Orlando furioso - L'isola di Alcina e le sue bellezze ingannevoli


Hausarbeit, 2009

13 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Begriff des schönen Scheins

3. Der schöne Schein in der Episode
3.1 Inhaltliche Zusammenfassung der Episode
3.2 Ankunft auf der Insel: Verlockung durch den schönen Schein
3.3. Die Schlossmauern: Perspektivismus der Wahrnehmung
3.4 Das Schloss: Eintritt in die allegorische Welt
3.5 Der Zauberring: Ästhetischer Schein
3.6 Der achte Gesang: Trug und Heuchelei

4. Die Allegorie der Episode

5. Schlussbetrachtung

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Diese Hausarbeit befasst sich mit Ludovico Ariostos höfischen Roman Orlando furioso.

Thema ist die philosophische Frage nach der Schönheit des Scheins und dem Schein der Schönheit.

Besonderes Augenmerk liegt auf dem schönen Schein der Episode des Ritters Ruggiero auf der Insel der Fee Alcina, da hier das Ausmaß des schönen Scheins seinen Höhepunkt findet.

Zunächst erläutere ich den Begriff des schönen Scheins, um einen Einstieg in die Thematik zu geben.

Nach einer Kurzzusammenfassung der Episode werden die einzelnen Handlungsstränge auf die zuvor erläuterten Gegebenheiten des schönen Scheins untersucht.

Der allegorische Gehalt dieses Schönheitsbegriffes ist ebenfalls Teil dieser Hausarbeit, denn das Fiktive dieses Romans lässt sich auf die Realität übertragen.

Zum Abschluss werfe ich in der Schlussbetrachtung einen kritischen Blick auf den sogenannten ästhetischen Schein der italienische Renaissance, den Ariosto prägte.

2. Der Begriff des schönen Scheins

Ludovico Ariosto setzt mit seinem Epos Orlando furioso einen Meilenstein für „die ästhetische Entdeckung des schönen Scheins in der Kunst der italienischen Renaissance“.[1] Die „Lockerung des Zusammenhangs von Erscheinung und Wirklichkeit“ und die „Eigenmächtigkeit des schönen Scheins“ innerhalb dieses höfischen Romans verleihen der italienischen Renaissance eine „eigentümliche ästhetische Erfahrung des schönen Scheins“, die sich jeglicher späteren Ausdrücklichkeiten, wie z.B. der „von Aristoteles inspirierten Literaturtheorie“, entzieht.[2] Der schöne Schein findet in der aus dem Geist der italienischen Renaissance entsprungenen Gattung des Romanzo eine herausragende Rolle, sein eigenes Gewicht, und ist zugleich ein „Zeichen der ironischen Zersetzung des ideologischen Gehalts der großen mittelalterlichen narrativen Gattungen, dass der Schein, die Verstellung der Wirklichkeit, im Romanzo übermächtig wird“.[3]

Bemerkenswert ist ebenfalls die Auffassung dass sich der schöne Schein „zu einer eigenen Wirklichkeit freisetzt, die auch dann noch mächtig bleibt, wenn die Schönheit sich als das erweist, was sie in Wirklichkeit ist, nämlich Schein“.[4] Die Schönheit, die allein auf einem Schein beruht und nicht wirklich ist, bleibt also bestehen, selbst wenn man diesen Schein aufhebt. Man spricht hierbei vom ästhetischen Schein, der nach Schiller ein Schein ist, der „weder Realität vertreten will, noch von derselben vertreten zu werden braucht“.[5] Ariosto ging in diesem Werk also so weit, dass der Schein als Bedingung für die Schönheit gilt. Damit prägte er den Schönheitsbegriff der italienischen Renaissance.

Diese Eigenschaften des schönen Scheins werden nun im folgenden Kapitel aufgezeigt und analysiert.

3. Der schöne Schein in der Episode

Die vielfältigsten und reichsten Erfahrungen des schönen Scheins in Orlando furioso findet man in der Episode Ruggieros auf der Insel der Fee Alcina. Bevor diese untersucht werden gebe ich zunächst eine chronologische Zusammenfassung des Inhaltes wieder:

3.1 Inhaltliche Zusammenfassung der Episode

Der heidnische Ritter Ruggiero wird vom afrikanischen Zauberer Atlante in seinem Zauberschloss voller Sinnestäuschungen gefangen gehalten. Atlante möchte damit die alte Prophezeiung des Artus Zauberers Merlin verhindern, nach der Ruggiero und die Gräfin Bradamante von Marseille heiraten und die berühmte Fürstenfamilie der Estes in Ferrara begründen. Atlante möchte dieses Schicksal verändern und Ruggiero davon abhalten, Christ zu werden.

Bradmantes Liebe zu Ruggiero, die trotz verschiedener religiöser Zugehörigkeit besteht, treibt sie zu seiner Rettung aus dem Zauberschloss. Ruggiero flieht mit Atlantes Hippogryph, einem geflügeltem Pferd, der ihn zu einer ferner Insel bringt.

Dort angekommen knabbert der Hippogryph an einem Myrtenstrauch, der sogleich zu sprechen beginnt; Es handelt sich um den verzauberten Ritter Astolfo, der Ruggiero von der gefährlichen Schönheit der Fee Alcina berichtet.

Gewappnet mit diesem Wissen möchte Ruggiero das Gebiet der Alcina umgehen um zu ihrer Schwester Logistilla zu gelangen. Im Gegensatz zu ihren beiden Schwestern, Morgana und Alcina, die „dem Laster ergeben“[6] sind und die Untugend (vizio) verkörpern, repräsentiert Logistilla als keuche Jungfrau die Tugend (virtù).

Doch dieses Vorhaben misslingt; auch Ruggiero verfällt Alcinas Zauber und dem Schein ihrer Schönheit.

So liegt es wieder an Bradamante, ihren Angebetenen zu retten; in ihrem Auftrag eilt Melissa Ruggiero mit einem Zauberring zur Hilfe, der Alcinas Zauber brechen kann. So gelingt es Ruggiero zu Logistilla zu fliehen.

[...]


[1] Stierle, 1989: 243

[2] ebd.

[3] Stierle, 1982: 220

[4] Stierle, 1982: 221

[5] Eisler, 1904: 97

[6] Calvino, 2008: 97

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Orlando furioso - L'isola di Alcina e le sue bellezze ingannevoli
Hochschule
Universität des Saarlandes
Veranstaltung
Proseminar Fiktion und Ironie: Ariosts Orlando furioso im Lichte seiner europäischen Rezeption
Note
1,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
13
Katalognummer
V170217
ISBN (eBook)
9783640889235
ISBN (Buch)
9783640889594
Dateigröße
463 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Orlando Furioso, Ludovico Ariosto, Ariosto, Ariost, Alcina, Ruggiero, Rasender Roland, Schönheit des Scheins, schöne Schein, Schein der Schönheit, Insel, Atlante, Zauberring
Arbeit zitieren
Carmen Mamiani (Autor), 2009, Orlando furioso - L'isola di Alcina e le sue bellezze ingannevoli, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170217

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