Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie

Informationstechnologien, Wissen, Arbeitsmarkt - Standortwahl in einer vernetzten Welt - Gibt es das globale Dorf?

Titel: Informationstechnologien, Wissen, Arbeitsmarkt - Standortwahl in einer vernetzten Welt - Gibt es das globale Dorf?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2003 , 44 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Stephi Kanzok (Autor:in)

Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

„In welcher Gesellschaft leben wir eigentlich?“ – diese Frage hat sich vermutlich jeder schon einmal gestellt. In dem gleichnamigen Buch von Armin Pongs haben verschiedenste Gesellschaftsexperten unzähligen Antworten gefunden. Martin Albrow spricht von "Weltgesellschaft", Ulrich Beck von einer "Risikogesellschaft" und Daniel Bell nennt sie die "postindustrielle Gesellschaft“. „Erlebnisgesellschaft“, „Mediengesellschaft“, „Multioptions-gesellschaft“, „Single-Gesellschaft“, „Bildungsgesellschaft“, usw. sind weitere Ansätze in dieser vielfältige und endlosen Liste an Gesellschaftstheorien. Die eine, klare Antwort scheint es allerdings nicht zu geben. Jeder wird zu jeder Zeit an jedem Ort seine individuelle Antwort finden. Diese Feststellung ist zugleich ein Hauptmerkmal von Gesellschaft, deren Wesen es ist sich nicht kategorisieren und eingrenzen zu lassen. Gesellschaft wird vielmehr immer durchsichtiger, komplexer und ist ständig in Bewegung. Sie ist ein Produkt der Geschichte des Menschen und unterliegt im Laufe der Zeit einer ständigen Transformation.
Doch was ist überhaupt Gesellschaft? Im sozilogischen und sozialgeographischen Sinn ist Gesellschaft „die Gesamtheit der zwischenmenschlichen Gebilde und Ordnungen während eines bestimmten Zeitalters in einem bestimmten Raum. Eine weitere Definition beschreibt Gesellschaft als „eine zweckgebundene aus Nützlichkeitserwägungen entstandene, meist in sich arbeitsteilig gegliederte Gruppe von Menschen, die zusammen leben und arbeiten.“ (Knox P.; Marston S. 2001; S. 184). Die Klassiker unter den Sozialwissenschaftlern wie Karl Marx, Georg Simmel und Max Weber haben ebenso versucht Gesellschaft zu definieren, zu beschreiben und zu erklären. Auch sie sind alle zu unterschiedlichen Ergebnissen gekommen.
Warum lässt sich Gesellschaft so schwer greifen? Dezentralisierung, Individualisierung, Globalisierung, Veränderungen des Arbeitsmarktes, die Entwicklung von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft: das sind Trends, die einen ständigen Wandel der Gesellschaft beschreiben. Vielleicht lässt sich Gesellschaft gerade deshalb so schwer definieren, denn sie verändert sich unaufhörlich, löst sich von alten Strukturen und lässt gleichzeitig neue Formen des Zusammenlebens entstehen. Da Gesellschaft vor allem an Zeit, aber auch an Raum gekoppelt ist macht es dennoch Sinn, verschiedene Gesellschaftskonzepte gegenüberzustellen:

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 In welcher Gesellschaft leben wir eigentlich?

1.1 Alte Gesellschaftsansätze: Vom „Minisystem“ über die Agrargesellschaft zur Dienstleistungsgesellschaft

1.2 Neue Gesellschaftsansätze: Wissen, Information und die technologische Revolution

1.2.1 „Die Wissensgesellschaft“ (nach Karin Knorr-Cetina)

1.2.2 „Die Informationsgesellschaft“ (nach Scott Lash)

