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Antimuslimischer Rassismus. Warum ist dieser Begriff besonders geeignet, Diskriminierung zu beschreiben, die muslimische und als muslimisch markierte Personen in Deutschland erfahren?

Title: Antimuslimischer Rassismus. Warum ist dieser Begriff besonders geeignet, Diskriminierung zu beschreiben, die muslimische und als muslimisch markierte Personen in Deutschland erfahren?

Presentation (Elaboration) , 2025 , 8 Pages , Grade: unbenotet

Autor:in: Katharina Ihme (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Diese Ausarbeitung bietet eine kompakte wissenschaftlich fundierte Analyse des Begriffs antimuslimischer Rassismus im historischen und gesellschaftlichen Kontext. Ausgehend von aktuellen Studien zu Diskriminierungserfahrungen in Deutschland werden die historischen Ursprünge antimuslimischer Ausgrenzung nachgezeichnet und zentrale Begrifflichkeiten – „antimuslimischer Rassismus“, „Islamophobie“ sowie „Islam- bzw. Muslim*innenfeindlichkeit“ – systematisch definiert und miteinander verglichen.

Die Arbeit zeigt, warum der Begriff „antimuslimischer Rassismus“ besonders geeignet ist, strukturelle, politische und gesellschaftlich verankerte Ungleichbehandlungen zu erfassen. Geeignet für Studium, politische Bildung und alle, die sich differenziert und vertiefend mit Formen religiös markierter Diskriminierung auseinandersetzen möchten.

Das Deckblatt weist diese Ausarbeitung als "unbenotete Prüfungsleistung" aus. Rücksprache mit der dozierenden Person ergab jedoch, dass diese Ausarbeitung mit einer 1,0 bewertet worden wäre.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

  • 1. Einleitung
  • 2. Der historische Hintergrund antimuslimischer Diskriminierung
  • 3. Definition verschiedener Begrifflichkeiten
    • 3.1. Definition: Antimuslimischer Rassismus
    • 3.2. Definition: Islamophobie
    • 3.3. Definition: Islam- bzw. Muslim*innenfeindlichkeit
  • 4. Fazit durch den Vergleich der verschiedenen Begrifflichkeiten

Zielsetzung & Themen

Diese Referats-Ausarbeitung beschäftigt sich mit dem Begriff des „Antimuslimischen Rassismus“ und untersucht, warum dieser besonders geeignet ist, Diskriminierungserfahrungen von muslimischen und als muslimisch markierten Personen in Deutschland zu beschreiben. Dafür werden zunächst der historische Hintergrund antimuslimischer Stigmatisierung dargelegt, anschließend drei zentrale Begrifflichkeiten definiert und abschließend verglichen, um deren Eignung zu bewerten.

  • Analyse und Definition des Begriffs "Antimuslimischer Rassismus".
  • Untersuchung der Diskriminierungserfahrungen muslimischer und als muslimisch markierter Personen in Deutschland.
  • Darstellung des historischen Kontextes antimuslimischer Stigmatisierung.
  • Vergleichende Betrachtung von "Antimuslimischem Rassismus", "Islamophobie" und "Islam- bzw. Muslim*innenfeindlichkeit".

