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Ägypten und die Radikalen

Mubaraks Kampf gegen den Islamismus

Titel: Ägypten und die Radikalen

Seminararbeit , 2011 , 20 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Simon Rietberg (Autor:in)

Politik - Region: Naher Osten, Vorderer Orient
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Seminararbeit beschäftigt sich mit der Politik Hosni Mubaraks und seinem Umgang mit dem ägyptischen Islamismus und fragt nach dessen politischer Strategie angesichts der Bedrohung durch die Radikalen. Dabei wird die These aufgestellt, dass Mubarak nicht über eine langfristig orientierte, kohärente Strategie im Umgang mit den Islamisten verfügte und durch seine tagespolitisch ausgerichtete, in der Gesamtschau widersprüchliche Verhaltensweise gegenüber den fundamentalisitischen Bewegungen den Islam nicht in die Mitte der Gesellschaft holen konnte.
Beginnend mit den Ereignissen, die auf das Attentat auf Präsident Sadat 1981 folgten, wird zuerst die Politik Mubaraks Anfang der achtziger Jahre genauer unter die Lupe genommen. Darauf folgt die Analyse seiner zunehmend repressiveren Vorgehensweise in der zweiten Hälfte der achtziger und in den neunziger Jahren. In diesem Zusammenhang werfen wir ebenfalls einen Blick auf den Gewaltkonflikt und dessen Verlauf, aber auch auf die Art und Weise, wie er zu seinem Ende kam. Abschließend sei zudem genauer auf die Situation im neuen Jahrtausend und den heutigen Umgang mit dem Islamismus eingegangen. Schließlich wird in einer zusammenfassenden Betrachtung der Ereignisse ein Fazit gezogen. Dabei soll versucht werden, die oben angeführten Leitfragen dieser Arbeit zu beantworten und die These zu überprüfen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. MUBARAK UND DER ISLAMISMUS

1.1 DIE ACHTZIGER JAHRE

1.1.1 Das Attentat und seine Konsequenzen

1.1.2 Politische Liberalisierung

1.1.3 … und ihre Folgen

1.1.4 Das Ende der liberalen Politik

1.1.5 Erste repressive Maßnahmen

1.2 DIE NEUNZIGER JAHRE

1.2.1 Der Ausbruch des Gewaltkonflikts

1.2.2 Die Muslimbruderschaft und die Gewalt der neunziger Jahre

1.2.3 Vermittlungsversuche und das Ende des Gewaltkonflikts

1.3 IM NEUEN JAHRTAUSEND

1.3.1 Reformen und die Verfassungsänderung

1.3.2 Die Wahlen 2010

1.3.3 Die Ausschreitungen im Winter 2011

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das autoritäre Verhältnis der Regierung Mubaraks zum Islamismus in Ägypten über einen Zeitraum von 30 Jahren. Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, zu klären, ob Mubarak eine schlüssige, langfristige Strategie im Umgang mit islamistischen Akteuren verfolgte oder ob sein Vorgehen durch tagespolitische Machtinteressen geprägt war.

  • Analyse der machtpolitischen Strategien Mubaraks gegenüber islamistischen Bewegungen.
  • Untersuchung des Spannungsfelds zwischen Repression und Integration.
  • Bewertung des Einflusses der Muslimbruderschaft auf die ägyptische Politik.
  • Chronologische Aufarbeitung der Konflikte von den 1980er Jahren bis zum Winter 2011.

Auszug aus dem Buch

1.1.2 Politische Liberalisierung

Diese Politik barg jedoch durchaus auch einige Widersprüche in sich; denn Mubarak setzte nicht nur auf eine Politik der Härte gegenüber dem Islamismus, sondern auch auf Ausgleich und Toleranz. Auf der einen Seite betonte man den säkularen Charakter des ägyptischen Staates und verweigerte beispielsweise Gesetzesentwürfen der Muslimbruderschaft zur Regulierung des Alkoholkonsums die Zustimmung (Scott 2010, 58). Auf der anderen Seite war man bemüht, bestimmte Forderungen der Islamisten umzusetzen (Ayalon 1987, 351) und so gemäßigte Anhänger der Bewegung in die Gesellschaft zu integrieren. So kam es, dass man allein 1985 mehr als 14.000 Stunden religiöser Fernsehsendungen ausstrahlte, wobei Mubarak den Moderaten viel Freiraum einräumte. Das Regime versuchte so, sich eine gewisse religiöse Legitimität zu verschaffen und sich gegen die Kritik abzusichern, es würde religiöse Aspekte vernachlässigen (Kepel 2006, 281).

