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Wie schnell kann man einen Habitus (Bourdieu) übernehmen, ändern, sich neu aneignen?

Titel: Wie schnell kann man einen Habitus (Bourdieu)  übernehmen, ändern, sich neu aneignen?

Essay , 2024 , 9 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Soziologie - Allgemeines und Theorierichtungen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Folgenden wird sich mit der Fragestellung: „Wie schnell kann man einen Habitus (im Sinne Bourdieus) übernehmen, ändern, sich neu aneignen?“ auseinandergesetzt. Dabei erfolgt eine Erklärung des Habitusbegriffes und weiterer Begriffe (von Bourdieu), welche für das thematische Verständnis erforderlich sind. Resultierend daraus werden Verknüpfungen des Habitus mit weiteren Begriffen hinsichtlich der Ausgangsfragestellung herausgearbeitet. Außerdem erfolgen Argumente, die aufzeigen sollen, was für Bedingungen an eine Transformation des Habitus eines Subjektes gebunden sind und wodurch diese erreicht wird. Hinzuzufügen ist, dass sich das Essay in drei Sinnabschnitte gliedern lässt. Im ersten Sinnabschnitt werden Begriffsdefinitionen und Erklärungen ausgehend von Pierre Bourdieu erläutert. Der darauffolgende Abschnitt umfasst die Argumente, die aufzeigen sollen, wie leicht beziehungsweise schwer eine Transformation des Habitus möglich ist. Im letzten Sinnabschnitt folgt das Fazit, wobei die Ausgangsfragestellung beantwortet werden soll und die Vorbehalte als auch die Resultate in komprimierter Form zusammengefasst werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

  • 1. Einleitung
  • 2. Begriffsdefinitionen und Erklärungen
    • 2.1 Habitus
    • 2.2 Soziale Felder
    • 2.3 Klassen
  • 3. Argumentation/ Verknüpfung der Begriffe
  • 4. Fazit
  • 5. Quellen/ Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit setzt sich mit der zentralen Forschungsfrage auseinander, wie schnell und unter welchen Bedingungen ein Habitus (im Sinne Bourdieus) übernommen, geändert oder neu angeeignet werden kann. Dazu werden zunächst die relevanten bourdieuschen Begriffe erläutert, um ein fundiertes Verständnis der Thematik zu gewährleisten, und anschließend Argumente für die Transformation des Habitus dargelegt.

  • Definition und Erklärung des Habitus-Begriffs nach Bourdieu.
  • Analyse sozialer Felder und deren Einfluss auf den Habitus.
  • Die Rolle von Klassen und Kapitalsorten (ökonomisch, kulturell, sozial) bei der Habitusbildung.
  • Bedingungen und Mechanismen der Habitus-Transformation und Neuaneignung.
  • Der Einfluss von Sozialisation und sozialer Herkunft auf die Stabilität des Habitus.
  • Die Bedeutung von "Schlüsselereignissen" für die Veränderung von Habitusmustern.

Auszug aus dem Buch

2.1 Habitus

Der Habitus ist für Bourdieu „[...] eine Seinsweise, ein habitueller Zustand des Körpers, eine Tendenz, ein Hang oder eine Neigung, sich auf spezifische Art und Weise zu präsentieren und zu handeln" (Liebsch, „Identität und Habitus“. S.73). Die Person wird als Träger des Habitus angeführt und „[...] genereller gefasst dient das Konzept der Vermittlung individueller Dispositionen (Subjekt-Ebene) und gesellschaftlicher Möglichkeiten (Struktur-Ebene)“ (Lenger, Schneickert, und Schumacher, „Pierre Bourdieus Konzeption des Habitus". S.14). Des Weiteren besitzt das Subjekt keine freie beziehungsweise autonome Denkweise, sondern ist sozial strukturiert und demnach auch determiniert (vgl. Liebsch, „Identität und Habitus“. S.74.). Resultierend daraus verdeutlicht Bourdieu: „Der Habitus wirkt einerseits strukturierend und stellt Ordnungsgrundlagen für Handlungen und Vorstellungen bereit. Andererseits ist der Habitus selbst strukturiert“ (ebd.). Außerdem umfasst der Habitus stets die Verknüpfung mit der sozialen Umgebung, wobei dadurch ein sozialer Kontext in Form eines sozialen Konstrukts (dem Feld) entsteht (vgl. Liebsch, „Identität und Habitus“. S.74). Der Habitus ist jedoch auch verantwortlich für das Urteilen und Verhalten in bestimmten Situationen. „Er ist verbunden mit einem Sinn für Unterschiede, für eine korrekte Beherrschung der Stilmittel und Darstellungsweisen, den Bourdieu praktischen Sinn nennt“ (ebd.).

