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Vergleich der Machttheorien Piven, Foucault und Weber

Title: Vergleich der Machttheorien Piven, Foucault und Weber

Essay , 2024 , 9 Pages

Autor:in: Anonym (Author)

Sociology - Individual, Groups, Society
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Summary Excerpt Details

In dem folgenden Essay wird angestrebt, die Thesen beziehungsweise Theorien des Textes „Macht von unten“, welcher von Frances Fox Piven verfasst wurde, herauszuarbeiten. Zudem wird die Vorstellung von Macht nach Max Weber als auch nach Michel Foucault unter der Fragestellung „Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede lassen sich hinsichtlich der Machtverständnisse (Theorien) von Weber, Foucault und Piven feststellen?“ ergänzend hinzugezogen. Dementsprechend lässt sich das Essay in folgende Sinnabschnitte gliedern: Der erste Sinnabschnitt umfasst die Theorieansätze und Thesen der Macht von Frances Fox Piven. Der darauffolgende Abschnitt thematisiert die Machttheorien von Max Weber und Michel Foucault, wobei zunächst ein Überblick geschaffen werden soll. Im dritten Sinnabschnitt erfolgt nun ein Vergleich jener vorher genannten Machttheorien bezüglich der Ausgangsfragestellung. Hinzuzufügen ist, dass dabei versucht wird, eine argumentative Struktur zu schaffen. Der letzte Abschnitt beinhaltet ein kurzes Fazit, welches die prägnantesten Punkte zur Beantwortung der Fragestellung herauskristallisiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

  • Einleitung
  • Macht der gegenseitigen Abhängigkeit
  • Machttheorie von Weber und Foucault
  • Vergleich der Machtverständnisse (Theorien)
  • Fazit
  • Quellen/ Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit beabsichtigt, die Thesen und Theorien zur Macht von Frances Fox Piven umfassend zu beleuchten. Des Weiteren wird eine vergleichende Analyse durchgeführt, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Machtverständnisse Pivens mit denen von Max Weber und Michel Foucault herauszustellen.

  • Die Machttheorie von Frances Fox Piven und das Konzept der "Macht von unten"
  • Machtdefinition und Herrschaftsbegriff nach Max Weber
  • Die Disziplinarmacht und das Macht-Wissen-Verhältnis bei Michel Foucault
  • Vergleichende Analyse der drei Machtverständnisse hinsichtlich historischem Kontext, Machtverteilung und Konnotation
  • Die Rolle von sozialem Protest und Globalisierung in der Entstehung von Macht

