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Die römischen Mithrasmysterien und das frühe Christentum

Titel: Die römischen Mithrasmysterien und das frühe Christentum

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2007 , 31 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Bernhard Stecher (Autor:in)

Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Wäre das Wachstum des Christentums durch eine tödliche Krankheit aufgehalten worden, wäre die Welt mithraisch geworden.“ Diese „populäre Konkurrenzthese“ des renommierten Leben-Jesu Forschers Ernest Renan spiegelt in groben Zügen die Kontroverse über den Stellenwert des Mithraskultes im Rahmen der Entwicklung des Christentums wider. Wenngleich man sich aus heutiger Perspektive nahezu einig ist, dass die Entstehung eines mithraischen Abendlandes keine Chance hatte, so bleibt die Frage nach den Beziehungen zwischen den Mithrasmysterien und dem Christentum immer noch aktuell und strittig. In diesem Kontext spielen insbesondere solche Überlegungen eine zentrale Rolle, welche die römischen Mithrasmysterien als Wegbereiter des Christentums bzw. als eine Parallelerscheinung zum Christentum deuten. Darüber hinaus rezipieren einige Anthroposophen die populärwissenschaftliche „Christologie“ ihres Mentors Rudolf Steiner, wonach Christus der wahre Mithras sei, und versuchen somit, eine direkte Traditionslinie zwischen dem heidnischen Gott „Mithras“ und Jesus Christus herzustellen.

Im Rahmen der vorliegenden Arbeit soll deshalb der Frage nachgegangen werden, ob, und gegebenenfalls in welchem Umfang, Verbindungslinien, Ähnlichkeiten und Gemeinsamkeiten zwischen dem Christentum und den römischen Mithrasmysterien aufgezeigt werden können. Diese Vorgehensweise setzt ein tiefergreifendes Verständnis der römischen Mithrasmysterien voraus, weshalb der Schwerpunkt dieser Arbeit auf der Erarbeitung eines soliden Kenntnisstandes über diese Mysterienreligion liegt, der für einen sinnvollen Vergleich unverzichtbar ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Mysterienreligionen

1.1 Begriffsbestimmung und Sprachgebrauch

1.2 Charakteristische Merkmale

1.3 Entwicklungsgeschichtliche Phasen

2. Der Ursprung des Mithrakultes und seine geistesgeschichtlichen Hintergründe

2.1 Quellenlage

2.2 Mithra in der Religion der Perser

2.3 Mithra im hellenistischen Kulturraum

3. Die Römischen Mithrasmysterien

3.1 Ort der Mithrasfeiern: das Mithräum

3.2 Die Weihegrade

3.3 Die Mithraslegende

3.3.1 Seine Geburt

3.3.2 Die Stiertötung

3.3.3 Das Liebesmahl mit Sol

3.3.4 Die Himmelfahrt

3.4 Verbreitung und Anhängerschaft

4. Ein Vergleich mit dem frühen Christentum

4.1 Methodenkritik

4.2 Unterschiede und Gemeinsamkeiten

4.3 Einordnung und Bewertung

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen den römischen Mithrasmysterien und dem frühen Christentum, um zu klären, inwieweit Ähnlichkeiten und Verbindungslinien zwischen diesen beiden religiösen Strömungen der Antike existieren.

  • Wesen und Charakteristika antiker Mysterienreligionen
  • Historische Ursprünge und Verbreitung des Mithrakultes
  • Zentrale Mythen und Kultsymbole (u.a. Stiertötung, Weihegrade)
  • Kritische Analyse der religionsgeschichtlichen Parallelen zum frühen Christentum

Auszug aus dem Buch

3.1 Ort der Mithrasfeiern: das Mithräum

Die Mysterienfeiern fanden in einem unterirdischen, höhlenartigen Kultraum, spaelum genannt, statt. In diesem Kontext hebt Steuernagel hervor, dass diese in Form einer Grotte (lat. spaelum) angelegte Kultstätte eine „Welt für sich“ darstellte, in der sich der Geheimlogen-Charakter des Mithraskultes manifestierte. Diese Grotte (lat. spaelum) wird in der Mithrasforschung in der Regel als Symbol für das Himmelsgewölbe und den Kosmos betrachtet, weshalb man wohl in der Regel bedacht war, die Decke zu wölben und mit Sternen auszuschmücken. Die grottenartige Ausgestaltung der Kultstätte lässt sich, wie Porphyrios berichtet, auf Zarathustra (gr. Zoroaster) zurückführen, der Mithras zu Ehren ein Heiligtum in einer Höhle, als Symbol des Kosmos, errichtet habe.

