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Tod und Trauer als Thema im evangelischen Religionsunterricht der Grundschule unter Verwendung pädagogischer Kurzfilme

Title: Tod und Trauer als Thema im evangelischen Religionsunterricht der Grundschule unter Verwendung pädagogischer Kurzfilme

Master's Thesis , 2010 , 66 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Stephan Winkler (Author)

Theology - Religion (For Pre-University Students)
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Summary Excerpt Details

In der heutigen Zeit sind der Tod und die damit einhergehende Trauer zu Tabuthemen geworden. Sie sind an den Rand gedrängt worden, da sich die westliche Gesellschaft in ihrer Suche nach Jugend und Unbeschwertheit von ihnen bedroht fühlt. Dies hat zur Folge, dass sowohl Kinder, als auch ihre Lehrkräfte in der Grundschule diese Thematik meiden. Der Tod ist jedoch im Umfeld jedes Menschen präsent. Jeder Mensch muss also früher oder später, spätestens auf dem eigenen Sterbebett, mit ihm auseinandersetzen. Diese Arbeit soll der gesellschaftlichen Tabuisierung der Thematik Tod und Trauer entgegenwirken. In ihr soll verdeutlicht werden, wie es beispielsweise durch pädagogische Kurzfilme möglich ist, im ev. Religionsunterricht der Grundschule die Thematik zu behandeln.
Die Kinder der Grundschule sollen so mit dem Thema in Kontakt kommen,
Ängste abbauen und einen dem Alter angemessenen Umgang mit Tod und Trauer erlernen. Zu Beginn der Arbeit wird eine theoretische Grundlage erarbeitet, auf die dann die praktische Umsetzung folgt. Des Weiteren wird darauf eingegangen, mit welchen Erfahrungen von Abschied, Verlust und Tod Kinder in ihrem jungen Alter schon in Kontakt kommen können. Es schließt sich dann eine Betrachtung zum Phänomen kindlicher Trauer an. Nach einer kurzen Überlegung, ob Trauer als Krankheit einzustufen ist, werden die vier gängigsten Trauerkonzeptionen vorgestellt und kurz verglichen. Das Wissen um die Verschiedenheit
von Trauerprozessen ist von höchster Wichtigkeit, wenn überlegt wird, die Thematik in der Schule zu behandeln. In dem darauf folgenden fünften Kapitel wird dann auf die Trauerarbeit und ihre Bestandteile eingegangen. Dies geschieht speziell im Hinblick
auf die Trauerarbeit mit Kindern. Im zweiten Teil dieser Arbeit, wird im Hinblick auf den vorangegangenen Theorieteil,
überlegt, wie die Thematik Tod und Trauer in den ev. Religionsunterricht der Grundschule integriert werden kann. Dazu wird zunächst zwischen dem geplanten Unterricht zu dem Thema und der plötzlich notwendigen Behandlung eines konkreten Trauerfalls
unterschieden. Im Weiteren wird die Thematik dann durch eine Betrachtung des Lehrplans für den ev. Religionsunterricht der Grundschule in Nordrhein-Westfalen als Inhalt für den Unterricht gerechtfertigt. Nach einer kurzen Rechtfertigung, Filme im Unterricht
einsetzen zu können, werden vier ausgewählte Kurzfilme zum Thema Tod und Trauer vorgestellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Tod und Trauer

2.1) Klärung des Begriffs „Tod“

2.2) Klärung des Begriffs „Trauer“

3.) Entwicklungspsychologische Aspekte von Tod

3.1) Entwicklung der Zeitwahrnehmung und Denkweisen

3.2) Die Entwicklung des Todeskonzeptes bei Kindern im Grundschulalter

3.3) Kindliche Erfahrungen mit Abschied, Verlust und Tod

4.) Entwicklungspsychologische und pädagogische Überlegungen zur Trauer

4.1) Das Erleben der Trauer

4.2) Das Trauerverhalten von Kindern

4.3) Trauer. Eine Krankheit?

4.4) Verschiedene Konzeptionen von Trauer

4.4.1) Das fünf-phasige Konzept von E. Kübler-Ross

4.4.2) Das vier-phasige Modell von Y. Spiegel

4.4.3) Das vier-phasige Modell von J. Bowlby

4.4.4) Das vier-phasige Modell von V. Kast

4.4.5) Ein kurzer Vergleich der Konzeptionen

5.) Trauerarbeit mit Kindern

5.1) Was ist Trauerarbeit?