Jener Sinn verhilft dem Individuum in einem sozialen Gefüge auf Fragen, Konflikte etc. die passenden Antworten und Reaktionen zu finden (ebd.). „Der praktische Sinn entsteht in sozialen Kontexten, bewährt sich in der Wahl von Stilen beziehungsweise von Darstellungsmitteln und ist abhängig von den sozialen Gegebenheiten des Individuums in Form von gesellschaftlichen Positionierungen" (ebd.). Darüber hinaus wird der Habitus eines Individuums in seinem Lebenslauf ausgeprägt und durch die Praxis geformt (ebd. S.77). „Mit Praxis bezeichnet Bourdieu das Handeln, Denken und Verhalten der Menschen, das in die Körper eingelassen ist“ (ebd.). Alle Formen der sozialen Konstruktionen erfährt das Subjekt auch auf körperlicher Art und Weise, wodurch sie abgespeichert, verinnerlicht und unbewusst beständig bleiben (inkorporiert) (ebd.). Der Prozess der Inkorporierung vollzieht sich als Verinnerlichung, die zum Teil bewusst und zum Teil unbewusst verläuft. Durch die Inkorporierung werden habituelle Praktiken innerhalb vergleichbarer Soziallagen als auch biografischer Lebenswege einheitlich und dauerhaft (ebd.) „Der Habitus wird im Alltag im Rahmen von Routinen und sinnstiftenden kulturellen Praktiken erworben und vom Individuum erlernt. Dies Erlernen vollzieht sich über Beobachten, Nachahmung von Gesten, Zeichen und kulturellen Ausdrucksweisen“ (ebd.). Die Bildung der Grundstruktur erfolgt durch die Sozialisation der Familie, bleibt das gesamte Leben erhalten und strukturiert Regeln beziehungsweise Formen von Handlungen (ebd.). Demnach konstituiert sich der Habitus in der kindlichen Entwicklung und ist danach nur eingeschränkt veränderbar. Laut Bourdieu sorgen lediglich „biographische Schlüsselerlebnisse“ (Liebsch. S.77) für eine Abwandelung des Habitus. Resultierend daraus versteht das Subjekt den Habitus als selbstverständlich, angeboren und schlichtweg gegeben (ebd.). „Jene Selbstverständlichkeit ermöglicht eine Erfahrung der sozialen Welt, die das Handeln, Wahrnehmen und Bewerten als voraussetzungslos und sozusagen als natürlich begreift" (ebd.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt die Forschungsfrage zur Veränderbarkeit des Bourdieuschen Habitus vor und skizziert den Aufbau der Arbeit, die sich in Begriffsdefinitionen, Argumentation und Fazit gliedert.

2. Begriffsdefinitionen und Erklärungen: Hier werden die Kernkonzepte Pierre Bourdieus – Habitus, soziale Felder und Klassen – detailliert erläutert, um das theoretische Fundament für die weitere Diskussion zu legen.

3. Argumentation/ Verknüpfung der Begriffe: In diesem Abschnitt wird aufgezeigt, wie die Grundstruktur des Habitus durch Sozialisation und soziale Herkunft geprägt wird und unter welchen Bedingungen (z.B. soziale Mobilität, Kapitalerwerb) eine Transformation des Habitus möglich ist.

