Nachhaltige Fischindustrie - Ein Überblick


Seminararbeit, 2010

27 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Nachhaltiger Konsum

3. Bestandsaufnahme (status quo)

4. Überfischung der Meere
Gründe für Überfischung
Maßnahmen gegen Überfischung

5. Die Speisefischzucht als spezieller Fall

6. Bedenkliche und unbedenkliche Speisefische
Zertifikate

7. Fazit

Abbildungsverzeichnis

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Was niitze es dem Fisch,wenn er reden konnte,wo ihn doch jede Gesellschaft friBt?"

Brana Crncevic (*1923), serb. Aphoristiker

Fisch ist Äin³ und das sagen nicht nur die Verkaufszahlen. Das gestiegene Gesundheitsbewusstsein der Menschen und das Propagieren der gesundheitsfördernden Funktion von Omega-3-Fettsäuren, der Aufwärtstrend von Schwellenlandern zu Industriestaaten und nicht zuletzt die „Generation Sushi" wirken sich sehr stark auf den Bestand Bestand der wilden Fische aus. Die Tendenzen besagen außerdem, dass der Konsum sogar weiter steigen wird. Zur Wichtigkeit dieses Themas sei gesagt, dass weltweit viele Menschen vom Fischereigewerbe und vom Fisch selbst ernährt werden.

Doch die Meere sind fast hoffnungslos überfischt. Die Bestände vieler Arten sind teilweise bis an ihre Existenzgrenzen gebracht worden und drohen auszusterben. Was tun also um das zu verhindern und trotzdem noch Fisch genießen zu konnen? Nachhaitiger Konsum ist die Antwort. Doch dem „wie genau" mochte ich in dieser Arbeit auf den Meeresgrund gehen.

Einleitend möchte ich etwas über nachhaltigen Konsum im Allgemeinen erläutern. Darauf folgt eine ausführliche Analyse der momentanen Sachlage ² die Darstellung des status quo in Sachen Fischbestände, Konsumausmaße, Problematiken und Tendenzen. Anschließend wird die Überfischung der Meere genauer unter die Lupe genommen. Es werden sowohl Gründe als auch Maßnahmen gegen die Überfischung genannt. Da Zucht von Wildtieren immer eine besondere Herausforderung darstellt, wird im Anschluss der Fischzucht, Aquakultur genannt, Aufmerksamkeit beigemessen. Nachdem anfangs die konventionelle Aquakultur beschrieben wird, wird danach ein erstes biologisches Zertifikat, speziell in punkto Aquakultur portraitiert.

Nachdem bis dahin die Grundlagen erläutert wurden, wird im Folgenden eine Wertung von bedenklichen sowie unbedenklichen Fisch-Produkten vorgenommen und zum Abschluss Zertifizierungsmaßnahmen erklärt, die eine umweltverträgliche und bestandsregulierende Funktion inne haben.

Haben unsere Enkel theoretisch eine reelle Chance in den Genuss eines Stückes Scholle oder einer Thunfischpizza zu kommen?

2. Nachhaltiger Konsum

Nachhaltiger Konsum wird auch ökologischer oder ethischer Konsum genannt. Im Kontext von Nachhaltigkeit und dem Konsum-Begriff gilt diese Begriffs- Kombination als Teil einer nachhaltigen Lebensweise. Sprich, dass die wesentlichen Eigenschaften eines Systems erhalten bleiben, nicht verzehrt und aufgebraucht werden und sein Bestand auf natürliche Weise nachwachsen kann. Man kann also bei nachhaltigem Konsum von einem Verbraucherverhalten reden.

Ziel ist es, Umwelt- und sozialverträgliche Produkte zu kaufen und zu konsumieren, um so als Verbraucher Einfluss auf globale Problemlagen nehmen zu können. Hierbei ist die Kaufentscheidung ausschlaggebend. (Lexikon der Nachhaltigkeit, 2009)

Zur Entstehung des Begriffs ist zu sagen, dass noch keine einheitliche und allgemein anerkannte Definition des Begriffs bekannt ist. Gemeinhin kann man allerdings folgendes postulieren: „Heute so leben, das auch ubermorgen alle leben konnen. Uberall auf der Welt" (Zukunftsrat Hamburg) Eine andere Definition besagt, wir sollten „gewahrleisten, dass die Bedurfnisse der Gegenwart befriedigt werden, ohne die Moglichkeiten kunftiger Generationen zur Befriedigung ihrer eigenen Bedurfnisse zu beeintrachtigen." (Lexikon der Nachhaltigkeit)

Die Vereinten Nationen haben im Jahr 1992 auf der Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro die Agenda 21 ins Leben gerufen. Diese spricht eben auf dieses Prinzip der Nachhaltigkeit an. Seitdem erwähnt man in der ganzen Welt, wenn man über das zukunftsfähige Leitbild der Menschen spricht, den Begriff Nachhaltigkeit. Das so genannte Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit, welches in Abbildung 1 graphisch erläutert wird ist auch als magisches Dreieck der Nachhaltigkeit bekannt und fand in diesem Zuge Verbreitung. Demnach ist Nachhaltigkeit Ädie Konzeption einer dauerhaft zukunftsfähigen Entwicklung der ökonomischen, ökologischen und sozialen Dimension menschlicher Existenz. Diese drei Säulen der Nachhaltigkeit stehen miteinander in Wechselwirkung und bedürfen langfristig einer ausgewogenen Koordination." (Institut für partizipatives Gestalten)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Das Drei-Säulen-Modell

http://www.rockwool.de/files/RWD%20files/4_Nachhaltigkeit/1_Grundlagen/3- S%C3%A4ulen_Modell_1.jpg