1.2.3 Die technologische Revolution und ihre charakteristischen Eigenschaften sowie Auswirkungen (nach M. Castells)

2 Historie der Informationstechnologien

2.1 Die Welt der Information und Kommunikation

2.1.1 Was ist Information?

2.1.2 Was ist Kommunikation und welche Formen der Kommunikation gibt es?

2.2 Von der Postkutsche zum Internet - Die Entwicklung der Informationstechnologien

2.2.1 Erste Formen der Nachrichtenübermittlung

2.2.2 Der Telegraph - die Anfänge der Nachrichtentechnik

2.2.3 Die Erfindung des Telefon

2.2.4 Das digitale Zeitalter und seine Basisinnovationen (vgl. Abb. 6)

3 Der Arbeitsmarkt in der Informationsgesellschaft des 21. Jahrhunderts

3.1 Die Rolle von Wissen und Macht im Informationszeitalter

3.2 IuK-Technologien und Arbeitsplätze

4 Informations- und Kommunikationtechnologie - Sieg über Zeit und Raum oder die Entstehung einer neuen Zentralität?

5 Standortwahl - Das Ende der Distanz?

5.1 klassische Standortfaktoren und ihre Bedeutung damals und heute

5.2 Informationstechnologien und Standortwahl

5.2.1 Neue Arbeitsformen und Organisationsstrukturen durch IuK-Technologien

5.2.2 Das „Neue“ und seine Auswirkungen auf die Standortwahl

5.2.3 Standortwahl - kein Ende der Distanz?

6 Ausgewähltes Beispiel: Auswirkung von IuK-Technologien auf die Standortwahl

6.1 Transnationales Unternehmen in einer vernetzten Welt - Die Siemens AG

7 Das „globale Dorf“ - Traum oder Wirklichkeit?

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht den transformativen Einfluss von Informations- und Kommunikationstechnologien auf gesellschaftliche Strukturen, den Arbeitsmarkt und die Standortwahl von Unternehmen. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der gegensätzlichen Entwicklung zwischen der Vision eines „globalen Dorfes“ durch digitale Vernetzung und der faktischen Konzentration von Wissen und Macht in etablierten Zentren.

  • Wandel der Gesellschaftsformen (Agrar-, Industrie- und Informationsgesellschaft)
  • Historische Entwicklung der Informationstechnologien und Digitalisierung
  • Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt durch IuK-Technologien
  • Standorttheorien unter dem Einfluss von Virtualisierung und Vernetzung
  • Fallstudie: Organisationsstrukturen und Standortstrategien der Siemens AG

Auszug aus dem Buch

Die Rolle von Wissen und Macht im Informationszeitalter

Die Entstehung von Zentren der Macht ist seit jeher eng an das Vorhandensein von Wissen gekoppelt. „In allen historischen Epochen waren die regionalen Zentren der politischen, religiösen und wirtschaftlichen Macht immer wieder identisch mit den regionalen Zentren des Wissens“ (Meusburger, P. 1998 S. 3).

Welche Rolle aber spielen Wissen, Information und Macht in einer Gesellschaft, in der jedes Individuum mit einer Flut an Informationen konfrontiert ist? Was versprach man sich von den neuen Informations- und Kommunikationstechnologien?

Zunächst hatte man die Hoffnung, Wissen zu einem allgegenwärtigen Gut machen zu können. Viele Experten prognostizierten einen weltweiten Zugriff auf Informationen und Wissen für alle Menschen. Die Konsequenz sollte eine Abnahme der räumlichen Konzentration von Wissen und Macht sein (vgl. dazu Kapitel 4).

Doch die Prognosen von einer globalen Verfügbarkeit von Wissen und Information erwiesen sich recht bald als Utopie. Zu den Fehleinschätzungen führten nicht ein Überbewerten der Möglichkeiten der Informations- und Kommunikationstechnologien. Man verkannte vielmehr, dass es sich um eine Frage der Macht und des „Vorwissens“ handelte (vgl. Meusburger, P. 1998 S.51) und sah die Lösung fälschlicherweise allein in der Technik. Die Verbreitung von Informationen ist heute zwar einfacher denn je. Dennoch sollte man nicht den Fehler machen den Information Absorbierenden als Wissenden zu bezeichnen. Besitzt ein Mensch Information, so meint man mit Information lediglich Daten, Zeichen oder Symbole. Die Basis allen Wissens ist zwar die verarbeitete und reflektierte Information, entscheidend ist jedoch die Wahrnehmung und Bewertung des Bedeutungsinhalts von Information des jeweiligen Empfängers. Information kann in kürzester Zeit weltweit verbreitet werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 In welcher Gesellschaft leben wir eigentlich?: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die historischen und soziologischen Gesellschaftsmodelle und beleuchtet die Übergänge von Agrar- über Industrie- bis hin zur heutigen Informationsgesellschaft.

2 Historie der Informationstechnologien: Hier wird die technische Evolution von der Nachrichtenübermittlung über den Telegraph und das Telefon bis hin zum modernen Internet und dem Digitalisierungsprozess nachgezeichnet.

