Diese Hausarbeit (Präsentationsausarbeitung plus Reflexion) setzt sich umfassend mit dem Thema Erwerbslosigkeit auseinander. Nach einer begrifflichen Abgrenzung von Arbeitslosigkeit und Erwerbslosigkeit werden verschiedene Formen – von friktioneller über konjunkturelle bis hin zur Langzeiterwerbslosigkeit – systematisch dargestellt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Bedeutung von Arbeit für den Menschen sowie auf den psychischen, physischen und gesellschaftlichen Folgen von Erwerbslosigkeit, wobei auch mögliche positive Aspekte berücksichtigt werden.
Darüber hinaus analysiert die Arbeit zentrale Einflussfaktoren und entwickelt Ansätze zur Prävention und fachlichen Intervention, insbesondere im Kontext von Langzeiterwerbslosigkeit. Interventionsprogramme werden praxisnah vorgestellt, Querbezüge zu psychologischen und sozialwissenschaftlichen Seminaren vertiefen die theoretische Fundierung.
Ein abschließendes Fazit sowie eine differenzierte persönliche Reflexion beider Autor*innen runden die Arbeit ab und verbinden fachliche Erkenntnisse mit individueller Lern- und Entwicklungsperspektive.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung (Katharina Ihme)
- 2. Vergleich: Arbeitslosigkeit und Erwerbslosigkeit (Katharina Ihme)
- 3. Verschiedene Arten der Erwerbslosigkeit (Katharina Ihme)
- 3.1. Definition: Freiwillige Erwerbslosigkeit
- 3.2. Definition: Unfreiwillige Erwerbslosigkeit
- 3.3. Definition: Friktionelle Erwerbslosigkeit
- 3.4. Definition: Saisonale Erwerbslosigkeit
- 3.5. Definition: Konjunkturelle Erwerbslosigkeit
- 3.6. Definition: Strukturelle Erwerbslosigkeit
- 3.7. Definition: Langzeiterwerbslosigkeit
- 4. Bedeutung der Arbeit für den Menschen (A.K.)
- 5. Folgen und Auswirkungen der Erwerbslosigkeit (A.K.)
- 5.1. Psychische Folgen
- 5.2. Physische Folgen
- 5.3. Gesellschaftliche und soziale Folgen
- 5.4. Positive Folgen
- 6. Einflussfaktoren (A.K.)
- 7. Prävention der Folgen von Langzeiterwerbslosigkeit (Katharina Ihme)
- 8. (Fachliche) Intervention bei Folgen von Langzeiterwerbslosigkeit (Katharina Ihme)
- 8.1. Interventionsprogramme
- 9. Querbezüge zu anderen Seminaren – A.K.
- 9.1. Sozialpsychologie A
- 9.2. Einführung in die Psychologie C
- 10. Querbezüge zu anderen Seminaren – Katharina Ihme
- 10.1. Psychologische Grundbegriffe – Einführung in die Psychologie C
- 10.2. Sexueller Missbrauch – Hinsehen, Handeln, Helfen C (KiMsta)
- 11. Fazit (A.K.)
- 12. Reflexion
- 12.1. A.K.
- 12.2. Katharina Ihme
- Literatur- und Quellenverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich eingehend mit dem komplexen Phänomen der Erwerbslosigkeit. Ihr primäres Ziel ist es, zu analysieren, wie Menschen von (Langzeit-)Erwerbslosigkeit betroffen sein können und darauf aufbauend fachlich fundierte Maßnahmen aufzuzeigen, um diesem Phänomen zu begegnen. Dabei wird ein nuanciertes Verständnis der vielfältigen Ursachen und Auswirkungen angestrebt.
- Detaillierte Definition und Abgrenzung von Arbeitslosigkeit und Erwerbslosigkeit.
- Analyse der verschiedenen Arten von Erwerbslosigkeit und ihrer spezifischen Ursachen.
- Erforschung der psychologischen, physischen und sozialen Folgen von Erwerbslosigkeit.
- Beleuchtung der Bedeutung der Arbeit für die menschliche Existenz.
- Identifikation relevanter Einflussfaktoren auf das Erleben von Erwerbslosigkeit.
- Darstellung von Präventions- und Interventionsstrategien zur Minderung der Negativfolgen.
Auszug aus dem Buch
5. Folgen und Auswirkungen der Erwerbslosigkeit (A.K.)
Mit der Erwerbslosigkeit kommen häufig weitere Probleme hinsichtlich der Psyche, des physischen Zustands und der sozialen Interaktion hinzu. Jedoch kann die Erwerbslosigkeit auch positive Folgen mit sich bringen. Diese Themen werden in den folgenden Abschnitten nacheinander beleuchtet.