Normalerweise gelangte man von einem Vorraum (pronaos), in dem Kultgegenstände aufbewahrt wurden, in das eigentliche Kultzentrum, der cella, die an ihren Seiten Sitzpodien für die Mysten besaß. M. Clauss fasst den Hauptraum aufgrund seiner Anordnung als „Speisesaal“ auf: „Er ähnelt einem triclinium (Speisesofa), den drei Speiselagern mit dem Tisch in der Mitte.“ An der Stirnwand war das zentrale Kultbild innerhalb einer gewölbten Nische angebracht, das die Tötung des Stieres (Tauroktonie) durch Mithras zeigte. Wie nahezu an allen heiligen Orten wurde das Kultbild im Westen angebracht, damit es in die östliche Himmelsrichtung blickte. Diesem Kultbild, das in jedem Mithräum zu finden war, wurden häufig Abbildungen von anderen Mithrasmythen zur Seite gestellt. Eine Besonderheit stellte das drehbare Kultbild aus Nida-Heddernheim dar, das auf der Vorderseite die Stiertötungsszene zeigte und auf deren Rückseite ein gemeinsames Festmahl mit Mithras und Sol abgebildet war.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Mysterienreligionen: Einführung in den Begriff der Mysterien, deren allgemeine Merkmale wie Geheimhaltung und Initiationsriten sowie die historischen Phasen ihrer Entwicklung.

2. Der Ursprung des Mithrakultes und seine geistesgeschichtlichen Hintergründe: Untersuchung der historischen Quellenlage und der Entwicklung des Gottes Mithra von seinen persischen Wurzeln über den hellenistischen Kulturraum bis zur römischen Welt.

3. Die Römischen Mithrasmysterien: Detaillierte Betrachtung der Kultstätten (Mithräum), der hierarchischen Weihegrade, der zentralen Mythen (Geburt, Stiertötung, Liebesmahl, Himmelfahrt) und der sozialen Struktur der Anhängerschaft.

4. Ein Vergleich mit dem frühen Christentum: Kritische Gegenüberstellung beider Religionen hinsichtlich ihrer Theologie, Riten und historischen Bezüge sowie eine Einordnung der Kausalitätsfragen.

5. Schlussbetrachtung: Synthese der Ergebnisse, in der die These einer direkten Ableitung des Christentums vom Mithrakult aufgrund mangelnder Belege kritisch zurückgewiesen wird.

Schlüsselwörter

Mithrasmysterien, frühes Christentum, Mysterienreligion, Mithras, Sol, Stiertötung, Tauroktonie, Initiationsriten, Weihegrade, Religionsgeschichte, Synkretismus, Kultmahl, Mythologie, Antike, Mithräum

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der vergleichenden Religionswissenschaft und untersucht die historischen und inhaltlichen Verbindungen zwischen den römischen Mithrasmysterien und dem aufkommenden Christentum.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Definition und Praxis antiker Mysterien, die Mythologie des Gottes Mithra sowie die strukturelle und theologische Analyse der römischen Mithras-Anhänger im Vergleich zu den frühen christlichen Gemeinden.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob und in welchem Umfang eine Abhängigkeit oder gegenseitige Beeinflussung zwischen dem Mithrakult und dem frühen Christentum nachweisbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine konservative methodische Herangehensweise, die sich primär auf die Analyse von Primärquellen (archäologische Funde und Inschriften) sowie die Auseinandersetzung mit der gängigen religionshistorischen Sekundärliteratur stützt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Mysterienreligionen, die Herleitung des Mithrakultes, eine detaillierte Beschreibung der mithrischen Riten und Mythen sowie einen kritischen Vergleich mit christlichen Traditionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Mithrasmysterien, Tauroktonie, Religionsgeschichte, Synkretismus und das Verhältnis zwischen heidnischem Kult und Christentum charakterisieren.

Warum wird die Stiertötung (Tauroktonie) so intensiv behandelt?

Sie gilt als das zentrale Leitmotiv und Kultbild der römischen Mithrasmysterien, dessen Interpretation für das Verständnis der gesamten Religion und ihrer Heilsversprechen entscheidend ist.

Welches Fazit zieht der Autor bezüglich der Beeinflussung des Christentums?

Der Autor schlussfolgert, dass die These einer direkten Abhängigkeit oder Herleitung des Christentums aus den persischen oder römischen Mithras-Vorstellungen historisch nicht haltbar ist.

Wie wichtig ist der Mithräum als Ort für die Religionsausübung?

Der Mithräum ist essenziell, da er als höhlenartige Kultstätte den kosmos-symbolischen Rahmen für die geheimen Riten bietet und den Exklusivitätsanspruch des Logen-Charakters unterstreicht.

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Details

Titel
Die römischen Mithrasmysterien und das frühe Christentum
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Note
1,0
Autor
Bernhard Stecher (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
31
Katalognummer
V170005
ISBN (eBook)
9783640885824
ISBN (Buch)
9783668272880
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mithras Mysterienkulte
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Bernhard Stecher (Autor:in), 2007, Die römischen Mithrasmysterien und das frühe Christentum, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170005
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Leseprobe aus  31  Seiten
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