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Säuglinge und Kleinkinder in der Bereitschaftspflege

Die Relevanz von Bindung während der Unterbringung durch Inobhutnahme

Título: Säuglinge und Kleinkinder in der Bereitschaftspflege

Tesis (Bachelor) , 2023 , 41 Páginas , Calificación: 2,5

Autor:in: Anonym (Autor)

Trabajo social - Bienestar infantil y juvenil
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Die vorliegende Bachelor-Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung der Bindung von Kleinkindern im Rahmen der Inobhutnahme in der Bereitschaftspflege. Dabei werden die Herausforderungen, mit denen Kinder in Bezug auf Bindungen während der Inobhutnahme konfrontiert sind, sowie Möglichkeiten zur optimalen Unterstützung näher betrachtet.
Aufgrund des vorgegebenen Umfangs der Arbeit beziehen sich die folgenden Themen ausschließlich auf Säuglinge und Kinder im Alter von 0-6 Jahren. Es ist zu beachten, dass auch im höheren Kindesalter Bindungsprobleme im Kontext der Fremdunterbringung auftreten können. Abgesehen davon, dass nach Altersstufen differenziert werden kann, bleibt die Geschlechterdifferenzierung unberücksichtigt. Hinzu kommt, dass neben sozialen Einflüssen auch biologische und gesellschaftliche Faktoren, wie Einkommen und Milieu des Elternhauses, eine altersgemäße Entwicklung ungünstig beeinflussen können. Die in der Arbeit verwendeten Personenbezeichnungen beziehen sich gleichermaßen auf alle Geschlechter und werden zur besseren Lesbarkeit mit einem Binnen-I versehen. Das erste Kapitel beschäftigt sich mit dem Thema der Bindung. Grundlage der Überlegungen bilden die Bindungstheorie von Bowlby und der Fremde-Situation-Test von Ainsworth im Hinblick auf die Qualität der Bindung, deren Bedeutung für die Entwicklung sowie Störungen und Möglichkeiten der Ersatzbindung. Aufbauend auf den bindungsbezogenen Erkenntnissen werden im zweiten Kapitel die rechtlichen Rahmenbedingungen der Fremdunterbringung dargestellt. Dabei wird deutlich, dass diese das professionelle Handeln möglicherweise einschränken. In einem ersten Schritt wird die Inobhutnahme als Krisenintervention der Sozialen Arbeit dargestellt. Danach werden die Begrifflichkeiten Kindeswohl und Kindeswohlgefährdung näher erläutert, um im Anschluss auf die Inobhutnahme auf Grund von Kindeswohlgefährdung näher eingehen zu können. Darauf folgt das Unterkapitel der Inobhutnahmestellen, welches den Zugang zu Kapitel 4 Bereitschaftspflege ermöglicht. Das vierte Kapitel fokussiert die Herausforderungen und Grenzen der Bereitschaftspflege, um die Rahmenbedingungen der möglichen neuen Bindungserfahrung einzubeziehen. [...]

Extracto


Inhaltsverzeichnis

  • 1 Einleitung
  • 2 Bindungstheorie
    • 2.1 Bindungqualität
    • 2.2 Bedeutung von Bindungssicherheit für die Entwicklung
    • 2.3 Bindungsstörung
    • 2.4 Ersatzbindung
  • 3 Rechtliche Rahmenbedingungen der Inobhutnahme
    • 3.1 Inobhutnahme von Klein(st)kindern als Krisenintervention
    • 3.2 Kindeswohl-/gefährdung
      • 3.2.1 Kindeswohl
      • 3.2.2 Kindeswohlgefährdung
    • 3.3 Inobhutnahme durch Kindeswohlgefährdung
    • 3.4 Inobhutnahmestellen
  • 4 Bereitschaftspflege
    • 4.1 Bereitschaftspflege als Krisenintervention
    • 4.2 Herausforderungen der Bereitschaftspflege
  • 5 Relevanz der Bindung
    • 5.1 Grundlegendes Bindungsbedürfnis
    • 5.2 Frühe Trennung von Bindungspersonen
    • 5.3 Gestaltung der Übergänge
    • 5.4 Sicherer Ort für Bindung
  • 6 Fazit
  • Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Bachelorarbeit befasst sich mit der zentralen Frage, welche Bedeutung die Bindung von Klein(st)kindern während der Inobhutnahme und der anschließenden Unterbringung in der Bereitschaftspflege hat. Sie untersucht die Herausforderungen, denen Kinder in Bezug auf Bindungen in solchen Krisensituationen begegnen, und erörtert Möglichkeiten zur optimalen Unterstützung, um negative Entwicklungsfolgen zu minimieren.

  • Grundlagen der Bindungstheorie und ihre Relevanz für die kindliche Entwicklung.
  • Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen der Inobhutnahme und des Kindeswohls.
  • Die Bereitschaftspflege als spezifische Form der Krisenintervention für Säuglinge und Kleinkinder.
  • Herausforderungen im Umgang mit Trennungen und die Bedeutung der Gestaltung von Übergängen.
  • Erörterung der Faktoren, die einen sicheren Ort für die Bindungsentwicklung ausmachen.
  • Entwicklung bindungsorientierter Konzepte zur Verbesserung der Betreuungsqualität.