Auszug aus dem Buch

Macht der gegenseitigen Abhängigkeit / Macht von unten

Frances Fox Piven vertritt den Standpunkt, dass die „[a]lthergebrachten Sichtweisen auf das Phänomen der Macht nicht [erklären], warum politischer Protest an der gesellschaftlichen Basis manchmal Reformen hervorbringt, in denen sich die Bedürfnisse der Protestierenden widerspiegeln" (Piven, S.74). Weiterführend ist sie der Ansicht, dass die Globalisierung als Katalysator für die Machtformen der einfachen Leute fungiert (ebd.). Resultierend aus jenen Ansichten strebt sie eine Beantwortung mithilfe einer neuen Form der Macht an, die sich aus einem Umschwung von sozialen Bewegungen hin zu sozialem Wandel konstituiert (ebd.).Mit der neuen Form der Macht, die sie „[...] Macht der gegenseitigen Abhängigkeit [...]“ (ebd.) nennt, soll laut Piven beantwortet werden können, inwiefern sich ein Wandel der Welt ankündigen wird (vgl. Piven, S.74). Die Macht der gegenseitigen Abhängigkeit ist auf eine Vielzahl von institutionellen Feldern zu beziehen (ebd. S.75). Diese Felder können beispielsweise die Politik, die Wirtschaft als auch die Familie und Verbände sein. Außerdem ist die Form der Macht unabhängig von einem hohen gesellschaftlichen Ansehen und ist nicht an Kapital und Ressourcen gebunden (ebd. S.81). So wird geschildert: „Manchmal gelingt es Menschen ohne Güter, hohem sozialen Status oder Reichtum, institutionelle Veränderungen zu erzwingen, die Bedürfnisse und Sehnsüchte von Menschen, die sich in der sozialen Ordnung weiter unten befinden, zumindest unscharf reflektieren“ (Piven, S.81). Jene These verknüpft Frances Fox Piven mit einer Vielzahl historischer Ereignisse (Mittelalteraufstände, Mauerfall), die ihre Theorie zu der Macht der gegenseitigen Unabhängigkeit verdeutlichen (ebd.). Des Weiteren basiert diese Form der Macht auf den „[...] sozialen und kooperativen Beziehungen, in die Menschen durch die Tugend des sozialen Lebens eingebunden sind“ (ebd. S.82). Dementsprechend entsteht eine potentiell verfügbare Macht über andere Personen unter der Voraussetzung, dass wir Menschen in einem sozialen Gefüge miteinander interagieren und kooperieren. Folglich ist jene Form der Macht in der Gesellschaft „[...] potentiell breit gestreut“ (Piven, S.83). Eine weiterer These von Frances Fox Piven ist, dass sich durch die unterschiedlichen Ziele einzelner Personen und die damit einhergehenden Interaktionen innerhalb der kooperativen Netzwerke (d.h. der Institutionen) zum Zwecke der Zielverwirklichung, eine ambivalente Sichtweise hervorheben lässt (ebd.). Somit verfügen die Kapitalisten laut Piven nicht nur über die Arbeiter, sondern der Wirkungsweg ist beidseitig, wodurch die Opposition stets auch eine Form von Macht besitzt (ebd. S.84). In dem Beispiel ist es möglich, dass die „[...] ArbeiterInnen Einfluss durch Streiks, durch Stilllegen! ausüben“ (Piven, S.85) und Gewerkschaften oder politische Verbände gründen. Jene Macht wird als die Macht von unten beziehungsweise die Macht der gegenseitigen Abhängigkeit aufgefasst. Weiterführend thematisiert Piven den Einfluss der Globalisierung auf die Macht der gegenseitigen Abhängigkeit, welche sich laut ihr durch die weltweit fortschreitende Zentralisierung und Spezialisierung in weitlaufende kooperative Netzwerke stets potenziell vermehrt beziehungsweise für mehr Leute verfügbar wird (ebd. S.87). Dies wird mit Beispielen untermauert, die einem Butterfly-Effekt oder einem Schneeball, der zu Lawine wird, gleichen. Das heißt, es werden durch vergleichsweise kleine Aktionen und Handlungen weitreichende und gravierende Reaktionen ausgelöst (Straßenblockierungen führen zum Umsturz der Regierung) (ebd.). Damit die Macht der gegenseitigen Abhängigkeit latent für alle Menschen wirksam wird, ist es jedoch erforderlich, dass Menschen „die Regeln brechen, mit denen die Institutionen, an denen sie teilnehmen, überwacht werden und sei es nur, weil diese Regeln dazu erdacht wurden, um diese Form der Macht zu regulieren. Die Menschen müssen sich organisieren, müssen sich Wege ausdenken, miteinander abgestimmt zu handeln, zumindest insofern ein abgestimmtes Handeln nötig ist, um ihre Macht effektiv werden zu lassen“ (Piven, S.90). Die Regeln, Normen und Werte, die eine Institution vertritt, wirken hierbei gegen die Form der Macht von unten, wodurch sich die Individuen auf ein Brechen des kooperativen Netzwerkes als erforderliches Opfer für das Wirksamwerden der Macht einlassen müssen (ebd. S.90f.). Andernfalls stabilisiert das „[...] Schaffen von Regeln die bestehende Macht dadurch, dass die Macht der gegenseitigen Abhängigkeit von unten unterdrückt wird“ (ebd. S.92). Des Weiteren ist eine Voraussetzung für die Mobilisierung der Macht von unten, dass ein Verständnis für die bestehenden sozialen Beziehungen gegeben ist und Möglichkeiten ausgehend von den „herrschenden Klassen" akzeptiert werden, die möglicherweise ein gesellschaftlich vorkonstruiertes Szenario umwerfen (vgl. Piven, S.93). Weiterführend wird mithilfe einer Mobilisierung von einer Menschengruppe, die als Einheit koordiniert wird, eine stärkere Form der Macht von unten hervorgerufen (Aufstände, Proteste) (ebd. S.94-96). Hierbei muss auch differenziert werden, wie weitreichend die Folgen für das Leben der einzelnen Personen ist. Das heißt, wenn „Leute versuchen, die Macht der Störung oder die Macht der gegenseitigen Abhängigkeit auszuüben, müssen sie über Wege nachdenken, um das Aussetzen der kooperativen Beziehung, von der sie abhängen, auszuhalten und jeglichen Vergeltungsmaß nahmen, die sie erleiden, zu widerstehen“

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Dieses Kapitel stellt das Essaythema vor, welches die Machttheorien von Frances Fox Piven, Max Weber und Michel Foucault vergleicht und die Struktur der Arbeit darlegt.

Macht der gegenseitigen Abhängigkeit: Hier wird Frances Fox Pivens Konzept der "Macht von unten" oder "Macht der gegenseitigen Abhängigkeit" erläutert, das soziale Veränderungen durch kollektiven Protest ermöglicht und nicht an traditionelle Machtressourcen gebunden ist.

