Alban Bergs fünf Orchesterlieder nach Ansichtskarten-Texten von Peter Altenberg op. 4


Seminararbeit, 2001

15 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

I. Alban Bergs Leben - Eine Übersicht

II. Peter Altenbergs Leben - Eine Übersicht

III. Entstehungsgeschicht der Altenberg-Lieder

IV. Musikalische Analyse

V. Literaturverzeichnis

I. Alban Bergs Leben - Eine Übersicht

Alban Berg, eigentlich Albano Maria Johannes Berg, ist am 9. Februar 1885 in Wien geboren. Sein Vater Conrad Berg (1846-1900) stammt aus Wöhrd bei Nürnberg und hat sich 1868 in Wien niedergelassen und eröffnete ein Geschäft für Bücher und Devotionalien, zu seinen Kunden zählt Aton Bruckner. 1871 heiratete er Johanna Maria Braun (1851-1926). Das Ehepaar hatte vier Kinder. Alban Berg war das dritte Kind in der Familie. Die andere drei Kinder waren Albans zwei ältere Brüder Hermann (1872-1921) und Carl Berg (1881-1952) und jüngere Schwester Smaragda Berg (1886-1954).

Berg nahm seinen ersten Musik- und Klavierunterricht von Ernestine Götzlick, der Gouvernante der Familie, zeigte aber größere Neigung zur Literatur. Berg hat gegenüber Webern ein mal geäußert, er habe eigentlich ursprünglich Dichter werden wollen.1 Nach fünf Klassen Volksschule besuchte er ab 1895 die benachbarte Oberschule (die Wiener K. K. Oberrealschule in Wien I, Schottenbastei). Gegen Ende der Schulzeit traten die Schwierigkeiten auf. Berg musste die letzten beiden Klassen jeweils wiederholen und bestand endlich 1904 die Abschlussprüfung der Oberrealschule.

Im Herbst 1904 war Berg Schüler von Arnold Schönberg geworden. Zu seinen Mitschüler zählte Anton von Webern, zu dem Berg eine Freundschaft fürs Leben knüpfte. Berg lernte bei Schönberg zuerst die Harmonielehre und Kontrapunkt. Im Herbst 1907 begann der eigentliche Kompositionsunterricht. Das letzte Ziel von Schönbergs Unterricht war die Erarbeitung der Sonatenhauptsatzform. Die mit Opuszahl 1 versehende Klaviersonate entstand im Jahre 1909 und ist gleichsam als Abschluss des regelmäßigen Unterrichts bei Schönberg.

Im Mai 1911 heiratete Berg Helene Nahowski (1885-1976). Nachdem Schönberg 1911 nach Berlin übersiedelt ist, übernahm Berg dessen Schüler in Wien. Außerdem arbeitete Berg weiter für seinen Lehrer Schönberg, wie die Vorbereitung auf Uraufführung von Schönbergs Gurreliedern in Wien und die Klavierauszug der Schönbergs Werke. Berg war Mitglied des Wiener Akademischen Verbands für Literatur und Musik und hatte beratendenen Einfluss auf die musikalischen Veranstaltungen. Im Rahmen eines Vereinskonzerts fand am 31. März 1913 unter Schönbergs Leitung die Uraufführung der zwei von fünf Orchesterliedern nach Ansichtskartentexten von Peter Altenberg statt. Das Konzert endete mit einem Prügelei im Konzertsaal.2 Im Jahre 1918 wurde ein nichtöffentlichter Verein für musikalische Privataufführungen in Wien gegründet. Berg . Berg gehörte dem Vorstand des Vereins und war in vielfältiger Weise organisatorisch und bei der Programmgestaltung für den Verein tätig. Außerdem arbeitete Berg für die von Universal Edition 1919 gegründete Zeitschrift „Musikblätter des Anbruch“ als redaktioneller Mitarbeiter.

1925 fand an der Berliner Staatsoper Unter den Linden die Uraufführung von Bergs Oper „Wozzeck“. Die Vorstellung war ein großer Erfolg, seitdem genoss Berg die internationale Anerkennung und Ehrungen für seine kompositorische Tätigkeit. 1926 entstand „die Lyrische Suite“, das erste größere Werk, in dem Berg die von Schönberg entwickelt Zwölf-Ton-Technik verwendete. 1930 wurde Berg auf Empfehlung Schönbergs als außerordentliches Mitglied in die Berliner Akademie der Künste aufgenommen. Der Ausbruch des Nationalsozialismus in Deutschland deutete das Ende der günstigen Entwicklung der Bergs Laufbahn an. Ab 1932 wurden die Aufführungen von Bergs Werken immer häufiger abgesetzt. Am 6. Dezember 1932 fand die letzte Aufführung der Oper Wozzeck im deutschsprachigen Raum in Brünn.3