Auszug aus dem Buch

2. Der historische Hintergrund antimuslimischer Diskriminierung

Im Jahr 711 begann mit einem Feldzug des Heerführers Tāriq ibn Ziyād die muslimische Herrschaft auf der iberischen Halbinsel, die sich über die Jahre ausweitete (vgl. Ernst 2022, S. 39). 722 erlitten die so genannten Mauren ihre erste Niederlage gegen ein christliches Heer, wodurch die Reconquista, die Rückeroberung der iberischen Halbinsel durch die Christ*innen, begann – diese dauerte bis 1492 (vgl. Ernst 2022, S. 64). Während Muslim*innen anfangs noch zugesichert wurde, sie dürften ihre Religion frei ausüben, sahen sie sich nur wenige Jahre später mit der Forderung konfrontiert, zu emigrieren oder zum Christentum zu konvertieren (vgl. Ernst, S. 64, 67). Auch die 1449 für Juden/Jüdinnen eingeführte limpieza de sangre (Reinheit des Blutes) galt ab 1502 für Muslim*innen (vgl. Hering Torres 2011, S. 30). Dieses Statut besagte, dass conversos (konvertierten Juden/Jüdinnen) und moriscos (konvertierten Muslim*innen) sowie ihren Nachkommen kein Zugang zu öffentlichen oder privaten Ämtern, geistlichen Orden und bestimmten Institutionen, wie Universitäten, erlaubt war (vgl. Ernst 2022, S. 65; vgl. Hering Torres 2011, S. 31f.). Vor allem wurde in den Schriften angeknüpft an „miedo, a la envidia y a los prejuicios imperantes en la sociedad cristiano vieja“ (Hering Torres 2011, S. 34; Übers. K.I.: Angst, Neid und vorherrschende Vorurteile in der altchristlichen Gesellschaft), sodass selbst die Konvertierung zum Christentum nichts an Misstrauen und Ausgrenzung, Stigmatisierung und Kontrolle der ehemals Andersgläubigen änderte (vgl. Keskinkilic 2019). Das Statut unterteilte in reines und unreines Blut; wer reinen Blutes war, war „frei von jüdischer, moslemischer oder andersgläubiger »Befleckung«“

(Hering Torres 2006, S. 15). Hier fand eine klare Vermischung von Religion und Blutabstammung statt, auf deren Grundlage Konvertierte und ihre Nachfahren als andere, eigene Rasse konstruiert wurden. Die Annahme, dass die vormals andersgläubigen Mitbürger*innen angepasst und überwacht werden müssten, zeigt sich auch in dem ab 1526 durchgeführten Assimilationsprogramm, das moriscos verpflichtete, sich christlich zu kleiden und ihnen die Nutzung der arabischen Schrift sowie Sprache untersagte. Um zu beweisen, dass sie nicht am Freitagsgebet teilnahmen und die Sonntagsruhe einhielten, mussten Morisk*innen ihre Wohnräume an diesen Tagen zugänglich halten (vgl. Keskinkilic 2019). Weitere Maßnahmen, die ab 1571 erwogen wurden, umfassten auch, aber nicht nur „Deportation, Versklavung, Arbeitszwang bis zum Tod, Kastration, Sterilisation [...] Verschiffung und Ertränkung" (Keskinkilic 2019), und 38 Jahre später kam es zu einer Vertreibung von 300.000 Morisk*innen an die nördlichen Küstengebiete des afrikanischen Kontinents (vgl. Keskinkilic 2019). Die limpieza de sangre war bis 1833 rechtlich bindend (vgl. Ernst 2022, S. 65) und legitimierte so fast 400 Jahre die Ausgrenzung jüdisch bzw. muslimisch markierter Personen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt die Relevanz der Thematik anhand aktueller Diskriminierungsstudien dar und führt in die Forschungsfrage ein, warum "Antimuslimischer Rassismus" der geeignete Begriff zur Beschreibung von Diskriminierung ist.

2. Der historische Hintergrund antimuslimischer Diskriminierung: Hier wird der historische Kontext antimuslimischer Stigmatisierung anhand der Geschichte der iberischen Halbinsel von der muslimischen Herrschaft bis zur "limpieza de sangre" erläutert, die eine Vermischung von Religion und Abstammung zur Konstruktion einer "anderen Rasse" zeigt.

3. Definition verschiedener Begrifflichkeiten: In diesem Kapitel werden die Begriffe "Antimuslimischer Rassismus", "Islamophobie" und "Islam- bzw. Muslim*innenfeindlichkeit" definiert, ihre jeweiligen Schwerpunkte (Religion vs. Person, individuelle vs. strukturelle Ebene) und ihre Klassifikation im Kontext von Rassismus diskutiert.

4. Fazit durch den Vergleich der verschiedenen Begrifflichkeiten: Das Abschlusskapitel vergleicht die drei definierten Begriffe, hebt ihre Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede hervor und begründet, warum "Antimuslimischer Rassismus" als der umfassendste und am besten geeignete Begriff zur Beschreibung der komplexen, historisch verwurzelten Diskriminierung angesehen wird.

