Der Terminus „nordamerikanische Stadt“ – Kanada und die USA im Vergleich


Hausarbeit, 2009

8 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

Abbildungen

Tabellen

1 Einleitung

2 Der Terminus „nordamerikanische Stadt“ - Kanada und die USA im Vergleich
2.1 Die Stadtentwicklung in Kanada und den USA bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
2.2 Die nordamerikanische Stadt der Gegenwart
2.3 Ein Vergleich der Probleme kanadischer und US-amerikanischer Städte

3 Zusammenfassung

Literatur

Abbildungen

Abb. 1: Die Entwicklung der Stadtbevölkerung Nordamerikas im 19. Jahrhundert

Abb. 2: Das Modell der nordamerikanischen Stadt

Tabellen

Tab. 1: Die Bevölkerungsentwicklung in Kanada und den USA zwischen 1981 und 1986

1 Einleitung

In der Literatur wird häufig von der „nordamerikanischen Stadt“ gesprochen, wobei US- amerikanische Entwicklungen im Mittelpunkt der Betrachtungen stehen und nicht selten verallgemeinert und auf kanadische Städte übertragen werden. Doch ist es gegenwärtig angemessen, diese zwei Stadttypen zusammenzufassen oder sind die Unterschiede so gravierend, dass von dem Begriff „nordamerikanische Stadt“ abgelassen werden sollte?

Um diese Frage zu klären, wird in dieser Arbeit zunächst die Entstehungsgeschichte kanadischer und US-amerikanischer Städte dargelegt. Anschließend werden die heutigen Merkmale der „nordamerikanischen Stadt“ erläutert, um im letzten Abschnitt Unterschiede in Bezug auf Probleme US-amerikanischer und kanadischer Städte herauszuarbeiten.

2 Der Terminus „nordamerikanische Stadt“ - Kanada und die USA im Vergleich

2.1 Die Stadtentwicklung in Kanada und den USA bis zum Ende des 18. Jahrhunderts

Während der langen Zeit der Kolonisation und der damit verbundenen Rohstoffausbeutung gab es in Nordamerika nur wenige, ausschließlich der Ausfuhr von Gütern dienende Städte. So existierten Mitte des 17. Jahrhunderts sechs Gründungen in den USA (St. Augustine 1565, Jamestown 1607, Plymouth 1620, New York 1623, Boston 1630 und Providence 1636) und zwei Handelszentren in Kanada (Quebec 1608 und Montreal 1642), die bis zur zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts die einzigen blieben (VOGELSANG 1993: 96; GRÜNDER 2003: 86). Diese ersten Städte waren allesamt Hafenstädte an der Atlantikküste, wohingegen die zweite Gene- ration nordamerikanischer Städte auch an den damals wichtigsten Verkehrswegen, den Seen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Die Entwicklung der Stadtbevölkerung Nordamerikas im 19. Jahrhundert (Datenquelle: YEATES 1990: 40)

und Flüssen, entstand (PATERSON 1994:64). YEATES bezeichnet diese Zwischenhandelszen- tren, die das Hinterland mit den ausländischen Märkten verbinden, als „gateways“ (1990: 38). Nach seinem Modell der damaligen Stadtverteilung ist eine klare Größenhierarchie, von über- durchschnittlich großen Städten an der Küste hin zu Kleinstädten im Hinterland, erkennbar.

Der statistische Stadtbegriff wird in den USA (2500 Einwohner) und in Kanada (1000 Einwohner) unterschiedlich definiert (YEATES 1990: 29). Um eine Vergleichbarkeit zu gewährleisten, wird in Abbildung 1 eine Siedlung von mindestens 5.000 Einwohnern als Stadt festgelegt. In den USA war bereits zwischen 1840 und 1885 eine hohe Zunahme der Stadtbevölkerung zu verzeichnen, während das Städtewesen Kanadas noch in den 1880er Jahren vergleichsweise gering entwickelt war: 1881 erreichten nur sieben Städte eine Einwohnerzahl von mehr als 25.000 (LENZ 2001: 203). Doch noch Ende des 19. Jahrhunderts resultierte auch dort eine Phase starken Aufschwungs aus einer großen Einwanderungswelle, die der Industrialisierung und der fortschreitenden Kolonisation der Prärien zu verdanken war. Die Stadtentwicklung setzte in Kanada zwar später ein als in den USA, stand ihr jedoch hinsichtlich der Geschwindigkeit in keinster Weise nach.