5.2) Aufgaben von Trauer

5.3) Trauerbegleitung

5.3.1) Rolle des Elternhauses

5.3.2) Rolle der Schule

6.) Tod und Trauer im Religionsunterricht

6.1) Geplant oder plötzlich notwendig

6.2) Bezug zum Lehrplan

6.3) Einsatz von Filmen im Unterricht

6.3.1) Pädagogische Kurzfilme zu dem Thema

6.3.1.1) Willi wills Wissen: Wie ist das mit dem Tod?

6.3.1.2) Die Maus und der Tod

6.3.1.3) Jessie

6.3.1.4) Leb wohl, lieber Dachs

7.) Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Masterarbeit untersucht Möglichkeiten, wie der gesellschaftlichen Tabuisierung von Tod und Trauer im evangelischen Religionsunterricht der Grundschule begegnet werden kann. Das zentrale Ziel ist es aufzuzeigen, wie pädagogische Kurzfilme genutzt werden können, um Kinder kindgerecht an diese schwierigen Themen heranzuführen, Ängste abzubauen und einen altersgemäßen Umgang mit Verlusten zu erlernen.

  • Theoretische Grundlagen zur kindlichen Wahrnehmung von Tod und Trauer.
  • Entwicklungspsychologische Aspekte kindlicher Trauerprozesse.
  • Trauerarbeit in Familie und Schule sowie die Bedeutung der Trauerbegleitung.
  • Integration der Thematik in den Religionsunterricht (geplant vs. akuter Anlass).
  • Einsatz und didaktische Aufbereitung von pädagogischen Kurzfilmen.

Auszug aus dem Buch

3.1) Entwicklung der Zeitwahrnehmung und Denkweisen

Die Zeitwahrnehmung ist nicht der einzige Entwicklungsbereich des Kind, der die Vorstellung vom Tod und das Erleben des Todes berührt. Auch das Denken und die Gefühle spielen eine große Rolle. Dennoch ist die Zeitwahrnehmung ein für diesen Zusammenhang zentrales Vermögen, da ohne Zeitwahrnehmung eine Wahrnehmung der für den Tod wesentlichen Phänomene unmöglich wäre. Der Tod würde sich dem Menschen als Problem gar nicht stellen. Der Mensch ist ein Wesen, das Zeit bewusst wahrnehmen kann. Er ist sich aber auch seiner Vergänglichkeit bewusst. Dieses Todesbewusstsein, das bei Menschen aller Kulturen zu finden ist, führt zu vielen unterschiedlichen Gedanken über Sterben und Tod mit Emotionen wie Angst aber auch mit hoffnungsvollen Empfindungen.11 Der Mensch denkt über die Zeit nach dem Tod nach und erfährt in den Religionen Antworten auf die Frage nach der Zeit nach dem Tod. Dadurch, dass sich die Menschen mit dem Tod beschäftigen, kommen sie automatisch zu der Frage, welchen Sinn ihr Leben hat. Eine strikte Trennung zwischen Leben und Tod ist nicht möglich..

Kinder verfügen weder über ein komplexes und ausgeprägtes Zeitbewusstsein, noch beschäftigen sie sich in dem Maße wie Erwachsene mit der Endlichkeit. Sie leben vielmehr in den Tag hinein, leben jeden Tag neu und sind völlig unbeschwert. 12 Doch Kinder entwickeln mit den Jahren ein immer komplexeres Zeitverständnis. Diese Entwicklung wird nachfolgend vom Ende des Vorschulalters bis zum Beginn der weiterführenden Schule, also der fünften Klasse, betrachtet. Da sich Kinder nicht gleichmäßig und gleichzeitig entwickeln, werden die Stufen betrachtet, auf die sich Lehrkräfte in der Grundschule einstellen müssen.

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die gesellschaftliche Tabuisierung von Tod und Trauer und legt dar, wie pädagogische Kurzfilme im evangelischen Religionsunterricht der Grundschule als pädagogisches Mittel zur Auseinandersetzung mit diesen Themen dienen können.

2.) Tod und Trauer: Dieses Kapitel liefert eine begriffliche Fundierung durch die Etymologie und Phänomenologie der Begriffe „Tod“ und „Trauer“, um eine Basis für die weitere wissenschaftliche Arbeit zu schaffen.

3.) Entwicklungspsychologische Aspekte von Tod: Hier wird untersucht, wie sich die Zeitwahrnehmung und das Todeskonzept von Kindern im Grundschulalter entwickeln und welche ersten Erfahrungen mit Verlusten sie bereits gesammelt haben.

