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Mimik und Sprache

Title: Mimik und Sprache

Term Paper , 2000 , 21 Pages , Grade: 1

Autor:in: Lena Langensiepen (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
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Summary Excerpt Details

Die Sprache ist das wichtigste und meistgebrauchte Kommunikationsmittel der
Menschen. Sie ermöglicht es, Gedanken und Gefühle zum Ausdruck zu bringen
und sie anderen Menschen mitzuteilen; ebenso werden durch sie die Mitteilungen
anderer verstanden. Zur zwischenmenschlichen Kommunikation gehört aber auch
die wesentliche, nichtsprachliche Komponente der Körpersprache, die Gestik,
Phonik sowie Mimik beinhaltet. Von diesen drei Aspekten wird in der vorliegenden
Arbeit die Mimik hervorgehoben und ihre Bedeutung sowie ihr Verhältnis zur Sprache
dargestellt, da sie die wichtigste und am wenigsten von der Sprache zu
trennende Komponente ist.
Die Mimik bringt seelische Erlebnisse über eine körperliche Erscheinungsform,
nämlich über das Gesicht, zum Ausdruck. Sie ist meist eine Begleitung des Sprechens
oder der Wörter und ist eine Verdeutlichung und/oder Wiedergabe dessen,
was nicht in Worten ausgedrückt wurde oder darin nicht von dem betreffenden
Sprachgebraucher (Sprecher, auch Gebraucher von konventionellen Gebärden,
oder „Fingerspeller“) ausgedrückt werden kann.
Sprache und Mimik sind eng miteinander verbunden, denn nur selten kommt die
lautsprachliche Äußerung für sich allein vor, (fast) immer ist sie von mimischen
Vornahmen begleitet. Allein die Lippen- und Mundbewegungen, also eine Veränderung
der Gesichtsmuskulatur, die notwendige Bedingung für die (lautsprachliche)
Sprache sind, stellen schon eine gewisse Mimik dar. Des weiteren hat die
Mimik eine große Bedeutung für die Sprache, da sie die „Sprache des Gesichtes“
ist und sich das Gesicht nicht so einfach verstecken lässt – wie etwa die Hände.
Dem Gesicht kommt deshalb eine größere Aufmerksamkeit als dem übrigen Körper
zu, weil es zuerst und ganzheitlich an anderen Menschen wahrgenommen und
meist länger als vieles andere von ihnen im Gedächtnis behalten wird. Es ist das
Hauptkriterium, anhand dessen Personen identifiziert und voneinander unterschieden
werden können.
Im Gespräch wird nach dem sprachlichen Ausdruck dem Gesicht die größte Aufmerksamkeit
entgegengebracht. Es ist der primäre Schauplatz für die Darstellung
von Emotionen und kann dem Zuhörer mitteilen, was der Sprecher in Bezug auf
den Inhalt seiner sprachlichen Äußerungen fühlt – natürlich keineswegs immer
genau, da Gesichter im Hinblick auf Gefühle lügen können. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Bedeutung der Mimik im kindlichen Spracherwerb

3. Mimik als Ausdruck von Emotionen

3.1 Die Entstehung der Mimik

3.2 Emotionaler Gesichtsausdruck – angeboren oder erlernt?

3.3 Darstellung der Mimik als Gefühlsausdruck

3.4 Das Verstehen der Mimik

3.5 Untersuchungen an hirngeschädigten und gesunden Personen

3.6 Täuschungshinweise im Gesicht

4. Mimik als Gehirnfunktion

5. Mimik als Begleitung der Rede

5.1 Darstellung spezifischer Mienen

5.2 Mimisches Verhalten bei Stotterern

5.3 Die Rolle der Mimik in der Gebärdensprache

6. Zwei Systeme zur Messung von Gesichtsausdrücken

6.1 Das „Facial Action Coding System“ (FACS)

6.2 Die “Facial Affect Scoring Technique (FAST)

Zielsetzung und Themen

Diese Hausarbeit untersucht die grundlegende Bedeutung der Mimik als nichtsprachliche Komponente der Kommunikation und ihre enge Verzahnung mit der menschlichen Sprachentwicklung, emotionalen Ausdrucksfähigkeit und kognitiven Verarbeitung. Das Ziel der Arbeit ist es, die neurophysiologischen Grundlagen sowie die kommunikativen Funktionen des Mienenspiels in verschiedenen Kontexten – wie beim Spracherwerb, bei der Rede und in der Gebärdensprache – darzulegen und wissenschaftliche Messverfahren zur objektiven Analyse von Gesichtsbewegungen vorzustellen.

  • Evolutionäre und biologische Grundlagen des emotionalen Gesichtsausdrucks
  • Die Rolle der Mimik im kindlichen Spracherwerb und bei Sprachstörungen
  • Mimik als Konversationssignal zur Untermalung und Steuerung der Rede
  • Anatomische und neurologische Verankerung der mimischen Steuerung
  • Systeme zur wissenschaftlichen Messung und Kodierung von Gesichtsbewegungen (FACS und FAST)

Auszug aus dem Buch

3.6 Täuschungshinweise im Gesichtsausdruck

Für jeden, der versucht, eine Lüge aufzudecken, kann das Gesicht ein wertvolles Hilfsmittel sein, weil es sowohl lügen als auch die Wahrheit sagen kann; oft geschieht beides sogar zur gleichen Zeit. Das Gesicht ist mit jenen Gehirnregionen, die an der Emotion beteiligt sind, direkt verbunden. Wird also eine Emotion erregt, werden damit unwillkürlich auch Gesichtsmuskeln ohne Überlegung oder Absicht aktiviert, wobei die Person manchmal gar nicht bemerkt, was in ihrem Gesicht vorgeht. Zu falschen, vorgetäuschten Mienen kommt es aufgrund der bewussten Kontrolle der Gesichtsbewegungen, die es den Menschen ermöglicht, den echten Ausdruck zu blockieren und an dessen Stelle den falschen einzusetzen. Gesichts-ausdrücke bilden ein duales System – sie sind willkürlich und unwillkürlich.