2.2 Die nordamerikanische Stadt der Gegenwart

Charakteristisch für die nordamerikanische Stadt ist ihr relativ junges Alter und folglich das Fehlen traditioneller städtebaulicher Elemente, welche beispielsweise den europäischen und islamisch-orientalischen Stadttyp dominieren (ZEHNER 2001: 169). Der Grundriss der zum Teil extrem ausufernden Stadtlandschaften Nordamerikas ist von einem schachbrettartigen, orthogonalen Straßennetz geprägt (HEINEBERG 2000: 248) und lässt sich in Kernstadt (downtown), Übergangsbereich und Außenzone gliedern (Abb. 2).

Die Kernstadt ist für gewöhnlich in verschiedene funktionale Bereiche aufgeteilt, wie zum Beispiel Hotelviertel, Behördenviertel oder Luxuswohnanlagen. Der wichtigste ist jedoch der Central Bussiness District (CBD) - das zentrale Geschäftszentrum der Stadt. Es besteht aus Büros, Einzelhandelsgeschäften und Warenhäusern und weist somit „die größte Ballung von Gebäuden ohne Wohnfunktion“ (KNOX & MARSTON 2008: 684) auf, hatte jedoch in der jüngsten Entwicklung einen starken Funktionsverlust zu verzeichnen. Das typische Element der Innenstadt ist der Wolkenkratzer, der eine Skyline erzeugt, die „von senkrechten und waagerechten Linien beherrscht“ wird (HOFMEISTER 1971:61).

Der sich an die Kernstadt anschließende Übergangsbereich bildet mit seiner niedrigen Bebauung einen krassen Gegensatz zum Wolkenkratzerzentrum, wie in Abbildung 2 deutlich zu erkennen ist. Doch nicht nur hinsichtlich der Physiognomie unterscheiden sich die beiden Bereiche deutlich - auch der „Flickenteppich verschiedener Viertel“ (KNOX & MARSTON 2008: 686) im Übergangsbereich stellt einen wichtigen Kontrast zur recht einseitigen Nutzung im Zentrum dar. Es gibt neben Parkmöglichkeiten, Dienstleistungseinrichtungen, Waren- lagern und kleineren Fabriken auch Slums - ältere Wohnviertel mit vernachlässigter Bausub- stanz, die als Unterkünfte sozial-schwacher Bevölkerungsschichten und ethnischer Minder- heiten dienen und nicht selten durch eine hohe Kriminalitätsrate auffallen. Andererseits drangen in den letzten Jahrzehnten verstärkt besser verdienende Bevölkerungsschichten in ältere Arbeiterwohnviertel ein, die aufgrund der zentralen Lage und der niedrigen Preise eine gewisse Anziehungskraft besitzen - ein Prozess, der als gentrification bezeichnet wird (DAVIES & MURDIE 1993: 56; HEINEBERG 2000: 256). Dies führte zwar zu einer Verbesserung der Wohnverhältnisse, aber auch häufig zur Verdrängung der eingesessenen Bevölkerung.

[...]

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Details

Titel
Der Terminus „nordamerikanische Stadt“ – Kanada und die USA im Vergleich
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Institut für Geographie)
Note
1,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
8
Katalognummer
V170205
ISBN (eBook)
9783640889969
ISBN (Buch)
9783656483328
Dateigröße
998 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
terminus, stadt“, kanada, vergleich
Arbeit zitieren
Julia Fenk (Autor), 2009, Der Terminus „nordamerikanische Stadt“ – Kanada und die USA im Vergleich , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170205

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