An dieser Vorgehensweise wird deutlich, wie Mubarak darauf bedacht war, seine eigene Macht mit Hilfe des Islams zu stützen, denn in dieser Hinsicht kam ihm dieser sehr gelegen. Der Islam wurde dabei als Machtinstrument missbraucht, hatte Mubarak doch unter Rückgriff auf die Religion gute Aussichten, große Teile der Bevölkerung von seiner Regierung zu überzeugen. Dies führte dazu, dass das Regime seine Staatsbeamten zu offiziellen Anlässen islamische Symbole tragen ließ und „unislamische“ Werbung und Fernsehsendungen verboten wurden (Ayalon 1987, 351 f.). Zudem befleißigte man sich einer gewissen religiösen Rhetorik: viele Positionen wurde unter Rückgriff auf den Koran oder die Hadithen begründet. (Berman 2003, 16). Auch hielt sich das brutale Vorgehen der Regierung gegenüber der Opposition in Grenzen (Kassem 2004, 147).

Zusammenfassung der Kapitel

1. MUBARAK UND DER ISLAMISMUS: Dieses Kapitel analysiert chronologisch die wechselhafte Politik Mubaraks gegenüber islamistischen Gruppen, die zwischen Kooperation und brutaler Repression schwankte.

1.1 DIE ACHTZIGER JAHRE: Nach der Machtübernahme reagierte Mubarak auf das Attentat gegen Sadat zunächst mit Härte, versuchte jedoch in der Folge durch politische Liberalisierungsansätze, das Land zu stabilisieren.

1.2 DIE NEUNZIGER JAHRE: Die Eskalation des Konflikts zwischen Staat und Islamisten führte zu einer massiven Sicherheits- und Repressionspolitik, die auch die moderate Muslimbruderschaft unter Druck setzte.

1.3 IM NEUEN JAHRTAUSEND: In den letzten Jahren vor seinem Sturz verschärfte Mubarak die Unterdrückung der Opposition erneut, konnte jedoch das Anwachsen des Protests im Winter 2011 nicht mehr aufhalten.

Schlüsselwörter

Mubarak, Ägypten, Islamismus, Muslimbruderschaft, Repression, Machtanspruch, Politik, Gewaltkonflikt, Scharia, Strategie, Opposition, Liberalisierung, Transformation, Stabilität, Autoritarismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und den Strategien des Regimes von Hosni Mubarak im Umgang mit islamistischen Bewegungen in Ägypten über einen Zeitraum von drei Jahrzehnten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die politische Instrumentalisierung von Religion, das Spannungsfeld zwischen staatlicher Repression und Versuchen der Integration sowie die Rolle der Muslimbruderschaft im politischen System.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu analysieren, ob Mubarak eine kohärente Strategie verfolgte oder ob sein politisches Handeln rein tagespolitisch motiviert war, um den eigenen Machterhalt zu sichern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit wendet eine chronologische Analyse historischer Ereignisse an, gestützt durch eine Auswertung wissenschaftlicher Literatur und Quellen zur politischen Situation in Ägypten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die drei Jahrzehnte von Mubaraks Amtszeit: Die achtziger Jahre mit ihren widersprüchlichen Ansätzen, die repressiven neunziger Jahre inklusive des gewaltsamen Konflikts und die Entwicklungen im neuen Jahrtausend bis zum Rücktritt Mubaraks 2011.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Mubarak, Islamismus, Muslimbruderschaft, autoritäre Herrschaft, Repression und der politische Wandel in Ägypten.

Wie bewertet der Autor Mubaraks Strategie der "Zuckerbrot und Peitsche"-Politik?

Der Autor argumentiert, dass diese Politik aufgrund ihrer Inkohärenz und der alleinigen Ausrichtung auf den Machterhalt letztlich scheiterte und keine dauerhafte Integration des Islamismus ermöglichte.

Welche Rolle spielte die Muslimbruderschaft in den Wahlen 2005 und 2010?

Während die Bruderschaft 2005 durch einen Wahlerfolg noch gestärkt wurde, führte der massive staatliche Druck und Wahlmanipulationen 2010 dazu, dass sie praktisch von der parlamentarischen Teilhabe ausgeschlossen wurde.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ägypten und die Radikalen
Untertitel
Mubaraks Kampf gegen den Islamismus
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Gewalt im Nahen Osten
Note
1,7
Autor
Simon Rietberg (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
20
Katalognummer
V170369
ISBN (eBook)
9783640891849
ISBN (Buch)
9783640892068
Sprache
Deutsch
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Simon Rietberg (Autor:in), 2011, Ägypten und die Radikalen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170369
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  20  Seiten
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