4. Fazit: Das Fazit beantwortet die eingangs gestellte Forschungsfrage, indem es zusammenfasst, dass der Habitus unter bestimmten Voraussetzungen und über längere Zeiträume hinweg veränderbar ist, insbesondere durch sozialen Auf- oder Abstieg und den Erwerb von Kapital.

5. Quellen/ Literaturverzeichnis: Dieses Kapitel listet alle wissenschaftlichen Quellen und Literatur auf, die für die Erstellung der Arbeit herangezogen wurden.

Schlüsselwörter

Habitus, Bourdieu, soziale Felder, Klassen, Kapital (ökonomisch, kulturell, sozial), Sozialisation, Transformation, soziale Mobilität, Inkorporierung, Dispositionen, Lebensstile, Schlüsselereignisse, Herkunftsmilieu, praktischer Sinn, soziale Vererbung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Frage, wie schnell und unter welchen Bedingungen der Habitus im Sinne Pierre Bourdieus übernommen, geändert oder neu angeeignet werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder sind die Begriffsdefinitionen von Habitus, sozialen Feldern und Klassen nach Bourdieu, die Verknüpfung dieser Begriffe sowie die Argumentation zur Möglichkeit und den Bedingungen der Habitus-Transformation.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die Forschungsfrage „Wie schnell kann man einen Habitus (im Sinne Bourdieus) übernehmen, ändern, sich neu aneignen?“ umfassend zu beantworten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit ist ein theoretisch-konzeptionelles Essay, das auf der Analyse und Synthese bestehender wissenschaftlicher Literatur, insbesondere der Soziologie Pierre Bourdieus, basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die detaillierte Erklärung des Habitus, sozialer Felder und Klassen sowie die Argumentation und Verknüpfung dieser Begriffe hinsichtlich der möglichen Veränderung des Habitus durch Faktoren wie soziale Herkunft, Kapitalarten und soziale Mobilität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Habitus, Bourdieu, soziale Felder, Klassen, Kapital, Sozialisation, Transformation und soziale Mobilität.

Was versteht Bourdieu unter "Habitus"?

Für Bourdieu ist der Habitus eine tief verwurzelte Seinsweise, ein habitueller Zustand des Körpers, der Dispositionen für Handlungen und Wahrnehmungen bereitstellt, sozial strukturiert ist und sich im Lebenslauf eines Individuums durch Praxis und Inkorporierung formt.

Welche Rolle spielen "soziale Felder" im Konzept des Habitus?

Soziale Felder sind spezifische Arenen, in denen Akteure mit unterschiedlichen Ressourcen um günstige Positionen kämpfen; sie bilden den sozialen Kontext, in dem der Habitus erworben wird, sich bewährt und in Wechselwirkung mit ihm steht.

Wie kann sich der Habitus eines Subjektes laut Bourdieu verändern?

Der Habitus kann sich verändern, wenn das Individuum eine Veränderung der Klassenposition (soziale Mobilität) erlebt, ein neues soziales Feld erschließt oder durch "biographische Schlüsselerlebnisse" mit neuen Situationen konfrontiert wird, die das Kreativitätspotenzial des Habitus fordern.

Was sind "Schlüsselereignisse" im Kontext der Habitus-Transformation?

Schlüsselereignisse sind prägende Erlebnisse, die dazu führen, dass Menschen in Situationen geraten, die nicht den ursprünglichen Entstehungsbedingungen des Habitus entsprechen, wodurch das inhärente Kreativitätspotenzial des Habitus gefordert und eine Modifikation der Muster ermöglicht wird.

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Details

Titel
Wie schnell kann man einen Habitus (Bourdieu) übernehmen, ändern, sich neu aneignen?
Hochschule
Universität Münster
Note
1,7
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2024
Seiten
9
Katalognummer
V1699516
ISBN (PDF)
9783389178003
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bourdieu Habitus Gesellschaft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2024, Wie schnell kann man einen Habitus (Bourdieu) übernehmen, ändern, sich neu aneignen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1699516
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Leseprobe aus  9  Seiten
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