Schlüsselwörter

Antimuslimischer Rassismus, Diskriminierung, Islamophobie, Muslim*innenfeindlichkeit, Rassismus, Historischer Hintergrund, Deutschland, Soziale Arbeit, Stigmatisierung, Begrifflichkeiten, Reconquista, limpieza de sangre, Ausgrenzung, Gesellschaft, Religion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Diese Arbeit befasst sich mit dem Phänomen der Diskriminierung, die muslimische und als muslimisch markierte Personen in Deutschland erfahren, und analysiert die Eignung des Begriffs "Antimuslimischer Rassismus" zur Beschreibung dieser Erfahrungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder umfassen die Definition und Abgrenzung von "Antimuslimischem Rassismus", "Islamophobie" und "Islam- bzw. Muslim*innenfeindlichkeit" sowie die Untersuchung des historischen und gesellschaftlichen Kontextes antimuslimischer Diskriminierung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, zu klären, warum der Begriff "Antimuslimischer Rassismus" besonders geeignet ist, Diskriminierung zu beschreiben, die muslimische und als muslimisch markierte Personen in Deutschland erfahren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verfolgt einen analytisch-deskriptiven Ansatz, indem sie historische Kontexte darlegt, verschiedene Begrifflichkeiten definiert und diese durch einen vergleichenden Diskurs zur Beantwortung der Forschungsfrage heranzieht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt den historischen Hintergrund antimuslimischer Diskriminierung, insbesondere am Beispiel der iberischen Halbinsel, und definiert ausführlich die Begrifflichkeiten "Antimuslimischer Rassismus", "Islamophobie" und "Islam- bzw. Muslim*innenfeindlichkeit".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Antimuslimischer Rassismus, Diskriminierung, Islamophobie, Muslim*innenfeindlichkeit, Historischer Hintergrund, Deutschland, Ausgrenzung und Gesellschaft.

Inwiefern unterscheidet sich "Antimuslimischer Rassismus" von "Islamophobie" laut der Arbeit?

Laut der Arbeit berücksichtigt "Antimuslimischer Rassismus" nicht nur die individuelle, sondern auch strukturelle, politische und institutionelle Dimensionen der Diskriminierung sowie den historischen Kontext und bestehende Machtgefälle, wohingegen "Islamophobie" primär auf die individuelle Ebene und die Ablehnung der Religion fokussiert ist.

Welche Rolle spielt die "limpieza de sangre" bei der Entstehung antimuslimischer Diskriminierung?

Die "limpieza de sangre" (Reinheit des Blutes) auf der iberischen Halbinsel wird als historisches Beispiel herangezogen, das eine klare Vermischung von Religion und Blutabstammung zur Konstruktion einer "anderen Rasse" zeigte und somit die Grundlage für jahrhundertelange Ausgrenzung legte.

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Details

Title
Antimuslimischer Rassismus. Warum ist dieser Begriff besonders geeignet, Diskriminierung zu beschreiben, die muslimische und als muslimisch markierte Personen in Deutschland erfahren?
College
University of Applied Sciences and Arts Hildesheim, Holzminden, Göttingen  (Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit)
Course
Demokratie- und Menschenfeindlichkeit als Herausforderung für die Soziale Arbeit
Grade
unbenotet
Author
Katharina Ihme (Author)
Publication Year
2025
Pages
8
Catalog Number
V1700922
ISBN (PDF)
9783389178447
Language
German
Tags
Rassismus Muslim Muslima Muslime Islamophobie Islamkritik Religion Herkunft Religionskritik Migration Integration Gesellschaft Ideologie Diskriminierung Geschichte Reconquista moriscos conversos Christentum Islam Ausgrenzung Stigmatisierung Kultur Islamfeindlichkeit Muslimfeindlichkeit Hierarchie Feindseligkeit Glauben Macht Machtgefälle Mehrheit Minderheit
Product Safety
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Katharina Ihme (Author), 2025, Antimuslimischer Rassismus. Warum ist dieser Begriff besonders geeignet, Diskriminierung zu beschreiben, die muslimische und als muslimisch markierte Personen in Deutschland erfahren?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1700922
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