3 Der Arbeitsmarkt in der Informationsgesellschaft des 21. Jahrhunderts: Dieses Kapitel analysiert, wie sich der Arbeitsmarkt durch den Wandel zum Wissenszeitalter verändert und welche Bedeutung IuK-Technologien für neue Beschäftigungsformen haben.

4 Informations- und Kommunikationtechnologie - Sieg über Zeit und Raum oder die Entstehung einer neuen Zentralität?: Es wird diskutiert, ob die neue Technologie die räumliche Distanz überwindet oder zu einer neuen Form der Konzentration führt.

5 Standortwahl - Das Ende der Distanz?: Dieses Kapitel beleuchtet klassische Standortfaktoren im Kontext von Virtualisierung und untersucht, ob Unternehmen ihre Standorte durch neue Technologien freier wählen können.

6 Ausgewähltes Beispiel: Auswirkung von IuK-Technologien auf die Standortwahl: Anhand der Siemens AG wird konkret analysiert, wie ein global agierendes Unternehmen Kommunikationsnetzwerke nutzt und wie dies die Standortstruktur beeinflusst.

7 Das „globale Dorf“ - Traum oder Wirklichkeit?: Das Fazit stellt die Vision der technologisch integrierten Welt der Realität einer wachsenden „digitalen Kluft“ und der Asymmetrie globaler Ökonomien gegenüber.

Schlüsselwörter

Informationsgesellschaft, Kommunikationstechnologie, IuK-Technologien, Wissen, Macht, Arbeitsmarkt, Digitalisierung, Standortwahl, Globalisierung, Internet, Vernetzung, Telearbeit, globale Ökonomie, Siemens AG, Infrastruktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie moderne Informations- und Kommunikationstechnologien unsere Gesellschaft, den Arbeitsmarkt und die Standortentscheidungen von Unternehmen beeinflussen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Schwerpunkten zählen die historische Entwicklung der Medientechnik, der soziologische Wandel zur Informationsgesellschaft, die ökonomischen Auswirkungen von Vernetzung sowie die Realität der globalen Digitalisierung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Wahrheitsgehalt der These zu hinterfragen, ob die moderne Vernetzung tatsächlich zu einem „globalen Dorf“ mit gleichen Chancen führt oder lediglich alte Machtstrukturen unter neuen technischen Vorzeichen zementiert.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine deskriptive und analysierende Arbeit, die soziologische Gesellschaftskonzepte mit wirtschaftsgeographischen Standorttheorien verknüpft und durch eine Fallstudie (Siemens AG) illustriert.

Was behandelt der Hauptteil?

Der Hauptteil analysiert die technische Genese des Internets, den Wandel von Arbeitsstrukturen (z.B. Telearbeit) und untersucht, ob geografische Distanz durch die technologische Entwicklung wirklich an Bedeutung verloren hat.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Informationsgesellschaft, Standortwahl, IuK-Technologien, digitale Kluft, globale Ökonomie und Netzwerkinfrastruktur.

Wie verändert sich die Standortwahl durch neue Technologien laut Autorin?

Die Autorin stellt fest, dass Standortfaktoren zwar komplexer werden und Virtualisierung neue Wege eröffnet, die klassischen Standortfaktoren aber nicht verschwinden, sondern lediglich einer Neubewertung unterliegen.

Welche Rolle spielt die Siemens AG als Beispiel in der Arbeit?

Siemens dient als Fallbeispiel, um zu zeigen, wie ein Konzern durch ein eigenes Corporate Network (SCN) global agiert, die Standorte zentral steuert und wie sich dies konkret auf die Arbeitsorganisation und die Konzentration der Standorte auswirkt.

Ende der Leseprobe aus 44 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Informationstechnologien, Wissen, Arbeitsmarkt - Standortwahl in einer vernetzten Welt - Gibt es das globale Dorf?
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Geographisches Institut)
Veranstaltung
Hauptseminar: Zeit- und Streitfragen in der Humangeographie
Note
1,7
Autor
Stephi Kanzok (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
44
Katalognummer
V16994
ISBN (eBook)
9783638216814
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Informationstechnologien Wissen Arbeitsmarkt Standortwahl Welt Gibt Dorf Hauptseminar Zeit- Streitfragen Humangeographie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Stephi Kanzok (Autor:in), 2003, Informationstechnologien, Wissen, Arbeitsmarkt - Standortwahl in einer vernetzten Welt - Gibt es das globale Dorf?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16994
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  44  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum