Kurzcharakterisierungen der Hauptcharaktere Werther und Lotte mit anschließender Untersuchung des Verhältnisses der Beiden und speziell der Liebe Werthers zu Lotte

Johann Wolfgang von Goethe: „Die Leiden des jungen Werther“


Referat / Aufsatz (Schule), 2009
4 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Johann Wolfgang von Goethe
Briefroman „Die Leiden des jungen Werther"

Kurzcharakterisierungen der Hauptcharaktere Werther und Lotte
mit anschließender Untersuchung des Verhältnisses der Beiden
und speziell der Liebe Werthers zu Lotte

Tim Blume

Im Briefroman „Die Leiden des jungen Werther“ von Johann Wolfgang von Goethe scheint Werther ein Einzelgänger zu sein, der sich in der Einsamkeit wohlfühlt und die Stadt meidet. Er bevorzugt die Natur und fand ein Lieblingsplätzchen in einem Garten, über welchen er bald Herr sein wird.

Er kümmerte sich um die Angelegenheiten und Probleme seiner Mutter und konnte dieses Problem souverän bewältigen. Werther lernt seine Tante als muntere Frau von bestem Herzen kennen, obwohl andere ihr nachgesagt haben, ein böses Weib zu sein. Mit einer gewissen Leonore machte Werther eigenwillige Erfahrungen über die er nicht weiter sprechen will. Seinen Freund scheint er sehr zu lieben, es schmerzt ihm sehr ihn zu verlassen.

Der Begriff ,Herz‘ scheint von großer Bedeutung für Werther zu sein, da er ihn oft in seinen Briefen erwähnt. Gewisse Dinge erfüllen sein Herz und meiner Meinung nach kann man den Begriff Herz mit der Seele gleichsetzen. Für Werther scheint das Herz eines Menschen etwas wie sein Inneres oder seine Steuerzentrale zu sein, für heutige Zeitverhältnisse ist diese Bedeutung ungewöhnlich.

Auch scheint das Gefühlsleben des Werthers recht verworren zu sein. Er „liebt“ seinen Freund, fühlt sich unschuldig in der wirren Geschichte um Leonore, fühlt sich wohl und drückt dies in allzu bildhaften Beispielen aus. Man kann ihn mit einfachen Dingen wie einem Garten begeistern, in welchem er sein Lieblingsplätzchen findet und wahrscheinlich auch viel Zeit verbringt.

Alles in allem ist Werther ein recht ungewöhnlicher, eigensinniger Mensch der zudem eine für heutige Zeit ungewöhnlichen Sprachstil pflegt. Er nutzt einige Frage- und Ausrufsätze und allgemein veraltete, in gewisser Weise poetische Sprache. Er weiß sich auszudrücken, was darauf hindeutet, dass Werther nicht ärmlichen Verhältnissen entstammte. Vielmehr scheint er sehr gebildet und redegewandt zu sein.

Im Vergleich zu Werther verkörpert Lotte eine junge Frau, möglicherweise um die 25 Jahre alt. Sie ist das älteste Kind ihrer Familie und kümmert sich seit dem Tod ihrer Mutter um ihre jüngeren Geschwister. Auch um ihre Mitmenschen kümmert sie sich, so zum Beispiel um eine im Sterben liegende Frau welche regelmäßig von Lotte besucht wird.

Eine der ersten Begegnungen zwischen Werther und Lotte findet auf einen Ball statt. Während diesem bricht ein Gewitter aus und Lotte schlägt vor ein Spiel zu spielen. In dessen Verlauf verpasst sie Werther zwei Ohrfeigen. Im späteren Verlauf des Buches begegnen sich Lotte und Werther immer öfter und die Bewunderung und Verehrung Werthers Lotte gegenüber steigt. Lotte überträgt Werther zu erledigende Aufgaben, darüber ist Werther glücklich, er erledigt diese Aufgaben gerne für Lotte.

Werther ist Gesprächspartner und Freund für Lotte geworden und Werther ist glücklich über jeden Tag an dem er Lotte sieht oder an dem er Zeit mit ihr verbringen kann. Zum Geburtstag schenkt Lotte Werther ihre rote Schleife, die sie bei einer Begegnung mit ihm getragen hat und erfreut Werther damit auf höchste.

Werther weiß von der Verlobung Lottes mit Albert, doch dennoch himmelt er Lotte weiterhin auch für Albert sichtbar an. Lotte verstößt ihn jedoch nicht, ist im Gegensatz zu Werther jedoch distanzierter. Lotte nennt Werther an einem Tag „lieben Werther“, dies entsetzt Werther auf positive Weise so sehr, dass er sich selbst mit „lieber Werther“ anredet und gute Nacht wünscht.