4.) Entwicklungspsychologische und pädagogische Überlegungen zur Trauer: Das Kapitel analysiert das kindliche Trauerverhalten, stellt die Frage nach der Pathologisierung von Trauer und erläutert vier gängige Trauerkonzeptionen (Kübler-Ross, Spiegel, Bowlby, Kast) im Hinblick auf deren Anwendbarkeit bei Kindern.

5.) Trauerarbeit mit Kindern: Hier werden die Aufgaben der Trauerarbeit sowie die Bedeutung der professionellen oder familiären Trauerbegleitung definiert und die spezifischen Rollen von Elternhaus und Schule im Unterstützungsprozess herausgearbeitet.

6.) Tod und Trauer im Religionsunterricht: Dieses Kapitel prüft, wie das Thema Tod und Trauer sowohl in der geplanten Unterrichtsgestaltung als auch bei akuten Trauerfällen unter Einbeziehung des Lehrplans und pädagogischer Kurzfilme in den Religionsunterricht integriert werden kann.

7.) Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine sensible und vorbereitete Auseinandersetzung mit Tod und Trauer in der Grundschule sinnvoll ist und Lehrkräften durch gezielte Medienarbeit eine wertvolle Unterstützung zur Verfügung steht.

Schlüsselwörter

Tod, Trauer, Religionsunterricht, Grundschule, Kinder, Trauerarbeit, Trauerbegleitung, pädagogische Kurzfilme, Todeskonzept, Verlust, Entwicklungspsychologie, Zeitwahrnehmung, Medienkompetenz, Religion, Schulpädagogik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Integration der Themen Tod und Trauer in den evangelischen Religionsunterricht der Grundschule, um gesellschaftlicher Tabuisierung entgegenzuwirken.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die zentralen Felder sind die entwicklungspsychologischen Voraussetzungen von Kindern, die theoretischen Trauerkonzepte, Möglichkeiten der Trauerbegleitung sowie der didaktische Einsatz von Kurzfilmen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Lehrkräfte durch den Einsatz pädagogischer Kurzfilme Kinder dabei unterstützen können, einen dem Alter angemessenen Umgang mit Tod und Trauer zu entwickeln.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse basiert und die Ergebnisse der Trauerforschung in den schulischen Kontext transferiert.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil behandelt die kindliche Entwicklung von Todeskonzepten, wissenschaftliche Trauerphasenmodelle sowie praktische Ansätze zur Trauerbegleitung in Schule und Elternhaus.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Trauerarbeit, Todeskonzept, kindliche Entwicklung, pädagogische Kurzfilme und Religionsdidaktik.

Warum wird gerade der Religionsunterricht als Ort für dieses Thema gewählt?

Da der Religionsunterricht in der Grundschule in besonderem Maße Fragen nach Sinn, Leben und Hoffnung thematisiert, bietet er einen geeigneten Rahmen, um existenzielle Themen wie den Tod mit christlichen Traditionen zu verknüpfen.

Welche Rolle spielen die im Anhang erwähnten Kurzfilme konkret?

Sie dienen als methodischer Einstieg und Impulsgeber, um indirekte Betroffenheit auszulösen und den Kindern zu helfen, über die schwierigen Themen ins Gespräch zu kommen, ohne sich persönlich überfordert zu fühlen.

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Details

Title
Tod und Trauer als Thema im evangelischen Religionsunterricht der Grundschule unter Verwendung pädagogischer Kurzfilme
College
University of Münster  (Seminar für Praktische Theologie und Religionspädagogik)
Course
Evangelische Religionslehre
Grade
2,7
Author
Stephan Winkler (Author)
Publication Year
2010
Pages
66
Catalog Number
V169958
ISBN (eBook)
9783640884759
ISBN (Book)
9783640884520
Language
German
Tags
Tod Trauer Evangelischer Religionsunterricht Grundschule Tod und Trauer in der Grundschule Kurzfilme short films Death Grief religious education Trauerverhalten Trauerkonzepte Kübler-Ross Spiegel Bowlby Kast Trauerarbeit Willi wills wissen Sendung mit der Maus Jessie Leb wohl lieber Dachs Trauerbegleitung Schule
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stephan Winkler (Author), 2010, Tod und Trauer als Thema im evangelischen Religionsunterricht der Grundschule unter Verwendung pädagogischer Kurzfilme, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169958
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