Auszug aus dem Buch

2 Bindungstheorie

Als Bindung wird die „besondere Beziehung eines Kindes zu seinen Eltern oder Personen, die es beständig betreuen“ (Grossmann & Grossmann, 2012, S. 31) bezeichnet. Bereits während der Schwangerschaft lernt das ungeborene Kind durch Gerüche, Stimmlagen und Geschmack die Mutter kennen und baut zu ihr als Bezugsperson in den meisten Fällen eine erste Verbindung auf. Der angeborene Mechanismus des Schreiens dient zum Schutz vor Unterversorgung und macht darauf aufmerksam, dass es Hunger, Durst, ein Bedürfnis nach Zuneigung oder Schmerzen hat. Durch die Versorgung des Babys mit Nahrung und körperlicher Zuneigung verstärkt sich die Bindung (Strüber & Roth, 2019, S. 111-113). Das Ziel ist die ständige Interaktion zwischen Bindungsperson und Kind durch Laute, Blicke oder Körperkontakte. Festzuhalten ist, dass biologische Verwandtschaft dabei keine Bedeutung innehat (Grossmann, 2021, S. 23).

„Die Bindung ist im Prinzip eine räumliche Theorie: Wenn ich einem geliebten Menschen nahe bin, fühle ich mich gut; wenn ich weit weg bin, habe ich Angst, bin traurig und einsam“ (Holmes, 2006, S. 87).

John Bowlby erfasst in seiner Bindungstheorie die emotionale Entwicklung des Menschen im Zusammenhang mit den erlebten soziokulturellen Erfahrungen und den möglichen Folgen einer unangemessenen Bindungserfahrung. Seiner Auffassung nach bestehen Bindungen zu besonderen Individuen über einen längeren Zeitraum (Bowlby, 1995, S. 37). Normalerweise gehen Kinder jedoch nur mit wenigen Menschen eine dauerhafte Bindung ein. Holmes (2006, S. 60) betont die Bedeutung positiver Beziehungserfahrungen für eine sichere Entwicklung des Kindes.

Der Mensch gehört zu den hochsozialen Lebewesen, die ohne enge Bindungen zu Beginn ihres Lebens nicht überlebensfähig sind. Die emotionale Bindung wird als ein selbstständiger biologischer Prozess verstanden, der eine überlebenswichtige Schutzfunktion besitzt (Höfer, 2010, S. 56-60). Bowlby beschreibt die Charakteristika der vorhandenen Bindungsperson als stärker, schlauer, wissender und einflussreicher. Somit seien Schutz und Sicherheit für das Überleben gewährleistet (Schleiffer, 2014, S. 35).

Nach Bowlbys (2021, S. 99-100) Theorie verläuft die Bindungsentwicklung in vier Phasen. Er beschreibt die ersten drei Monate als eine Art Orientierungsphase, in der sich Neugeborene für Stimmen und Gesichter interessieren, ohne zwischen Personen zu unterscheiden. Ab dem vierten Lebensmonat beginnt die zweite Phase, in der sich der Säugling bereits an eine oder mehrere Bezugspersonen bindet. Der Aufbau der Bindungsbeziehung zur Hauptbezugsperson wird durch Interaktion wie Laute oder Lächeln im Beisein der vertrauten Person intensiviert. Der Bindungsaufbau erfolgt idealerweise in den ersten neun Lebensmonaten. Die dritte Phase erstreckt sich vom zweiten bis zum Ende des dritten Lebensjahres. Ist die Bindung an die Hauptbezugspersonen gefestigt, beginnt das Kind bei unvertrauten Personen zu fremdeln. Ab dem dritten Lebensjahr entwickelt sich durch die erworbenen Fähigkeiten des Kindes, wie Sprechen und Verstehen der Zusammenhänge, die symbolische Repräsentation der Bindungsperson. Das bedeutet, die Bindungsperson muss nicht mehr dauerhaft anwesend sein (Schleiffer, 2014, S. 29-31).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Das Kapitel führt in das Thema der Inobhutnahme von Klein(st)kindern ein, beleuchtet die Anzahl der Fälle in Deutschland und betont die Relevanz positiver Bindungserfahrungen in der frühen Kindheit im Kontext von Kriseninterventionen wie der Bereitschaftspflege.

2 Bindungstheorie: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der Bindungstheorie nach Bowlby, die verschiedenen Bindungsqualitäten und -störungen sowie die Bedeutung von Bindungssicherheit für die kindliche Entwicklung und die Möglichkeiten der Ersatzbindung.

3 Rechtliche Rahmenbedingungen der Inobhutnahme: Das Kapitel beleuchtet die gesetzlichen Grundlagen der Inobhutnahme in Deutschland, definiert Kindeswohl und Kindeswohlgefährdung und beschreibt die Prozesse und Stellen der Inobhutnahme als Krisenintervention.