3. Bestandsaufnahme (status quo)

FiscK Das ist wohl, trotz der katastrophalen Lage, in der sich viele Fischbestände befinden, und trotz aller Warnungen von Umweltverbänden der unumstößliche Trend in Deutschland. So erhöhte sich der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland von 15,5kg im Jahre 2007 um 100g auf 15,6kg im Jahre 2008. In der Summe sind das 1,28 Millionen Tonnen Fisch. Vor allem Seefisch, wie der

(siehe Abbildung 2), der eigentlich eine

Dorsch-Art ist und seinen Namen lediglich als gut klingende Handelsmarke inne hat, hat in Sachen Fischkonsum in Deutschland die Nase vorn. Rund 12 % des Fisches kommt als Frischfisch auf den Markt, etwa je ein Drittel wird tiefgekühlt oder zu Konserven verarbeitet und 6 % werden geräuchert. Eine Angabe zu Mengenverhältnissen, in Tonnen ausgedrückt, befindet sich in Abbildung 3. (Gesellschaft zur Rettung der Delphine)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Die großen 5 beim Fischverzehr

http://www.delphinschutz.org/wissen/fischerei/fischkonsum_deutschlan d.html

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Verwendungsweise von Fischereierzeugnisse

http://www.greenfacts.org/de/fischerei/index.htm

Die Fischfangmethoden sind heutzutage immer noch katastrophal. Das größte Problem für den gesamten Lebensraum Meer ist die enorme Menge an unerwünschtem sogenannten Beifang. So werden pro Kilo Shrimps fünf bis zehn Kilo andere Meerestiere tot, wie Müll wieder über Bord geworfen. Von vielen Fischarten sind nur noch kümmerliche Restbestände übrig. Bis zu 90 Prozent der großen Raubfische wie Tunfisch, Kabeljau und Heilbutt sind bereits durch Menschenhand aus den Meeren verschwunden. Ein ähnlicher Zustand herrscht bei anderen Arten vor. Vom europäischen Aal ist beispielsweise nur noch ein Prozent des Ausgangsbestandes übrig. Trotzdem liegt er noch in der Supermarkttheke.

Die gesetzlich vorgeschriebene Rückverfolgbarkeitspflicht reicht für verantwortungsvolle und richtige Konsumentscheidungen nicht aus. Denn aus welchem Bestand und mit welcher Methode ein Fisch gefangen wurde, ist bislang für den Konsumenten oft nicht ersichtlich. Darüber hinaus sind Produkte in Konserven oder in klein gehäckselter Form erhältlich, die keine Kennzeichnungspflicht besitzen. (Greenpeace, 2007)

Im offenen Ozean, das heißt den internationalen Gewässern außerhalb der Hoheitsbereiche von Küstenländern, sind die Fangmengen in den letzten Jahrzehnten auf 13% gestiegen. Fast ein Drittel davon waren Tiefseearten, wie man in Abbildung 4 sehen kann.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Ozeanische Hochseefänge

http://www.greenfacts.org/de/fischerei/index.htm

43,5 Millionen Menschen weltweit leben von der ÄRessource³ Fisch, ob als Fischer oder von der Aquakultur. Genauere Zahlen sind allerdings nicht wirklich verfügbar. Obwohl von den 3,5 Millionen weltweit eingesetzten Fischereischiffen nur etwa ein Prozent industrielle Schiffe sind, schöpfen diese 50 bis 60 Prozent der Bestände ab. Trotz des sozialen und wirtschaftlichen Einflusses der Fischerei sind Versuche einer nachhaltigen Bewirtschaftung in vielen Teilen der Welt gescheitert und ist weltweites Handeln dringend notwendig. Viele Menschen auf der Welt, besonders in Entwicklungsländern, ernähren sich direkt von der Binnenfischerei. Mannigfaltige Faktoren und vor allem menschliche Handlungsweisen verringern die Fähigkeit der Fischbestände, sich zu erholen. Es liegt an der Fischereiverwaltung, aber auch an uns allen die Artenvielfalt zu bewahren, aber auch die Ernährungssicherheut für Millionen Menschen zu schützen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Fangmengen

http://www.greenfacts.org/de/fischerei/index.htm

Auf den internationalen Märkten wurden im Jahr 2006 vierundfünfzig Millionen Tonnen Fisch im Wert von rund 86 Milliarden US-Dollar gehandelt. Dieser Wert hat allerdings im Zuge des dem enormen Preisanstieg zugenommen. Wie Abbildung 5 verdeutlicht, ist China seit 2002 der größte Exporteur von Fisch und Fischereierzeugnissen. Sowohl durch Chinas wachsende Fischereiproduktion, als auch durch die Ausweitung der Verarbeitungsindustrie wurde diese Position gestärkt. Die größten Importeure sind Japan und die USA.

[...]

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Nachhaltige Fischindustrie - Ein Überblick
Hochschule
Fachhochschule Stralsund
Note
1,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
27
Katalognummer
V170311
ISBN (eBook)
9783640891269
ISBN (Buch)
9783640891122
Dateigröße
1052 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nachhaltiger Konsum, Überfischung, Zuchtfisch, Nachhaltigkeit, Fisch
Arbeit zitieren
Christian Röse (Autor), 2010, Nachhaltige Fischindustrie - Ein Überblick, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170311

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