Die Idee zu Bergs nächster Oper „Lulu“ ist ihm im Jahre 1926 eingefallen. Der Particell war im Mai 1934 vollendet. Die von Berg selbst für Konzertgebrauch zusammengestellte symphonische Stücke aus der Oper Lulu konnten aber am 30. November 1934 in der Berliner Staatsoper unter der Leitung Kleibers uraufgeführt werden. Trotz des großen Beifalls des Publikums hatte Bergs Lulu-Musik in Berlin wegen der politischen Lage keine Zukunft. Die vollständige Instrumentation der Oper blieb bis Bergs Tod unabgeschlossen. Berg starb in der Nacht von 23. Auf den 24. Dezember 1935.

II. Peter Altenbergs Leben - Eine Übersicht

Peter Altenberg, Pseudonym für Richard Engländer wurde am 8. März 1859 als erstes Kind des jüdischen Kaufmanns Moritz Engländer (1830-1915) und seiner Frau Pauline (1837-1902), vorm. Schweinburg, in Wien, 2. Bezirk, Ferdinandstrasse 2 geboren. Peter Altenberg hatte vier Geschwister. Ihm folgte Paul (geb. 1860), Marie (geb. 1861), Georg (geb. 1862) und Margarete (geb. 1873) nach.4

Mit acht Jahren nahm er von einer Gouvernante und einem Hofmeister Hausunterricht zusammen mit seiner Schwester Marie und versuchte die erste dichterische Schaffung, die seiner Mutter gewidmet war. 1869 legte er sogenannte „Privatistenprüfung“ und besuchte das Akademische Gymnasium in Wien. 1878 studierte er auf Wunsch des Vaters an der juridischen Fakultät der Universität Wien. Ein Jahr später folgte der Studienfachwechsel nach Medizin. Plötzlich brach er das Studium ab und reiste nach Stuttgart, um dort Buchhändlerlehrling zu werden.

1880 kam er nach Österreich zurück und versuchte in Graz das Jurastudium fortzusetzen, was allerdings erfolglos bleibt. 1882 befand ein vom Vater zu Rate gezogener Arzt Altenberg für ungeeignet, eines Berufs zu ergreifen, und bescheinigte ihm eine „Überempfindlichkeit des Nervensystems“. Dadurch entstand ein tiefer Bruch zwischen Altenberg und seiner Mutter, weil die Mutter in ihrem ältesten Sohn nun einen gesellschaftlich Minderwertigen zu sehen glaubte. 1886 trennte sich Altenberg von seiner Familie und führte seitdem das Leben eines Bohemiens. Seit 1890 war er Stammgast im Café Creinsteidl und im Café Stuckert in Wien. Dort befreundete er sich mit dem Kulturhistoriker Erich Friedell und traf mit Karl Kraus, Alfred Polgar, Arthur Schnitzler und anderen des Jungen Wien zusammen.5

Am 21. Januar 1896 veröffentlichte Altenberg seine erste Skizze „Locale Chronik“ in der Wiener Wochenschrift „Liebelei“. Der S.-Fischer-Verlag in Berlin erschien Altenbergs erstes Buch „Wie ich es sehe“, eine Sammlung von Skizzen, die zwischen 1894 und 1896 entstanden sind. Das Buch fand ein positives Echo. Ein Jahr später folgte das zweite Buch „Ashantee“.

[...]


1 siehe Ertelt, Thomas: Alban Berg, in: MGG, 1999, S.1198

2 siehe Ertelt, Thomas: Alban Berg, in: MGG, 1999, S. 1201

3 siehe Ertelt, Thomas: Alban Berg, in: MGG, 1999, S. 1207

4 siehe Schaefer, Camillo: Peter Altenberg oder Die Geburt der modernen Seele, 1992, S. 215

5 siehe Schaefer, Camillo: Peter Altenberg oder Die Geburt der modernen Seele, 1992, S. 217

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Details

Titel
Alban Bergs fünf Orchesterlieder nach Ansichtskarten-Texten von Peter Altenberg op. 4
Hochschule
Universität Leipzig
Note
2,0
Autor
Jahr
2001
Seiten
15
Katalognummer
V169999
ISBN (eBook)
9783640885787
ISBN (Buch)
9783640885435
Dateigröße
411 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
alban, bergs, orchesterlieder, ansichtskarten-texten, peter, altenberg
Arbeit zitieren
Hsing-Hua Fang (Autor), 2001, Alban Bergs fünf Orchesterlieder nach Ansichtskarten-Texten von Peter Altenberg op. 4, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169999

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