Machttheorie von Weber und Foucault: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über Max Webers Definition von Macht als Durchsetzung des Willens gegen Widerstreben und Michel Foucaults Verständnis von Macht als dynamisches, produktives und durch soziale Netzwerke verteiltes Phänomen, insbesondere seine Disziplinarmacht.

Vergleich der Machtverständnisse (Theorien): In diesem Abschnitt werden die drei vorgestellten Machttheorien von Piven, Weber und Foucault systematisch verglichen, wobei Unterschiede in ihrem historischen Kontext, ihrer Auffassung von Macht als Ressource und ihrer Konnotation herausgearbeitet werden.

Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen, betont Pivens "Macht von unten" und die Unterschiede in den Machtverständnissen der drei Autoren, während es die Gemeinsamkeit der Macht als allgegenwärtiges soziales Phänomen hervorhebt.

Schlüsselwörter

Machttheorie, Frances Fox Piven, Max Weber, Michel Foucault, Macht von unten, gegenseitige Abhängigkeit, Herrschaft, Disziplinarmacht, sozialer Wandel, politischer Protest, Widerstand, Globalisierung, soziale Beziehungen, Machtverständnisse, Soziologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Thesen und Theorien hinsichtlich der Macht von Frances Fox Piven und vergleicht diese mit den Machtverständnissen von Max Weber und Michel Foucault, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede festzustellen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder sind die Machttheorie von Frances Fox Piven mit ihrem Konzept der "Macht der gegenseitigen Abhängigkeit", die klassische Machtdefinition und der Herrschaftsbegriff Max Webers sowie Michel Foucaults Analyse der Disziplinarmacht und des Macht-Wissen-Verhältnisses.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die spezifischen Machtthesen Pivens herauszuarbeiten und darauf aufbauend einen Vergleich mit Webers und Foucaults Theorien durchzuführen, um deren jeweilige Besonderheiten und Überschneidungen zu identifizieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine vergleichende Analyse von Machttheorien, indem sie die Konzepte dreier bedeutender Denker (Piven, Weber, Foucault) gegenüberstellt und auf Basis ihrer Argumentationen Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausarbeitet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt zunächst detailliert Frances Fox Pivens Theorie der "Macht von unten", gefolgt von einer Darstellung der Machttheorien von Max Weber und Michel Foucault, um schließlich einen umfassenden Vergleich dieser drei Perspektiven vorzunehmen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Schlüsselwörter wie Machttheorie, Frances Fox Piven, Max Weber, Michel Foucault, Macht von unten, gegenseitige Abhängigkeit, Herrschaft, Disziplinarmacht, sozialer Wandel und Protest charakterisiert.

Was versteht Frances Fox Piven unter der "Macht der gegenseitigen Abhängigkeit"?

Piven versteht darunter eine Form der Macht, die aus sozialen und kooperativen Beziehungen entsteht und es Menschen ohne hohes gesellschaftliches Ansehen oder große Ressourcen ermöglicht, institutionelle Veränderungen zu erzwingen, indem sie Regeln brechen und kollektiv handeln.

Wie grenzt sich Foucaults Disziplinarmacht von Webers Herrschaftsbegriff ab?

Foucaults Disziplinarmacht ist produktiv, integrierend und anonym, sie formt Individuen zu "gelehrigen Körpern" und ist nicht als Besitz oder Ressource zu verstehen, wohingegen Webers Herrschaftsbegriff Macht als eine Chance zur Durchsetzung des eigenen Willens, auch gegen Widerstreben, definiert, die sich zu institutionalisierter Herrschaft verfestigen kann.

Welche Rolle spielt die Globalisierung in Pivens Machttheorie?

Laut Piven wirkt die Globalisierung als Katalysator für die "Macht der gegenseitigen Abhängigkeit", da die zunehmende Zentralisierung und Spezialisierung in globalen kooperativen Netzwerken die potentielle Macht der einfachen Leute verstärkt und zugänglicher macht.

Was ist die "dunkle Seite" der Macht von unten, die Piven erwähnt?

Piven spricht davon, dass die "dunkle Seite" der Macht von unten sich in Unsicherheit und Chaos innerhalb der Gesellschaft widerspiegeln kann, obwohl sie gleichzeitig die treibende Kraft für Hoffnung und Reformen darstellt.

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Details

Title
Vergleich der Machttheorien Piven, Foucault und Weber
College
University of Münster
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2024
Pages
9
Catalog Number
V1699530
ISBN (PDF)
9783389178027
Language
German
Tags
Macht Gesellschaft Individuum Max Weber Foucault Piven
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2024, Vergleich der Machttheorien Piven, Foucault und Weber, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1699530
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