Die willkürlichen, bewussten Ausdrücke werden als Bestandteil des Versuchs, jemanden in die Irre zu führen, gebraucht. Dieser Täuschungsversuch kann durch die unwillkürlichen, spontanen Mienen aufgedeckt werden, da sie oft echte Gefühle durchsickern lassen, obwohl der Lügner versucht, sie zu verheimlichen.

Untersuchungen an Patienten mit verschiedenen Arten von Hirnläsionen haben gezeigt, dass die willkürlichen und die unwillkürlichen Mienen von unterschiedlichen Gehirnregionen kontrolliert werden. Patienten, deren Schädigung in einer Region des Gehirns liegt, die das pyramidale Nervensystem enthält, sind nicht in der Lage zu lächeln, wenn sie darum gebeten werden, aber sie lächeln, wenn sie einen Witz hören oder sich in anderer Weise vergnügen. Das umgekehrte Muster zeigt sich bei Patienten mit Schädigungen in einer anderen Region des Gehirns, in dem das extrapyramidale System lokalisiert ist. Sie können ein willkürliches Lächeln hervorbringen, sind aber ausdruckslos, wenn sie sich vergnügen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Bedeutung der Mimik als wichtigste nichtsprachliche Komponente der Kommunikation ein, die eng mit der Sprachentwicklung und dem menschlichen Ausdrucksvermögen verbunden ist.

2. Die Bedeutung der Mimik im kindlichen Spracherwerb: Dieses Kapitel erläutert, wie mimische Ausdrucksformen dem Kind als vorsprachliches Hilfsmittel dienen und die Sprechmotorik stimulieren, noch bevor konventionelle Lautsprache erworben wird.

3. Mimik als Ausdruck von Emotionen: Hier werden die evolutionären Wurzeln des emotionalen Gesichtsausdrucks, die Debatte um Angeborenheit versus kulturelle Erlernbarkeit sowie die Detektion von Täuschung durch unwillkürliche Muskelbewegungen diskutiert.

4. Mimik als Gehirnfunktion: Das Kapitel befasst sich mit den neurologischen Substraten der mimischen Motorik und unterscheidet zwischen der Steuerung durch das pyramidale und das extrapyramidale System.

5. Mimik als Begleitung der Rede: Es wird analysiert, wie Mimik als Konversationssignal zur Betonung des Gesagten eingesetzt wird, wobei insbesondere auf das Verhalten von Stotterern und die essenzielle Rolle der Mimik in der Gebärdensprache eingegangen wird.

6. Zwei Systeme zur Messung von Gesichtsausdrücken: Die Arbeit schließt mit der Vorstellung des „Facial Action Coding System“ (FACS) und der „Facial Affect Scoring Technique“ (FAST) als methodische Instrumente zur wissenschaftlich objektiven Analyse mimischer Ereignisse.

Schlüsselwörter

Mimik, Gesichtsausdruck, Kommunikation, Spracherwerb, Emotionen, Körpersprache, FACS, FAST, Neuropsychologie, Täuschung, Gebärdensprache, Konversationssignale, Sprachheiltherapie, nonverbale Kommunikation, Muskelbewegungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit behandelt die enge Wechselwirkung zwischen Mimik und Sprache. Sie untersucht, wie Gesichtsausdrücke Emotionen vermitteln, die Kommunikation begleiten und neurophysiologisch gesteuert werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Rolle der Mimik im Spracherwerb, ihre Funktion als Begleitung der Rede sowie die wissenschaftliche Messbarkeit von Gesichtsbewegungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Bedeutung der Mimik über die rein verbale Kommunikation hinaus als notwendige, universelle Mitteilungsebene darzustellen und die biologischen Grundlagen der Ausdruckssteuerung zu analysieren.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden erwähnt?

Die Arbeit stellt primär das „Facial Action Coding System“ (FACS) und die „Facial Affect Scoring Technique“ (FAST) zur objektiven Kodierung und Analyse mimischer Bewegungen vor.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Kapitel zu den emotionalen Grundlagen, der Gehirnfunktion, der mimischen Begleitung der Rede – inklusive spezifischer Betrachtungen von Stotterern und der Gebärdensprache – sowie zu den methodischen Messsystemen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Mimik, Kommunikation, Emotion, FACS, FAST, Spracherwerb und nonverbale Signale.

Wie unterscheidet sich willkürliche von unwillkürlicher Mimik?

Willkürliche Mimik unterliegt der bewussten Kontrolle und wird oft zur Tarnung eingesetzt, während unwillkürliche Mimik spontan und oft unbewusst durch emotionale Erregung aktiviert wird.

Warum ist das Gesicht bei der Detektion von Täuschungen so relevant?

Da das Gesicht direkt mit Gehirnregionen verbunden ist, die Emotionen verarbeiten, können sich dort oft unwillkürliche Ausdrücke zeigen, die im Widerspruch zum bewusst kontrollierten Ausdruck stehen.

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Details

Title
Mimik und Sprache
College
University of Frankfurt (Main)  (Sonder- und Heilpädagogik)
Grade
1
Author
Lena Langensiepen (Author)
Publication Year
2000
Pages
21
Catalog Number
V17030
ISBN (eBook)
9783638217125
Language
German
Tags
Mimik Sprache
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lena Langensiepen (Author), 2000, Mimik und Sprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17030
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