5.1. Psychische Folgen
Erwerbslosigkeit geht häufig mit psychischen Problemen einher. Aufgrund dessen leiden rund 34% der Erwerbslosen unter nennenswerten psychischen Problemen. Dabei leiden Betroffene unter anderem an Depressions- und Angstsymptomen, aber auch unter Stress, Überforderung oder Hilflosigkeit. Zudem sinken die Lebenszufriedenheit und das Selbstwertgefühl signifikant. Hinzu können suizidale Gedanken in den Vordergrund rücken. Hier muss man jedoch festhalten, dass aus Forschungen hervorgeht, dass sich die Intensität dieses Gedankens nach Wiedereinstellung in einen Beruf reduzieren kann. Zu den psychischen Folgen zählt zudem auch der Verlust des Glaubens an sich selbst aufgrund von stetiger Ablehnung von Bewerbungen. Nach langen Phasen der Erwerbslosigkeit können zusätzlich Persönlichkeitsveränderungen im Hinblick auf Offenheit, Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit auftreten. Es werden somit drei der fünf „Big5" stark durch die Erwerbslosigkeit beeinflusst. Es gibt ebenfalls den sogenannten „Narbeneffekt“. Das bedeutet, dass auch nach Wiederaufnahme eines Berufs die Lebenszufriedenheit beeinträchtigt bleibt. Vor allem junge Erwachsene und Jugendliche sind davon betroffen. Jedoch sollte klargestellt werden, dass diese Art von Ausprägungen in den psychischen Problemen nicht auf alle Erwerbslose zutrifft (vgl. Paul, Moser 2019, S. 667-668).
5.2 Physische Folgen
Die Grenze zwischen den psychischen und den physischen Folgen verschwimmt immer häufiger. Somit resultieren häufig physische Herausforderungen aus den psychischen, aber auch andersherum. Es kommt unter anderem häufig zu psychosomatischen Symptomen. Zudem haben Erwerbslose häufig einen höheren Rauch- und Alkoholkonsum. Oft kommt es dabei auch zu exzessivem Gebrauch von Alkohol (vgl. Paul, Moser 2015, S. 266). Betroffene nehmen zusätzlich Schlaf- oder Beruhigungstabletten ein. Oft leiden Erwerbslose unter Kopf- oder Rückenschmerzen, unter anderem aufgrund von Mangelbewegung. Die Auswirkungen von weniger Sport und schlechterer Ernährung aufgrund von finanziellen Barrieren sind zudem nicht unerheblich. Dabei kann es zum einen zur Erhöhung des Körpergewichts kommen, zum anderem steigen der Blutdruck und der Cholesterinspiegel. Des Weiteren können Betroffene von Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen sein. Ebenfalls kann man Stoffwechselerkrankungen erlangen. Es ist auch bekannt, dass Erwerbslose schlechter ihre Zähne putzen und Vorsorgeuntersuchungen häufig nicht wahrnehmen (vgl. Redaktion Gesundheitsportal 2024). Allgemein weisen Betroffene eine kürzere Lebensdauer auf. Wichtig ist jedoch auch hier festzuhalten, dass die oben genannten Herausforderung keinen Normalzustand darstellen, sondern vereinzelt auftreten können (vgl. Paul, Moser 2015, S. 266).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt die aktuelle Situation der Erwerbslosigkeit in Deutschland dar, betont die Komplexität des Phänomens und formuliert das Ziel der Arbeit, die Betroffenheit von Langzeiterwerbslosigkeit und mögliche Gegenmaßnahmen zu beleuchten.
2. Vergleich: Arbeitslosigkeit und Erwerbslosigkeit: Hier werden die Begriffe "Arbeitslosigkeit" und "Erwerbslosigkeit" voneinander abgegrenzt, indem die unterschiedlichen Messkonzepte der Bundesagentur für Arbeit und der International Labour Organization erläutert werden.
3. Verschiedene Arten der Erwerbslosigkeit: Das Kapitel beschreibt und definiert diverse Formen der Erwerbslosigkeit, darunter freiwillige, unfreiwillige, friktionelle, saisonale, konjunkturelle, strukturelle und Langzeiterwerbslosigkeit.
4. Bedeutung der Arbeit für den Menschen: Es wird die fundamentale Rolle der Arbeit für die menschliche Existenz beleuchtet, einschließlich ihrer manifesten und der fünf latenten Funktionen nach Maria Jahoda, die dem Menschen Halt und Sicherheit geben.
5. Folgen und Auswirkungen der Erwerbslosigkeit: Dieses Kapitel thematisiert die psychischen, physischen, gesellschaftlichen und sozialen negativen Folgen von Erwerbslosigkeit, geht aber auch auf mögliche positive Aspekte ein, die eine solche Phase mit sich bringen kann.
6. Einflussfaktoren: Es werden verschiedene Faktoren untersucht, die den psychischen Zustand und die Erfahrungen von Erwerbslosen beeinflussen, wie Geschlecht, Dauer der Erwerbslosigkeit, Alter, Partnerschaftsstatus, Ethnie und der ökonomische Entwicklungsstand des Landes.