4 Bereitschaftspflege: Hier wird die Bereitschaftspflege als Form der Krisenintervention für Säuglinge und Kleinkinder vorgestellt, ihre spezifischen Herausforderungen im familiären Umfeld sowie die Anforderungen an die Pflegepersonen dargelegt.

5 Relevanz der Bindung: Dieses Kapitel vertieft die Bedeutung eines sicheren Bindungsbedürfnisses, die Auswirkungen früher Trennungen von Bezugspersonen, die Gestaltung von Übergängen und die Notwendigkeit eines sicheren Ortes für die Bindungsentwicklung während der Inobhutnahme.

6 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen, betont die Komplexität der Bindungsentwicklung bei Inobhutnahme und fordert die Entwicklung bindungsorientierter Konzepte in der Bereitschaftspflege.

Schlüsselwörter

Inobhutnahme, Bereitschaftspflege, Bindung, Klein(st)Kinder, Kindeswohl, Kindeswohlgefährdung, Trennung, Resilienz, Bindungstheorie, Krisenintervention, Soziale Arbeit, Bezugspersonen, Entwicklung, Schutzbefohlene, Übergänge.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Diese Bachelorarbeit untersucht die Bedeutung von Bindung bei Säuglingen und Kleinkindern, die durch eine Inobhutnahme in Bereitschaftspflege untergebracht werden, und beleuchtet die damit verbundenen Herausforderungen und Unterstützungsbedarfe.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit konzentriert sich auf Bindungstheorie, rechtliche Rahmenbedingungen der Inobhutnahme, die Rolle der Bereitschaftspflege als Krisenintervention, Kindeswohl/-gefährdung und die Gestaltung von kindgerechten Übergängen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die Leitfrage zu beantworten: "Welche Bedeutung spielt die Bindung von Klein(st)Kindern während der Inobhutnahme und Unterbringung in der Bereitschaftspflege?“

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer umfassenden Literaturanalyse und theoretischen Auseinandersetzung mit Bindungstheorie sowie rechtlichen und sozialpädagogischen Konzepten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt ausführlich die Bindungstheorie, die rechtlichen Grundlagen der Inobhutnahme, die Spezifika und Herausforderungen der Bereitschaftspflege sowie die Relevanz der Bindung unter diesen Bedingungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Charakterisierende Schlüsselwörter sind Inobhutnahme, Bereitschaftspflege, Bindung, Klein(st)Kinder, Kindeswohl, Kindeswohlgefährdung, Trennung, Resilienz, Bindungstheorie und Krisenintervention.

Warum liegt der Fokus der Arbeit ausschließlich auf Säuglingen und Kindern von 0-6 Jahren?

Der Fokus liegt auf dieser Altersgruppe, da in der frühen Kindheit die Grundlagen für alle Entwicklungsbereiche gelegt werden und Kinder in diesem Alter besonders anfällig für Bindungsstörungen und Traumatisierungen sind.

Welche Rolle spielt die biologische Verwandtschaft bei der Bindungsentwicklung laut dieser Arbeit?

Die Arbeit betont, dass biologische Verwandtschaft für die Entstehung einer Bindung keine Bedeutung innehat, sondern vielmehr die konstante Interaktion und feinfühlige Versorgung durch eine Bezugsperson entscheidend ist.

Was sind die größten Herausforderungen für Fachkräfte in der Bereitschaftspflege?

Fachkräfte in der Bereitschaftspflege stehen vor der Herausforderung, Kinder ohne Hintergrundinformationen anzunehmen, traumatische Verhaltensweisen zu bewältigen und Bindungen aufzubauen, ohne eigene Bindungserwartung zu entwickeln, sowie Loyalitätskonflikte zu vermeiden.

Wie können Übergänge in der Bereitschaftspflege kindgerecht gestaltet werden, um zusätzliche Bindungsabbrüche zu vermeiden?

Übergänge können durch vorbereitende Vorkontakte, den Erhalt des sozialen Umfeldes, das Vorhandensein vertrauter Gegenstände und gegebenenfalls begleitete Umgänge mit den Herkunftsfamilien sowie durch die Weitergabe von Wissen über das Kind gestaltet werden.

Final del extracto de 41 páginas  - subir

Detalles

Título
Säuglinge und Kleinkinder in der Bereitschaftspflege
Subtítulo
Die Relevanz von Bindung während der Unterbringung durch Inobhutnahme
Universidad
Dresden Technical University  (Fakultät Erziehungswissenschaften)
Calificación
2,5
Autor
Anonym (Autor)
Año de publicación
2023
Páginas
41
No. de catálogo
V1702493
ISBN (PDF)
9783389179383
ISBN (Libro)
9783389179390
Idioma
Alemán
Etiqueta
säuglinge kleinkinder bereitschaftspflege relevanz bindung unterbringung inobhutnahme
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anonym (Autor), 2023, Säuglinge und Kleinkinder in der Bereitschaftspflege, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1702493
Leer eBook
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