Die Beziehung zu Werther schränkt Lottes Beziehung zu ihrem Verlobten so weit ein, dass sich Werther entschließt, Lotte räumlich zu verlassen. Er lässt sich versetzen, bedauert jedoch bald seine Entscheidung, Sehnsucht nach Lotte habend. Inwiefern Lotte glücklich oder traurig über die räumliche Trennung zu Werther ist, kann nicht gesagt werden.

Lotte hofft im weiteren Verlauf, dass Lotte eine andere Frau finden wird, schließlich macht sie ihn mit Freundinnen ihrer bekannt, doch Werther lehnt sie alle ab.

Zu Ende des Buches liest Werther in Beisein Lottes aus einem seiner Bücher, dies rührt Werther so sehr, dass er es wagt Lotte zu küssen. Lotte hingegen drückt ihn von sich weg, sie kann das aufdringliche Verhalten Werthers nicht ertragen. Wie stark Lottes Beziehung zu Werther ist, lässt sich nach dem Tod seiner feststellen: Albert begleitete den toten Werther nicht zum Grab, er musste bei Lotte bleiben, da man um ihr Leben fürchtete.

Werther lernt Lotte zum ersten Mal auf ihrem Hof kennen und ist direkt über die Herzlichkeit ihrer Person entzückt. Dort bezeichnet er es als „Glück“ mit Lotte verwandt zu sein. Als er, Lotte und die anderen Damen der Gesellschaft zum Ball fahren, genießt Werther das Gespräch mit Lotte in vollen Zügen. Auf dem Ball schwärmt er von Lotte und ihrem Tanz, als er mit ihr Tanzen kann sag er aus, dass er kein Mensch mehr gewesen sei.

Man kann also schon nach den ersten Stunden seiner Begegnung mit Lotte feststellen, dass Werther „auf einen Blick“ verliebt in Lotte war. Auch Lotte schien Werther zumindest zu mögen, sonst hätte sie nicht so herzlich mit ihm getanzt.

Wenig später schon bezeichnet Werther Lotte als „heilig“, das heißt er vergöttert sie förmlich und in den folgenden Tagen und Wochen verstärkt sich die Sehnsucht nach Lotte, so schickte Werther als er verhindert war und sie nicht besuchen konnte, einen Diener zu ihr, damit er einen Menschen um sich hätte, der bei Lotte war. Werther gesteht seine Liebe Lotte gegenüber jedoch nicht, da er weiß, dass sie verlobt ist. Dadurch ist er mit seinem Geheimnis allein, er kann nur Wilhelm darüber berichten. Sicherlich belastete ihn einerseits das stetige Verlangen, andererseits das Geheimnis darum, so dass sich Werther mit der Zeit (in der Lotte seine Liebe selbstverständlich nicht erwiderte) entschloss, seinem wohlgemerkt dadurch unglücklich gewordenem Leben ein Ende zu bereiten.

Werthers Wahn reicht inzwischen so weit, dass er sagt, dass Lotte mit ihm glücklicher als mit Albert geworden wäre, danach prägt eine Tat noch einmal besonders: Obwohl er aussagte, Lotte nie Küssen zu würden, tat er es nach den Gesängen Ossians dennoch: „Er [...] deckte ihre [...] Lippen mit wütenden Küssen“. Doch Lotte stieß ihn weg. Dieser Stoß Lottes festigte dann wahrscheinlich seinen Entschluss, er sank in ein Stimmungstief, woraufhin er sich kurz darauf umbrachte.

Schon nach der ersten Begegnung mit Lotte verliebte sich Werther in sie, doch Albert, ihr Verlobter, bereitete seiner Liebe in gewisser Weise ein Ende. Er selbst konnte sie zwar lieben, doch er war sich bewusst, dass seine Liebe hätte kaum erwidert werden können. War er mit Lotte zusammen, so war er glücklich, doch er konnte mit ihrer Ehe mit Albert nicht leben, sodass er in tiefe Depression verfiel, aus der er nur einen Ausweg sah: den Freitod.

[...]

Ende der Leseprobe aus 4 Seiten

Details

Titel
Kurzcharakterisierungen der Hauptcharaktere Werther und Lotte mit anschließender Untersuchung des Verhältnisses der Beiden und speziell der Liebe Werthers zu Lotte
Untertitel
Johann Wolfgang von Goethe: „Die Leiden des jungen Werther“
Note
1
Autor
Jahr
2009
Seiten
4
Katalognummer
V170131
ISBN (eBook)
9783640887798
Dateigröße
808 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kurzcharakterisierungen, hauptcharaktere, werther, lotte, untersuchung, verhältnisses, beiden, liebe, werthers, johann, wolfgang, goethe, leiden, werther“
Arbeit zitieren
Tim Blume (Autor), 2009, Kurzcharakterisierungen der Hauptcharaktere Werther und Lotte mit anschließender Untersuchung des Verhältnisses der Beiden und speziell der Liebe Werthers zu Lotte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170131

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