7. Prävention der Folgen von Langzeiterwerbslosigkeit: Das Kapitel beleuchtet Maßnahmen, die Einzelpersonen ergreifen können, um negative Folgen der Erwerbslosigkeit zu verhindern oder zu mildern, beispielsweise durch die Stärkung der psychischen Gesundheit, alternative Identitätsentwicklung oder finanzielle Rücklagen.
8. (Fachliche) Intervention bei Folgen von Langzeiterwerbslosigkeit: Hier werden professionelle Unterstützungsangebote und Interventionsmöglichkeiten für Fachkräfte vorgestellt, um von Langzeiterwerbslosigkeit betroffene Personen zu unterstützen und ihre Wiedereingliederungschancen zu verbessern.
Schlüsselwörter
Erwerbslosigkeit, Arbeitslosigkeit, Langzeiterwerbslosigkeit, Psychische Folgen, Physische Folgen, Soziale Folgen, Bedeutung der Arbeit, Maria Jahoda, Prävention, Intervention, Arbeitsmarkt, Sozialpsychologie, Persönlichkeitsentwicklung, Stigmatisierung, Humankapital.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
In dieser Arbeit geht es um das Phänomen der Erwerbslosigkeit, insbesondere der Langzeiterwerbslosigkeit, deren Ursachen, vielfältige Auswirkungen auf Individuum und Gesellschaft sowie um Strategien zur Prävention und Intervention.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themenfelder sind die Definition und Abgrenzung von Arbeits- und Erwerbslosigkeit, die Klassifizierung verschiedener Erwerbslosigkeitsarten, die Bedeutung der Arbeit für den Menschen, psychische, physische und soziale Folgen der Erwerbslosigkeit, sowie Einflussfaktoren und Interventionsmöglichkeiten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, herauszufinden, wie Menschen von (Langzeit-)Erwerbslosigkeit betroffen sein können und Maßnahmen aufzuzeigen, um diesem Phänomen fachlich fundiert zu begegnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und fasst Erkenntnisse aus verschiedenen wissenschaftlichen Quellen, Statistiken und Studien zusammen, um ein umfassendes Bild des Themas zu zeichnen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt ausführlich die Arten der Erwerbslosigkeit, die Bedeutung der Arbeit für den Menschen, die psychischen, physischen und sozialen Folgen, Einflussfaktoren sowie präventive und fachliche Interventionsmaßnahmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Schlüsselwörter wie Erwerbslosigkeit, Langzeiterwerbslosigkeit, psychische/physische/soziale Folgen, Bedeutung der Arbeit, Prävention und Intervention charakterisiert.
Wie unterscheiden sich Arbeitslosigkeit und Erwerbslosigkeit in dieser Arbeit?
Obwohl die Begriffe umgangssprachlich oft synonym verwendet werden, unterscheidet die Arbeit zwischen "Arbeitslosigkeit" (gemessen von der Bundesagentur für Arbeit nach sozialrechtlichen Leitlinien) und "Erwerbslosigkeit" (gemessen vom Statistischen Bundesamt nach dem Messkonzept der International Labour Organization mit unterschiedlichen Kriterien).
Welche latenten Funktionen der Arbeit sind nach Maria Jahoda relevant bei Erwerbslosigkeit?
Nach Maria Jahoda erfüllt Arbeit neben der Existenzsicherung auch latente Funktionen wie Zeitstruktur, soziale Kontakte, Status und Ansehen, Aktivität sowie die Teilhabe an kollektiven Zielsetzungen. Der Verlust dieser Funktionen bei Erwerbslosigkeit kann maßgeblich zu psychischen Problemen beitragen.
Gibt es auch positive Aspekte der Erwerbslosigkeit, und welche werden genannt?
Ja, die Arbeit erwähnt, dass Erwerbslosigkeit auch als "Auszeit" wahrgenommen werden kann, eine Befreiung von einem stressigen Job darstellen, Raum für persönliche Ziele und Hobbys bieten und die Möglichkeit schaffen kann, mehr Zeit mit der Familie zu verbringen, was das Selbstbewusstsein stärken kann.
Was ist der "Narbeneffekt" im Kontext psychischer Folgen von Erwerbslosigkeit?
Der "Narbeneffekt" beschreibt, dass die Lebenszufriedenheit auch nach einer erfolgreichen Wiederaufnahme eines Berufs beeinträchtigt bleiben kann, insbesondere bei jungen Erwachsenen und Jugendlichen, die lange Phasen der Erwerbslosigkeit erlebt haben.
- Citar trabajo
- Katharina Ihme (Autor), 2025, Erwerbslosigkeit. Arten, Folgen, Auswirkungen, Prävention und Intervention, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1701263