwahl, Welt, Gibt, Dorf, Hauptseminar, Zeit-, Streitfragen, Humangeographie
Arbeit zitieren
Stephi Kanzok (Autor), 2003, Informationstechnologien, Wissen, Arbeitsmarkt - Standortwahl in einer vernetzten Welt - Gibt es das globale Dorf?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16994

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Informationstechnologien, Wissen, Arbeitsmarkt - Standortwahl in einer vernetzten Welt - Gibt es das globale Dorf?



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden